20. Hesinde 1017 BF
Uns erwarten sanfte Klänge von Saiteninstrumenten. Das Licht unzähliger Kerzen bricht sich in den Kristallen der Lichter und auf dem Schmuck der Gäste. Letztere sind zahlreich erschienen, gekleidet in edle Stoffe. Ausladende Kleider, breite Hüte und gepuderte Hochsteckfrisuren wohin das Auge blickt. Gerade eben meint man eine Rahjagweihte in einem betörend durchscheinenden Gewand gesehen zu haben aber so gleich ist sie aus den Augen verschwunden. Männer stützen sich auf Gehstöcke, Frauen fächeln sich Luft mit Seidenfächern zu und verteilen so auch den Duft Ihres Parfum, der allgegenwärtig ist.
Ich bin sichtlich nervös, doch Kaldrim versucht mich zu beruhigen und erzählt mir eine Anekdote, wie er eine der Damen mal sehr schockiert hat.
Ich greife beherzt zu, als ein Diener mit einem Tablett mit Getränken mich passiert und erfrischend rinnt der fruchtige Perlwein meine Kehle hinunter. Schon fühle ich mich ein klein wenig besser. Ich stelle mir so manch einen der Anwesenden vor, wie er in einigen Situationen, die wir erlebt haben, wohl reagieren würden und kichere leise vor mich hin.
Ein zweites Glas des guten Weines ist geleert und langsam entspanne ich mich. Plötzlich sehe ich Leonardo, dem alle Anwesenden einen weiten Raum lassen, ehe er beginnt alle Anwesenden zu begrüßen. Schräg hinter ihm kann ich eine kleine, aber recht hübsche Dame ausmachen und gebe Kaldrim einen Schubs "Sieh doch, dahinten. Sie ist keine Zwergin, dennoch recht klein und zierlich, vielleicht hast du Glück" grinse ich meinen Freund verschwörerisch an und lausche dann den Worten des Gastgebers. Dieser hat mich schon fixiert und als er endet und allen einen famosen Abend gewünscht hat, schreitet er zielstrebig auf mich zu. Alle Gäste starren uns an, während sie für ihn eine Gasse bilden und Kaldrim nickt mir aufmunternd zu "Genieße den Abend, petit fleur" sagt er noch, ehe Leonardo mir einen Kuss auf die Wange haucht, mich begrüßt und danach Kaldrim förmlich willkommen heißt. "Ich darf doch annehmen, dass ich dieses reizende Geschöpf ihnen rauben darf?" meint er noch zu Kaldrim, der sich kurz verbeugt und nur sagt "Selbstverständlich, die Wüstenblume gehört ganz euch" und zwinkert uns beiden zu, eher er sich selbst einen Weg Richtung der kleinen hübschen Dame bahnt.
Kaum dass Leonardo beginnt mit mir zu tanzen, starren uns alle an und man hört es tuscheln und wispern und ich bin für einen Moment etwas ganz Besonderes. Das weite Kleid raschelt zu meinen Bewegungen, niemand bemerkt, dass ich einarmig bin und ich sehe die anerkennenden, fast neidvollen, Blicke der Damen um uns herum und langsam vergesse ich nach und nach alles um mich herum.
Die anderen fangen nach und nach auch an zu tanzen, allen voraus hat Kaldrim es geschafft, die kleine Dame zu umgarnen und fällt ebenfalls in unseren Rhythmus und wir verbringen alle zusammen einen wundervollen Abend, mit Tanz, Musik, Perlwein und lustigen Anekdoten.
Als es schon tiefe Nacht ist, verschwinden Leonardo und ich nach oben und verabschieden uns ein letztes Mal voneinander. Ehe ich gehen will, bittet er mich zu warten und geht kurz aus dem Zimmer. Er kehrt mit einer Kiste zurück, stellt sie vor mich und meint nur traurig. "Dies soll dir gehören, als letztes Geschenk. Nimm es an, das Kleid kannst du meinetwegen hier lassen, wenn du es nicht willst."
Ich öffne die Kiste und finde darin eine saubere Pluderhose, eine schöne Bluse und eine Schärpe, dazu Reitstiefel und einen Turban, alles passend farblich abgestimmt. "Wem immer ich mein Herz zukünftig schenke, so wird es sicherlich keine davon tragen. Doch du bist wie sie, sie hätte es sicherlich so gewollt. Ich danke dir für alles Yamira, du hast mir und vor allem meiner Tochter das Leben gerettet."
Mit einem tränenüberströmten "Leb wohl" verabschieden wir uns, nachdem ich die Kleidung für den Ball zurücklasse und die Tulamidenkleidung dankbar annehme.
Kaldrim ist schon verschwunden und ich kehre zurück zu Perborat. Ehe ich ins Haus gehe, statte ich Soraya einen Besuch ab, streichele ihre Nüstern und weine mich an ihrem Hals aus. "Morgen geht's wieder los, meine Schöne, wir reiten nach Hause."
Mit roten Augen kehre ich ins Haus zurück, doch alles ist ruhig und scheint zu schlafen. Ich fange leise an meine Sachen schon mal zu packen um mich abzulenken, ehe ich irgendwann völlig übermüdet doch noch einschlafe.
Am nächsten Morgen sitze ich mit geschwollenen Auge am Frühstückstisch und bin recht schweigsam. Kaldrim ist schon auf, packt fröhlich seine Sachen und ist guter Dinge. Nach herzlicher Verabschiedung mit vielen Dankesreden an Perborat, machen Kaldrim und ich uns auf den Weg nach Osten. Ich drehe mich nicht mal mehr um als wir Kuslik verlassen und schlucke meinen Kummer hinunter ohne auch nur eine Träne zu vergießen.
Gegen Nachmittag hebt sich meine Laune langsam wieder, dank Kaldrim, der unermüdlich versucht mich aufzuheitern. Als wir die Weggabelung nach Arivor erreichen, denke ich an Ardo und hoffe, dass es ihm gut geht. Ich denke auch an Ragnar und wir beide philosophieren über das was er wohl gerade so treibt. Ob er über Büchern brütet oder sich mit seiner Sippe auf dem Meer herumtreibt und brandschatzt. Wir lachen beide und die nächsten 10 Tage vergehen wie im Flug bis Punin, ehe wir beide auch Abschied voneinander nehmen. Ein letztes Mal halte ich den kleinen Zwerg fest in den Armen, wünsche ihm alles erdenklich Gute und wünsche uns beiden ein baldiges Wiedersehen, doch bis dahin eine friedvolle Zeit.
Ich reite weiter nach Osten, durchreise den Rashtulswall und komme in den warmen Süden. Kaldrim muss verrückt sein, ausgerechnet im Winter in den Norden zu reiten, aber was sollst. Er wird schon wissen was er tut....
Mein Name ist Yamira saba Shanya al Kira! Mein Leben soll nicht in Vergessenheit geraten, denn ich bin zu Größerem erkoren, sonst säße ich bereits an Rondras Tafel. Doch werde ich erst von Dere gehen, wenn meine Aufgabe erfüllt ist. Somit schreibe ich nieder was mir widerfährt, damit meine Taten weitererzählt werden und ich als Heldin ewig weiterlebe...
Posts mit dem Label 14 ZS Kuslik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 14 ZS Kuslik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Sonntag, 19. Juli 2015
Ein Gönner
Ein paar Tage darauf mache ich mich am späten Nachmittag auf den Weg durch die Stadt und schlendere einfach nur durch die Strassen und Gassen. Diesmal in meiner, wieder sauberen, Tulamidenkleidung. Selbstverständlich werde ich immer wieder seltsam beäugt, doch respektvoll behandelt, ob es wegen meines Auftretens und des Khunchomers an der Seite ist, oder einfach nur als Frau, ist mir schleierhaft. Wenigstens wird man hier anständig behandelt, nicht so wie bei den Novadis.
