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Mittwoch, 26. Oktober 2016

Ein weiterer Misserfolg

Einige Tage später gelangen wir nach Mendena.

Wir können Dietrat von Ehrenstein, den Bruder des Herzogs ausfindig zu machen und wir sind schockiert. Er wird als untoter Hofnarr gehalten um Arngrimm von Ehrenstein zu gefallen.

Es gelingt uns die Mendenischen Hauer zu stehlen, jedoch nicht Dietrat zu retten.

Als wir zurückkehren zu Bernfried von Ehrenstein und ihm die Kette mit den Hauern übergeben, unterschrieben wir damit sein Todesurteil. Wie mit Zauberhand schnürt ihm die Kette die Kehle zu und er stirbt vor unseren Augen ohne, dass wir dagegen etwas unternehmen können.

Somit sind sowohl Dietrat von Ehrenstein und Bernfried von Ehrenstein gefallen und Tobrien hat keinen Herzog mehr außer Arngrimm, der auf der falschen Seite steht.



Dienstag, 25. Oktober 2016

Unser erster Auftritt

11. Efferd 1020 BF

Am Vormittag erwarten die Leute unsere Darbietung.
Noch immer Betrunkene geben obszöne Wünsche zum Besten und Don Juan preist lautstark meine Künste als Wahrsagerin an, während ich im Zelt sitze mit den Nebelschwaden von Räucherwerk umhüllt, die Kapuze tief im Gesicht und auf den ersten Besucher warte.... wie weit bin ich nur gesunken.... aber was tut man nicht alles nur aus Mittel zum Zweck....

Ein junger Soldat tritt herein und schüchtern setzt er sich. Deutlich spüre ich seine Angst und mache mir ein Spiel daraus... doch ich verspreche ihm, dass es ihm gelänge höher aufzusteigen, da er um den Platz des Hauptmanns erpicht ist... er bezahlt zwei Silber und verlässt das Zelt. Draußen höre ich wie Bendaro noch kleine Liebenstränke anpreist, die Isonzo ihm vor der Reise gemacht hat, und selbstverständlich keinerlei Wirkung haben.... der nächste betritt das Zelt, ein Hauptmann der den Verdacht hat, dass ein junger Soldat nach seinem Posten trachtet... ich rate ihm sich vor ihm in acht zu nehmen und es dauert nicht mal bis abends, dass man den jungen Soldaten, der nach dem Hauptmannposten eiferte, am Galgen baumeln sieht.... ich hab ihm doch gesagt er käme höher hinaus...

Währenddessen spielen Isonzo und Albion auf und den Männern gefällt das Ganze...
Der Alkohol fließt in Strömen, die Laune ist gut und Albion lässt ab und an ein wenig Lichterzauber erstrahlen.

Gegen Mittag, breitet Ragnar seine Plane aus.... Albion ruft etwas auf güldenländisch und während Bendaro ihn mit übertriebenen Worten anpreist... erscheint Ragnar ... sein tätowierter Oberkörper nackt und glänzend eingeölt und spielt mit seinen Muskeln... auf güldenländisch lässt er einige Worte fallen, die keiner versteht und die Menge ist beeindruckt. Meine Arbeit ist erledigt und ich genieße das Schauspiel. Bin gespannt ob es einen würdigen Gegner für ihn gibt und ob er auch wieder voll kampfbereit ist.

Bendaro erklärt die Regeln: 3 Kämpfer dürfen versuchen Horik, den Güldenländer zu besiegen und es winken dem Gewinner 10 Dukaten! Einsatz der Kämpfer sind 3 Dukaten!

Das Geraune geht durch die Menge und ein etwas kleinerer, jedoch schon muskulöser Mann tritt hervor. Kaum dass der Kampf beginnt kassiert er schon eine erste sehr mächtige Schelle von unserem Nordmann. Ihm selbst fehlt es ein wenig an Reichweite und kaum, dass er den dritten Schlag abbekommt, krabbelt er auf allen Vieren aus dem Ring. Bendaro kann es nicht lassen, sich kurzzeitig auf seinen Rücken zu schwingen und mit seinem Narrenzepter einen wahrhaften Narren aus dem armen Mann zu machen und das Gelächter ist groß.

Isonzo erkennt das Potential des Wettkampfs und beginnt schon während des ersten Kampfes Wetten anzunehmen.

Der Zweite tritt hervor, ebenso groß wie Ragnar und auch nicht gerade schmächtig. Den ersten heftigen Treffer bekommt Ragnar ab, und der Kampf sieht ausgewogener aus. Doch zu guter letzt gewinnt ebenfalls Ragnar.

Auf dem Dritten liegt nun die Hoffnung aller Männer. Er wird angefeuert und bejubelt und tatsächlich tritt ein ebenso starker Hüne wie Ragnar in den Ring. Die beiden tänzeln erstmal ein Weile um sich herum, jeder trifft man den anderen, aber niemals sehr stark. Das wird ein langer Kampf. Nach unzähligen Schlagabtauschen geht auch der dritte Gegner irgendwann in die Knie und bleibt vorerst liegen.

Wir verabschieden uns von einer zufriedenen, jubelnden Menge und verlassen Eslamsbrück am späten Nachmittag.

Alles in allem ein wahrhaft lohnenswerter Tag, wir haben ihnen Unmengen an Geld abgeknöpft und einen neuen sehr guten Leumund. Die Männer waren begeistert und wenn wir Glück haben, eilt unser Ruf uns nach Mendena voraus.

Bei einigen Wahrsagesitzungen habe ich erfahren, dass das nächste Ziele Warunk ist und auch Ysilia liegt im Fokus des Feindes. Ich muss dringend die Informationen weiterleiten...

Eine Falle

10./11. Efferd 1020 BF

Als die Stadt endlich nachts zur Ruhe kommt schleichen sich Ragnar, Isonzo und Bendaro erneut zum Golgaritenhaus, während Albion und ich am Wagen bleiben.

