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Freitag, 13. Juli 2018

Der Lichtvogel

01. Rahja 1020 BF

Am nächsten Morgen, noch ehe die Sonne aufgeht, begeben wir uns alle in einem großen Tross zu dem besagten Vulkan. Die Elmetare öffnen uns das Tor und in Sechser-Reihen  wird losmarschiert. Jeder Großmeister eines Elements schreitet mit 12 Schülern voran, Raidri läuft an unserer Seite, voll gerüstet mit seinen berühmt berüchtigten Zwillingsschwertern auf dem Rücken. Krallawatsch hinter uns mit Xenos an seiner Seite, dahinter Yasinde, die Rahjageweihte mit ihrem Sohn. Wir werden von Musikern und Proviantwägen begleitet und es geht wieder in die Kälte des Gebirges...

.... folgt...


Wir gelangen zum Vulkan, an dessen Rand wie in einem Sechseck kleine Plateaus sind. Jedes Plateau ist einem Element zugeordnet und die Leute sortieren sich. Kaldrim begleitet Krallawatsch zum Erz, während Xenos und ich zum Feuerschlot gehen. Raidri, Ragnar und der Junge gehen zu Luft und als alle sich verteitl haben, beginnt eine langwieriges Ritual. Opfergaben werden übergeben und Pyriander beginnt zu sprechen, seine Stimme übertönt alles, und nach und nach sprechen auch andere Sprecher auf den Plattformen. Die Kälte zieht trotz Feuerschlot durch und durch. Ragnar scheint abwesend in Meditation versunken zu sein und langsam beginnen sich elementare Schwingungen auszubreiten. Es wird wärmer, Mindergeister erscheinen in Form von kleinen Flammen, die umherfliegen. Ich beobachte das Schauspiel fasziniert, als mich Ragnar plötzlich aus den Gedanken reißt. Er muss hierher geeilt sein, ohne dass ich es mitbekommen habe. "Er kommt"! schreit er uns durch das Tosen der Elemente zu und nordöstlich erkennen wir, wie der Himmel sich verdunkelt. Ragnar spricht einen Gardanium-Zauber, der uns und den Jungen schützen soll und plötzlich erklingen Sphärenklänge und Lichterscheinungen zugleich. Der Allvogel kommt!
Alle fallen auf die Knie. Der Lichtvogel scheint aus allen Elementen zu bestehen und er stürzt sich vor unserern Augen in den Vulkan. Jemand schreit "Das Ei ist da!" Doch ich versuche nach Borbarad Ausschau zu halten, kann ihn jedoch nirgends entdecken. Die dunkle Wolkenwand bleibt auf Entfernung. Der junge Lichtvogel erhebt sich und spricht: .... folgt....

Kaum sind die Worte verklungen, entfernt sich die Wolkendecke wieder. ER hat mitgehört, aber sonst nichts gewollt. Wir ziehen uns erneut zum Konzil zurück.

Krallawatsch verabschiedet sich, er wird auf der Trollfeste Bericht erstatten.
Ragnar spricht den Jungen an, ob er sich angeprochen fühlt, wegen der Prophezeiung, doch er verneint es.

Kaldrim ruft uns zu einer Unterredung zusammen und fordert uns zur endgültigen Zusammenarbeit auf, jeder nach seinem Können! Ragnar wird sich neuen Zaubern widmen, Kaldrim seine Minne trainieren, während ich mir Wissen in der Bibliothek aneignen will. Diese Büchersammlung ist noch älter als die in Khunchom.... eher wir wieder aufbrechen, wird noch einige Zeit vergehen...

Sonntag, 3. Juni 2018

Ankunft in Drakonia

30. Ingerimm 1020 BF

Endlich haben wir es geschafft. Der restliche Nebel lichtet sich und wir befinden uns auf einem Hochplateau. Wir stehen auf der Krone der Schöpfung. Die Aussicht beträgt sicherlich gut hundert Meilen. Die sechs Elemente umringen das Plateau, jeder auf seine Weise. Der Himmel zeigt sich in prachtvollem hesindigoblau und die Sonne bestrahlt eine riesige Wiese voller Edelweiß.

Von Weitem erkennen wir das Monument Drakonia. Es hat sicherlich eine Meile Durchmesser und ist gut hundert Schritt hoch. Das sechseckige Gebäude wird von riesigen Drachenstatuen bewacht und wir erkennen ein gewaltiges, riesiges Tor.