Ich habe mich auf den Weg in die Unterstadt gemacht, der einfachere Stadtteil, der sich deutlich von der Oberstadt abhebt. Hier finde ich in der Nähe des Hafens einfache Kaschemmen und genehmige mir seit langem mal wieder ein paar Klargebrannte. Doch ich muss Kaldrim Recht geben, der liebliche Wein hat meinen Gaumen verwöhnt und der Schnaps schmeckt mir nicht mehr so wie früher. Ich komme mit ein paar Seesöldnern der Schwarzen Säbel ins Gespräch und wir würfeln ein wenig, wobei mir das Glück hold ist und ich sogar ein wenig Geld raus schlagen kann. Sichtlich zufrieden, doch bestimmt nach Tabak und Alkohol stinkend, mache ich mich spät abends auf den Heimweg. Plötzlich höre ich aus einer Seitengasse ein Jammern, dann sehe ich ein Mädchen aus der Gasse rennen, doch das wimmern und betteln hört nicht auf. Ich geh der Sache auf den Grund und sehe zwei Seesöldner, die anzüglich auf ein Mädchen einreden, die jammernd und weinend vor den beiden steht und sie anbettelt sie doch in Frieden zu lassen, ihr Vater sei reich und sie sollte gar nicht hier sein. Noch haben die beiden sie nicht angerührt. Ich ziehe meinen Säbel und rufe den beiden zu sie sollen sich an jemand größerem vergreifen, dem sie auch sogleich nachkommen und in der engen Gasse beginnt ein ungleicher Kampf, während das Mädchen nur weinend schreit, jedoch nicht an uns vorbei kann. Plötzlich höre ich im Eilschritt Stiefelschritte und eine befehlsgewohnte Stimme schreit uns auseinander. Ich lasse meine Waffe sinken und sie wird mir sofort abgenommen. Die Stadtwache ist mit dem anderen Mädchen gekommen. Eigentlich will die Stadtwache mich in Ketten legen, doch mit nur einer Hand stellt sich das als schwierig heraus. Doch da ich keinen Widerstand leiste, nehmen sie mich so mit. Ebenso wie die beiden Söldner. Es entbrennt eine riesige Diskussion über den Vorfall, jeder beschuldigt jeden. Die Mädchen wollen erneut weglaufen, werden jedoch ebenfalls aufgehalten und die Stadtwache nimmt uns alle mit zur Garnison. Bis alles geklärt ist, werde ich in eine Zelle gesperrt, doch kann ich wenigstens noch den Namen ‚Perborat, Sohn des Coldaman vom Aurum Phantasma‘ loswerden, doch ob sie das irgendwie zur Kenntnis genommen haben, wage ich zu bezweifeln. So sitze ich nach vielen Jahren wieder einmal hinter Gittern, doch ist mir auch klar, dass ich hier sicherlich nicht versklavt werde. Ich hoffe auf das Mädchen, schließlich sollte ihr bewusst sein, dass ich sie vor Schlimmerem bewahrt habe. Ich setze mich mit dem Rücken an die Wand und harre dem was kommen mag.
Am nächsten Morgen höre ich Schritte und kurz darauf erscheint ein wachhabender Offizier, der meine Zellentür öffnet und mich bittet, ihm zu folgen. Das grelle Sonnenlicht blendet mich kurz, als ich in ein Zimmer geführt werde. Das Mädchen ist da und sie sieht sehr schuldbewusst drein, doch ihre Augen zeigen eine hoffnungsvolle Vertrautheit, als sie mich anschaut. Ein gut gekleideter hochgewachsener, überraschend gut aussehender Mann ist ebenfalls anwesend und stellt sich als ‚Leonardo di Manya‘ vor und verbeugt sich vor mir. Er ist der Vater des ungezogenen Mädchens, das sich vor lauter Abenteuerlust mit ihrer Freundin des Nachts in der Unterstadt rumtrieb. Er bittet mich um Verzeihung für die Unannehmlichkeiten und bedankt sich über die Maßen für meine Hilfsbereitschaft, denn wer weiß was noch alles hätte geschehen können, wäre ich nicht gewesen. Ich nicke ihm freundlich zu, zwinker die Kleine dankbar an und sie lächelt verschwörerisch zurück. Er lädt mich auf ein Abendessen bei sich zu Hause ein und fragt nach meiner Wohnstätte. Als ich ihm den Namen Perborat sage, leuchten seine strahlend grünen Augen erneut. Man wird mich abholen kommen, verspricht er mir, ehe er sich mit seiner Tochter auf den Heimweg macht, die sich nochmal lächelnd nach mir umschaut. Meinen Khunchomer bekomme ich selbstverständlich ebenfalls zurück und man lässt mich ziehen.
Als ich am späten Vormittag bei Perborat ankomme, muss ich erstmal alles erzählen und der Name ‚di Manya‘ scheint dem Zwerg ein Begriff zu sein. Perborat zwingt Kaldrim erneut mich zum Schneider zu bringen und eine passende Abendgarderobe für mich auszusuchen, diesmal auf seine Kosten, für die vielen Umstände, die diese Stadt mir bereitet. Schließlich soll die Wüstenrose sich ja heute Abend wohl fühlen. Diesmal gehe ich artig mit und suche mir tatsächlich ein relativ schlichtes weinrotes Kleid aus mit den passenden Schuhen. Danach mache mich schön zurecht für den Abend und tatsächlich klopft es irgendwann und ich werde zu einem prachtvollen Anwesen geleitet, das mir fast die Sprache verschlägt.
Ich verbringe mit Leonardo einen wunderschönen Abend. Doch auch ernstere Themen werden angeschnitten. Der Verlust meines Arms, wobei ich ihm nur erzähle, dass ich ihn im Kampf verlor, nicht wie. Der Verlust seiner Frau, die Mutter seiner Tochter, die vor drei Jahren an einem heftigen Fieber starb. Seitdem ist seine Tochter kaum haltbar. Sie stellt ständig was an, sie hat eine unbändige Abenteuerlust und Neugier. Sie schlägt eben sehr nach ihrer wilden Mutter. Sie war Aranierin und lächelnd verstehe ich was er an mir findet. Seine halblangen schwarzen glänzenden Haare, die grünen leuchtenden Augen und die Lachfalten um seine Mundwinkel und Augen herum, fesseln mich während er erzählt und ehe ich mich versehe, ist es schon tiefe Nacht. Wir haben uns ewig verplauscht bei einem guten tropfen Wein, vielen Komplimenten und leichten charmanten Annäherungsversuchen. Ich halte mich zurück, doch strahlt dieser Mann eine faszinierende Anziehungskraft auf mich aus. Als ich mich verabschieden will, zieht er mich plötzlich an sich heran und küsst mich innig. Ich verbringe die Nacht bei ihm und schon lange habe ich mich nicht mehr so glücklich gefühlt. Doch ich mache ihm auch klar, dass das nur eine einmalige Sache war. Zu sehr heftet mein Schicksal an mir, von dem ich ihm nichts erzählen kann. Ich kann ihm nur versichern, dass ich im Winter schon nicht mehr hier sein werde. Es tut ihm zwar leid, doch er zeigt Verständnis und lädt mich auf seinen Ball ein, den er am 19. Hesinde wie jedes Jahr in seinem Haus gibt, einen Tag vor Beginn der Opernsaison in Vinsalt. Selbstverständlich kann ich Begleitung mitbringen, vor allem wenn sie aus dem Hause des Goldschmieds kommt. Bis dahin könne ich ihn jederzeit wiedersehen, wenn ich es denn will, lächelt er verschwörerisch und schickt noch einen Begleiter mit, der mich sicher nach Hause bringt.