Die Männer gelangen unbemerkt zum Haus, doch ist es dort stockfinster und sie können es nicht riskieren Licht anzumachen, da sowohl Tür als auch Fenster demoliert sind. Nach einigem Überlegen, zaubert Isonzo einen leuchtenden Schriftzug in eine Ecke - "Borbarad ist doof" , doch wenigstens in füchsisch, was niemand von uns lesen kann.
Das Leuchten der Zeichen ist hell genug um ein wenig zu erkennen. Alles im Haus scheint zerstört oder geplündert zu sein, doch nach einigem rumprobieren, abklopfen und fühlen findet Isonzos glänzende Hand plötzlich wie von selbst einen kleinen Mechanismus am Altar und es öffnet sich eine Klappe hinter der eine kleine Truhe versteckt liegt. Leider erfodert es einiges an Geschick die Truhe zu öffnen, doch irgendwann gelingt es Ragnar durch Magie und er öffnet sie vorsichtig.

Doch zu spät. Ein spitzer Dorn schnellt hervor und sticht Ragnar in den Arm. Einen kurzen Moment später ist er schon ohnmächtig und Isonzo erkennt an den Anzeichen, dass es sich um das tödliche Gift Purpurblitz handeln muss. Geistesgegenwärtig bindet Bendaro noch den Arm ab und sie schleifen den Hünen eiligst zu Albion zurück auf den Marktplatz. Die Truhe stecken sie vorerst in ihr Versteck zurück.

Bei uns angekommen, versucht Albion sein bestes um Ragnar am Leben zu halten, mit Hilfe von Tee, und Heiltränken, die er bei sich trägt, kann er Schlimmeres verhindern.
Während wir um Ragnars Leben bangen, holt Isonzo das Artefakt alleine, diesmal mit der nötigen Vorsicht.

Bis zum Morgengrauen haben wir erreicht was wir wollten. Das Golgariartefakt (eine unscheinbare Laterne) haben wir. Ragnar hat überlebt und kann sich mittels Magie soweit wieder auf Vordermann bringen, dass er bereit ist zu kämpfen.

Eslamsbrück in Feindeshand

10. Efferd 1020 BF

Als wir Eslamsbrück näher kommen erreichen uns schon dunkle Rauchschwaden.
Belagerungsgeräte werden gerade abgezogen, die Stadt brennt an vielen Stellen noch immer und es liegt Kadavergeruch in der Luft. Die Stadtmauern liegen an vielen Stellen in Trümmern - Eslamsbrück wurde, wie vermutet, eingenommen. Das Banner der Dämonenkrone weht über der Stadt.

Einige Truppenlager vor der Stadt werden langsam abgezogen weiter Richtung Osten.
Bendaro lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und als wir uns der Stadt nähern, holt er einen Topf aus dem Wagen und beginnt lauthals scheppernd für uns zu werben.

Vor dem Stadttor werden wir angehalten und dank seines nicht enden wollenden Palavers mit der Stadtwache, lässt diese uns schlußendlich lachend passieren und schickt uns Richtung Marktplatz.
Ich beobachte unauffällig aus dem Wagen heraus die Umgebung.
Es ist makaber.... während Bendaro auf der Fahrt zum Marktplatz weiterhin Stimmung macht, fahren wir an verbarrikadierten Türen mit ängstlichen Einwohnern vorbei. Überall liegen Tote auf den Gassen oder hängen als Mahnmal. Einige Untote schlurfen durch die Straßen, werden aber meist wieder von den Söldnern eingefangen und irgendwohin gebracht. Überall riecht es nach verbranntem Fleisch. Frauen werden geschändet, Kinder geschlagen oder ebenfalls missbraucht.

Auf dem Markplatz halten wir an und fangen an unsere Zelte aufzubauen. An einem Galgen hängen der Truchsess und der Vogt, aufgeknüpft zur Machtdemonstration.

Und während die Stadt, die wir ihrem Schicksal überlassen haben, leidet, sind die Söldnerscharen am feiern und trinken und freuen sich auf uns.

Während wir auf dem Marktplatz ein wenig aufbauen, hängen Ragnar und Isonzo die Plakate auf und suchen dabei in den Gassen nach Hinweisen, die auf die Golgariten schließen lassen. Sie werden fündig. Ein einfaches unscheinbares Haus mit dem Golgari-Symbol über dem Türrahmen fällt ihnen ins Auge. Blutige Schleifspuren führen aus dem Haus, die Türen und Fenster sind zertrümmert. Sie werden sich das Haus bei Dunkelheit noch einmal näher betrachten.

Wieder Richtung Osten

8. Efferd 1020 BF

 Am nächsten Morgen steht alles bereit.
Wir haben einen bunt geschmückten Planwagen mit der Aufschrift "Don Juans unbeschreibliche Gauklertruppe" und Bendaro lässt noch hinzufügen "jetzt noch besser", was uns alle zum Schmunzeln bringt.

Zwei kräftige Pferde, ebenfalls geschmückt, ziehen den Wagen.
Wir haben einige Gauklerutensilien in unserer Truhe, einschließlich unserer Waffen, deren verzierte Griffe umwickelt sind, und wie Schauwaffen durchgehen könnten.

Proviant für 3 Wochen sollte auch genügen. Ebenso wurden für uns noch einige Plakate angefertigt, Bendaro bekommt seine gewünschten Narrenutelsilien wie Kappe und Narrenzepter. Ebenso macht Isonzo ihm einige kleine Fläschchen unnützer Tränke fertig. Ragnar erhält sein gewünschtes Körperöl und ich eine Kapuzenrobe.

Für Preisgeld und als Dank erhalten wir ebenfalls noch 100 Dukaten.

So ziehen wir los, erneut Richtung Osten, es ist leicht regnerisch und des Nachts lagern wir in Zelten, während der Elf und Isonzo ein wenig das musizieren und singen üben.