Wir durchschreiten den Teppich von Edelweiß und nähern uns der Festung. Das Tor zeigt einen gigantischen Allvogel und ist von Unmengen elementarer Edelsteinen besetzt. Als wir näher kommen erscheinen plötzlich sechs elementare Dschinne, die nach unserem Begehr fragen und Ragnar tritt hervor:  "Kündigt euren Herren die Ankunft der Gezeichneten an. Wir suchen nach Antworten"

Die Dschinne verschwinden und kurze Zeit später öffnet sich das gewaltige Tor.
Wir stehen in einer riesigen Halle von gut hundert Schritt und eine Magierin kommt auf uns zu.
"Willkommen im Konzil der Elemente!"

Ragnar stellt uns alle der Magistra vor, ehe diese sich selbst als Rowena von Shamaham vorstellt.
Wir bekommen Zimmer gestellt und man geleitet uns durch die Korridore. Trotz der kalt wirkenden Mauern ist es warm und als ich beiläufig die Wald berühre sind diese warm. Alles hier hat überdimensionale Ausmaße. Man erzählt uns, dass diese Feste seit sicherlich 500 Jahren bewohnt ist und noch immer nicht vollständig entdeckt wurde. Vermutlich haben Riesen und Trolle, mit Hilfe von Drachen dieses Monument erbaut, doch wirklich wissen tut es niemand.
Es ist ein elementares Heiligtum, inn dem Magier und Druiden im Einklang leben. Zu jedem Element gibt es Druiden. Ich gewöhne mich langsam an den kräftigen Gestank der Magie, die diesen Mauern innewohnt und wir gelangen in einen Wohnkomplex, der deutlich wohnbarer für Menschen gemacht wurde. Es wurden niedrigere Decken eingezogen und es wirkt "normal". In einem Becken gibt es frisches Wasser, welches sich sofort frisch auffüllt, wenn es aufgebraucht ist. Alles scheint von Elementaren durchdacht zu sein. Ich fühle mich ständig beobachtet. Trotzdem versuche ich ein wenig zu entspannen und ruhe mich ein wenig aus. Die Strapazen hier hinauf waren mehr als anstrengend für mich durch die vermaledeite Kälte.

Gegen Abend lädt uns "der Sprecher", Pyriander di' Archiarchos zum gemeinsamen Abendessen ein.
Als wir in den Speisesaal kommen, begrüßt er uns. Ein Almadaner mit feuerroter Haarmähne, die gut zu seinem Namen passt. Ebenso lernen wir Großmeister Reto Sandström kennen, der Troll Krallawatsch ist ebenso bereits anwesend und ein albernischer Hüne, eher ein gealteter Veteran, der uns als Raidri Conchobair vorgestellt wird. DAS ist also der Schwertmeister! Auch wir stellen uns vor und beginnen zu speisen. Während des Verlaufs berichten wir von den bisherigen Geschehnissen. Als wir auf Rohal zu sprechen kommen, kommt Kaldrim ohne Umschweife auf unseren eigentlichen Grund unserer Anwesenheit. Als er die Kappe zeigt, beginnen erneut einige Magier bereits von Weitem die Kappe zu analysieren, doch Kaldrim unterbricht sie und fragt nach dem Kind.

Es befindet sich tatsächlich hier und es ist noch wach. Wir dürfen noch zu ihm und unterbrechen unser Essen. Wir gelangen in einen überdachten Innenhof mit einem großen Garten. Alles ist durch undefinierbare Lichtquellen erleuchtet und es liegt ein süßlicher Pflanzengeruch in der Luft. Alles ist stark zugewachsen, doch inmitten des Hofes ist ein kleiner Hügel mit einer Lichtung. Auf einer grünen Wiese sitzen Mutter und Kind unter einem Baum. Der Junge ist sehr androgyn und zart und mit einer hellen, klaren Stimme begrüßt er uns neugierig. Seine grünen Augen schauen uns an und wenn man seinen Blick erwidert, starrt man in endlose Abgründe der Zeit...

Kaldrim holt die Kappe hervor und geht auf ihn zu. Seine Mutter, die Rahjageweihte fragt nach unserem Begehr und Ragnar erklärt ihr, das wir nicht ihretwegen hier sind, sondern ihres Sohnes wegen. Kaldrim geht langsam auf den Jungen zu, kniet nieder und übergibt ihm die Kappe. Der Junge nimmt sie neugierig und dreht sie in der Hand. Auf Kaldrims Aufforderung sie aufzusetzen, antwortet der Junge, dass er sie erst später zur angemessen Zeit aufsetzen wird.

Ragnar spricht mit der Mutter, dass er wie ein Kind sei und doch wieder nicht und sie bestätigt dies.
Kaldrim fragt, ob er weiß wer sein Vater ist, worauf der Junge deutlich erklärt, dass er weiß, dass die Zeit sein Vater ist und es kommt zu einer Diskussion über die Zeit und den wahren Namen, ehe wir uns wieder zurückziehen.