Aufgeregt erzähle ich Kaldrim und Perborat von der Einladung und bitte Kaldrim darum mich zu begleiten. Er nimmt an, doch will er mir bis dahin das Tanzen beibringen und da ich weder mich noch ihn blamieren will, nehme ich dankend an.
Die nächsten drei Wochen vergehen wie im Fluge. Kaldrim gibt sich alle Mühe mir den Liebfelder Tanz beizubringen und ich mache schnell Fortschritte. So schwer ist es eigentlich garnicht und es macht mir tatsächlich Spaß. Wir lachen viel, sind ausgelassen und fröhlich und genießen die gemeinsame Zeit in Kuslik.
Mit Leonardo treffe ich mich auch noch des Öfteren und als der Ball immer näher rückt, gestehe ich ihm, dass ich noch immer nicht weiß was ich anziehen soll. Leonardo nimmt meine Hand und führt mich schweigend in ein Zimmer, das aussieht als würde noch immer eine Frau darin wohnen. Ein wunderschöner Raum, mit heller Holztäfelung, und vielen Fenstern in das die Abendsonne fällt. Ich schaue ihn an und seine Augen sind mit Tränen gefüllt. "Das war das Zimmer meiner lieben Shanya und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an sie denke. Du hast mir ein wenig Zeit zurückgegeben, du bist ihr so wahnsinnig ähnlich. Die gleichen dunklen Haare, die gleiche Statur, das gleiche Feuer lodert in dir, als hätte sie dich mir geschickt um ein letztes Mal Lebewohl zu sagen. Ich habe seit drei Jahren keine Frau mehr gehabt, obwohl sie mir damals auf dem Sterbebett gesagt hat, ich solle nicht verzagen und wieder eine neue Frau suchen. Ich glaube, du wurdest mir geschickt um mir die Augen zu öffnen, dass es noch mehr gibt im Leben als zu trauern. Seit langem war ich nicht so glücklich und es schmerzt mich, dich gehen zu lassen. Aber ich werde dich selbstverständlich ziehen lassen. Ich bitte dich nur um einen Gefallen zum Abschied." Er öffnet einen riesigen Kleiderschrank "Sieh dir die wunderschönen Kleider an. Ihr haben sie nie viel bedeutet, ich denke dir ebensowenig. Doch suche dir eines aus für den Ball, danach kannst du es gerne zurückgeben und wir werden uns nie wiedersehen. Aber sei einen Abend lang meine kleine Aranierin und ich werde mich bei einem letzten Tanz für immer von dir verabschieden"
Ich streiche ihm eine Träne von seiner Wange und drücke ihn fest an mich "Es tut mir so leid" sage ich bedrückt und ich nehme sein Angebot gerne an. Ich suche mir ein wunderschönes weit ausladendes Kleid aus, ein Paar lange Handschuhe, ein feines Samthalsband und passende Schuhe mit hohem Absatz. Selbst die passen mir wie angegossen und ich nehme die Sachen vorerst mit zu Perborat.
Eine Woche vor dem Ball, hole ich mir noch meinen Holzarm ab und er passt einwandfrei. Mit dünnen Lederriemen lässt er sich an Oberarm und Schulter befestigen für besseren Halt und die Hand ist leicht gebeugt mit Fingern, die denen meiner anderen Hand gleichen. Dankbar bezahle ich den Mann und kehre zufrieden zurück zu Kaldrim.
In der Woche vor dem Ball und dem bevorstehenden Abschied aus Kuslik, bringe ich nochmals meine Sachen auf Vordermann, fette das Lederzeug von Soraya, besorge alles für die weite Reise nach Südosten, schärfe meinen Khunchomer erneut und erledige sonstige Vorbereitungen.
Am Abend des Balls gehe ich mittags nochmal ins Badehaus, lasse mir die Haare frisch frisieren und ziehe gegen Abend die Sachen an. Ich komme mir vor wie eine Adlige und recht wohl fühle ich mich nicht in den Dingen. Doch so rausgeputzt gehe ich langsam die Treppe herunter zu Perborat und Kaldrim, gespannt darauf wie sie reagieren werden. Und wahrlich ist Kaldrim beeindruckt. Wir flunkern noch ein wenig hin und her, ehe auch Kaldrim sich fertig macht und wir beide rausgeputzt losziehen zum Ball, sichtlich gutgelaunt und ständig miteinander scherzend.
Kuslik
Wir reiten meist schweigend gemächlich durch das liebliche Feld und ich genieße die Schönheit des Landes. Kaldrim hat mir nicht zuviel versprochen. Fruchtbares, leicht hügeliges Land, ähnlich wie in Aranien, doch hier weht stets der erfrischende Westwind der Westküste, der die Sommerhitze erträglicher erscheinen lässt. Große Felder erstrecken sich entlang des Yaquirs. Hin und wieder sieht mal kleine Wäldchen und die Vögel zwitschern laut in der Abenddämmerung.
Ein paar Tage später erreichen wir Kuslik, als die goldene Abendsonne gerade hinter der Stadt im Meer versinkt. Ein wahrhaft traumhafter Anblick. Doch ehe wir in die Stadt reiten, sticht Kaldrim plötzlich in meinen Schnapsvorrat und ehe ich loszetern kann, erklärt er mir, dass ich die nächsten Wochen meinen Gaumen anderweitig verwöhnen werde und nicht mit dem Fusel, den ich ständig zu mir nehme. Wir reiten in die Oberstadt und kommen in ein recht ansehnliches Handwerkerviertel. Als mich Kaldrim in das Haus seines Onkels Perborat führt, traue ich meinen Augen kaum. Die Novizin Serkia fällt Kaldrim um den Hals und auch der Zwerg mit dem Helm, dem Kaldrim stets sein Bier schenkte, ist anwesend. Es stellt sich heraus, dass Kaldrim die beiden vom Kloster weg zu seinem Onkel schickte in weiser Voraussicht. Die beiden können von Glück reden, dass sie auf ihn gehört haben und nicht wie all die anderen umkamen. Doch bin ich verärgert, dass Kaldrim uns das verschwieg. Nachdem Kaldrim mit Serkia turtelnd nach oben verschwindet, verbringe ich noch einen netten Abend mit Perborat und einem guten Tropfen Wein. Kaldrims Onkel ist ebenso charmant wie Kaldrim und ich muss ständig grinsen, vor solch blumiger Redensweisen. Ich bekomme ein kleines Gästezimmer mit einem wunderschönen Federbett und schlafe so gut wie schon lange nicht mehr.
Am nächsten Morgen ziehe ich meine, noch relativ sauberen, Sachen an. Sie sind zwar schon grau und verknittert, jedoch wenigstens nicht blutbesudelt und ich entschuldige mich bei Perborat dafür. Dieser macht Kaldrim den Vorwurf mich so rumlaufen zu lassen und schickt ihn mit mir zum Schneider. Nachdem Kaldrim mich dort absetzt, weil er selbst dringend zum Frisör muss, einige ich mich nach einer Weile mit Ciró und suche mir schlichte neue Sachen raus, die mich weniger als Tulamidin erscheinen lassen, jedoch trotzdem bequem und praktisch sind und aus enger Hose und weiter Bluse bestehen. Auf dem Heimweg suche ich einen Holzschnitzer auf und gebe einen Holzarm in Auftrag. Das brannte mir schon lange auf der Seele. Dieser verdammte Verlust meines Arms. Ich werde damit nicht kämpfen können, doch wenigstens sieht man dann nicht auf den ersten Blick meine Schwäche. Ardo meinte, wenn ich etwas in meinem Leben ändern will, so muss ich es schon selbst tun und damit wird es beginnen. Das Leben jetzt und hier genießen und aus allem das Beste machen. Wenn er auch nur mit Lederriemen gehalten wird, man wird nicht mehr nur die Einarmige sehen, egal ob auf der Strasse oder im Kampf, sondern man wird eine Kämpferin sehen, mit all ihrer Entschlossenheit und Selbstvertrauen.