Planungen

7./8. Efferd 1020 BF

Nach stundenlanger Besprechung haben wir endlich einen Plan.
Wir werden als Gauklertruppe agieren. "Don Juans unbeschreibliche Gauklertruppe"
Bendaro wird "Don Juan" machen und uns anpreisen. Isonzo und Albion werden als Erdano und Albion musizieren, Ragnar tritt als "Horik der Güldenländer" auf und wird einen Wettkampf veranstalten und ich werde als "die alte Morla" die Zukunft vorhersagen.

Trotz so später Stunde, leitet der Herzog alles sofort in die Wege. Es wird genäht, es wird gemalt, es wird beigeschleppt....bis wir zum Morgengrauen alles komplett haben.


Montag, 19. September 2016

Der Kronrat

7. Efferd 1020 BF

Nach dem Mittagessen versammelt sich der Kronrat in der heiligen Halle Yarlak. Eine riesige Halle aus weißem Granit mit bunten Glasfenstern, Tobriens Heldenbilder an den Wänden und eichernen Bänken für die Ritter, sowie samtene Stühle für den Adel. Das Baby vom Herzog dessen Name ebenfalls Yarlak ist, ist ebenfalls in seiner Wiege dabei.

Ragnar und ich werden gebeten bei Ayla von Schattengrund auf einer samtenen Bank Platz zu nehmen.

Der Herzog begrüßt alle Edelleute und der Adel berichtet was die letzte Zeit auf ihren Ländereien geschehen ist. Von einem seiner Vasallen wird berichtet, der zu IHM übergelaufen ist - Arngrim. Es wurden Frauen geschändet und Kinder ermordet, während ihre Männer erst getötet und dann wieder erweckt wurden um sein Untotenheer zu verstärken. "Sie sind nicht zu besiegen"...

Die Leute werden immer unwirscher und man merkt wie die Stimmung langsam immer mehr hochkocht. Der Hilflosigkeit zum Trotz sind einige dafür sich weiter gegen ihn zu stellen, während einige dafür sind mit ihm Verhandlungen anzustreben. Albion entdeckt den "Wolfsmenschen" vom gestrigen Tag und ihm fällt auf, dass ausgerechnet aus seiner Ecke viele Stimmen FÜR Verhandlungen sprechen.

Ich erhebe mich und gebe zu bedenken, dass wir nur mehr Zeit brauchen bis das Mittelreichische Heer uns zu Hilfe eilen kann und solange müssen wir ihm Einhalt gebieten, denn ER verhandelt nicht, sondern sein Heer ist da um uns alle zu vernichten. Auch die anderen äußern sich, doch die Stimmung bleibt wankend.

Zu guter Letzt wird immer mehr Bernfrieds Führung angezweifelt.
Plötzlich bringt ein Herold eine Schatulle, die plötzlich im Burghof aufgetaucht ist, doch ehe der Herzog sie öffnen kann, geht Ragnar dazwischen und hält ihn davon ab. Zu seinem Schutz schauen wir vorab in die Kiste und finden eine Schriftrolle darin, die von Arngrim stammt und eine starke Drohung enthält. Wir schließen die Kiste wieder und entscheiden, den Inhalt nicht preiszugeben, sondern der Herzog solle sie später öffnen.
Das fördert selbstverständlich weitere Unruhe und Herzog Bernfried vertagt die Kronratssitzung vorerst.

Als wir unter uns sind, liest er die Schriftrolle und erbleicht. Er beichtet uns, dass das Herrschaftssymbol seiner Familie die "Mendenischen Hauer" vor kurzem gestohlen wurden und sollten sie nicht wiederbeschafft werden, könne das die komplette Herrschaftsfolge in Frage stellen. Sie müssen zurückgeholt werden.

Nach einer langen Unterredung sind wir uns einig. Die "Mendenischen Hauer" müssen wiederbeschafft werden. Also müssen wir nach Mendena, in die Höhle des Löwen, wo Angrim herrscht in der Feste Talbrück. Er gilt als aufbrausend und brutal und ist umringt von zahllosen Dämonen und Paktierern, so können wir also nur in Tarnung agieren.

Doch zuvor müssen wir die Seele seines Bruders erlösen, der nun Angrims Hofnarr ist und ihm zu Willen. Doch dazu benötigen wir "Pallanais Licht" ein Artefakt aus Eslamsbrück, was ebenfalls mittlerweile eingenommen sein wird. Es ist ein Golgari-Artefakt.

Baron von Dunkelstein ist einer der wenigen, die weiterhin immernoch Widerstand leisten und uns helfen wird. Doch wo dieser sich derzeit aufhält ist ungewiss.

Wir ziehen uns zum planen zurück...

Die Wolfsbegegnung

6. Efferd 1020 BF

Am nächsten Tag erkunden wir ein wenig die Stadt und uns fällt auf, dass aus dem Krieg viele versuchen Profit zu schlagen. Die Preise sind völlig überteuert. Der Praiostempel hingegen ist voll, sicherlich voller als sonst. Er ist übermässig prunkvoll und es ist allgemein erstaunlich wie Ysilia in nur 17 Jahren so stark erblühen konnte. Die Versorgung ist jedoch sehr knapp für so viele Menschen und Albion geht bereits in den Wald um zu jagen.

Er trifft auf eine Wildsaufährte und folgt ihr. Kurze Zeit später gelingt es ihm eine Sau zu töten, doch als er sich ihr nähert, bemerkt er einige Wölfe um ihn herum und er zieht sich vorerst auf einen Baum zurück. Er beschließt sich selbst in einen Wolf zu verwandeln und springt vom Baum hinab. Ihm nähert sich ein Rudel Wölfe aus dem ein Einzelner ziemlich heraussticht, der besonders groß ist. Kurz vor Albion verwandelt sich dieser plötzlich in einen Menschen und beschuldigt ihn in "seinem" Wald unerlaubt zu jagen. Er fragt ihn über die Gezeichneten aus und wünscht so unter "Gleichgesinnten", dass er einige Infomationen über uns beschafft, dann zieht er sich mit seinem Rudel zurück und Albion nimmt die Sau aus und begibt sich in die Stadt zurück, wo er einen Teil des Fleisches an die Burgküche übergibt und den anderen Teil sich trocknen lässt.