Während Ragnar sich noch mit Xenos unterhält, esse ich meine Abendessen auf und gehe zu Bett. Diese Zeitgeschichte ist mir irgendwie nicht geheuer. Ständig haben wir es mit der Zeit zu tun... Die alte Pyramide in der Wüste, Dragenfeld, das alles in Grangor, und nun noch das mit Rohal und Borbarad... von unseren Zeichen ganz abgesehen. Wer soll da noch klare Gedanken fassen!?

Kaldrim begibt sich noch zum Gesinde, während Ragnar sich über das Ereignis des Lichtvogels aufklären lässt. Anscheinend kommt der Lichtvogel hier ins Gebirge, stürzt sich in einen Vulkan, hinterlässt dort ein Ei, aus dem ein neuer Lichtvogel schlüpft, der eine Prophezeiung spricht, wie ein Orakel. Alle 500 Jahre kommt es zu einer Weltzeitwende und Ragnar wird immer misstrauischer, da er befürchtet, dass auch Borbarad zugegen sein wird.

Immer langsamer

29. Ingerimm 1020 BF

Wir haben Krallawatsch mittlerweile abgehängt, da der Troll noch langsamer ist, als wir es wegen mir ohnehin schon sind. Die letzte Nacht habe ich nur dank Isonzo und Ragnar nicht in einer Kältestarre verbracht, das sie sich an beiden Seiten neben mich legten um mich zu wärmen.

Hier oben herrscht eine Eiseskälte. Die Sommersonne wärmt nicht mehr, stattdessen geht ein eisiger Wind und Nebel und Wolken halten die Sonne ab, zu mir durchzudringen. Der Weg geht nur noch steil bergauf und jeder Schritt schmerzt und meine Glieder sind wie steifgefroren. Meter für Meter quäle ich mich voran ohne zu murren, doch meine Gefährten sehen mir an, wie schwer es mir fällt.

Plötzlich stehen wir am Rande eines flachen Tals vor uns, mit der Aussicht auf einen wunderschönen, tiefblauen Bergsee. Die Gipfel der Berge ringsherum sind mit Schnee bedeckt und glitzern in der Sonne, während der Nebel hinter uns hängt. Wir steigen das Tal hinab, und sehen vor uns bereits eine riesige Treppe, die auf ein Hochplateau führt. Als wir der Treppe näher kommen, werden wir uns ihrer wahren Größe erst wirklich bewusst. Die Stufen sind keineswegs von Menschenhand erschaffen. Graugrüner Marmor, unnatürlich perfekt ohne Risse oder Fugen, erstreckt sich gut eine Meile in mannshohen Stufen vor uns den Berg hinauf.

Völlig kraftlos beginnen wir jede dieser einzelnen 6000 Stufen hinaufzuklettern, und nächtigen sogar auf den Stufen, während ich erneut fast in eine Kältestarre dabei falle.

Reise nach Drakonia

27. Ingerimm 1020 BF

Seit fünf Tagen sind wir nun schon unterwegs ins Gebirge. Wo wir anfangs noch Herbergen fanden und Steineichen und Zypressen unseren Weg den Bosqir entlang begleiteten, wird das Land von Tag zu Tag karger. Schmale Pfade schlängeln sich ins Gebirge und die Wolken hängen tief in den Bergspitzen. Die letzte heimelige Übernachtungsmöglichkeit war ein altes Kloster vor zwei Tagen in der Nähe des Bosquirquells, an dem wir ein letztes Mal die Wasserschläuche füllten.

Wir haben mittlerweile das Vorgebirge durchquert in einem undurchsichtigen Labyrinth von kleinen Pfaden, die sich serpentineartig zwischen die Berge fügen. Es gibt kaum noch Bäume, nur noch nackter Fels und verdorrtes Gestrüpp.

Xenos berichtet uns von dem Lichtvogel, dass dieser sich in einen tiefen Schlund stürzt und ein Ei legt, ehe er stirbt und ein neuer Lichtvogel daraus entschlüpft, der die Weissagung spricht, von dem was kommen mag.

Als ein Gewitter aufzieht, suchen wir nach Schutz und tatsächlich entdecken wir einen Höhleneingang in dem wir Unterschlupf für die Nacht und vor dem Gewitter finden. Als Ragnar sich umschaut, entdeckt er einen Troll, der zusammengekauert, wie versteinert in einer Ecke sitzt.

