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Samstag, 9. März 2019

Der neue Träger Siebenstreichs

Das Schwert der Schwerter empfängt das Schwert, doch ist es hier am Becken so unerträglich heiß, dass man sich erst einmal zum Tempel zurückzieht. Ayla beschließt direkt zur Wahl des Trägers zu schreiten und man begibt sich zu einem Rondraaltar unweit des Tempels. Ein gigantischer Basaltblock erhebt sich vor uns. Das urtümliches Relief eines männlichen Löwen ziert die Vorderseite, als wolle er einen anspringen.

Ayla hat die Klinge auf den Altar gelegt, steht auf oberster Stufe davor und versinkt im Gebet. Alle versammeln sich im Halbkreis um den Altar herum und warten gebannt. Einigen steht die Sorge ins Gesicht geschrieben und auch ich blicke immer wieder gen Himmel mit der Vermutung doch noch angegriffen zu werden.
Mittlerweile ist es finster. Doch die Szenerie wird von den Fackeln in den Händen der Leibgarde, sowie den unzähligen mitgebrachten Laternen der Gläubigen erhellt. Der gelbe Feuerschein vermischt sich mit dem roten Leuchten des Schlundes. Im Hintergrund faucht und grollt der heilige Vulkan. Es wirkt gespenstisch, als ob in den tiefschwarzen Schatten der zerklüfteten Wände gefallene Kameraden, elementare Manifestationen oder Wesen aus anderen Welten zusehen. Selbst den Blick der Götter vermag man zu spüren.

Ein Widder wird gebracht und auf den Altar gebunden. Der neue Heermeister beginnt Worte der Anrufung zu sprechen und hunderte von Rondrageweihten fallen in den Sprechgesang mit ein. Die Heilige Klinge liegt linker Hand auf der weiten Fläche des Altars, der Widder in der zentralen Blutmulde, das rituelle Opfermesser rechts. Lautlos betend und mit schnellem Schnitt opfert Ihre Erhabenheit das Tier. Blut läuft über den Fels, rinnt über den Löwen und die Stufen hinab. Die Klinge Siebenstreich überzieht sich mit dem dampfenden, roten Lebenselixier. Erneut scheint sie rot zu glühen.

Als ihre Erhabenheit zum ersten Wort ihrer Bitte an Rondra ansetzten will, schwingt ein beinahe unhörbarer Ton über dem Grollen des Schlundes. Ein heller Klang, der nicht von Dere zu sein scheint, wird hörbar, schwillt zu einem Rauschen an. Er kommt von Osten und bringt einen hellen, weißgoldenen Schein mit sich. Ein Löwenstern. Jeder beobachtet gebannt wie er dem Sternbild des Schwertes begegnet, kurz Ucuri verdeckt, um in Hammer und Amboss zu vergehen.

In das ehrfürchtige Gemurmel der Anwesenden fällt der helle Klang eines auf Stein schlagendes Schwerts. Siebenstreich hat sich unbeachtet gewandt, ohne berührt worden zu sein. Seine Spitze zeigt auf Ayla von Schattengrund! Ich bin erstaunt. Üblicherweise wird einem immer der Knauf eines Schwertes entgegengestreckt, es sei denn die Waffe bedeutet den Tod seines Trägers.

Ayla selbst ist höchst überrascht und sie braucht einen Moment um zu verstehen. Doch dann nimmt sie Siebenstreich ehrfürchtig in ihre Hand und hält nochmals eine Ansprache. Mit überzeugender Siegesgewissheit ruft sie erneut zum Kampf gegen Borbarad auf und erhebt die Klinge, was erneut Jubel auslöst. Ayla von Schattengrund, das Schwert der Schwerter, ist neue Trägerin Siebenstreichs!

Nachdem sich der Jubel gelegt hat, kommt sie nochmals auf uns zu. Ihr ist nun bewusst, dass sie eine von uns ist. Eine Gezeichnete und die Bedeutung dessen wird ihr immer klarer. Sie bittet uns als Botschafter in die Lande zu reisen um ein Heer zu sammeln wider den Feind und es nach Tobrien zu führen.

Die Wiedergeburt von Siebenstreich

4. Efferd 1021 BF

Auch am nächsten Tag halte ich mich meist bei den Kelchen auf und schaue sie mir ab und an genauer an. Jeder Kelch ist ein Teil des mächtigsten Schwerts Deres. Ein Kelch der Luft, des Wassers, des Humus, des Erzes, des Eises, des Feuers ... und der Magie... in alle Elemente zerlegt und die Magie hat sie alle geschaffen. Hoffentlich kommt dieser sicher hier an.

Gedanklich tauche ich in die alten Legenden ein und erinnere mich an die großen Taten der alten Träger des Schwerts...
Geron, der Einhändige... er war der erste Träger des Schwertes und vollbrachte Großes mit Hilfe der Götter. Ich schaue auf meinen Echsenarm, beuge die Krallenfinger und öffne sie wieder. Auch mich haben die Götter reich beschenkt.
Leomar von Baburin, auch er war ein Träger Siebenstreichs und auch sein Name wird ewig fortbestehen. Ich wüsste zu gerne, ob man in Jahrhunderten noch von uns sprechen wird. Denn auch wir haben Heldentaten vollbracht, wenn auch der Ausgang nicht immer für uns sprach.
Hlûthar von den Nordmarken war ebenfalls ein Träger, sogar der letzte... er stand uns zur Seite in der Brache und dank ihm sind wir vermutlich so weit, wie wir bisher sind. Die Götter meinen es gut mit uns, vor allem Rondra scheint mit uns zu streiten und ich schicke ein Stoßgebet an die Leuin, dass sie uns weiterhin schützend zur Seite steht. Ich bin gespannt, wer der neue Träger sein wird, sollte uns das Neuschmieden gelingen. Schmerzlich erinnere ich mich an Ardo und seiner Göttingefälligkeit...

Gegen Abend höre ich plötzlich die Wachen rufen, dass jemand den Schlund hinaufkommt. Während alle anderen nach draußen eilen, will ich die Kelche nicht alleine lassen und warte noch ab. Es ist wohl Ayla, mitsamt ihrem Troß und plötzlich kommen meine Gefährten zurück. Die Kelche sollen nach draußen gebracht werden, was ich nicht wirklich gut heißen kann, aber ich füge mich.

Als ich nach draußen komme, kann ich meinen Augen kaum trauen. Gut 1000 Mann stehen hier oben am Schlund. Ayla in edlem Rondraornat in weißrot, die den alten Boten des Lichts stützt in seiner weißgoldenen Robe. Die Leibwache Aylas umringt sie und es sind weitere wichtige Personen anwesend. Zwei Boroni, in schwarze Roben gehüllt; der Hüter der Flamme, mit der strahlend leuchtenden Laterne, erdverbunden, als Schmied in Schurz und goldener Schnalle, daneben ein älterer Hesindegeweihter, in feinstem gelbgrünen Stoff gehüllt mit weißgoldenem Schlangenhalsband. Viele Rondrageweihte und andere Bewaffnete sichern alles und der restliche Troß bildet einen Außenring.

Als wir mit den Kelchen vor ihnen stehen, gebietet Ayla ein jedem von uns Gezeichneten einen Kelch und ruft danach "Folgt mir und betet, dass wir uns das zu tun anschicken, was der Wille der Götter ist" und schreitet voran, während der Bote des Lichts Worte spricht, die alle Zwölfe preisen. Seine Worte haben Macht und scheinen stärker und schützender zu sein, als jedes Schwert, das hier gezogen werden könnte. Wir schreiten allesamt einen zerklüfteten Abhang hinunter zu einen tiefer liegenden Becken. An dessen Saum ist kaum Raum für einen Halt suchenden Fuß und dennoch muss ein jeder Kelchträger hier Platz finden.

Als der Bote des Lichts mit seinen Lobpreisungen endet, erhebt wieder das Schwert der Schwerter die Stimme zum Gebet: "Leuin, Dein Wille ist es, dass wir hier am Heiligtum deines Bruders stehen. So trage dem Herrn der Gefilde Alverans unsere Bitte vor, ein weiteres Mal durch Seinen Willen die Heilige Waffe schmieden zu lassen. Trete zu der Allwissenden mit unserem Flehen, dass die Worte, die Sie uns einst lehrte, nicht verloren seien, und lass deine Fürsprache den Schweigsamen hören, dass die Worte aus dem Munde Seiner Dienerin fließen mögen. Bitte für uns den Schmied Alverans, Ingerimm, auf dass seine Kunst zusammenfügt, was er einst geschaffen!"

"Praios, Deinen Richterspruch erbitten wir und ihm beugen wir uns!" fügt der Bote des Lichts hinzu.

"Mutter der Weisheit, lass das Licht Deines unendlichen Wissens leuchten" erbittet der Erzwissensbewahrer
"Ingerimm, gib den Helden des anbrechenden Zeitalters dein Werk oder nimm uns ob unseren Hochmuts, einen Würdigen des Schwertes unter uns zu glauben und verbrenne uns in den Feuern dieses Heiligen Ortes" donnert die Stimme des Hüters der Flamme durch den Schlund.

Der Fels unter uns erbebt und in die Lava vor uns scheint Leben zu kommen. Da erhallt plötzlich die mächtige Stimme des Angroschgeweihten des Schlunds:

"Ihr Götter, wir beten zu euch, den Bann von den Kelchen zu nehmen, auf dass Siebenstreich, die heilige Klinge der Helden, zurück in die Hände der Sterblichen gelange!