Gegen Abend reist Ayla von Schattengrund mit ihrem Gefolge von gut 70 Mann an und während eines gemeinsamen Abendessens, bei dem wir ebenfalls an ihrer Tafel sitzen, werden die Neuigkeiten ausgetauscht. Unklar ist uns allen, warum Walpurga mitgenommen wurde. Warunk will es auf eine Belagerungsschlacht ankommen lassen und Beilunk ist das letzte Bollwerk. Ebenfalls hat man von Unruhen im Norden gehört und dass dort seltsame Dinge geschehen, sowie Kailekinnen der Nivese beunruhigende Prophezeiungen gesehen hat. Auch Uriel von Notmarken sei nicht vertrauenswürdig.

Albion befragt den Herzog auch nach dem anliegenden Nebelwald aus, die einem ansässigen Baron gehören. Der Baron wird auf der Kronratssitzung ebenfalls zugegen sein.


Ysilia

5. Efferd 1020 BF

Als am fünften Tag die Sonne aufgeht hat es endlich aufgehört zu regnen und das Sonnenlicht strahlt auf drei goldene Kuppeln von Ysilia. Trutzige Mauern und Türme mit massenhaft wehenden Bannern erwarten uns. Eine Vielzahl von Wappen der hiesigen Adelshäusern prangen auf ihnen. Das ganze Umland scheint anwesend zu sein. Dennoch errinern viele Ruinen und Schreine am Wegesrand noch an den letzten Ogerzug, der die Stadt schier dem Erdboden gleich gemacht hat. Auch hier ist die Stadt umringt von Zeltlagern der Flüchtlinge.

Wir kommen an ein schwer bewachtes Tor mit starken Kontrollen und bitten um Einlass um die Stadtvögtin zu sprechen. Nach einem kurzen Wortwechsel werden wir eingelassen und wir begeben uns auf den Weg zur Feste. Die Stadt ist zum Bersten voll, Bettler bitten um ein paar Münzen und das Elend spricht in dieser Stadt Bände.

Als wir zur Feste gelangen, werden wir ein weiteres Mal an einem schwer bewachten Tor aufgehalten und nach kurzer Diskussion bringen uns zwei Wachen zur Vögtin. Jedoch nur Ragnar und ich, Bendaro, Albion, Rondragebund und Adomar dürfen eintreten, während die anderen sich eine Bleibe in der Stadt suchen müssen.

Kurze Zeit später kommt eine ältere Frau mit schlohweißem Haar auf uns zu, die Vögtin, und wir berichten was in Eslamsbrück geschehen ist. Sie wird blass und berichtet uns, dass Herzog Bernfried von Ehrenstein ebenfalls zugegen ist. Er ist der Bruder von Walpurgas gefallenem Gatten. Sie wird sich darum kümmern, dass wir baldmöglichst eine Audienz bei ihm erhalten um selbst die schlechte Nachricht zu überbringen.Trotz des vollen Hauses, bekommen wir eine kleine Unterkunft gestellt.

Es herrscht eine sorgenvolle Stimmung in der Feste, dennoch bekommen wir etwas Anständiges zu Essen und eine kleine Kammer. Man betrachtet uns in der Burg als ob wir eine Attraktion wären. Überall wird getuschelt und gemunkelt.

Gegen Abend bekommen wir tatsächlich schon eine Audienz beim Herzog von Ehrenstein und werden in den Rittersaal gebracht. Wir stellen uns vor und berichten von dem was geschehen ist. Er sackt leichenblass zusammen. Sie sind derzeit dabei eine Verteidigung zu errichten. Nachdem was wir ihm berichten müsse man jedoch völlig umdenken und sich neu formieren. Der Norden ist sich jedoch uneins. Einige sind der Meinung man solle mit IHM verhandeln, da man ihm nicht entgegenzusetzen habe. Am nächsten Tag wolle Ayla von Schattengrund hier eintreffen und am folgenden Tag soll eine Kronratssitzung einberufen werden, bei der er uns bittet mit anwesend zu sein. Dann werden wir entlassen.

Auf nach Ysilia

30. Rondra 1020 BF

Während viele kopflos davon rennen, versuche ich einige zum Anhalten zu bewegen um uns zu sammeln. Wir schlagen ein Lager auf und nach einem Überblick sind gerade mal noch ca 70-80 Mann übrig geblieben. Saldor Foslarin hat noch zehn seiner Magier am Leben und auch Adomar von Ruthor lebt noch, doch nur sechs seiner Rondrianer haben es geschafft.

Es regnet immernoch und wir versuchen die Verletzten zu versorgen und beschließen Walmirs letztem Wunsch nachzukommen und nach Ysilia zu reisen. Die Meinungen sind gespalten und wir überlassen es den Männern und Frauen selbst, ob sie in Warunk um Schutz bitten oder uns folgen werden.

Am nächsten Morgen hat es aufgehört zu regnen, aber es bleibt neblig und kühl. Nur 23 werden mit uns ziehen. Adomar begleitet uns mit seinen Rondrastreitern und auch 10 Söldner finden sich, die uns folgen. Auch die Maga von Foslarin wird uns begleiten. Laut Adomar werden wir ungefähr fünft Tage brauchen bis nach Ysilia, da wir nur schwer voran kommen und nicht alle beritten sind.

Sonntag, 4. September 2016

Die Schlacht um Eslamsbrück

28./29. Rondra 1020 BF

Die letzten Tage haben wir hart trainiert, das feindliche Heer rückt immer näher.