Wir entzünden ein Lagerfeuer und teilen Wachen ein, ehe wir uns zur Ruhe legen. Ich bemerke seit Tagen, wie ich immer lethargischer werde, wegen der Kälte hier oben. Versuche mich jedoch zusammenzureißen und lege mich nah ans Feuer um mich warm zu halten. Plötzlich schreit Kaldrim und wir wachen entsetzt auf. Der Troll in der Ecke hat sich erhoben und sich das Gestein abgeschüttelt. Er ist gute vier Schritt hoch und begutachtet uns neugierig. Er beginnt langsam mit uns zu sprechen und nennt uns "Roschodor", was wohl sowas wie Gezeichnete heißen soll. Auch er hat vor nach Drakonia zum Lichtvogel zu gehen. Er heißt Krallawatsch und er erzählt uns, dass der Trollschamane eine Weltzeitwende vorausgesehen hat. Als wir ihm von Rohals Tod erzählen, ist er sehr betrübt und klagt furchtbar. Auf die Frage ob die Trolle ebenfalls Borbarad bekämpfen wollen, antwortet er nur, dass die Trolle auf einem Troll-Thing beraten. Er starrt Saari an und sagt zu ihr "Amul Dschadra erwacht - ihr müsst bereit sein!"

Da uns der Troll friedlich gesinnt ist, legen wir uns bis zum Morgengrauen erneut schlafen.

Zurück in Punin

21. Ingerimm 1020 BF

Am nächsten Morgen geht es uns schon ein wenig besser. Kaldrim hat die Rohalskappe von Rohezal untersuchen lassen, doch außer, dass ihr sehr viel Magie innewohnt, konnte er uns nicht viel sagen. Ragnar hat Faldegorns Wunden ein wenig magisch geheilt, ehe der Kaiserdrache uns zurück nach Punin bringt.

Als wir absteigen, verabschiedet sich Rohezal von uns. Er würde dahin gehen, wo ein alter Mann hinzugehen habe. Es hörte sich an wie ein Abschied für immer. Kaldrim ist sehr niedergeschlagen, doch wir ziehen, abgerissen und geschwächt wie wir sind, direkt zur Magierakademie.

Die Anwesenden sind schockiert und wir lassen den Konvent außerordentlich zusammenrufen. Jeder der nachfragt, wird auf die gesamte Aussage verwiesen und die Magier versammeln sich erneut im großen Plenum.

Kaldrim beginnt zu sprechen und verkündet, dass Rohal von uns gegangen ist. Ein großer Aufruhr beginnt im Saal und Kaldrim donnert mahnend entgegen. Er berichtet vom epischen Kampf der beiden Brüder und der Absicht Rohals, dass er diesmal vorausgehen muss um ihn zu besiegen.


Kaldrim beginnt eine Ansprache, mit der selbst ich nicht gerechnet habe. Er erklärt, dass er sich geirrt habe und wir gegen Borbarad in den Kampf ziehen müssen. Zum ersten Mal gibt er seinen diplomatischen Weg auf und folgt meinen Instinkten. Zum ersten Mal seit Jahren beginnen wir als Gezeichnete gemeinsam zusammenzuarbeiten. Er fordert die Kampfmagier auf, sich mit mir kurzzuschließen wie wir gegen ihn zu Felde ziehen können. Er fordert die Dämonenbeschwörer auf sich an Ragnar zu wenden um mehr über die Dämonen und ihre Portale auszutauschen und bittet um Mithilfe bei unserer Suche nach der Zeit. Jeder, der sich mit Zeitmanipulation auskennt, könnte uns von Nutzen sein. Endlich geschieht etwas! Das ewige ausharren und Nichtstun hat ein Ende. Er berichtet von Rohals Geschenk an uns und erhebt die Kappe, worüber erneut ein Streit entbrennt, wer denn die Kappe bekommen soll. Diesmal donnere ich dazwischen, dass sie Kaldrim anvertraut wurde und sonst niemandem und er entscheiden wird, wer sie tatsächlich haben wird und sorge damit endlich für Ruhe.

Im Laufe des Tages bekommen wir durch Heiltränke und anderen magischen Möglichkeiten unsere Wunden geheilt und unsere Kräfte zurück und werden in endlose Gespräch verstrickt über unsere Möglichkeiten gegen Borbarad.

Gegen Abend ziehen wir endlich in unser Hotel zurück und können uns frisch einkleiden und baden.
Kaldrim bekommt erneut Besuch und wird in ein Nebenzimmer gebeten, wo er sich ausgiebig mit Salpikon Savertin, Prysha von Grangor und einer Rahjageweihten aus Grangor unterhält.