Gegen Mittag begeben Serkia und ich uns ins Badehaus und verbringen einen lustigen Nachmittag unter Frauen. Ich lasse meine Tulamidenkleidung reinigen und erkläre Serkia die Ansicht der Aranier, die sichtlich überrascht ist nach meiner Ganzkörperrasur, doch habe ich sie damit auch neugierig gemacht und ich helfe ihr dabei sich ebenfalls die Haare zu entfernen. Sie ist ganz vernarrt in Kaldrim, doch ebenso möchte sie weiter in den Praiostempel und hadert mit sich. Sie erzählt mir, dass Kaldrim sein Schwert ihr zuliebe an die Wand hängen will, doch weiß sie ebenso gut wie ich, dass er das nicht wirklich kann. Verdammt der Zwerg bringt sich echt in Schwierigkeiten. Wie kann er ihr nur so etwas versprechen. Hat er noch immer nicht verstanden, dass unser Schicksal ein anderes ist? Ein Leben in Ruhe und Frieden kann er sich abschminken, wann wird er das endlich verstehen!?
Gegen Abend machen wir uns mit Kaldrim auf den Weg in die Stadt. Im Gegensatz zu sonst trägt er heute sein Florett. Die schlanke Waffe steckt in einem Ziergehänge und vervollständigt Kaldrims Aussehen mit breitkrempigem Hut und Stulpenhandschuhen. Hin und wieder trifft Kaldrim „Bekannte“ wie er sie nennt. Neben dem Magischem Theater der Visionen der Abenteuer bleiben wir stehen und Kaldrim lädt uns zur `Camera Obscura' ein , zu einem Wunderwerk von Bildern. Kurz darauf sitzen wir mit mehreren anderen in einem dunklen Raum. Die Luft ist voll von schwerem Parfum.
Geigen setzten ein, ein leichter Reigen sanfter Töne und wie durch Zauberhand erscheint auf einer vormals weißen Fläche im Raum ein hell erleuchtetes Bild welches eine Aue zeigt. Kurz danach verschwindet es und eine Blumenwiese ist zu sehen. Wahrlich zauberhaft wie die Bilder erscheinen. Immer wieder wechseln die Bilder und die Musiker spielen passend dazu…die Zeit scheint wie im Fluge zu vergehen. Das letzte Bild, eine brennende Al´Anfaner Trireme, untermalt mit Paukenschlägen, verklingt und wir verlassen den Saal.
Kaldrim fragt uns wie es uns gefallen hat, doch ehe wir antworten können, stockt Kaldrim kurz und fixiert einen Mann in sehr edler, schwarzer Brokat Gewandung. Auf der Brust des Mannes ist ein Wappen, dass mir bekannt vorkommt und Kaldrim entschuldigt sich und geht kurz zu ihm.
Kaldrim geht auf den Mann in Schwarz zu, zieht den Hut, geht auf ein Knie und senkt das Haupt. Der Mann in Schwarz ist überrascht was passiert und ist kurz überrumpelt. Nach einen kurzen Moment zieht er ihn auf die Beine. Die beiden unterhalten sich kurz, wohl froh sich zu sehen aber keineswegs glücklich.
Ich erkundige mich, wer der Mann ist, da ich das Wappen von Kaldrims Schwertknauf erkannt habe. Kaldrim bestätigt dies und erklärt, dass das Schwert die Waffe vom Sohn dieses Mannes ist. Als ich nachhake, kommt eine tragische Geschichte zum Vorschein, von der ich erst am nächsten Morgen alles erfahre.
Wir stehen zu dritt auf dem hiesigen Boronsanger, als Kaldrim anfängt zu erzählen, was damals geschah und weshalb er Kuslik verlassen hat.
Sein bester Freund Romano hatte sich unsterblich in ein Mädchen verliebt, obwohl ihm eine andere versprochen war, doch die beiden verliebten sich ineinander und hielten ihre Liebe geheim. Sogar heiraten wollten sie heimlich. Doch der Neffe des Mädchens kam ihnen auf die Schliche und erstach in seinem Eifer einen Freund von ihnen, der sich vor Romano warf. In der Hitze des Gefechts erstach dieser wiederum den Neffen und das Drama nahm seinen Lauf. Das Mädchen entsann einen Plan sich zu vergiften, was nach ihrem Tod aussehen sollte, doch Romano erfuhr zu spät davon und dachte sie wäre tatsächlich tot und vergiftete sich ebenfalls. In seinen letzten Augenblicken bemerkte er seinen Fehler, doch es war zu spät. In ihrer blinden Trauer stürzte sich das Mädchen in Romanos Schwert und starb ebenfalls. Kaldrim behielt das Schwert seines Freundes und verließ daraufhin die Stadt.
Als Kaldrim endet, steht er tränenüberströmt vor uns und ich ziehe ihn an meine Brust und tröste ihn, bis das Schluchzen nachlässt. So habe ich den kleinen Zwerg noch nie leiden sehen. Selbst mir steht das Wasser in den Augen, doch weiß ich nicht was ich schlimmer finde, das Drama der unglücklich Verliebten oder Kaldrims tiefe Trauer. Serkia steht neben uns und ihr Blick verrät einen Entschluss. Die seltsame Verbindung, die Kaldrim und mich betrifft, wird sie niemals mit ihm haben. Ich mache Kaldrim klar, dass er damit abschließen muss und er sich überlegen sollte, die Waffe zurückzulassen, damit er nicht ständig ein Teil dieser Vergangenheit mit sich herumträgt, so wie ich es einst tat.
Als ich eines abends spät nach Hause komme, sehe ich wie Kaldrim, nur mit einer weiten Hose bekleidet vorm Kaminfeuer sitzt und in einer fremden melodischen Sprache singt, die nicht ganz zu dem Zwerg passt. Der Falke auf seinem Rücken flattert vergnügt hin und her und ich warte still ab und beobachte das ungewohnte Bild. Als er fertig ist, dreht er sich überrascht um. Er hat mich nicht so früh erwartet. Er erzählt mir, dass er Serkia in den Tempel gebracht und sich von ihr verabschiedet hat. Irgendwie ist es faszinierend. Kaldrim sang eben noch in einer Sprache, die nicht so recht zu ihm passen will und doch steht er mit nacktem Oberkörper und dem spiegelnden Kaminfeuer in den Augen vor mir, wie es zwergischer nicht sein könnte. Sein Falke hat sich auf seiner Brust niedergelassen und starrt mich an und vorsichtig strecke ich meine Finger aus und streiche Kaldrim sanft über die Brust, über den Falken, der ganz ruhig sitzen bleibt. Ich lächle ihn an und sage schließlich, dass wir eine besondere Verbindung haben, wir alle vier, auch Ardo und Ragnar, für die ein Leben in Ruhe und Frieden nicht vorgesehen ist. Dann wünsche ich ihm eine Gute Nacht und gehe zu Bett.