Als wir mittags in Walpurgas Zelt gerufen werden, wirkt sie freudig nervös. Sie bindet sich ihren Schwertgurt um und berichtet uns, dass SEIN Heer in einem Tag da sein wird.

Es kommt Unruhe ins Heerlager und die Stellungen werden eingenommen. Das ganze Heer ist in Aufruhr. Am späten Nachmittag stehen die Truppen bereit und harren der Dinge die kommen.

Als die Praiosscheibe versinkt, wird es ungewöhnlich still. Der Wind hat sich gelegt und von weiter Ferne erklingt ein unheiliges Kriegshorn. Der Feind kommt über die Hügelkuppen... Reiter, leichte Reiterei, schwarz-rote Banner hängen ohne Wind herab, es folgt ein Söldnerheer mit vielen Landwehreinheiten, während unsere eigene Landwehr sehr nervös ist und einige sich ergeben müssen.

Es bildet sich eine Gasse und drei Reiter kommen uns entgegen. Wir lösen uns ebenfalls und reiten mit Walpurga, Walmir, Isonzo, Bendaro und mir ihnen entgegen.
Wir erkennen Lutisana von Perricum, die von einem jungen Mann, der sich als Gero von Hartheide vorstellt, und einem Al'Anfaner begleitet wird.

Gero fordert uns auf die Waffen niederzulegen, doch selbstverständlich wird sein Vorschlag abgelehnt.

Lutisana starrt uns an "Ich kenne euch, habt ihr noch nicht genug?" und mit einem "Tötet sie!" erscheint ein Shruuf, den wir mit kurzem Prozess in die Niederhöllen zurückschlagen, während die drei sich zurück zu ihrem Heer begeben.

Bendaro schiebt sein Visier hoch und reitet die Reihen in einiger Entfernung zu ihnen ab und ruft "Im Namen Boron und Tar Honak - ihr werdet versagen! Sulman! Ich warte auf euch!"

Plötzlich hören wir ohrenbetäubendes Kreischen hinter uns und aus dem Himmel stürzen sechs Karakil mit Reitern über unser Heer und lassen Hylayer Feuer fallen. Das Chaos bricht aus !

Die Schlacht hat begonnen! Die ersten Reihen der Feinde lösen sich und es sind Goblins, die erste Pfeilhagel auf uns herniederlassen ehe sie sich wieder zurückziehen.

Der Feind beginnt zu stürmen und mit einem mächtigen "Für Rondra!" galoppiert Walpurga von Weiden in die Feindeslinien, während ihre Truppen ihr folgen.

Wir jedoch beginnen mit einigen Rondrianern und den Boronkämpfern einen heimlichen Ausfall im Schutze unserer Flankenreiterei in Richtung der Befehlshabenden des Feindes. Wir sehen wie sich drei Personen nach Süden absetzen und folgen ihnen. Doch uns stellen sich drei Magier und fünf Berserker in den Weg und es beginnt ein hartes Gefecht.während es einige schaffen den dreien weiter zu folgen.
Ich stolpere, doch zu guter letzt können wir mit Hilfe der Rondrianer sowohl die Magier, als auch die Berserker töten.

Isonzo erschafft vor Lutisana und ihren Gefährten eine Feuerwand und die Pferde gehen durch und werfen sie ab. Bendaro reitet ohne zu zögern den Al Anfaner über den Haufen, dessen Kopfaufprall ein scharfes Knacken vernehmen lässt. Lutisana erhebt sich und reißt einen Boronier vom Pferd, doch es gelingt uns sowohl sie als auch den dritten im Bunde zu töten. Wir kehren zurück und kämpfen weiter.

Fahles Mondlicht steht am Himmel, der Schlachtenlärm dringt weit. Der Sieg scheint nahe!
Doch da erklingt ein tiefes Gebrüll aus dem Osten... ein weiteres Mal und etwas Dunkles schält sich aus den vereinzelten Wolken... ein Drache... ein düsterer Skelettdrache fegt über die Heeresreihen und spuckt schwarzes Feuer selbst in die eigenen Reihen, ehe er ein markerschütterndes Brüllen ertönen lässt....ein bläulich weißes Schimmern liegt über dem Schlachtfeld und alle Leichen erheben sich erneut...

Der Drache schnappt sich Walpurga, brüllt erneut und hebt ab...
Walmir liegt tödlich verwundet am Boden und bittet mich nach Ysilia zu reisen um Bericht zu erstatten. Danach bettelt er mich an ihn zu erlösen, auf dass er nicht so endet wie all die anderen und ich nicke und töte ihn, ehe ich ihm gefühllos mit einem Hieb den Kopf abtrenne.

Außer Rückzug vernimmt man nichts anderes mehr von unserem Heer... wir versuchen noch den Rückzug über die Brücke zu decken und töten alles was uns noch vor das Schwert läuft ehe auch wir über die Tobimora gelangen und die Brücke vernichten....

Die Schlacht ist verloren!

Truppenstärke

21. Rondra 1020 BF

Wir haben uns einen Überblick verschafft über die Truppenstärke unseres Heers...

Wir haben 100 Bogenschützen, 190 Reiter und 700 Fußvolk, welche wir einteilen

Ragnars Dschinn kehrt ebenfalls zurück und berichtet von 150 Reitern, 250 Fußsoldaten und 200 Untoten.

Walpurga ist optimistisch, ich bin noch skeptisch, denn ER hat sicherlich noch mehr zu bieten.

Flieht ihr Narren !

18. Rondra 1020 BF

Am nächsten  Tag versuchen wir den Flüchtlingen klar zu machen, dass es hier keine Sicherheit für sie gibt und fordern sie auf weiter nach Süden zu ziehen. Trotz Bitten und Drohungen sind sie uneinsichtig und wehren sich. Eslamsbrück wird abgeriegelt.