Glacerion, gebunden in dir, dem Kelche des Eises, ist Praios' Gerechtigkeit, der Siebenstreich den Menschen befahl.

Aeserion, gebunden in dir, dem Kelch des Erzes, ist die schaffende Kraft Ingerimms, der Siebenstreich auf sein Geheiß schmiedete.

Ignerion, gebunden in dir, dem Kelch des Feuers, ist der göttliche Zorn Rondras, die Siebenstreich zur rechten Zeit den Sterblichen gab.

Umerion, gebunden in die, dem Kelch des Wassers, ist der ewige Wandel, der Siebenstreich in den Zeiten widerfährt.

Aitherion, gebunden in dir, dem Kelch der Luft, ist der Klinge Fügsamkeit, die Siebenstreich seinem Träger gewährt.

Telerion, gebunden in dir, dem Kelch des Humus, ist die todbringende Macht, die Siebenstreich zum Siege verhilft.

Asterion, gebunden in dir, dem Kelch der Magie, ist das Wissen Hesindes, die die Heilige Klinge in sieben Kelchen verbirgt.

Praios, Herr der die Heilige Klinge befahl,
Ingerimm, Herr der Siebenstreich schuf,
Rondra, Herrin, die den Träger des Schwertes wählte,
Hesinde, Herrin, die die Waffe zum Kelch werden ließ,
Boron, Herr, der das Gebet über den Tod hinaus bewahrte,
fügt zusammen, was einst ein Ganzes war!"

Bei jeder Strophe des Gebets werden die Träger des jeweiligen Kelches dazu aufgefordert ihren Kelch der heißen Magma zu übergeben. Der Schlund bebt und brüllt, die Elemente Erz und Feuer sind aufs innigste vermischt, ein plötzlicher Regenschauer ergießt sich und Dampf nimmt uns fast den Atem und die Sicht. Dann teilt sich plötzlich das kochende, glühende Gestein vor uns und eine erzene Hand hebt eine Klinge empor, die im roten Schein erglüht.
Ayla ergreift den Schwertknauf und hebt es in die Höhe und ein erleichternder Jubel durchdringt die bis dahin angespannte Stille - Siebenstreich ist zurückgekehrt!

Der Angrosch-Tempel im Schlund

3. Efferd 1021 BF

Als der Morgen bereits dämmert erreichen wir den Schlund. Ferhn, Sohn des Fendal, ein alter Geweihter, empfängt uns und zeigt uns unsere Unterkünfte.

Wir können uns überall umsehen und ich inspiziere das Innere des Tempels sorgfältig nach Sicherheitslücken. Die sechs Kelche stehen auf einem Sockel auf einer kleinen Insel inmitten eines Lavasees, der nur über schmale Brücken erreichbar ist. Das Innere ist lediglich über eine Terasse und den Haupteingang zugänglich, die alle Tag und Nacht bewacht sind.

Nachdem ich mich vergewissert habe, dass alles sicher zu sein scheint, nehme ich ein Bad und setze mich dann zu den Kelchen, mit dem Rücken an den Felssockel gelehnt. Auch Ragnar gesellt sich zu mir und den Kelchen, doch meist schweigen wir vor uns hin und ich genieße die Wärme, die von der heißen Lava vor mir ausgeht.

Sonntag, 27. Januar 2019

Falsches Spiel

2. Efferd 1021 BF

Am nächsten Morgen wird im Lager außerhalb viel getuschelt. Der Quacksalber Yalid ibn Raschin ist verschwunden. Jedoch sein ganzes Hab und Gut noch da. Isonzo macht sich auf den Weg zu seinem Zelt, während ich mich auf dem Weg direkt zu Ayla begebe und auf die Gerüchte lausche.

Die Stimmung ist einfache Unwissenheit, wohin er wohl verschwunden sei, da er ja alles zurückgelassen habe.

Isonzo erreicht derweil sein Zelt, aus dem gerade Granus herauskommt mit einer Umhängetasche. Vorm Zelt stehen zwei Rondrageweihte als Wachposten und Granus lässt diese zurück und eilt davon. Isonzo verfolgt ihn und sieht, wie er in Aylas Zelt verschwindet. Er kehrt um und kommt mir gerade entgegen, auf meinem Weg zu ihr. Er berichtet, dass Granus irgendetwas aus des Quacksalbers Zelt entwendet hat und möchte dieses nochmal begutachten.

Wir gehen zum Zelt des Tränkeverkäufers, werden aber von den Wachen abgewimmelt. Ihr Befehl lautet, niemandem Zutritt zu gewähren. So kehren wir um und laufen zurück zu Ayla. In diesem Moment begegnen wir Kaldrim und wir schildern was geschehen ist. Wie ein Berserker stürmt Kaldrim plötzlich mit gezogener Waffe los. Ohne Rücksicht auf Verluste rennt er jeden über den Haufen, der seinen Weg stört und spurtet zu Aylas Zelt. Wir eilen hinterher und treffen eine völlig eskalierte Situation an. Inmitten von Aylas Zelt stehen sich mit gezogenen Waffen Kaldrim und Granus gegenüber, ebenso einige seiner Geweihten. Schnell versuche ich Ruhe reinzubringen und befrage Granus nach den Ereignissen. Keiner will die Waffen senken. Kaldrim vermutet Verrat an Ayla, während Granus angeblich Befehle befolgt. Granus selbst schickt irgendwann seine Mitstreiter raus und verlangt von uns ihm zu vertrauen, er handle nur auf Befehl des Schwerts der Schwerter.
Wir einigen uns darauf, dass niemand das Zelt verlässt, bis sie zurückkehrt.

Ayla selbst befindet sich gerade auf dem Kampfplatz um den letzten Kampf der Tjoste zu begleiten und wir hören die Hörner und das Raunen oder Jubeln der Zuschauer während des Kampfes.

Im Zelt herrscht eisige Stimmung. Niemand setzt sich, jeder ist hochgradig angespannt. Die Umhängetasche ist nirgends zu sehen.

Isonzo macht sich derweil auf, um hinterrücks das Zelt des Quacksalbers zu durchsuchen. Auf dem Weg dorthin kommt er am Zelt der Gefallenen vorbei. Die Zeltplane ist aufgeschlagen und 26 Leichen sind bereits aufgebahrt, eingenäht in Tüchern. Mit einem kleinen Stoßgebet eilt Isonzo daran vorbei. Mit ein wenig Kautabak kehrt er zurück.

Irgendwann ertönt ein lautes Raunen, dann ist es plötzlich still. Kurz darauf erklingt verhaltener Jubel. Isonzo berichtet uns, dass bereits 26 Tote aufgebahrt sind und ich denke mir nur im Stillen, dass 26 gute Kämpfer nun an Rondras Tafel feiern, anstatt uns zur Seite zu stehen. Welch eine Vergeudung.

Isonzo eilt Ayla entgegen, als die Tjoste vorüber ist und berichtet was geschehen ist. Sie schickt daraufhin ihre Leibgarde weg und eilt mit ihm zu uns ins Zelt. Sie verkündet, dass Rondrasil Löwenbrand neuer Heermeister ist und es wohl nun an der Zeit ist, durch die Vorkommnisse uns ein wenig ins Bilde zu setzen und Klarheit zu schaffen. Sie schaut ihren Vertrauten an und Dankbarkeit liegt in ihrem Blick. Sie beginnt sich dafür zu bedanken, dass ihr Vertrauter ihr stets die Treue gehalten hat und er niemals einen Befehl missachten würde, selbst wenn er dafür in den Tod ginge. Er habe auf ihren Befehl hin so gehandelt...

Als sie weiterspricht, kommt plötzlich kein Ton mehr von ihren Lippen. Auch Granus schreit etwas und es ist ebenfalls tonlos. Kurzerhand zieht er erneut seinen Anderhalbhänder und zerschlägt damit die Zeltplane hinter sich. Eine weitere Zeltkammer wird sichtbar und in dieser steht eine große Truhe. Ihr Deckel steht weit offen und fünf Gestalten in Rondrageweihtenornat greifen gerade in die Kiste nach den Kelchen. Einer hat bereits einen, während die anderen vier mit entsetzen Blick und gezogenen Waffen uns entgegenstürmen. Die Stille endet und Kaldrim ruft mit seiner Stimme der Natur durchdringend nach Hilfe "Alarm im Zelt!" und weitere Geweihte stürzen hinein und unterstützen uns. Ich ducke mich unter dem ersten Angreifer hinweg und stürme auf den Kelchträger zu. Doch ehe ich ihn erreiche, verschwindet er mit einer kurzen Handbewegung. Ich trete den Truhendeckel noch zu und eile ins Freie. Isonzo hatte dieselbe Idee und kann den Flüchtigen ausfindig machen. Er schnappt sich ein Pferd und galoppert hinterher, während ich mein 'Nchurr' abrufe und in großen Krötensprüngen hinterher springe. Doch irgendwann hören wir Kaldrim nach uns schreien und er befiehlt uns zurück. Ich verwandle mich zurück und kehre um. Was bei den Göttern hat das nun wieder zu bedeuten?!