Lächelnd starre ich an die Decke. Das war ein wirklich schöner Augenblick am Kamin. Wenn ich mir überlege, wie ich Kaldrim bisher kannte und was ich seit unserer gemeinsamen Zeit alles von ihm erfahren habe, sehe ich ihn in einem ganz anderen Licht. Er ist verletzlicher, als ich dachte, und es wundert mich nicht mehr, dass er so harmoniesüchtig ist, nach alldem. Doch es schlägt ein mutiges Herz in diesem kleinen Charmeur und lächelnd schließe ich die Augen.
Brig Lo
18. Efferd 1017 BF
Wir erreichen Brig Lo, nachdem wir durch Almada gereist sind, in Punin endlich wieder ein schönes Badehaus genossen und auf der Reise dem almadanischen Wein fröhnten. Dennoch liebäugel ich immer wieder dem scharf Gebrannten und eine meiner Feldflaschen ist immer gut gefüllt. Die Gebirge liegen stets links von uns und werden erneut höher. Der frische Westwind weht von den Bergen herab und als wir in die Stadt reiten, die auf einer Insel zwischen zwei Flussarmen des Yaquirs liegt, erzählt uns Ardo von der zweiten Dämonenschlacht, die vor 1000 Jahren hier wütete ehe die Götter Praios, Ingerimm, Efferd und die große Leuin persönlich aus Alveran erschienen um das große Dämonenheer des Hela Horas zu vernichten. An diesen Schlachtort, ein wenig nördlich von hier, wagt sich bis heute niemand, denn außer wehklagenden Geistern, Ghulen und sonstiges boronungefälliges streift dort nichts mehr umher. Die zweite Dämonenschlacht war der Untergang des Horasreiches und der Fall Bosparans. Schon als ich von Ghulen höre, kriecht mir wieder ein Schauer über den Rücken und ich bin froh, mir dieses Schlachtfeld nicht ansehen zu müssen. Was ich hörte reicht mir schon völlig. Auch Kaldrim regt sich auf, über die vielen Dämonen, die ihm schon begegneten, den finsteren Missbrauch der Magie und dass es nicht gerade hesindegefällig sein kann, dass so etwas immernoch sogar gelehrt wird.
Ardo fragt uns auf einmal wie wir es denn sehen würden, wenn Ragnar als allerletzte Möglichkeit einen Dämon zu unseren Gunsten beschwören würde, doch ich rege mich furchtbar darüber auf, dass er dies niemals ernst meinen könne, vor allem nicht als Rondrageweihter. Auch Kaldrim ist klar dagegen und Ardo lächelt plötzlich zufrieden und wohlwollend, da er genau diese Antworten erhofft hatte.
Wir statten dem großen Gestüt 'vom Berg' noch einen Besuch ab. Es ist wirklich wundervoll mit Elenviner Vollbütern und Shadifhengsten. Eine wahre Augenweide.
Nach vier weiteren Tagen erreichen wir Vinsalt und am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Ardo, allerdings komme ich nicht umhin ihn nochmals zu umarmen, ihm zu danken und ihm sogar einen Kuss auf die Wange zu geben, ehe wir weiterreiten. Ich habe ihn trotz all unserer Streitereien ins Herz geschlossen, auch wenn das nichts mehr mit irgendwelchen körperlichen Schwärmereien zu tun hat, sondern liebe ich ihn eher wie einen Bruder. Möge Rondra ihn weiter beschützen.
Wir erreichen Brig Lo, nachdem wir durch Almada gereist sind, in Punin endlich wieder ein schönes Badehaus genossen und auf der Reise dem almadanischen Wein fröhnten. Dennoch liebäugel ich immer wieder dem scharf Gebrannten und eine meiner Feldflaschen ist immer gut gefüllt. Die Gebirge liegen stets links von uns und werden erneut höher. Der frische Westwind weht von den Bergen herab und als wir in die Stadt reiten, die auf einer Insel zwischen zwei Flussarmen des Yaquirs liegt, erzählt uns Ardo von der zweiten Dämonenschlacht, die vor 1000 Jahren hier wütete ehe die Götter Praios, Ingerimm, Efferd und die große Leuin persönlich aus Alveran erschienen um das große Dämonenheer des Hela Horas zu vernichten. An diesen Schlachtort, ein wenig nördlich von hier, wagt sich bis heute niemand, denn außer wehklagenden Geistern, Ghulen und sonstiges boronungefälliges streift dort nichts mehr umher. Die zweite Dämonenschlacht war der Untergang des Horasreiches und der Fall Bosparans. Schon als ich von Ghulen höre, kriecht mir wieder ein Schauer über den Rücken und ich bin froh, mir dieses Schlachtfeld nicht ansehen zu müssen. Was ich hörte reicht mir schon völlig. Auch Kaldrim regt sich auf, über die vielen Dämonen, die ihm schon begegneten, den finsteren Missbrauch der Magie und dass es nicht gerade hesindegefällig sein kann, dass so etwas immernoch sogar gelehrt wird.
Ardo fragt uns auf einmal wie wir es denn sehen würden, wenn Ragnar als allerletzte Möglichkeit einen Dämon zu unseren Gunsten beschwören würde, doch ich rege mich furchtbar darüber auf, dass er dies niemals ernst meinen könne, vor allem nicht als Rondrageweihter. Auch Kaldrim ist klar dagegen und Ardo lächelt plötzlich zufrieden und wohlwollend, da er genau diese Antworten erhofft hatte.
Wir statten dem großen Gestüt 'vom Berg' noch einen Besuch ab. Es ist wirklich wundervoll mit Elenviner Vollbütern und Shadifhengsten. Eine wahre Augenweide.
Nach vier weiteren Tagen erreichen wir Vinsalt und am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Ardo, allerdings komme ich nicht umhin ihn nochmals zu umarmen, ihm zu danken und ihm sogar einen Kuss auf die Wange zu geben, ehe wir weiterreiten. Ich habe ihn trotz all unserer Streitereien ins Herz geschlossen, auch wenn das nichts mehr mit irgendwelchen körperlichen Schwärmereien zu tun hat, sondern liebe ich ihn eher wie einen Bruder. Möge Rondra ihn weiter beschützen.
Silkwiesen
28. Rondra 1017 BF
Wir reiten nach Süden Richtung Gareth, doch da es uns nicht wirklich in die Reichstadt zieht, umrunden wir die Stadtmauern und folgen der Reichstrasse weiter nach Süden. Plötzlich biegt Ardo ab und wir folgen ihm. Ardo beginnt uns zu erzählen, wie vor mehr als 1400 Götterläufen der Heilige Hluthar hier sein Leben verlor, in der großen Schlacht gegen Fran Horas. Das Gebiet vor uns wirkt wie ein rieser Schatten aus der Vergangenheit. Ein riesiger, schlammiger Sumpf mit allerlei Schwärmen aus brummenden Ungeziefern, verkrüppelten Bäumen und unnatürlich gewundenen Pflanzen erstreckt sich vor uns. Fran Horas beschwor in seiner Schlacht gegen das Mittelreich Dämonen, die sich allerdings plötzlich irgendwann gegen ihren Beschwörer wandten. Diese Schlacht wurde als Erste Dämonenschlacht bekannt und wir stehen ehrfürchtig am Rande der weitaus bekannten Dämonenbrache. Immernoch haust hier allerlei Gesindel und niemand traut sich freiwillig hierher. Mir läuft ein Schauer über den Rücken und traurig gedenke ich der vielen Toten. Ein wenig weiter südlich auf den Silkwiesen gab es vor einiger Zeit eine weitere kleinere Schlacht, als Prinz Brin mit seinem Leibregiment in eine Falle der Orks geriet, doch auch er konnte dank Alrik vom Blautann und vom Berg gerettet werden. Ardo gerät während der Erzählung ins Schwärmen, als wäre er damals am liebsten selbst im vollen Galopp durch den Sumpf geprescht.