Er berichtet uns später, dass es in Grangor vor 15 Jahren ein Eingreifen Satinavs gegeben haben soll. Man erlebte 1005BF dort ein Götterwunder. Zu dieser Zeit habe sich dort ein Kult des Namenlosen gebildet, der sich "Das Haar des Namenlosen" nannte. Die Götter waren so erzürnt, dass binnen einer Stunde ganz Grangor vernichtet und überspült wurde, mit Hilfe eines fürchterlichen Orkans. Doch Rahja hatte Mitleid mit den Unschuldigen und schickte Satinav, die Geschichte um 12h zurückzudrehen. Ganz Grangor wurde um 12h zurückgesetzt und verfiel in eine Zeitstarre. Nur eine kleine Gruppe wackerer Helden bekam durch eine sprechende Rahjastatue die Möglichkeit binnen dieser 12h den Kult aufzusprüren und ihn zu zerstören, so dass Grangor nichts geschah. Es gelang den wackeren Streitern und Grangor war gerettet. Rahja sprach damals, man habe dafür einen sehr hohen Preis bezahlt und sieben Jahre später 1012 BF wurde ohne Zeugung eine Rahjageweihte schwanger und gebar nach 13 Monden ein androgynes Wesen. Man hat sie und das Kind 1016BF weggebracht. Man erzählt sich, dass ein Riesenlindwurm aufgetaucht sei und das Kind mit dem Drachen sprach, ehe dieser wieder davon flog. Die Mutter des Kindes erzählte von 6000 Stufen und einer Festung der Elemente. Seither hat man Mutter und Kind nicht mehr gesehen.

Der einzige Ort, der zur Beschreibung passen würde, wäre Drakonia im Rashtulswall, das Konzil der Elemente. Allerdings wisse kaum einer wie man dort hingelangt.

Als Kaldrim uns dies berichtet, und ich nachdenke, wer diesen Ort kennen könnte, fällt mir Xenos von den Flammen ein, ein Geode des Feuers und ebenfalls ein verhüller Meister. Wenn er es nicht weiß, wer dann. Während Isonzo sich noch mit Klängen eines Barden das Bad versüßen lässt, begeben wir uns in die Abenteurerschänke "Löwe und Einhorn" und treffen auf Xenos. In der Tat weiß er wo Drakonia liegt und da er sich sowieso auf den Weg dorthin macht um die Ankunft des Lichtvogels zu erleben, können wir ihn begleiten.

Rohal, der Weise

20. Ingerimm 1020 BF

Am nächsten Morgen begeben wir uns erneut zum Konvent.

Der Saal wurde umgebaut und die Plätze sind nun kreisförmig angeordnet. In der Mitte steht ein großer Tisch, auf dem die Splitterteile des Onyx liegen. Rohezal vom Amboss, Salpikon Savertin und der stellvertretende Akademieleiter Finkenfarn stehen vor den Artfaktteilen. Es herrscht Totenstille.

Ragnar wird hinzugewunken um beim Zusammensetzen zu helfen. Sein Auge scheint ihm die Anordnung genauer zu deuten, jedoch lässt es sich nicht zusammensetzen. Ragnar ruft Isonzo herbei und dieser zieht seinen Handschuh aus. Ragnar zeigt ihm zwei Teile, die zusammenpassen sollten. Mühelos setzt seine metallische Hand die Teile aneinander und sie verbinden sich. Mit geschlossenen Augen lässt Isonzo ein Teil nach dem anderen verschmelzen, die Hand leitet ihn dabei, während Ragnar ihm langsam ein Teil nach dem anderen gibt.

Zum ersten Mal sehe ich zwei Zeichen wirklich zusammenarbeiten und aufeinander angewiesen. Ein siegessicheres Gefühl überkommt mich und gebannt beobachtet der gesamte Konvent, wie Ragnar und Isonzo einen Onyxsplitter nach dem anderen aneinanderfügen. Die Risse der Bruchstellen scheinen ganz zu verschwinden und über eine Stunde setzen die beiden den Onyx Stück für Stück zusammen. Schweiß rinnt ihnen von der Stirn und als nur noch ein Teil übrig ist, lächelt Ragnar Isonzo an und sagt nur "Tu es!" und Isonzo setzt das letzte Stück an die Kugel, während der ganze Raum den Atem anhält. Noch passiert nichts. Die Kugel ist makellos und ohne Risse oder Fugen als ein Ganzes verbunden.