Als wir zurückkehren, teilt uns Ayla mit, dass all die Kelche in der Truhe Fälschungen sind. Yalid der Quacksalber ist in Wahrheit ein mächtiger Artefaktmagier, mit Unterstützung von Khadil Okharim hier. Er hat von allen Kelchen Doubletten angefertigt um den Feind zu täuschen. Die Fälschungen sind jedoch so gut, dass es eine Weile dauern wird dies zu erkennen und der Feind soll denken, dass er in der Tat die Schmiedung Siebenstreichs verhindert habe. Die echten befinden sich bereits im Tempel des Schlunds. Wir sind über die Maßen verärgert. Kaldrim platzt schier der Kragen und auch ich bin zutiefst gekränkt. Wie Hunde wurden wir von einer Verfolgungsjagd zurückgepfiffen. Wir sind nicht irgendwer. Dafür, dass die Kelche im Geheimen beschafft werden sollten, wussten schon viel zuviele davon. Und wir, denen man eigentlich vertrauen sollte, wurden im Dunkeln gelassen über entwaige Täuschungsmanöver. Dies ist unverzeihlich und ich bin stinksauer.

Des Weiteren stellt sich heraus, dass durch den letzten Zweikampf das 26. Opfer gefallen ist, was Isonzo berichtigt, dass bereits 26 Leichen aufgebahrt sind. Wie vermutet, finden wir unter den Gefallenen auch in einem der Tücher Yalid. Noch nicht einmal die Augen hat man ihm geschlossen.

Wir bekommen noch den Auftrag in der Nacht das Lager zu verlassen und im Tempel die wahren Kelche zu bewachen und somit ziehen wir uns sichtlich erbost zurück und verlassen noch in derselben Nacht das Lager.

Der Kelch der Magie

1. Efferd 1021 BF

Man hat mich unterrichtet was geschehen ist. Während der Untersuchung des Inquisitors, hat er den Weg, sowie die Stelle des verborgenen Kelches gezeigt bekommen. Allerdings hörte er auch immer wieder das Wort "Satinav", womit er nichts anzufangen weiß.

Wir brechen auf und reisen in die Gebirgsausläufer bis an ein kleines Wäldchen. Hiberian steigt ab und führt uns einige Schritt in den Wald hinein. Plötzlich bleibt er stehen und meint hier sei es. Wir fangen an zu graben und finden tatsächlich eine Stelle, an der die Erde locker zu sein scheint und stoßen nach einigem Buddeln auf eine kleine Truhe. Sie ist verschlossen und Ragnar erkennt, dass sie magisch ist. Doch als wir sie anheben wollen, bewegt sie sich kein bißchen.

Während wir noch überlegen, wie wir an die Truhe gelangen, murmelt der Inquisitor neben mir, dass ihm das Wort, dass Rakorium immerzu murmelte ihm keine Ruhe lässt.
Fragend wiederhole ich laut "Ihr meint 'Satinav'?" und in diesem Moment vernehme ich ein leises Klicken.

Ich sage es den anderen und Kaldrim greif beherzt zum Truhendeckel, der sich ohne Probleme öffnen lässt. Ein schlichter Kelch liegt darin, der nur an den Innenseiten magische Symbole enthält, sonst aber sehr einfach gehalten ist.

Wir reisen zurück und mein Misstrauen gegenüber den Praiosanhängern bleibt gegenstandslos.

Gegen Abend erreichen wir das Heerlager und überreichen einer zufriedenen Ayla den letzen Kelch. Wir essen noch mit ihr zu Abend ehe wir alle in unseren Quartieren nächtigen.

Rakoriums Wahnsinn

30. Rondra 1021 BF

Wir werden zu Ayla gerufen. Als wir ihr Zelt betreten, läuft sie wütend auf und ab und beklagt die Arbeit mit Muntagonus. Er lässt niemanden zu sich, redet wirres Zeug und man kann ihm nicht Herr werden. Dennoch ist er ein großer und angesehener Magus, dem sie ungern drohen will, oder gar mit einem Götterbefehl kommen muss. Sie bittet uns mit ihm zu sprechen um an den Kelch zu gelangen.

Ich fordere Kaldrim auf, sich ihm anzunehmen. Schließlich nennt er sich selbst den Friedenshüter unter uns. Wenn ich sein Zelt betrete, mit meinem Aussehen, befürchte ich das Schlimmste. Er misstraut ohnehin schon allem und jedem. Wenn eine Echse sein Zelt betritt, wird er erst recht nicht hilfreich sein.

Außerdem verstehe ich nicht, warum man ihm nicht mit Gewalt kommen darf. Wenn einer nicht redet, dann halt auf andere Art und Weise. Wenn ich mich einschalten muss, dass rußt es vermutlich.

Kaldrim und Isonzo besorgen eine Flasche Wein, ehe sie sich auf dem Weg zu Rakoriums Zelt begeben. Eigentlich ist Alkohol im Heerlager verboten, aber diesmal soll es ja einen bestimmten Zweck erfüllen. Als sie die Zeltplane anheben, dringt rauchgeschwängerte Luft heraus und Isonzo hält Kaldrim die Zeltplane auf, ehe er hinter ihm eintritt. Ich bleibe vorm Zelt stehen und warte ab.

Rakorium Muntagonus ist voller Zweifel und Verfolgungswahn, faselt von Akrabal und den Skrechu, traut niemandem und selbst Kaldrims Überredungskunst läuft ins Leere. Kaldrim beginnt das Friedenslied zu singen und der alte Magus beruhigt sich langsam. Doch leider auch das Umfeld in der Nähe, und so setze ich mich befriedet auf eine Kiste vor dem Zelt und beobachte wie Geweihte um mich herum ebenfalls ihr eben noch umgegürtetes Schwert wieder ablegen und sich zurück in ihre Zelte begeben, wo sie doch eben noch in Begriff waren sich für den bevorstehenden Zweikampf zu rüsten. Isonzo sieht sich derweil im Zelt um und beginnt dann vorsichtig nach dem Kelch zu fragen. Es stellt sich heraus, dass Rakorium, aus lauter Verzweiflung er könnte einem Borbaradianer etwas verraten, sich seine Erinnerung daran magisch nehmen ließ, auf dem Konvent. Er spürt, dass es noch da ist, aber er kann sich einfach nicht daran erinnern, wo der Kelch ist.

In der Hoffnung seine Erinnerung ein wenig aufzufrischen, betrete ich das Zelt, doch die Idee geht nach hinten los und trotz des Friedensliedes wird Rakorium wieder umruhig und panisch und ich verlasse das Zelt wieder. Er hält mich nur für einen Diener der Skrechu von Akrabal, was uns nicht wirklich weiterbringt.

Nachdem er sich daraufhin schnell wieder beruhigt und deutlich wird, dass er wohl seit Tagen nicht mehr geschlafen hat, bettet Kaldrim ihn in sein Bett und er fällt friedlich in einen komatösen Tiefschlaf. Isonzo bleibt bei ihm, während ich mich zu unserem Zelt zurückziehe. Von Rakorium halte ich mich zukünftig fern.

Kaldrim berichtet Ayla, dass er sich sein Gedächtnis hat nehmen lassen und den Kelch nicht bei sich hat, was die erboste Geweihte dazu veranlasst vor lauter Zorn einen Becher durchs gesamte Zelt zu schmettern. Nach einigen Überlegungen, lässt sie nach Inquisitor Hiberian schicken, der mit zwei Sonnenlegionären auftaucht. Man weiht ihn ein und Kaldrim geleitet ihn zum Zelt des Magiers. Er wird geweckt und erneut stimmt Kaldrim das Friedenslied an. Diesmal hat man jedoch darauf geachtet, dass sich in einem gewissen Umkreis niemand aufhält. Das Fehlen einiger Kämpfer auf dem Kampfplatz ist bereits aufgefallen.

Isonzo stellt Rakorium und Hiberian gegenseitig vor, ehe der Inquisitor sich ihm nähert und seine Hände an seine Stirn legt. Rakorium versucht sich zwar kurzzeitig mental zu wehren, aber es gelingt ihm nicht. Nach einiger Zeit schafft es der Inquisitor tatsächlich und er lässt ab. Er weiß wo sich der Kelch befindet und kann uns hinführen. Am nächsten Morgen brechen wir auf, es ist wohl nur eine halbe Tagesreise von hier.

Während der Tjoste

23.-29. Rondra 1021 BF

Die Tage schleifen träge vor sich hin... es geht mir mittlerweile wieder recht gut, meine Wunden sind weitgehend genesen und ich beobachte das Treiben im Heerlager. Jeden Tag gibt es Tote zu vermelden, denn nicht jeder Zweikampf geht glimpflich aus.

Kaldrim nutzt seine Zeit um sich anständig bei der Knappin Anniki zu entschuldigen. Danach zieht er sich zu seinem Volk zurück und verbringt die Tage und Nächte meist bei den Zwergen und der Schwertgesellin, mit der er schon zuvor angebandelt hatte.

Auch Raidri lässt sich eines Abends bei uns blicken und trinkt ein wenig mit uns. Auf meine Fragen bezüglich Rakorium weiß er nur zu berichten, dass der alte Mann kaum noch ein Auge zu macht und völlig paranoid ist. Er wirft jeden aus seinem Zelt und will mit niemandem sprechen, da er überall nur Verrat sieht. Er verspricht mir die nächsten Tage ein wenig gemeinsam zu trainieren, während ich mich ärgere über die Sinnhaftigkeit dieser Tjoste zu diesen Zeiten.

Es gab bereits schon 12 Tote zu beklagen, wertvolle Kämpfer, ein jeder wäre uns von großem Nutzen gewesen.

Die Bräuche und Andachten der Rondrageweihten finden meist auf dem Kampfplatz statt, zu dem nur Rondrageweihten Zutritt gewährt wird. Somit bleibt mir eine Teilhabe an dem Ganzen verwehrt.