Ardo führt uns nach Silkwiesen in ein Gasthaus, dass wohl am liebsten Veteranen vorbehalten ist. Die Gaststube ist voller Kampfreliquien. Schilde und Schwerter hängen an den Wänden und es beginnt fast ein Streit als Ardo den Wirt freundschaftlich mit „Alter“ anredet, der das gar nicht komisch findet und schon gar nicht von einem dahergelaufenen Rondrageweihten so angesprochen zu werden, nur Recken des Orkensturms dürften das. Doch Ardo zeigt ihm ein Medaillon und der Wirt reagiert daraufhin erstaunlich freundlich. Er jagt sogleich ein paar Fremde von ihrem Tisch, damit wir Platz nehmen können und ist plötzlich sehr aufmerksam und zuvorkommend. Ardo zeigt uns sein Medaillon und erklärt uns das edle Stück. Er bekam im Orkensturm tatsächlich die höchste Auszeichnung des Reiches, die man im Kampfe erlangen kann. Eine Ehrenmedaille vom Kaiser für den selbstlosen Dienst für das Reich. Sie wurde im Orkensturm nur 23 mal verliehen, nur drei davon sind noch am Leben. Doch die Familien der anderen wurde für die Tapferkeit und den Heldenmut ihrer Männer gut entschädigt und bekamen diese Auszeichnungen selbst nach ihrem Tod verliehen.
Kaldrim wird immer trauriger und er beichtet uns seinen Hunger nach Frieden und Ruhe. Seit seinem Zeichen ist dieses Gefühl noch verstärkt und je näher er an seine Heimat kommt, desto größer wird dieser Wunsch einfach ein ruhiges Leben zu führen. Doch Ardo macht ihm klar, dass er eine Aufgabe hat und auch ich mache ihm klar, dass er das Schicksal annehmen muss, dass uns offenbart wurde. Was er beim Orkangriff mit seiner Stimme gemacht hat, die wie bei der Hochelfe durch die Natur übertragen wurde, sagt er uns allerdings nicht wirklich.
Wir reiten nach Süden Richtung Gareth, doch da es uns nicht wirklich in die Reichstadt zieht, umrunden wir die Stadtmauern und folgen der Reichstrasse weiter nach Süden. Plötzlich biegt Ardo ab und wir folgen ihm. Ardo beginnt uns zu erzählen, wie vor mehr als 1400 Götterläufen der Heilige Hluthar hier sein Leben verlor, in der großen Schlacht gegen Fran Horas. Das Gebiet vor uns wirkt wie ein rieser Schatten aus der Vergangenheit. Ein riesiger, schlammiger Sumpf mit allerlei Schwärmen aus brummenden Ungeziefern, verkrüppelten Bäumen und unnatürlich gewundenen Pflanzen erstreckt sich vor uns. Fran Horas beschwor in seiner Schlacht gegen das Mittelreich Dämonen, die sich allerdings plötzlich irgendwann gegen ihren Beschwörer wandten. Diese Schlacht wurde als Erste Dämonenschlacht bekannt und wir stehen ehrfürchtig am Rande der weitaus bekannten Dämonenbrache. Immernoch haust hier allerlei Gesindel und niemand traut sich freiwillig hierher. Mir läuft ein Schauer über den Rücken und traurig gedenke ich der vielen Toten. Ein wenig weiter südlich auf den Silkwiesen gab es vor einiger Zeit eine weitere kleinere Schlacht, als Prinz Brin mit seinem Leibregiment in eine Falle der Orks geriet, doch auch er konnte dank Alrik vom Blautann und vom Berg gerettet werden. Ardo gerät während der Erzählung ins Schwärmen, als wäre er damals am liebsten selbst im vollen Galopp durch den Sumpf geprescht.
Ardo führt uns nach Silkwiesen in ein Gasthaus, dass wohl am liebsten Veteranen vorbehalten ist. Die Gaststube ist voller Kampfreliquien. Schilde und Schwerter hängen an den Wänden und es beginnt fast ein Streit als Ardo den Wirt freundschaftlich mit „Alter“ anredet, der das gar nicht komisch findet und schon gar nicht von einem dahergelaufenen Rondrageweihten so angesprochen zu werden, nur Recken des Orkensturms dürften das. Doch Ardo zeigt ihm ein Medaillon und der Wirt reagiert daraufhin erstaunlich freundlich. Er jagt sogleich ein paar Fremde von ihrem Tisch, damit wir Platz nehmen können und ist plötzlich sehr aufmerksam und zuvorkommend. Ardo zeigt uns sein Medaillon und erklärt uns das edle Stück. Er bekam im Orkensturm tatsächlich die höchste Auszeichnung des Reiches, die man im Kampfe erlangen kann. Eine Ehrenmedaille vom Kaiser für den selbstlosen Dienst für das Reich. Sie wurde im Orkensturm nur 23 mal verliehen, nur drei davon sind noch am Leben. Doch die Familien der anderen wurde für die Tapferkeit und den Heldenmut ihrer Männer gut entschädigt und bekamen diese Auszeichnungen selbst nach ihrem Tod verliehen.
Kaldrim wird immer trauriger und er beichtet uns seinen Hunger nach Frieden und Ruhe. Seit seinem Zeichen ist dieses Gefühl noch verstärkt und je näher er an seine Heimat kommt, desto größer wird dieser Wunsch einfach ein ruhiges Leben zu führen. Doch Ardo macht ihm klar, dass er eine Aufgabe hat und auch ich mache ihm klar, dass er das Schicksal annehmen muss, dass uns offenbart wurde. Was er beim Orkangriff mit seiner Stimme gemacht hat, die wie bei der Hochelfe durch die Natur übertragen wurde, sagt er uns allerdings nicht wirklich.
Wehrheim
23. Rondra 1017 BF
Wir traben auf der gut ausgebauten Strasse Richtung Wehrheim. Gedankenverloren ruht Ardos Blick auf seinem Banner, das im Wind flatternd die Pranken des Löwen darauf aussehen lässt, als wenn er gerade seine Beute jagt. Als Kaldrim ihn auf seine Gedankenverlorenheit anspricht, erinnert sich Ardo an die Gefallen des Nordsturms. Er ist als letzter übrig geblieben und hat nun vor, als Hauptmann das Banner nach Arivor zurückzubringen. Er drängt langsam zur Eile und fällt in einen sanften Galopp, damit wir vor Einbruch der Dunkelheit noch Wehrheim erreichen. Ich dagegen, gebe Soraya ein wenig mehr Druck und sporne die anderen beiden zu einem Wettrennen an. Die Sonne im Gesicht, den Wind in den Haaren und den Duft des Sommers in der Nase, packt es mich plötzlich und ich galoppiere mit vollem Tempo abseits der Strasse in eine wilde Blumenwiese. Einen Moment lang, fühle ich mich wie ein junges wildes Ding, dass über die Wiesen und Felder Araniens galoppiert, sorgenfrei und voller Lebenslust und jauchzend breite ich die Arme aus und lasse Soraya zügellos rennen. Irgendwann bleibt sie schnaubend stehen. Ich tätschel glücklich ihren verschwitzen Hals und trabe sanft zurück zur den anderen beiden. Rotwanging strahle ich die beiden an, entschuldige mich für den kleinen Ausbruch und wir reiten zügig weiter.
Gegen Abend erreichen wir Wehrheim. Ardo hält uns an, den Wachwechsel abzuwarten, der sich gerade anbahnt und gebannt starre ich auf die wehrhafte Stadt, die im letzten Abendlicht und den vielen Schmieden im Inneren fast zu glühen scheint. Während ich den gleichmäßigen Schritten der Stiefel der Soldaten lausche, schweifen meine Gedanken plötzlich ab und ich versuche mich an Zorgan zu erinnern.