Alle Kampfmagier haben einen Kreis um den Tisch gebildet in Habachtstellung, doch nichts passiert.
Plötzlich wirft Ragnar einen Umhang über die Kugel und alle sind überrascht. Doch Ragnar hat ein ungutes Gefühl, dass man nicht weiß, wer durch diese Kugel sehen kann und in welche Richtungen. Doch die Magier entfernen den Umhang wieder und es wird abgestimmt, ob die Kugel mit Hilfe von Magie aktiviert werden soll. Alle Hände erheben sich zur Zustimmung und die Spannung steigt ins Unermessliche.

Ragnar und Isonzo treten zurück und die drei Magier legen ihre Hand auf die Kugel. Ein Knistern erfüllt die Halle, es bilden sich blaue Linien von Entladungen, ein Geräusch wie Seidenreißen erfüllt den Saal und es entsteht ein blaues Wabern um die Kugel. Salpikon ruft nach Ragnar und auch er geht hinzu und legt seine Hand auf. Eine Fülle von verschwommenen Bildern huschen durch den Raum, scheinbar Orte und der Konvent ist nicht mehr zu halten. Sämtliche Magier raunen ihre analytischen Zaubersprüche durch den Saal, jeder versucht zu erkennen, zu analysieren und zu erfassen, was gerade vor sich geht. Es blitzt, es huscht, es wabert und es wird gezaubert. Die gesamte Halle ist von entladener Magie erfüllt. Irgendwann werden die Geräusche leiser, vielen stehen elektrisiert die Haare zu Berge und ich versuche mir ein Würgen zu unterdrücken, da der riesige Saal dermaßen nach Magie stinkt, dass es mir übel wird.

Eine laute Diskussion entbrennt unter den Anwesenden, über den Erscheinungsort Rohals und alle stürmen ins Freie um sich irgendwohin aufzumachen. Wir folgen Rohezal, holen unsere Ausrüstung und der verhüllte Meister bläst in seine Pfeife. Im Park der Akademie sind sämtliche Blüten der Rohalssiegel aufgeblüht und wir laufen Richtung Stadtpark. Alarmglocken ertönen lautstark und man vernimmt "Drachenalarm". Ich spüre ein Kribbeln im Nacken und schon hört man zerstörerische Geräusche von berstendem Gestein und Holz, als nicht weit vor uns ein Kaiserdrache landet. Diesen Drachen hat Rohezal gerufen und trotz, dass ich ihn freundlich bitte uns mitzunehmen, wirft er mich mit einem leichten Prankenhieb um und erst nach einigen Worten von Kaldrim, lässt er uns aufsteigen. Isonzo verwandelt ein Gewand in eine Hebevorrichtung für Saaris Wolf und als alle sicher auf seinem Rücken sitzen, erhebt er sich und fliegt Richtung Ambossgebirge.

Er steuert auf den höchsten Gipfel zu, die Rohalszinne, die von unnatürlich vielen Vögeln aller Art umflogen wird. Irgendwann landet der Drache vor einer kleinen Hütte. Tatsächlich ist nicht weit davon entfernt ein fast durchsichtiger, schier unsichtbar wabernder Turm zu erkennen. Die Ebene um ihn herum ist ein Farbenmeer voller Blumen und Gräsern und abertausende Schmetterlinge tummeln sich in ihnen. Rohezal klopft an den Turm und es öffnet uns eine junge Frau, die unverkennbar Rohezals Tochter zu sein scheint.

Irgendetwas ist jedoch bereits hier. Ich fühle es. Ragnar geht es ebenso. Es ist wie eine seltsame Präsenz, die all diese farbenprächtigen Naturphänomene ebenfalls auslöst.  Wir drehen uns nochmals um und die Wiese vor uns verzückt Rohezal regelrecht. Bei genauerem Hinsehen bemerken wir allerlei magische Kleinwesen, wie Blütenjungfern und kleine Kobolde, die umherhüpfen. Mindergeister witschen durch die Halme und eine strahlende Sonne blendet uns. Doch vor uns erkennen wir auf einem Hügel eine Gestalt. Sie nähert sich uns und ein Mann mit einem uralten Gesicht, barfuß und nur in eine strahlendweiße Tunika gehüllt, schreitet langsam auf uns zu. Er hat freundliche Augen und lächelt uns an. Kaldrim fällt ehrfürchtig auf die Knie, während sich Rohezal schweißüberströmt und erschöpft auf den Boden setzt.

Rohal, der Weise steht leibhaftig vor uns. "Es war unvermeidlich, dass er zurückkehrt" sagt er freundlich und erklärt uns, dass das alles entscheidende Treffen noch bevorsteht. Er verspricht uns, dass Borbarad diesmal fallen wird. Denn bisher ging stets Borbarad voraus und Rohal musste ihm folgen, doch diesmal wird es umgekehrt sein und er wird vorausgehen um dafür zu sorgen, dass sein Bruder ihm dahin folgen wird, wo er nicht wiederkehren kann.