Weitere Gespräche mit Ayla bringen mir die Erkenntnis, dass unser Kelch des Humus unversehrt geblieben ist und er keinerlei Nachwirkungen der Eiche davontragen musste. Der Kelch des Feuers wird ebenfalls geheim und unversehrt von Perricum hierher gebracht werden, versichert sie mir.

Wieder am Schlund

23. Rondra 1021 BF

Am späten Nachmittag erreichen wir wieder das Heerlager am Schlund. Die Heermeister-Tjoste hat bereits begonnen. Wir machen uns direkt auf dem Weg zu Ayla. Aus irgendeinem unsinnigen Grund diskutiere ich mal wieder mit Isonzo und fahre ihn irgendwann lautstark an, was uns wieder einmal auffällig werden lässt.

Als Kaldrim die grimmige Knappin von Ayla sieht, begrüßt er diese fröhlich stürmisch, was ihr einen hochroten Kopf einbringt und sie wendet sich bestürzt ab. Nebenbei befragt Kaldrim, wie die Knappin eigentlich heißt und wir erfahren ihren Namen, Anniki aus Barburin.

Im Zelt des Schwerts der Schwerter überreichen wir Alya den Kelch des Humus und warnen sie vor einer etwaigen Pervertierung des Artefakts. Während wir Essen und Wasser bekommen, berichte ich was geschehen ist. Ayla berichtet ihrerseits von weiteren Ereignissen, die die Suche nach den Kelchen betreffen.

Am 13. Rondra kam der Bote des Lichts hier im Heerlager an mit einigen seines Gefolges.
Noch am selben Tag kam ein Hilferuf der Kusliker Gesandtschaft an, die die Kelche der Luft und des Wassers zurückbringen wollten. Man schickte ihnen Unterstützung und es gelang ihnen unter einigen Verlusten die Kelche in Sicherheit zu bringen.

Am 17. Rondra kam die Gesandtschaft wohlbehalten mit den Kelchen hier an, nach einem Angriff der Borbaradianer.

Am 21. Rondra erreichte Raidri Conchobair mit Rakorium Muntagonus das Lager. Rakorium ist ebenfalls ein Hüter eines Kelches, doch mittlerweile völlig paranoid und man ist noch in Gesprächen mit ihm. Er gibt den Kelch der Magie scheinbar nicht bereitwillig heraus.

Der Kelch des Feuers befindet sich noch in der Löwenburg in Perricum in Sicherheit.

Somit sind alle Kelche gefunden und auf meine Nachfrage hin, gut verwahrt und in Sicherheit.

Seit gestern ist die Tjoste im Gange und wird noch einige Tage andauern.

Aufwartung bei Prinzessin Emer

19. Rondra 1021 BF

Am nächsten Morgen erwache ich von einem klickenden Geräusch. Schnell fahre ich herum, doch stelle ich bald fest, dass es nur kleine Kiesel sind, die an meine Scheibe geworfen werden. Isonzo und Kaldrim stehen vorm Gasthaus und rufen nach mir.

Ich mache mich fertig und gehe hinunter.  Die beiden möchten erneut zum Herz des Kontinents und Prinzessin Emer ihre Aufwartung machen. Wir machen die Pferde fertig und brechen auf zur Residenz. Dort angekommen verlangt Kaldrim Einlass und ehe wir zur Blutulme können, bittet man uns abzusteigen und man geleitet uns zu Fuß zum Palast. Prinzessin Emer erwartet uns bereits, da Kaldrim uns erneut ankündigen ließ.

Als wir die Vorhalle betreten, geht vor uns ein großes Tor auf und wir blicken in einen gewaltigen Thronsaal, an dessen Ende die junge Prinzessin Emer auf einem Thron sitzt. Isonzo läuft voraus und stellt in gewohnter Manier Kaldrim mit all seinen Titeln vor und mit einer leichten Handbewegung, die den Hofmagier dazu veranlasst erschreckt ebenfalls in Habachtstellung zu gehen, schwirren plötzlich einige kleine Kolibris um Kaldrims, der langsam auf Emer zuschreitet.

Feierlich trägt Kaldrim ein bezauberndes Gedicht vor, begleitet vom leisen Zwitschern der Kolibris, die in allen erdenklichen Farben leuchten. Nach seinen letzten Worten, streckt er ihr, das Haupt gebeugt, die wunderschöne Alveranie entgegen, die feuerrot in voller Blüte steht.

Emer lächtelt ihn freundlich an, erhebt sich, kommt die Stufen hinunter und nimmt die Rose entgegen, während sie ihm die andere Hand zur Aufwartung entgegenstreckt. Ein Raunen der Anwesenden geht durch den Saal, denn dies ist äußerst unüblich. Kaldrim haucht ihr vorsichtig einen Handkuss auf ihre zarte Hand und wir verabschieden uns standesgemäß.

Ehe wir das Grundstück ganz verlassen, statten wir noch der Blutulme einen Besuch ab, doch viel teilt sie Kaldrim diesmal nicht mit. Sie wirkt lediglich beruhigt, ähnlich wie der schlafende Zustand des Waldes in der Brache.


Erneuter Besuch im "Seeadler"

18. Rondra 1021 BF

Tagsdarauf lassen wir uns nach Gareth fahren und kehren zu unserem Gasthaus zurück.
Während ich mich zurückziehe auf mein Zimmer und mich einfach nur um mich und meine Wunden kümmere, sucht Isonzo professionelle Heiler auf und Kaldrim macht sich auf die Suche nach einem Blumenhändler und kauft eine wunderschöne Alveranie in einem schmucken Blumentopf.

Als ich wieder einigermaßen hergestellt bin, schreibe ich einen Bericht des Erlebten. Danach mache ich mich auf den Weg zum Rondratempel und erstatte Bericht. Ehrfürchtig gebe ich das Amulett zurück und lege es mit einem Dankesgebet andächtig zurück auf Hlûthars Altar. Des Weiteren reiche ich Rittfrau Junivera meinen Bericht des Erlebten in der Brache zur Verwahrung in ihren Aufzeichnungen. Dann ziehe ich mich auf mein Zimmer zurück und lasse das Erlebte noch einmal revue passieren, ehe ich irgendwann erschöpft in den Schlaf falle.

Zeitgleich treffen sich Kaldrim und Isonzo um gemeinsam ins Badehaus zu gehen und machen sich fein für einen erneuten Besuch im "Seeadler". Auf dem Weg dorthin hält Kaldrim auf einmal Ausschau nach einem gut situierten Kind und bietet einer empörten Mutter Silber an, wenn es denn vorausläuft zum Seeadler und die beiden ankündigt. Nach einigem hin und her, lässt sich die Mutter darauf ein und schickt das Kind los. Als sie gerade am "Seeadler" ankommen, sehen sie noch wie ein Diener des Hauses, den Jungen am Schlawittchen gepackt hinauswerfen will, doch Kaldrim schreitet schnell ein, dass dieser Knabe in seinen Diensten stünde und man lässt ihn gehen.

Eigens für sie wird ein Tisch frei gemacht und man huldigt ihnen erneut. Kaldrim stellt sich auf einen Stuhl und verkündet lautstark, dass sie erneut die Bürger der Stadt gerettet hätten und entschuldigt sich für die gelittene Kleidung. Den ganzen Abend gibt er Geschichten zum Besten und wird dafür erneut gefeiert, während Isonzo, sich einige Leute aussucht, die er um ein paar Schmuckstücke unauffällig erleichtern kann.

Zu guter Letzt und nach einigen Krügen Wein, nehmen sich die beiden noch die Suite des Hauses und Kaldrim umgarnt einige Weiblichkeiten. Als er mit einer schönen jungen Maid anbandeln will, geht die selbst interessierte Mutter dazwischen und schickt ihre Tochter nach Hause, während sie sich selbst von den betörenden Worten Kaldrims schwächen lässt und sie verschwinden aufs Zimmer. Das Angebot, sie könnten doch beide mitkommen, wehrt die Mutter vehement ab.

Irgendwann des Nachts gesellt sich Isonzo mit auf die Suite, aber anständigerweise, nimmt er mit der Couch vorlieb.

Sonntag, 20. Januar 2019

Ungünstige Begegnung

17. Rondra 1021 BF

Als wir nach drei Tagen gerade aus dem Wald treten, stürzen plötzlich fünf abgerissene Gestalten auf uns zu. Offensichtlich einfache Wegelagerer und Diebe mit Armbrüsten in der Hand. Nach fast einer Woche Dämonenbrache kommen mir diese Gesellen gerade richtig. Sie versuchen uns zu bedrohen und verlangen unser Hab und Gut, doch ohne Rücksicht ob einer der Strauchdiebe vielleicht tatsächlich abdrücken wird, trete ich auf den Anführer zu und mit jedem Schritt, dem ich ihm näher komme, wächst die Angst in seinen Augen und die Männern scheinen uns langsam zu erkennen und weichen zurück. Ich hole aus und schlage ihrem Rädelsführer mit solch einer Wucht ins Gesicht, dass es ihn einige Meter davonwirft. Im nächsten Moment zündet Ragnar sein Flammenschwert und die Diebe nehmen schreiend reißaus. Diese Jungs haben uns gerade noch gefehlt.

Gegen Abend erreichen wir Silkwiesen und werden in einer Schänke gut versorgt und können uns ein wenig ausruhen.