In der Nacht kommt es zu weiteren Ausschreitungen, doch die Gardisten können den Aufstand aufhalten, jedoch mit einigen Verletzten und gar Toten. Die meisten brechen daraufhin endlich doch auf nach Süden.

Nur noch ca. 50 sind geblieben und die Stimmung ist gedrückt, doch sie sind nicht zum Aufbrechen zu bewegen oder würden eine Weiterreise nicht überleben.

Montag, 20. Juni 2016

Eslamsbrück

16. Rondra 1020 BF

Das Heer ist in Bewegung und wir gelangen an die Tobimora. Wir überqueren quälend langsam eine Holzbrücke, die über den hoch angestiegenen Fluss führt und sehen westlich davon Eslamsbrück. Die Gegend um die Stadt herum ist recht sumpfig und feucht und Schilf wächst überall.

Wir halten weiter auf Eslamsbrück zu. Die Stadt ist hoffnungslos überfüllt und die Stadt wird von Unmengen von Zeltlagern der Flüchtlinge umsäumt.

Gegen Abend setzt Regen ein und wir schlagen unser Lager an der Oststade auf. Eine kleine Taverne wird vorübergehend für einen Befehlsstand konfisziert um weitere Vorgehen zu planen.

Gemeinsam reiten wir zum Truchsess Ludega von Eslamsbrück in die Stadt und es wird der reinste Triumphzug. Man bejubelt und befeiert uns als wären wir bereits die Retter der Stadt.

Wir gelangen zu einer zugigen alten Feste, deren Wehrmauern jedoch beeidruckend stark sind. Man bringt uns in den Rittersaal und der Truchsess begrüßt uns gramgebeugt und sorgengezeichnet.

Er lässt auftischen und berichtet uns, dass ihre Vorräte so langsam knapp werden durch die vielen, gut 250 Flüchtlinge, die sie derzeit mit versorgen. Er weiß nicht, wie er zusätzlich ein Heer versorgen soll. Seine Späher und auch die Flüchtlinge berichten unterschiedliche Heerstärken vom Feind, aber sicher ist, dass sie auf dem Weg hierher sind.

Nach wenig Diskussion steht fest, dass es zu einer offenen Feldschlacht kommen wird, denn sowohl die Stadt, als auch die strategisch wichtige Brücke muss gehalten werden.

Ragnar schickt sogar noch einen Dschinn los um die genaue Truppenstärke des Feindes in Erfahrung zu bringen, dabei bemerkt er jedoch wie schwer ihm mittlerweile hier die Elementarzauber fallen.

Die Zusammenkunft

12. Rondra 1020 BF

Die letzten Tage waren ereignislos. Immer wieder traf man auf Flüchtlinge, die einen nur vor Furcht vor dem zu Erwartenden, andere verzweifelte Überlebende nach Überfällen.

Gegen Abend erreicht uns Lärm aus Westen und ich befehle anzuhalten. Deutlich kann man den Marsch eines Heeres vernehmen. Der Boden bebt schon leicht unter Hufen und Stiefelschritten und in der Ferne erkennen wir erste Banner des Kaiserreichs.

Ich reite ihnen mit dem rondrianischen Bannerträger entgegen. Isonzo folgt mit seinem Banner und Bendaro ebenfalls mit seinem. Aus der Spitze des riesigen Heerwurms lösen sich einige und galoppieren uns entgegen. Unverkennbar Walpurga von Weiden unter ihnen. Nach einigen kurzen Wortwechseln wird das große Heerlager aufgeschlagen, dem wir uns direkt anschließen.

Gegen Abend werden wir zu einer Lagebesprechung ins große Zelt einberufen. Walpurga lädt uns zum Abendessen ein. Zugegen ist auch ihr Mann, ebenfalls seine Excellenz Wallmir Giselliglava von Styringen (der den Brief an Ayla verfasst hat), Adomar von Ruthor, Hauptmann Isonzo, Saldor Foslarin, Bendaro und ich.

Man stellt sich vor, tauscht sich über das bisher Geschehene aus, bespricht die Truppenstärken und isst gemeinsam zu abend bis man sich wieder verabschiedet.

Es ist bereits dunkel und das riesige Heerlager ist kaum zu überblicken. Das Kaiserliche Heer ist 1000 Mann stark und sehr beeindruckend. Ich schlendere durch die Zelte und Lagerfeuer zu meinem Zelt zurück. Ich merke wie man mich begutachtet, mit dem Finger auf mich zeigt und getuschelt wird. Irgendwann verharre ich an einem größeren Lagerfeuer und starre ins Feuer. Ein Söldner bietet mir Wein an und dankend nehme ich an. Ich werde behutsam gelöchert, was in Kurkum geschehen ist. Und man wird offener. Ich werde mit immer mehr Fragen überhäuft und ich beantworte sie wahrheitgemäss, doch immer darauf bedacht ihnen keine Angst zu machen, sondern eher sie ihnen zu nehmen. Die Gerüchte um IHN sind jedoch wirklich zum Haareraufen. Sie stellen sich ein riesiges Monster vor und meine hochmütige Antwort, dass sie ihn nicht mal erkennen würden, wenn er vor ihnen stünde, nimmt mir niemand ab.

Irgendwann gelange ich zu meinem Zelt zurück auf dem Kaldrims Falke sitzt und mir mitteilt, dass er erst zu gegebener Zeit wieder zu uns stoßen wird. Ich lächle und sage dem Vogel nur "sie sollen sich beeilen, wir brauchen sie", ehe dieser wieder davon fliegt.