Er bietet uns an ihm drei Fragen zu stellen und es beginnt eine kurze Diskussion darüber, was wir ihn fragen sollen. Letzendlich stellen wir ihm die Fragen:
1. Muss Rohal sterben, damit Borbarad ebenfalls stirbt?  Rohal wird vorausgehen!
2. Was ist die Waffe gegen Borbarad?  Wir!
3. Was können wir gegen Borbarad tun? Weitermachen und nicht aufgeben! Zusammenhalten!

Nach den Fragen berichtet er uns noch von einem Frevel an Satinav und überreicht seine Kappe an Kaldrim mit dem Auftrag: "Findet Borbrads Zeit, und gebt ihr dies, damit sie Borbarad findet!"

Plötzlich beginnt sich der Himmel zu verdunkeln und Donnergrollen schallt durchs Gebirge. Schwarze Wolken türmen sich über der Lichtung auf und ein Tor, welches gräulich wabert öffnet sich. "Herrin Hesinde, steh mir bei, ich dachte nicht, dass er so schnell kommt" sind Rohals letzte Worte, ehe der dunkle Widersacher aus dem Wabern tritt.

Eine Gestalt verlässt das Portal, die wir so noch nicht sahen. Er wirkt fremd, viel älter und sehr mächtig. Sein Haupt wird von einer siebenstrahligen Dämonenkrone geschmückt. Auch er ist barfuß und seine Augenbrauen umranden seine düsteren Augen mit lodernden Flammen. Seine sechsfingrigen Hände sind nach hinten gestreckt, ehe er sie nach vorne reißt und Rohal angreift.

Kaldrim will vor Rohal springen um ihn zu schützen, doch im Laufe eines Wimpernschlags ist er schon versteinert und muss aus nächster Nähe alles mit ansehen. Ragnar verlässt plötzlich schweigend die Lichtung. Isonzo steht erstarrt neben mir, nachdem er völlig nutzlos einen Dolch geworfen hatte und beobachtet ebenso wie ich die Szene. Einerseits wäre dies die Gelegenheit meinen Kampf einzufordern, andererseits ist dies nicht mein Kampf und wie in den Arenakämpfen geht es hier um einen ehrenvollen Kampf zwischen zwei Brüdern. Dies ist nicht mein Kampf!!! Und ich ziehe mich an den Rand der Lichtung zurück.

Borbarad reißt die Hände nach vorne und jagt eine blaue Kugel in Rohals Richtung, die dieser inmitten der Strecke aufhalten kann. Energieblitze entladen sich zwischen den beiden. es entsteht ein magischer Sturm. Selbst Faldegorn der Drache fliegt davon. Die Erde bebt und man hört Fels bröckeln um uns herum. die beiden scheinen ewig so dazustehen, ein Machtkampf zwischen gut und böse. Die beiden stehen inmitten des magischen Sturms, gleich einer Kuppel und man erkennt beide kaum noch. Plötzlich entlädt sich eine magische Explosion und es ist still. Der Sturm verebbt und nur Borbarad steht noch auf der Lichtung. Rohezal bricht neben uns zusammen. Nachdenklich starrt Borbarad vor sich hin. Doch auf einmal ballt er die Fäuste und erneut öffnet sich eine Pforte, durch die fünf völlig verformte Zantim erscheinen. Mit einem gleichgültigen "Zerreißt sie!" geht er langsamen Schrittes zurück zu dem Portal durch das er gekommen war.

Schlagartig verwandle ich mich in die Echselngestalt und stelle mich den Eindringlingen entgegen, die auf uns zustürmen. Zwei haben es auf mich abgesehen und ich sehe noch aus den Augenwinkeln, wie Kaldrim wieder aus dem Stein erstarrt. Ein harter Kampf entbrennt. Die Zants sind selbst für Dämonen furchtbar entstellt und nach einem langen Kampf, der mich fast zum Erliegen bringt, gelingt es uns, sie in die Niederhöllen zurückzujagen. Rohezal schaffte es mit letzter Kraft Isonzo zu versteinern, ehe er getötet wird und auch ich blute aus tiefen Wunden. Faldegorn ist zurückgekehrt und auch er kämpfte gegen die Dämonen. Borbarad verschwindet als alle Zants besiegt sind.

Wir können uns noch zum Turm schleppen und Rohezals Tochter versorgt uns, ehe wir völlig erschöpft und niedergeschlagen in den Schlaf fallen.
Rohal, der Weise ist von uns gegangen - auf eigenen Wunsch. Doch ob uns das nicht auch wieder mal angehängt wird, ist fraglich.