Das Herz des Bösen

14. Rondra 1021 BF

Gegen Mittag gelangen wir an einen Baum, in dem ein Mensch darin verwachsen zu sein scheint. Man erkennt gerade noch die letzten Reste seines Rondrageweihtenornats, das uralt zu sein scheint. Die uralte, im Baum verwachsene Gestalt bettelt darum, getötet zu werden. Es ist Ardanos, der gut 1500 Jahre hier schon verweilen muss, mehr tot und ein Baum, als noch lebendig. Er kann uns noch sagen, dass Balphemor von Punin der Eiche gehört, doch er leidet furchtbare Qualen seit Äonen und wir gewähren ihm seinen Wunsch und brennen mit Hilfe von Kaldrims heiliger Flamme den Baum mit Ardanos nieder. Irgendwer spricht noch ein paar rondragefällige Begräbnisworte, ehe wir weiterlaufen.

Ich bin in Gedanken vertieft und versuche, alles was wir wissen zu rekapitulieren und es wird klar, dass der einstige Wächter des Kelches, durch das Herz des Bösen vergiftet wurde und sowohl er, als auch der Kelch pervertiert wurden zu einem falschen Zweck. Er war tatsächlich einst der edle Wächter des Kelches und der Kelch war ein edler Teil Siebenstreichs. Doch je länger ich darüber nachdenke, wurde wohl sowohl das Artefakt verändert, als auch die Gesinnung Balphemors. Wir müssen ihn aufhalten!

Wir gelangen an einen offensichtlich größeren Hügel, der über und über mit schwarzen Wurzeln bedeckt ist. Ragnar erkennt deutlich eine Kreuzung vieler Kraftlinien inmitten der Kuppel und eine riesige schwarze Eiche steht auf dem Hügel.

Wir halten Ausschau nach Eingängen, die ins Innere des Hügeln führen könnten, doch da ist nichts. Als wir uns langsam nähern und durch das Wurzelwerk steigen, bemerke ich plötzlich dass sich die Wurzeln regen und reflexartig schlage ich auf eine ein. Schwarzes Harz tritt aus der Bruchstelle aus und Isonzo berührt es kurz mit seiner Metallhand, was sich selbst durch diese brennend heiß und unangenehm anfühlt. Ragnar füllt sich vorsichtig ein wenig in eine seiner Phiolen ab, ehe wir weitergehen.

Das Wurzelwerk wird immer dichter und es wird schon fast ein Klettern um die Kuppe zu erreichen. Der Hügel ist über und über mit den schwarzen Wurzeln bedeckt, sowohl unter als auch über der Erde. Immer wieder regen sie manche, greifen jedoch nicht an.

Wir haben das Herz des Bösen erreicht. Obenauf liegt eine große Lichtung, auf der eine riesige, uralte, schwarz-düstere Eiche steht. Ihre Krone überdacht die gesamte Lichtung mit einem dunklen, dichten Blätterdach, das fast drohend jegliches Licht abschirmt. Seitlich der Lichtung stehen vereinzelt zerfallene, uralte Ruinen von Gebäuden mit einigen Steinplatten davor. Offensichtlich Grabplatten. Vor einer steht eine große Stele von Hlûthar.

Unter dem Stamm der Eiche, liegt eingeklemmt im Wurzelwerk der Kelch aus dem eine braune, zähe Flüssigkeit läuft, die vom Erdboden gierig aufgesaugt wird. Wir wir vermuteten. Das mächtige Artefakt ist ebenfalls verändert worden.

Vor dem Baum ist ein Heptagramm aus Wurzeln zu erkennen, über dessen Spitzen je eine bekuttete Gestalt schwebt. Balphemor steht vor ihnen, in einer Beschwörungsrobe und sein seltsamer Beschwörungsgesang geht durch das gesamte Wurzelwerk. Isonzo trennt sich von uns und schleicht unbemerkt in Richtung der Ruinen um nach möglichen Verstecken seines Gemäldes zu suchen und zu zerstören. Ragnar erkennt, dass die Beschwörung schon im vollen Gange ist und mahnt zur Eile. Saari überlegt kurzerhand zu schießen, doch wir halten sie davon ab. Mit solch einem Gegner ist nicht zu spaßen. Ragnar umläuft die Lichtung ein Stück um von einer anderen Seite aus anzugreifen.

Ich gehe in mich und erbitte mein Zeichen, woraufhin ich mich ein weiteres Mal verwandle. Dann betrete ich die Lichtung und Balphemor hebt den Kopf. Eine tiefe nachhallende Stimme schallt aus seinem Mund, die nicht die seine ist. Die machtvolle Eiche spricht aus ihm und bekräftigt, dass der Kelch ihr gehöre und befiehlt den Kuttenträgern uns zu töten. Diese drehen sich um und kommen in meine Richtung. Ich erkenne keine Gesichter, doch sie tragen Schwert und Peitsche und im Dunkel ihrer Kapuzen sind glühende Augen zu erkennen. Heshtots!

Ragnar spricht einen Zauber und drei der sieben kehren um und schweben in seine Richtung. Saari steht neben mir und der Kampf beginnt. Ich kämpfe mit zweien, während Saari einen an sich binden kann und ihr Wolf greift den vierten an. Auf Ragnar kommen drei und Isonzo sucht noch immer verzeifelt nach dem Bild, als er jedoch bemerkt, dass wir in Bedrängnis geraten, versucht er Balphemor abzulenken. Es fällt uns schwer uns gegen diese Dämonen zu behaupten, doch es gelingt mir meine beiden Gegner endlich zu besiegen.

Ich greife nach dem Amulett des heiligen Hlûthar um meinen Hals und bete zur Leuin und Hlûthar, dass sie uns helfen mögen in dieser Stunde und wage mich langsam auf Balphemor zu. Inbrünstig bitte ich die Göttin uns zur Seite zu stehen und plötzlich erkenne ich aus den Augenwinkeln, dass Hlûthar sich tatsächlich auch dem Grabe erhebt und ich greife den mächtigen Magus an. Erstaunlicherweise verpasse ich ihm bereits mit dem ersten Schlag beträchtlichen Schaden. Er blutet stark, doch es flogen auch Holzsplitter. Er scheint der Eiche schon mehr als ihm lieb ist zu gehören. Ragnar, der seine Gegner ebenfalls besiegt hat, gibt ihm den finalen Schlag, ehe er selbst zusammenbricht.

Ich schaue mich um. Saari liegt schwer verwundet regungslos am Boden. Ihr Wolf nicht weit davon entfernt. Ragnar brach soeben vor mir zusammen und ich sehe, wie Hlûthar die Eiche angreift und ich möchte ihm folgen. Doch auch ich bin schwer getroffen. Wenn ich mitkämpfe, werden wir alle hier sterben. Derweil gelingt es Insonzo unter großen Mühen den Kelch aus dem Wurzelwerk zu reißen und er flieht in den Wald. Der ganze Hügel fängt an zu beben, als Hlûthar sich über den Baum hermacht. Donnergrollen und Blitze zucken über den Hügel. Es beginnt ein Kampf, dem wir nicht gewachsen sind. Nach kurzer Bedenkzeit greife ich mir Ragnar und mit einem beherzten Echsensprung versuche ich ihn am den Rand der Lichtung abzusetzen. Dann springe ich zurück und hole Saari und ihren Wolf und bringe die beiden ebenfalls in Sicherheit. Isonzo sehe ich gerade noch ebenfalls im Wald verschwinden. Ich schaue mich erneut um. Hlûthar schlägt noch immer auf das Herz des Bösen ein. Der Hügel ist nur noch ein Toben und Bersten, wir müssen uns in Sicherheit bringen. Isonzo gelangt zu mir und wir bringen uns alle in einen sicheren Abstand zur Lichtung. Irgendwann hören wir mit einem letzten Donnerschlag ein bösartig schallendes, dämonisches Gelächter und in mir breitet sich erneut das Gefühl des Versagens aus.

Wir sind gescheitert und alle fast dem Tode nahe. Doch wir haben den Kelch und somit ist das Herz des Bösen zumindest seiner Nahrung beraubt und unsere eigentliche Aufgabe haben wir erfüllt. Diese grundböse Eiche existiert ohnehin schon ewige Zeiten, es wäre wohl dumm zu glauben, wir hätten ihr tatsächlich Herr werden können.

Stille kehrt ein... eine ruhende Stille... nicht unnatürlich oder bedrohlich, sondern es wirkt als würde der Wald schlafen und wir machen uns auf den Weg zurück gen Osten... den kürzesten Weg zurück auf die Reichsstraße.

Das weinende Kind

13. Rondra 1021 BF

Gegen Mittag hören wir westlich von uns das Schluchzen eines Kindes. Kaldrim gemahnt uns, dass der Weg geradeaus weiterführt, doch das Kind jammert und weint herzerweichend. Wir gehen einige Schritt auf das Kind zu, halten aber weiter Abstand. Wenn es nach mir ginge, würden wir weitergehen. Nichts in diesem Wald entspricht der Wahrheit.

Saari wirft dem Kind ein Messer vor die Füße und verlangt von ihm, es solle sich schneiden, damit wir sehen, dass es tatsächlich menschlich ist. Doch das Kind weint nur umso lauter. Es berichtet uns, dass es mit seinem Bruder hier ist, der aber nirgends zu sehen ist. Sie stamme aus einem Dorf, nicht weit von hier. Sie weint weiter und meine Gefährten sind sich unsicher ob man Hilfe leisten sollte oder nicht. Ich halte mich im Hintergrund und glaube ihr kein Wort.
Saari geht auf das Kind zu, hebt das Messer auf und will es selbst stechen, doch das Mädchen weicht zurück. Sie geben ihr zu trinken und zu essen und kurzerhand reißt Saari ihr blitzschnell ein Haar raus und betrachtet es, ob es eine Haarwurzel hat.