Vor meinem inneren Auge sehe ich die Feste der königlichen Zitadelle Krak al'Shah. Das Regiment der eisernen Tiger, gekleidet in blau und gelb, sie tragen Stangenwaffen und auf ihren Wappenröcken prangert das Wappen Zorgans, ein Palast unter einem liegenden Halbmond. Das schwere Fußvolk gehört zur kaiserlichen Garde und bewacht hauptsächlich die Festung und das Pilgertor, zuweilen auch die Grenzwacht im Süden. Der Zitadelle gegenüber droht die Feste Donnersturm, der Sitz des Ordens des Donners zu Zorgan. Ich sehe uns im Gleichschritt marschieren, sehe meine Mutter befehligen.... doch plötzlich werde ich aus meinen Gedanken gerissen, als Ardo plötzlich weiter reitet und meine Gedanken verblassen. Es ist so furchtbar lange her...
Wir kommen am Anwesen der Familie Arres an und Ardo begrüßt seinen Vater schon von Weitem, der gerade im Hof sein Pferd absattelt. Als sich die beiden umarmen, fällt mir die unheimliche Ähnlichkeit der beiden auf. Sein Vater ist nicht viel älter als er und sie sehen fast aus wie Brüder. Mit seinen stahlgrauen durchdringenden Augen ist sein Vater immernoch ein durchaus attraktiver Mann. Er begrüßt mich freundlich und dankt mir für meine Sorge, als Ardo sühnte und dass ich ihn ihm zurückgebracht habe. Als ob es mein Verdienst wäre, dass er zurückkehrt, denke ich mir, doch nachdem ich Soraya versorgt habe, folge ich den Männern ins Haus.
Am Abend sitzen wir noch gemütlich beisammen und wir erfahren, dass Ardos Schwester vom Großinquisitor beauftragt wurde über Unterlagen und Prophezeiungen mehr herauszufinden, die vielleicht neue Informationen liefern könnten. Ardos Vater freut sich schon jetzt auf die letzte große Schlacht und mir wird klar woher Ardo seine unglaubliche ehrenvolle Kampflust hat. Er ist seinem Vater sehr ähnlich und ich muss schmunzeln.
Wir traben auf der gut ausgebauten Strasse Richtung Wehrheim. Gedankenverloren ruht Ardos Blick auf seinem Banner, das im Wind flatternd die Pranken des Löwen darauf aussehen lässt, als wenn er gerade seine Beute jagt. Als Kaldrim ihn auf seine Gedankenverlorenheit anspricht, erinnert sich Ardo an die Gefallen des Nordsturms. Er ist als letzter übrig geblieben und hat nun vor, als Hauptmann das Banner nach Arivor zurückzubringen. Er drängt langsam zur Eile und fällt in einen sanften Galopp, damit wir vor Einbruch der Dunkelheit noch Wehrheim erreichen. Ich dagegen, gebe Soraya ein wenig mehr Druck und sporne die anderen beiden zu einem Wettrennen an. Die Sonne im Gesicht, den Wind in den Haaren und den Duft des Sommers in der Nase, packt es mich plötzlich und ich galoppiere mit vollem Tempo abseits der Strasse in eine wilde Blumenwiese. Einen Moment lang, fühle ich mich wie ein junges wildes Ding, dass über die Wiesen und Felder Araniens galoppiert, sorgenfrei und voller Lebenslust und jauchzend breite ich die Arme aus und lasse Soraya zügellos rennen. Irgendwann bleibt sie schnaubend stehen. Ich tätschel glücklich ihren verschwitzen Hals und trabe sanft zurück zur den anderen beiden. Rotwanging strahle ich die beiden an, entschuldige mich für den kleinen Ausbruch und wir reiten zügig weiter.
Gegen Abend erreichen wir Wehrheim. Ardo hält uns an, den Wachwechsel abzuwarten, der sich gerade anbahnt und gebannt starre ich auf die wehrhafte Stadt, die im letzten Abendlicht und den vielen Schmieden im Inneren fast zu glühen scheint. Während ich den gleichmäßigen Schritten der Stiefel der Soldaten lausche, schweifen meine Gedanken plötzlich ab und ich versuche mich an Zorgan zu erinnern.
Vor meinem inneren Auge sehe ich die Feste der königlichen Zitadelle Krak al'Shah. Das Regiment der eisernen Tiger, gekleidet in blau und gelb, sie tragen Stangenwaffen und auf ihren Wappenröcken prangert das Wappen Zorgans, ein Palast unter einem liegenden Halbmond. Das schwere Fußvolk gehört zur kaiserlichen Garde und bewacht hauptsächlich die Festung und das Pilgertor, zuweilen auch die Grenzwacht im Süden. Der Zitadelle gegenüber droht die Feste Donnersturm, der Sitz des Ordens des Donners zu Zorgan. Ich sehe uns im Gleichschritt marschieren, sehe meine Mutter befehligen.... doch plötzlich werde ich aus meinen Gedanken gerissen, als Ardo plötzlich weiter reitet und meine Gedanken verblassen. Es ist so furchtbar lange her...
Wir kommen am Anwesen der Familie Arres an und Ardo begrüßt seinen Vater schon von Weitem, der gerade im Hof sein Pferd absattelt. Als sich die beiden umarmen, fällt mir die unheimliche Ähnlichkeit der beiden auf. Sein Vater ist nicht viel älter als er und sie sehen fast aus wie Brüder. Mit seinen stahlgrauen durchdringenden Augen ist sein Vater immernoch ein durchaus attraktiver Mann. Er begrüßt mich freundlich und dankt mir für meine Sorge, als Ardo sühnte und dass ich ihn ihm zurückgebracht habe. Als ob es mein Verdienst wäre, dass er zurückkehrt, denke ich mir, doch nachdem ich Soraya versorgt habe, folge ich den Männern ins Haus.
Am Abend sitzen wir noch gemütlich beisammen und wir erfahren, dass Ardos Schwester vom Großinquisitor beauftragt wurde über Unterlagen und Prophezeiungen mehr herauszufinden, die vielleicht neue Informationen liefern könnten. Ardos Vater freut sich schon jetzt auf die letzte große Schlacht und mir wird klar woher Ardo seine unglaubliche ehrenvolle Kampflust hat. Er ist seinem Vater sehr ähnlich und ich muss schmunzeln.
Rückkehr nach Gareth
19. Rondra 1017 BF
Am nächsten Morgen machen wir uns mit Hüter Bormund, der das Amt des Hohen Lehrmeisters angetreten hat, Ucurian, unter dem Banner der Bannstrahler, und einigen Handwerkern mit den letzten essbaren Vorräten und einigen Packtieren auf nach Gareth. Den Leichnam von Arras de Mott und das Szepter des Hüters haben wir ebenfalls dabei. Unsere Pferde finden wir ein paar Meilen südlich, wo die ersten saftigen Gräser und Büsche zu finden sind, nicht weit von einem kleinen Gebirgsbach entfernt. Sie sehen schon besser aus. Ein Lächeln drängt sich in mir auf, als ich Soraya liebevoll und dankbar den Hals streichele. Diesmal haben wir gesiegt. Wir haben sein Ritual gestört. Das erste Mal, dass ich mir unseres Sieges bewusst bin und ich bin stolz auf uns. Ich steige auf und reite lächelnd mit den anderen Richtung Greifenfurt.