Eine Zenturie bricht auf

8. Rondra 1020 BF

Zu Sonnenaufgang ist der Platz vor dem Rondratempel gut gefüllt. Hauka Wölfintochter, Brin von Rodenstein und Adomar von Ruthor erwarten uns bereits. Wir bekommen Pferde und was sonst noch von Nöten ist.
30 Rondrageweihte steigen gut gerüstet auf ihre Pferde und auch die 20 Söldner haben sich allesamt eingefunden. Bendaro kommt mit seinen 10 Männern in schwarzen Boronsrüstungen, ebenfalls alle zu Pferd und auch Saldor Foslarin trifft mit 30 seiner Kampfmagier beritten ein.

Ayla ist zugegen und bittet mich nochmals auf ein Gespräch unter vier Augen. Sie teilt mir mit, dass sie beunruhigende Kunde aus Bjaldorn im Norden bekommen haben.Hauka und Brin werden den Trupp verlassen und sich darum kümmern. Wir sind also auf uns gestellt, lediglich Adomar wird uns begleiten.

Ayla begleitet uns noch ein Stück hinaus aus der Stadt und der bunt zusammengewürfelte Haufen von Kämpfern setzt sich in Bewegung. Isonzo hat sich ein eigenes Banner genäht, mit Füchsen, die zu den Sternen greifen. Er hat wohl einiges verkauft um seine neue Söldnerschar bezahlen zu können, die nun unter seiner Führung in den Krieg zieht. Respekt, das hätte ich dem unscheinbaren Mann kaum zugetraut.

Der Ausritt aus der Stadt, der immer mehr Schaulustige an die Straßen lockt um uns zu verabschieden, zieht sich in die Länge. Dennoch reite ich neben Ayla voraus und innerlich frohlocke ich. Wir haben knapp 100 Mann zusammenbekommen und ich werde sie anführen.

Kurz nachdem wir die Stadt verlassen haben, schlagen Hauka und Brin einen anderen Weg ein und unsere Wege trennen sich.

Wir reiten bis zur Abenddämmerung, dennoch gemässigt, da die Söldner zu Fuß unterwegs sind. Nachdem wir eine geeignete Lichtung für das Nachtlager gefunden haben, treffen sich Saldor, Isonzo, Bendaro, Adomar, Albion und ich uns zu einer Unterredung für die Wacheinteilung und nach reifer Überlegung übernehmen fortan vier Söldner, vier Rondrageweihte, ein Magus und einer der Rabengarde im Wechsel von 2,5h die Nachtschichten der nächsten Tage.


Vorbereitungen

7. Rondra 1020 BF

Am nächsten Tag bespreche ich mich nochmals mit Hauka Wölfintochter und Brin von Rodenstein.
Wir werden in der Höhe von Warunk auf das Kaiserliche Heer stoßen.
Anführen werden jedoch nicht die beiden Rondrageweihten den Trupp, sondern ich!

Gegen Nachmittag rekrutieren Isonzo und ich im 'Schwarzen Bären' 20 Söldner, meist in Kleingruppen,  für den üblichen Sold, den Isonzo ihnen bezahlen will.

Ich suche noch einen Beilunker Reiter auf und gebe ihm eine Nachricht für Kaldrim, die ihn über das Geschehene informiert und dass er nach Eslamsbrück kommen soll.

Ich treffe noch einige Vorbereitungen, was die Reise betrifft und begebe mich früh zu Bett.

Ich werde sie anführen! Endlich eine Aufgabe, die meiner würdig ist!

Dennoch kreisen viele Gedanken in meinem Kopf hin und her und lassen mich nicht zur Ruhe kommen. Bei dem Versuch mir eine Rede als Anführer einfallen zu lassen, stelle ich mir immer und immer wieder dieselbe Frage - wir sind die Gezeichneten - doch was ist das überhaupt !? Wer sind wir und warum sind wir !? Wo traten diese Zeichen vor unserer Zeit in Erscheinung und was haben sie ausgerichtet ? Wieso treten sie jetzt gemeinsam auf ? Was bin ich ?! - ja ich bin der Wächter, der Leviathurak - aber warum ? Was ist meine Aufgabe ? Wieso jetzt !? Welche Verbindung haben diese Zeichen eigentlich ? Wir stellen uns hin und sagen schlichtweg "Wir sind die Gezeichneten" - aber was bedeutet das wirklich ? Kann man sagen, die Götter haben uns geschickt ? Die Ahnen haben uns geschickt ? Die damaligen Widersacher Borbarads haben uns geschickt ? Über den ganzen Kontinent verstreut traten sie nach und nach in Erscheinung... von den Elfen... der Wüste... den Echsen... Maraskan... aus unterschiedlichen Epochen, wie mir scheint, .....aus unterschiedlichen Beweggründen ? Wer weiß !? Und wieso gibt es bereits Prophezeiungen dazu ?

Wir sind die Gezeichneten - doch was heißt das wirklich !?

In der festen Absicht Ragnar nach den Prophezeiungen zu fragen, schlafe ich schließlich darüber ein.


Auf der Suche nach Mitstreitern

6. Rondra 1020 BF

Am nächsten Morgen mache ich mich auf den Weg zur Garnison um in Erfahrung zu bringen, wie groß die Truppenstärke der Stadt überhaupt ist, doch der Oberst verweigert mir die Auskunft und schickt mich zur Markgräfin.

Diese hört sich unsere Bitte an, uns einen Teil ihrer Soldaten mitzugeben, doch trotz Isonzos Einwurf, dass sie eigentlich in der Pflicht stünde das Mittelreich zu unterstützen, weigert sie sich. Schließlich war der Brief nur an Ayla und ihre Rondrianer gerichtet. Auch wenn es das Kaiserliche Heer ist, so hat sie niemand offiziell aufgefordert, ihren Teil dazu beizutragen. Somit lässt sie uns ziehen, hat aber in der Stadt bereits einen Erlass ausgesprochen, den sie nicht ändern wird. Kein Bewaffneter unter ihrem Befehl darf die Stadt verlassen!
Wutentbrannt über ihre Eigennützigkeit verlasse ich türenknallend den Raum und warte an der frischen Luft auf Isonzo, der kurze Zeit später mit einem Schriftstück raus kommt. Er hat es sich nicht nehmen lassen, sich schriftlich bestätigen zu lassen, dass sie das Kaiserliche Heer nicht unterstützen wird.