Plötzlich treibt uns Ragnar zur Eile an weiterzugehen und wir lassen das Mädchen noch immer weinend zurück. Er hat in ihr puren Hass erkannt. Woher dieser stammt und auf was er sich bezieht kann er nicht deuten, jedoch ist dieses Kind so voller Hass erfüllt, dass es auch für uns gefährlich werden könnte und wir haben eh keine Zeit zu verlieren und eilen weiter. Irgendwann lässt das Weinen auch nach und es wird wieder still im Wald.

Alleine zurückgelassen

12. Rondra 1021 BF

Irgendwann erwache ich und noch immer hänge ich regungslos im Geäst der unliebsamen Bäume. Ich habe das Gefühl, sie versuchen mich in sich aufzunehmen. Verstärkt rieche ich den modrigen Geruch des Waldes, jede Bewegung der Blätter nehme ich wahr, als wären sie ein Teil von mir. Ich versuche mich zu bewegen, doch erfolglos. Starr und stark halten mich die Äste an die Rinde gepresst. Ich spüre Schmerzen in all meinen Gliedern. Wenn mich nicht bald einer rettet, werde ich hier verrotten. Die Wut die in mir hochkocht, lässt meinen Schmerz erträglicher werden, dennoch bin ich noch immer ausgeliefert inmitten der Dämonenbrache. Warum zum Namenlosen, sucht mich niemand? Was ist mit den anderen geschehen?

Irgendwann höre ich Stimmen und Saaris Wolf kommt plötzlich aus dem Wald, gefolgt von den anderen. Ragnar schlägt kurzerhand die Äste ab, die mich umklammern und ich falle völlig erschöpft zu Boden. Das restliche Astwerk hat sich zurückgezogen und wirkt, als wäre nie etwas geschehen. Einige meiner Hautstellen sind offene Wunden. Wäre ich nicht gerettet worden, wäre ich wohl tatsächlich in diesem Geäst verdaut worden. Meine Gefährten versorgen mich und berichten was geschehen ist.

Es sei eine Yamira zum Lager zurückgekehrt, habe sich aber seltsam verhalten und irgendwann ging ihnen ein Licht auf, dass dies nicht ich sein kann und Kaldrim griff diese falsche Yamira an. Doch er schlug aus ihrem Schädel nur Holz heraus. Diese falsche Yamira, war eine Doppelgängerin aus Holz.
Ich höre mir ihre Geschichte an, und bin ein wenig skeptisch, dass Kaldrim ernsthaft mit seiner Linkhand versucht hat mir den Schädel einzuschlagen. Es hätte sicherlich subtilere Mittel gegeben, herauszufinden was los ist.

Dennoch bin ich erleichtert wieder befreit zu sein.  Ich rappel mich auf und wir gehen weiter. Meine Muskeln schmerzen noch immer, aber zäh wie ich bin, lasse ich mir nichts anmerken und wir laufen bis zum Abend und suchen uns ein Nachtlager. Wir halten fortan zu zweit Wache und einigen uns darauf, dass niemand mehr das Lager verlässt.

Der Wald ist unnatürlich still... fast zu still...

Samstag, 15. Dezember 2018

In der Dämonenbrache

11. Rondra 1021 BF

Am nächsten Morgen besorgen wir uns die nötige Ausrüstung, wie bspw. Haumesser und Proviant für ungefähr eine Woche. Kaldrim besorgt geweihtes Feuer aus dem Ingerimm-Tempel in seiner Grubenlampe. Als wir im Rondratempel nachfragen, ob uns jemand begleiten möchte, lehnen sie ab, aber Rittfrau Junivera geht mit mir zum Schrein des heiligen Hluthar und nimmt dort eine Halskette mit einem Löwenamulett. Ich knie ehrfrüchtig nieder und sie hängt mir die Kette um den Hals. Diese Kette trug der Held selbst und dankend erhebe ich mich. Möge die Göttin über uns wachen.

Wir verlassen zu Fuß die Stadt in südwestlicher Richtung und gelangen an die Ausläufer des Waldes. Von hier sieht er wie ein völlig normaler Wald aus, es führt jedoch kein Weg oder Pfad hinein und langsam steigen wir durch Gestrüpp und Unterholz in den Wald. Kaldrim kennt noch die Richtung und wir folgen ihm. Je weiter wir ins Innere gelangen, desto seltsamer wird der Wald. Er wird dichter und dorniger. Die Luft wird stickig warm und es dringt immer weniger Licht durch das Geäst. Eine seltsame Stille liegt auf der Umgebung. Keinerlei Tiere, kein Vogel zwitschert, dennoch ist es nicht unnatürlich still, sondern eher bedrohlich. Das Knarzen von Holz oder Rascheln der Blätter wirkt bösartig, je weiter wir uns hindurch schlagen. Es ist beschwerlich und man kommt nur langsam voran. Irgendwann beschleicht mich das Gefühl wieder beobachtet zu werden, doch so sehr ich mich und meine Sinne auch anstrenge, hier ist nichts, einfach garnichts. Ich befürchte fast Kaldrim könnte recht haben, dass der Wald selbst uns beobachtet. Fordernd rufe ich erbost in den Wald, doch mein Ruf wird nur dumpf verschluckt, ohne Hall oder Echo.

Als es dämmert, suche ich uns einen geeigneten Lagerplatz. Wir machen einen Grubenfeuer und teilen Wachzeiten ein, ich übernehme die letzte. Von irgendwoher hört man leises Plätschern von Wasser. Doch irgendwie ist dieser Platz nicht wirklich so gut, wie ich dachte. Wurzelwerk stört meinen Schlaf und man fühlt sich schlichtweg unwohl.

Als Isonzo mich weckt, berichtet er mir von Lichtern im Wald und irgendwelchen Geräuschen, ich solle wachsam bleiben. Dann legt auch er sich schlafen. Nicht lange Zeit danach höre ich ebenfalls Geräusche und achte auf meine Wärmesicht. Es ist tatächlich etwas im Wald, nicht weit weg von mir. Ich ziehe meinen Khunchomer und gehe langsam darauf zu. Es bewegt sich weiter in den Wald hinein und ich drehe mich rum. Ich bin noch nahe genug am Lager und erkenne unseren Feuerschein. So sehe ich wieder nach der Wärme des Unbekannten und laufe wenige Schritte weiter in den Wald.

Plötzlich packen mich Äste der umstehenden Bäume und pressen mich an einen der ihren. Selbst einen moosbewachsenen Knebel bekomme ich und kann mich keinen Zentimeter mehr rühren oder gar befreien. Ich spüre wie machtlos ich ihnen ausgeliefert bin und wie die kleineren Zweige in ungeschützte Hautstellen wie kleine Nadeln eindringen. Hilflos hänge ich an diesem Baum, im Astgewirr verworren und falle irgendwann in einen tranceähnlichen Schlaf.

Argareth

10./11. Rondra 1021 BF

Plötzlich knallt meine Zimmertür auf und Kaldrim steht, komplett bekleidet, in der Tür. Mit der linken Hand an die offene Tür gestütz, lallt er etwas davon, dass wir sofort zur Blutulme müssen, er habe gerade mit dem Baum geredet und es sei wichtig. Kurzerhand dreht er sich rum und während ich mich ankleide, stürzt er genauso forsch in den Schlafsaal und weckt lautstark Isonzo und alle anderen Mitbewohner des Hauses, die nicht recht erfreut darüber sind.

Schnell verlassen wir das Gasthaus und holen die Pferde. Der Stallbursche hilft Kaldrim noch aufs Pferd. Die frische Nachtluft scheint ihm nicht ganz zu bekommen, aber er kann sich im Sattel halten.
Wir verlassen die Innenstadt durch die Stadtmauer und gelangen zum Palastgelände, das ebenfalls ummauert und bewacht ist. Ehe Kaldrim lauthals wieder losblökt, gemahne ich ihn zur Ruhe und rede mit den Palastwachen, die uns die Pferde abnehmen und uns leise zu Fuß in den Palastgarten führen. Kaldrim ist kaum zu beruhigen, nachdem ihm bewusst wird, dass Prinz Brin am Schlund ist und Prinzessin Emer nun allein zuhause. Er faselt was von "Ständchen bringen" und nur mit viel Mühe kann ich ihn zur Besinnung bringen. An einer Brunnenstelle wirft er sich Wasser ins Gesicht und fasst sich ein wenig.

Wir gelangen zur Blutulme. Ein riesiger mächtiger Baum, dessen Blätter rauschen, trotz Windstille. Sein Holz knarzt sanft vor sich hin und plötzlich spricht Kaldrim laut mit ihm. Offensichtlich redet der Baum bereits mit ihm und Kaldrims Falke fliegt plötzlich in die Äste des Baumriesen. Auf einmal erklingt Kaldrims Antwort mit der sonderbaren Stimme des Waldes, die wir schon öfters hörten, aber diesmal nicht laut donnernd und tosend, sondern leise und man hat das Gefühl die ganze Natur um uns herum flüstert seine Worte. Isonzo und ich warten ab, da wir den Baum nicht verstehen können und es dauert eine ganze Weile, bis die beiden fertig sind.

Nachdem uns die Palastwachen irgendwann zurückgebracht haben, verlangt Kaldrim noch, dass sie Prinzessin Emer ausrichten sollen, dass wenn wir zurückkommen, er ihr eine Minne vortragen wird.