Doch in Greifenfurt sehen wir schon von Weitem das golden schimmernde Zelt der Praioskirche, inmitten eines Lagers voller Büßer, Geißler, Armenschwestern, Pilgern, Söldnern und Sonnenlegionären. Der Bote des Lichts befindet sich mit seinem Troß vor Ort. Er befindet sich auf einem Sonnenzug nach Elenvina und schart immer mehr Gefolgsleute um sich. Wir bekommen durch Ucurian und dem Anwesenden Amando Laconda da Vanya die Gelegenheit einer Audienz. Jariel Praiotin wird uns mit vollständigem Titel vorgestellt "Nuntius Luminis Sanctus, Excelissimus, Lichteslicht, Herr der Hälse und Hände, himmlischer Prinz der Könige und Fürsten, Richter des wahren Seins, Künder der Heiligkeit, Wahrer der Weltordnung, Marschall der Sonnenlegionen, Herr der Lüfte und Lande, Meister der göttergefälligen Inquisition!" Während der langen Anrede, starre ich den Boten des Lichts ehrfurchtsvoll an und warte ab, bis wir das Wort erteilt bekommen.
Wir berichten was geschehen ist und werden gefragt wie lange es noch dauern wird , bis der Dämonenmeister sich offen zeigt, doch ich kann ihm darauf keine Antwort geben. Doch habe ich das ungute Gefühl, dass es bald sein wird. Jariel Praiotin ist sichtlich besorgt über die Kunde die er hört. Er verspricht uns jede Hilfe der Kirche, doch bittet er uns Stillschweigen zu bewahren. Er selbst muss nun zuerst diese Kirchenspaltung überwinden, denn eine Kirche, die Uneinigkeit zeigt in diesen Tagen, wäre eine noch größere Gefahr für den Kontinent.
Er bitten uns herauszufinden was der Dämonenmeister plant und wann er zuschlagen wird. Er spricht auch Ragnar und Kaldrim von dem Vorwurf der Ketzerei frei und erkennt ihre Symbole zum Wohle der zwölfgöttlichen Ordnung an. Nach dem Gespräch bedanke ich mich für das Vertrauen was uns nun entgegengebracht wird und verabschiede mich würdevoll, ehe ich das Zelt verlasse.
Ich suche schleunigst das Gasthaus auf, in dem wir unterkommen und genehmige mir einige Schnäpse, ehe ich mich beruhige und mir langsam Gedanken mache, was ich jetzt tun werde. Ich schaue meine Gefährten einen nach dem anderen an, lächle dann und frage Kaldrim, wohin sein Weg ihn führen wird und ob ich ihn begleiten kann. Ragnar und Ardo frage ich ebenso, doch wenn mich irgendwer nach all dem Geschehenen aufbauen kann, dann unser fröhlicher Zwerg. Es ist erst Sommer, also werde ich ihn mit meinen Freunden genießen, anstatt wieder Trübsal zu blasen in Borbra. Doch den Winter verbringe ich sicherlich dort, da bin ich mir jetzt schon sicher. Zum Tsafest möchte ich wieder zuhause sein.
Ragnar wird nach Olport zurückreisen, während Kaldrim und ich nach Kuslik ziehen. Nach einer kurzen Diskussion mit Ardo reisen wir zu dritt, da Ardo nach Arivor will und wir so fast ein gemeinsames Ziel haben. Keine Stunde später reiten wir zu dritt gen Osten die Reichsstraße entlang.
Am nächsten Morgen machen wir uns mit Hüter Bormund, der das Amt des Hohen Lehrmeisters angetreten hat, Ucurian, unter dem Banner der Bannstrahler, und einigen Handwerkern mit den letzten essbaren Vorräten und einigen Packtieren auf nach Gareth. Den Leichnam von Arras de Mott und das Szepter des Hüters haben wir ebenfalls dabei. Unsere Pferde finden wir ein paar Meilen südlich, wo die ersten saftigen Gräser und Büsche zu finden sind, nicht weit von einem kleinen Gebirgsbach entfernt. Sie sehen schon besser aus. Ein Lächeln drängt sich in mir auf, als ich Soraya liebevoll und dankbar den Hals streichele. Diesmal haben wir gesiegt. Wir haben sein Ritual gestört. Das erste Mal, dass ich mir unseres Sieges bewusst bin und ich bin stolz auf uns. Ich steige auf und reite lächelnd mit den anderen Richtung Greifenfurt.
Doch in Greifenfurt sehen wir schon von Weitem das golden schimmernde Zelt der Praioskirche, inmitten eines Lagers voller Büßer, Geißler, Armenschwestern, Pilgern, Söldnern und Sonnenlegionären. Der Bote des Lichts befindet sich mit seinem Troß vor Ort. Er befindet sich auf einem Sonnenzug nach Elenvina und schart immer mehr Gefolgsleute um sich. Wir bekommen durch Ucurian und dem Anwesenden Amando Laconda da Vanya die Gelegenheit einer Audienz. Jariel Praiotin wird uns mit vollständigem Titel vorgestellt "Nuntius Luminis Sanctus, Excelissimus, Lichteslicht, Herr der Hälse und Hände, himmlischer Prinz der Könige und Fürsten, Richter des wahren Seins, Künder der Heiligkeit, Wahrer der Weltordnung, Marschall der Sonnenlegionen, Herr der Lüfte und Lande, Meister der göttergefälligen Inquisition!" Während der langen Anrede, starre ich den Boten des Lichts ehrfurchtsvoll an und warte ab, bis wir das Wort erteilt bekommen.
Wir berichten was geschehen ist und werden gefragt wie lange es noch dauern wird , bis der Dämonenmeister sich offen zeigt, doch ich kann ihm darauf keine Antwort geben. Doch habe ich das ungute Gefühl, dass es bald sein wird. Jariel Praiotin ist sichtlich besorgt über die Kunde die er hört. Er verspricht uns jede Hilfe der Kirche, doch bittet er uns Stillschweigen zu bewahren. Er selbst muss nun zuerst diese Kirchenspaltung überwinden, denn eine Kirche, die Uneinigkeit zeigt in diesen Tagen, wäre eine noch größere Gefahr für den Kontinent.
Er bitten uns herauszufinden was der Dämonenmeister plant und wann er zuschlagen wird. Er spricht auch Ragnar und Kaldrim von dem Vorwurf der Ketzerei frei und erkennt ihre Symbole zum Wohle der zwölfgöttlichen Ordnung an. Nach dem Gespräch bedanke ich mich für das Vertrauen was uns nun entgegengebracht wird und verabschiede mich würdevoll, ehe ich das Zelt verlasse.
Ich suche schleunigst das Gasthaus auf, in dem wir unterkommen und genehmige mir einige Schnäpse, ehe ich mich beruhige und mir langsam Gedanken mache, was ich jetzt tun werde. Ich schaue meine Gefährten einen nach dem anderen an, lächle dann und frage Kaldrim, wohin sein Weg ihn führen wird und ob ich ihn begleiten kann. Ragnar und Ardo frage ich ebenso, doch wenn mich irgendwer nach all dem Geschehenen aufbauen kann, dann unser fröhlicher Zwerg. Es ist erst Sommer, also werde ich ihn mit meinen Freunden genießen, anstatt wieder Trübsal zu blasen in Borbra. Doch den Winter verbringe ich sicherlich dort, da bin ich mir jetzt schon sicher. Zum Tsafest möchte ich wieder zuhause sein.
Ragnar wird nach Olport zurückreisen, während Kaldrim und ich nach Kuslik ziehen. Nach einer kurzen Diskussion mit Ardo reisen wir zu dritt, da Ardo nach Arivor will und wir so fast ein gemeinsames Ziel haben. Keine Stunde später reiten wir zu dritt gen Osten die Reichsstraße entlang.
Abonnieren
Posts (Atom)