Wir suchen das Schwert der Schwerter auf und berichten ihr von der Entscheidung der Markgräfin. Sie teilt uns mit, dass wir 30 Rondrianer mitnehmen werden und wir sollten bei der Magierakademie noch nachfragen, die nicht unter dem Befehl der Markgräfin steht. Für Pferde und sonstiges wird sich der Rondratempel kümmern.

Sichtlich schlecht gelaunt begebe ich mich mit Isonzo zur Akademie und warne ihn vor der Art Saldor Foslarins. Nach kurzer Unterredung, in der Saldor kein einziges gutes Wort für die Markgräfin übrig hat, beschließt er ebenfalls -sogar persönlich- mitzukommen mit einigen seiner Kampfmagier. Wenigstens etwas!

Isonzo beschließt in den Tavernen auf Söldnersuche zu gehen und hängt Aushänge auf um diese anzuwerben.

Als ich derweil in den markgräflichen Palast zurückkehre und den Park durchquere, sehe ich den Elfen unter einem Baum sitzen und bitte ihn uns ebenfalls zu begleiten. Wenn er für sein Volk wissen will, was hier los ist, so wird er es dort am Besten erkennen.

Auf dem Weg in mein Quartier, sehe ich schon von Weitem den Boronstreiter bei einem Glas Wein und erinnere ich mich an den Al'Anfaner und seine gut gerüsteten Männer auf dem Schiff. Kühl trete ich ihm gegenüber und verwickle ihn in ein Gespräch. Er bietet mir freundlich Wein an, den ich dankend annehme und doch prüfe ich ihn zu seiner Einstellung zum Puniner Kult. Nach einem kurzen Gespräch bitte ich ihn ebenfalls uns mit seinem Männern zu unterstützen und er stimmt zu.

Bei Sonnenaufgang am 8. Rondra werden wir aufbrechen.

Sonntag, 22. Mai 2016

Der Tag des Schwures 1020 BF

5. Rondra 1020 BF

Alya von Schattengrund geht es besser. Am Tag des Schwures hält sie vor Sonnenaufgang eine Rondramesse und der Tempel ist gut gefüllt. Sie bittet uns mit vorne an ihrer Seite zu stehen und trotz ihrer Verfassung steht sie frei, jedoch sichtlich geschwächt, vor ihren Anhängern. Sie hält eine lange Rede über den Tod der Amazonenkönigin Ypolitta, über ihre ruhmreichen Taten und die hingebungsvolle ehrenhafte Verteidigung ihrer Burg bis zu ihrem letzten Atemzug. Sie richtet das Wort an uns und abwechselnd sagen wir ein paar wenige Worte wie rondragleich sie bis zuletzt focht und wie viele Amazonen ehrenvoll ihr Leben ließen. Im Zuge dieser Lobpreisungen spricht sie am Ende Ypolitta heilig.

Danach richtet sie sich an uns und all die Anwesenden. Sie dankt uns für unsere Heldentaten, stärkt uns den Rücken und vermittelt bedingungslose Wertschätzung, Respekt und Vertrauen uns gegenüber. Es soll sich rumsprechen, wer wir sind und was wir getan haben und sie schenkt uns ehrenvolle Hochachtung.

Ein leichtes inneres Lächeln breitet sich in mir aus und aufrecht stehe ich an der Seite von Ragnar, Isonzo und dem Schwert der Schwerter. Mein kahler Schädel unverhüllt ohne Kapuze, meine gelben Echsenaugen dringen in den Raum, die Haut an einigen Stellen geschuppt, gerüstet in Kette mit meinem dunklen verzierten Khunchomer an meiner Seite.
Der Tempel ist voll und jeder starrt uns mit Respekt und manchmal sogar Furcht an - so habe ich mir das vorgestellt! Ich bin kein niemand mehr! Ich bin Nqisizz Levia'turak, der Wächter! Ich habe Respekt verdient!

Nach der Messe, lässt sich Ayla wieder gestützt zurückbringen und lässt uns ausrichten, dass wir sie gegen Mittag erneut aufsuchen sollen. Als wir zu ihr kommen, stellt sie uns Hanka Wölfintochter und Brin von Rodenstein vor. Danach überreicht sie uns eine Mitteilung von seiner Excellenz Wallmir Giselliglava von Styringen, dem Meister des Bundes zu Wehrheim. Er bittet das Schwert der Schwerter dem mittelreichischen Heer unter der Führung von Walpurga zu Weiden bei Eslamsbrück zu Hilfe zu kommen um den Fall Mendenas und das Grauen Kurkums zu rächen. Das Heer des Dämonenmeisters ist auf dem Weg dorthin und das kaiserliche Heer stellt sich ihm entgegen.

Ayla bittet uns an ihrer statt, soviele Kämpfer wie möglich nach Eslamsbrück zu begleiten, Hanka Wölfintochter und Brin von Rodenstein werden uns ebenfalls unterstützen. Nur noch ein wenig mehr als die Hälfte der Rondrageweihten ist derzeit kampffähig und die Markgräfin davon zu überzeugen, ihre Stadt zu entblößen, dürfte schwierig werden. Dennoch müssen wir es versuchen. Doch wie man solch eine Praiotin überzeugt, darüber muss ich mir erst einmal Gedanken machen.



Glaubensstreitigkeiten

30. Praios 1020 BF

Schon einen Tag später wird in Beilunk eine Ausgangssperre verhängt, da es vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen Praiosanhängern und Rondraanhängern gekommen sei.
Um den Frieden innerhalb der Stadt zu wahren, habe man beschlossen, dass es besser sei, sie erst garnicht mehr aufeinandertreffen zu lassen.