Auf dem Weg zurück berichtet uns Kaldrim, dass die Ulme Argareth ihn um Hilfe gebeten hat. Sie sei die Mitte von allem. In der Brache steht eine pervertierte schwarze Eiche, deren Wurzeln alles verseuchen. Sie breitet sich aus und irgendwann wird sie auch hierher kommen. Wir müssen sie vernichten, sonst sei alles verloren. Auf Kaldrims Frage hin, scheint unter der Eiche auch irgendetwas zu liegen. Sie offenbarte ihm die Richtung und wir beschließen am nächsten Tag aufzubrechen.

Kaldrim bestätigt noch meine ursprünglichen Befürchtungen, dass ich womöglich recht haben könnte, dass Balphemor doch nicht nur ein pflichterfüllter Hüter ist, sondern vermutlich wirklich was mit bösartigeren Mächten zu tun hat. Ohne weiter darauf einzugehen, genieße ich seine Zustimmung. Denn das warum, ist deshalb noch immer nicht geklärt.

Ehe ich mich wieder schlafen lege, studiere ich erneut die gefundenen Schriftstücke und mir fällt auf, dass auch Ardanos, damals von fliegenden Augen berichtete, die ihn beobachteten. Ebenso halte ich den krank aussehenden Magister, der die Hesindegeweihte tötete ebenfalls für Balphemor. Desweiteren vermute ich, dass der verschwundene Magister Gratenfels den Kelch vielleicht schon einmal fand, seine Artefaktfähigkeit vielleicht bösartig verändert und er wieder in die Brache zurückgebracht wurde. Vielleicht war auch er schon eine Form von Balphemor oder zumindest sein Handlanger.
Nach dem Studieren des Deckblatts des Symposiums, erscheint es mir sogar, als ob die Blutulme Argareth das gesuchte Herz des Kontinents ist. Sagte Kaldrim nicht, sie sei die Mitte? All die Ausführungen des Symposiums passen zusammen. Wenn die Blutulme sich dermassen bedroht fühlt, könnte es sein, dass das gesuchte Element des Urquells sogar Humus ist und der pervertierte Kelch des Humus die Eiche mitsamt ihren Wurzeln verseucht und alles bedroht. Wenn das alles wahr ist, so dürfen wir keine Zeit verlieren und müssen den Kelch schnellstmöglichst finden. Über all diesen Gedanken falle ich irgendwann in den Schlaf.


Weitere Informationen

...
Das Feuer kann eingedämmt werden und wir bringen Rittfrau Junivera gemeinsam zurück zum Rondratempel. Sie ist sehr mitgenommen, wurde malträtiert und geschlagen und erst einmal versorgt.

Als wir sie befragen, was genau geschehen ist, berichtet sie uns, dass sie Meister Veraides ins Stadtarchiv begleitet habe um neue Erkenntnisse zu dem Kelch zu zeigen, doch kaum waren sie im Archiv, habe er sie niedergeschlagen und sie kam erst im Keller wieder zu sich. Er schlug sie um ein bestimmtes Schriftstück zu erhalten, welches er von ihr versteckt vermutete. Dass sie es einstecken hat, wusste er nicht und hat sie auch nicht durchsucht. Sie gibt uns das Papier und wir halten ein Stück aus dem "Buch der Segnung" in den Händen, das einen Teil eines Rondragebets aus dem Jahre 354 n. BF. aus der Garether Fassung enthält. (siehe Forum Handouts) Es ist der erste tatsächlich schriftliche Beweis dafür, dass sich der Kelch wohl bei Hluthars Grab befindet.

Zwischen uns Gefährten entbrennt ein langer Streit weshalb Balphemor so handelte wie er es tat und wir sind sehr unterschiedlicher Meinung ob seiner Gesinnung. Ich bin mir sicher, dass er nicht "nur" seine Pflicht erfüllt, alles mögliche zu unternehmen um die Sicherheit des Kelches nicht zu gefährden, sondern halte ihn gar für gefährlich und bin sicher, dass er auf der falschen Seite steht.
Kaldrim und Isonzo sind anderer Meinung, da er sonst viel härter hätte vorgehen können, mit nicht solch subtilen Mitteln wie bisher. Ihrer Meinung nach ist er nur ein wenig paranoid und versucht vielleicht nur unter allen Umständen seine Pflicht zu erfüllen den Kelch zu schützen.
Die Frage nach dem Warum seines Verhaltens, bleibt ungeklärt.
Ich werde immer aggressiver durch die unnötige Diskussion, da es unsere Aufgabe ist, den Kelch zu finden, völlig unabhängig von den Taten des Hüters. Die Männer fangen auch noch an zu planen, wie wir uns verhalten sollen, wenn wir erneut auf ihn treffen, was nun wirklich völlig irrelevant ist, da es auf die Aktionen des Gegenübers ankommt. Noch niemals habe ich vorschnell irgendwen angegriffen, ja nicht einmal Balphemor. Denn ich war die einzige, die ihn in tatsächlich nicht angegriffen hat. Er war es schlichtweg eigentlich noch garnicht wert. Ich wollte lediglich seine Hände sehen. Ich renne ja auch nicht blindlings und unüberlegt gegen einen siebengehörnten Dämon.

Nachdem die Diskussion somit eskalierte, trennen wir uns vorerst. Ich bleibe noch im Rondratempel zurück und versuche in den Unterlagen etwas mehr über die Schlacht in der Dämonenbrache herauszufinden. Angeblich soll Hluthar auf dem Feldherrenhügel liegen, doch wo befindet sich dieser?

Kaldrim und Isonzo machen sich auf den Weg zur Magierakademie und zum Hesindetempel um mehr über die Zauber und das fliegende Auge zu erfahren. Ebenso will Kaldrim den Firuntempel aufsuchen um einen Führer in die Brache zu finden.

Ich kehre irgendwann ins Gasthaus zurück. Die anderen beiden sind bis spät in den Abend noch immer nicht zurück, doch ich mache mir hier in der Stadt wenig Sorgen und gehe irgendwann zu Bett. Irgendwann erwache ich, von Lärm auf der Gasse und ich steh auf und schaue aus dem Fenster.
Es muss mitten in der Nacht sein, die Straßen sind leer bis auf eine Sänfte vor der Tür, aus der lautstark lallend Kaldrim fast herausstürzt und ich höre ihn lauthals rufen "Ein Gezeichneter zu sein, heißt mit Entbehrungen zu leben!" - na prima! Nun weiß auch die ganze Stadt, dass wir hier sind. Die Sänftenträger ziehen wieder ab und Kaldrim und Isonzo kommen sternhagelvoll ins Gasthaus. Es rumpelt ein wenig, dann kehrt wieder Ruhe ein. Sie scheinen in ihren Betten zu liegen, denn kurze Zeit später höre ich aus dem Nachbarzimmer ein Schnarchen, dass eines Zwerges würdig ist.

Dienstag, 11. Dezember 2018

Balphemor von Punin

10. Rondra 1021 BF

Letzte Nacht fühlte ich mich von draußen beobachtet. Doch als ich aus dem Fenster sah, erkannte ich nichts. Ich schloss die Läden und ging zu Bett, war mir aber sicher dass irgendetwas mich vor dem Fenster beobachtet hatte.

Nach dem Frühstück teilen wir uns auf. Ich gehe zum Rondra-Tempel und betrete den Tempel der Leuin. Zielstrebig zieht es mich zum Altar des Kor und ich falle auf die Knie und beichte im Stillen meine Sorgen um mein Inneres. Ich bete zu Kor, dass er mir in Zukunft hilft, leichter mit dem Blutdurst meines Zeichens umzugehen und ich es zulasse, dass mich mein Zeichen beherrschen möge, wenn ihm danach ist. Er möge mir die Weisheit schenken, Gut von Böse zu unterscheiden ohne meine Identität ganz zu verlieren. Er möge mir die Kraft schenken mein Zeichen anzunehmen und als Wächter auf Dere zu wandeln.

Während ich bete, spüre ich mein Inneres erwachen, zustimmend, ohne Verwandlung... und Worte aus meinem tiefsten Inneren formen sich zum Gebet:

"Kr'Thon'Chh, oh großer Zermalmer, du blutrünstiger Kriegsgott, erhöre mein Gebet! Bruder des Blutes, gib mir die Gelassenheit ebenfalls das Blut meiner Feunde zu trinken. Der, der du lachend über das Schlachtfeld schreitest, gib mir den Mut nie wieder vor einem Dämon zu weichen! Du Gnadenloser, du Mitleidloser, lasse mich nie wieder straucheln ob meiner Entscheidungen im Kampf! Du Schwarzer Mantikor, gib mir deine Kraft und Schnelligkeit im Kampf! Du Unbarmherziger, lasse mich gegenüber den schwarzen Horden niemals Barmherzigkeit walten! Du donnernder Himmelsreiter und Drachensohn, lasse mich nie wieder verzagen und den Wächter in mir wachen! Du Herr der Schlachten, lass mich Rondras Scharfrichter sein in deinem Namen und lass mich kämpfen und notfalls Sterben für die Götter und ganz Dere!"

Dann ziehe ich meinen Dolch und ritze mir in die linke Hand. Ich spüre wie dick die Echsenhaut ist und schneide mit mehr Druck, bis endlich einige Tropfen Blut in die Opferschale vor mir tropfen. Das restliche Blut lecke ich ab bis es aufhört.
Ich stehe auf, schaue mich suchend um nach einer Geweihten und spreche sie an. Sie führt mich in einen Nebenraum und ich schildere ihr unser Begehr. Es stellt sich heraus, dass der Tempelvorsteher am Schlund ist und seine Vertretung ebenfalls Nachforschungen nach dem Kelch anstrebte, jedoch seit gestern Abend verschwunden ist. Sie ging mit dem Archivar Veraides mit und kam nicht mehr zurück.

Ich mache mich auf den Weg zum Stadtarchiv, in dem auch Ragnar sein Glück versuchen wollte. Wieder fühle ich mich beobachtet und achte vermehrt auf meine Sinne ob ich verfolgt werde. Aus den Augenwinkeln kann ich einen kurzen Moment etwas in der Luft erhaschen, jedoch zu kurz um tatsächlich eine Form wahrzunehmen.

Als ich am Archiv ankomme, ist Ragnar bereits dort, doch hatte er bisher keinen Erfolg. Auf dem Pult des Archivars steht eine Magierstatue. In ihren Händen trägt sie einen seltsamen Stab, mit einem hässlichen Vogelschädel als Spitze. Irgendwie erinnert er einen an die Beschreibung der uralten Aufzeichnungen. Auf Ragnars Fragen hin, sei dies wohl der alte Magus, der mit dem eingeschmolzenen Kelch in Verbindung stand. Sie sei ein Geschenk an das Archiv gewesen und schon vor seiner Zeit da. Ich berichte Ragnar, dass die Rondra-Geweihte nicht zurückgekehrt sei, nachdem sie bei Veraides war und wir sprechen ihn daraufhin an. Doch er berichtet uns nur, dass sie gemeinsam hier waren und nach dem Kelch geforscht haben. Sie hatte Einblick in ein Buch und hatte sich einige Seiten mitgenommen. Der Rest des Buches sei jedoch ebenfalls verschwunden, offensichtlich gestohlen.

Kaldrim und Isonzo kommen hinzu und berichten uns noch mehr. Sie waren im Hesindetempel und der hiesigen Magierakademie, nachdem sie ebenfalls bemerkten, dass sie verfolgt werden. Offensichtlich werden wir tatsächlich beobachtet und zwar von einem Gotongi, ein Dämon in Form eines fliegenden Auges, ein Späher. Sie haben durch ein Schriftstück erfahren, dass in der Dämonenbrache am elementaren Gleichgewicht gezerrt wird. Besondere Phänomene wie Riesenwuchs oder unerwartete Phänomene der Vegetation, sowie starke magische Kräfte sollen hier vorherrschen. Ebenso bekamen Isonzo und Kaldrim Einblick in weitere Schriftstücke, die auf eine alte Blutulme hindeuten als Versteck des Kelches. Jedoch sind diese schon einige hundert Götterläufe alt und sicherlich lag sie derzeit noch außerhalb der Stadt. Berichten zufolge gäbe es aber in der Tat eine uralte Blutulme, im Garten des Prinzen auf dem Anwesen des Palastes. Dazu kommt, dass vor gut 25 Jahren ein Bibliothekar verschwand, Magister Thergoff von Gratenfels. Die Umstände sind nicht klar, aber man vermutet, dass er sich auf die falsche Seite geschlagen hat, nachdem er nach sich einer Expedition mit Rakorium vermehrt mit dunkler Magie beschäftigt haben soll. Damals ist ein Feuer in der Akademie ausgebrochen und hat sämtliche Unterlagen des Magisters mit zerstört. Jedoch mag ein Scholar den Bibliothekar in dieser Nacht mit einem Kelch in der Hand völlig zerschunden und zerissen in der Akademie gesehen haben, und zwar noch vor dem Ausbruch des Feuers. Seitdem ist er verschollen.
Somit gehe ich davon aus, dass sich der Kelch nicht mehr unter der Blutulme befindet. Zusätzlich ist wohl erst vor Kurzem auch noch ein Buch gestohlen worden, das Arkanum.

Kaldrim erkennt plötzlich die Statue auf dem Pult. Dasselbe Bildnis sah er in der Akademie ebenfalls als Portrait von Magister Balphemor von Punin. Er war wohl einst der Hüter des Kelches des Humus.

Wir stellen den Stadtarchivar Veraides erneut zur Rede, da ich langsam misstrauisch werde. Er trägt Handschuhe und ich möchte, dass er sie für uns auszieht. Wir sind neugierig, ob er nicht vielleicht ein Siegel einer Akademie trägt. Doch er weigert sich vehement. Er tritt zurück und plötzlich erscheint ein Stab in seiner Hand, den er wie zum Schutz einmal über sich hinweg wirbelt. Derselbe Stab wie die Statue und auf dem Portrait. Vermutlich sogar derselbe Stab wie damals bei der Geweihten. Der hässliche Vogelschädel ziert ihn. Ragnar greift ihn mit einem Zauber an, während Kaldrim und Isonzo ebenfalls Waffen auf ihn werfen. Doch alles prallt wie von einer unsichtbaren Wand ab. In seiner anderen Hand entbrennt ein Feuerball. Ehe wir ihn aufhalten können, wirft Veraides diesen in das Archiv und teleportiert sich davon. Schnell verteilen wir uns erneut. Ich renne nach oben um nach der Rongrageweihten zu suchen, während Ragnar und Kaldrim unten alles absuchen. Isonzo eilt nach draußen um Hilfe zu organisieren. Schnell bildet sich eine große Löschaktion und während Ragnar und Kaldrim fündig werden und die Rondrageweihte aus einem Keller befreien können, schaue ich mich weiter oben um. Ich finde einige Portraits von Männern aus verschiedenen Zeitaltern. Das erste zeigt Magister Balphemor und kurzerhand zerschlitze ich allen die Kehlen. Offensichtlich waren das alles seine Reinkarnationen. Kaldrim und Ragnar finden im Keller noch einen offenen verschließbaren Schrank, aus dem scheinbar ebenfalls ein Bild entwendet wurde. Der Schatten eines fehlendes Portraits war noch zu erkennen. Das Bildnis von Meister Veraides, dessen Wesen er raubte, hat er wohl mitgenommen. Wir hatten wohl mit niemand geringerem als dem Magier Balphemor von Punin selbst zu tun. Dann muss er schon gut 1500 Jahre alt sein, bei den Göttern! Wie ist das möglich?! Doch aufhalten konnten wir ihn nicht. Wie auch, er muss sehr mächtig sein.

Das Archiv ist nicht zu retten, es brennt lichterloh und wir sind mit heiler Haut davongekommen. Rittfrau Junivera haben wir wenigstens in Sicherheit bringen können. Doch das Stadtarchiv ist verloren und wir helfen noch mit das Feuer wenigstens einzudämmen, damit es nicht verheerend übergreift.
...

In Gareth

9. Rondra 1021 BF

Gegen Abend erreichen wir die Hauptstadt. Um keine Zeit zu verlieren führt uns Kaldrim direkt durch die Stadt zur außerhalb liegenden Stadt des Lichts. Es bedarf einiger Überredungskunst, dass ein Sonnenlegionär uns zu Jariel Praiotin, dem Boten des Lichts bringt. Dieser schläft bereits zu dieser Stunde und es dauert einige Zeit bis man uns im Sonnentempel zu ihm lässt.

Wir berichten ihm die Dringlichkeit und er schickt uns zum Archiv des Tempels und nach der Archivarin Praiowine Geschwind. Wieder müssen wir warten, aber kurze Zeit später erscheint eine ebenfalls recht übermüdete Archivarin, die uns das "Buch der Schlange" bringt. Es ist fast gänzlich zerstört, doch von dem wenigen, was man noch entziffern kann, machen wir uns eine Abschrift.

Sie gibt uns noch den Rat, dass auch der Stadtarchivar Meister Veraides uns vielleicht weiterhelfen kann und wir begeben wir uns erneut in die Stadt zurück und suchen uns eine Unterkunft im Gasthaus "Schwert und Panzer". Ich bleibe weitgehend im Dunklen und habe meine Kapuze weit ins Gesicht gezogen um nicht aufzufallen. Unter all dem Veteranen- und Abenteurervolk hier fallen wir wenigstens nicht so sehr auf. Wir essen und trinken und lauschen noch ein wenig den Gesprächen der Anwesenden, die gerne von ihren ach so tollen Erlebnissen prahlen. Kaldrim kann sich kaum zurückhalten, da nicht mit zu mischen, doch er beherrscht sich. Als wir auf die Zimmer gehen, klopft er nur lächelnd einem der Aufschneider auf die Schulter und lacht ihn an, was dieser, den Götter sei Dank, nicht als ein Auslachen empfindet.

Aufbruch nach Gareth

8. Rondra 1021 BF

Es dämmert gerade zum Morgen, als die Rondrageweihte uns weckt und uns Pferde und Proviant bringt.

Kaldrim kommt pfeifend in allerbester Laune gerade ins Lager und kann es nicht lassen, der Geweihten einen deftigen Handschlag auf ihren Allerwertesten zu verpassen. In weiser Voraussicht direkt danach duckend, was ihm eine heftige Ohrfeige ihrerseits erspart. Mit hochrotem Kopf verlässt sie uns wutentbrannt, während ich nur kopfschüttelnd aufsteige und auf den Rest der Truppe warte.

Die Disziplin meiner Gefährten lässt bisweilen etwas nach... und trotzdem entgeht mir Kaldrims entspannter Gesichtsausdruck nicht, als er gutgelaunt lächelnd, mit müden Augenrändern auf sein Pferd steigt.