Rohezal vom Amboss

19. Ingerimm 1020 BF

Während des Frühstücks erreicht uns ein Bote mit einer Einladung vom Schwert der Schwerter, Ayla von Schattengrund. Sie erwartet von uns, bei der Heiligen Zwölfgöttertjoste zur Kürung des neuen Heermeisters zugegen zu sein.

Plötzlich klopft es und Rohezal vom Amboss wird uns angekündigt. Wir empfangen ihn und er beschreibt uns, wie die Ankunft Rohals ablaufen wird, sollte es uns gelingen ihn zurückzuholen. Rohal wird ein ganzes Hexagramm an Orten durchlaufen, ehe er sich tatsächlich manifestiert. Rohezal beabsichtigt ihn bereits am unsichtbaren Turm im Amboss aufzuhalten um mit ihm zu sprechen und möchte, dass wir ihn begleiten. Wir stimmen zu und begeben uns nach dem Frühstück erneut zum Konvent.

Am Nachmittag wird Ragnar zu Hilfe geholt um den Rohalskern genauer zu untersuchen. Er erkennt mit dem Almadinen Auge welche Teile zusammengehören und erklärt sich bereit am darauffolgenden Tag zu unterstützen, wenn der Onyx auf dem Konvent zusammengefügt werden soll.

Ich setze eine Nachricht auf, dass, falls wir bei der Zwölfgöttertjoste nicht erscheinen werden, anderweitig in wichtigeren Angelegenheiten unterwegs sind, und schicke einen Boten zu Ayla.

Danach bereite ich mich vor, am nächsten Tag Rohezal in den Amboss zu begleiten und richte meine Sachen.

Der Antrag

18. Ingerimm 1020 BF

Am nächsten Tag hält Celiana von Khunchom eine lange Rede und verkündet vom Rohalskern, einem Onyx, den man zusammenfügen könnte um Rohal den Weisen zurückzuholen.


Nach langem Hin und Her und vielen Erkenntnissen, was man über Rohal weiß und berichtet wird, wird ein Antrag gestellt, Rohal ebenfalls zurückzuholen. Gut dreiviertel des Konvents stimmen nach reifer Überlegung dafür.



Ragnars Rede und neue Erkenntnisse

16. Ingerimm 1020 BF

Als wir am nächsten Morgen gemeinsam am Frühstück sitzen, berichtet uns Ragnar, was bei der Untersuchung des Schädels herauskam. Der Kopf gehörte zu Athavar Friedenslied, ein unter Waldelfen geborener Lichtelf, der sich als Hüter der Harmonie und des Friedens und als Erfinder des Friedensliedes verstand. Das mächtige Friedenslied, welches für Elfen stets vernehmbar war, ward verstummt und am Schädel fanden sich Spuren dämonischer Natur, die auf Pforten des Grauens hinwiesen.

Als wir uns erneut auf den Konvent begeben, bei dem wir wie jeden Tag uns den Prüfungen nach Dämonenmalen unterziehen, lauschen wir erneut einigen Reden. Als gerade Silberbraue seine Rede hält, stürmt plötzlich Thomeg Atherion in den Saal und wirft einen großen Beutel auf die Bühne vor Silberbraue. Einige Köpfe kullern heraus und Thomeg ruft etwas von Verrätern auf der falschen Seite. Die weiße Gilde antwortet mit Applaus, während es links erneut zu unruhigem Tumult kommt.

Nach Silberbraue ergreift Ragnar das Wort und hält eine Rede über Einigkeit und Zusammenhalt, zu dem er uns sogar mit neben sich holt und dem Konvent deutlich macht, wie wichtig diese Einigkeit und das Erscheinen aller Zeichen gemeinsam ist, was ihm tosenden Applaus einbringt.

Ich entschied mich nach langem Grübeln am Nachmittag Muntagonus aufzusuchen und trotz seiner wirren Art, der es schwer war zu folgen, konnte ich in Erfahrung bringen, dass zu alle Epochen, in denen Zeichen da waren, auch Borbarad da war. Ich war lediglich eine Reinkarnation eines Widersachers, so wie die anderen in ihrer Zeit. Vermutlich waren zu der Zeit des alten Wächters, Borbarad, wie auch Rohal, mächtige Echsenwesen. Ebenso erfuhr ich, dass Kr'Thon'Chh, der Zermalmer, der blutrünstige Kriegsgott der alten Echsenrassen war. Er stand für Kampf, Eroberung, Ehre und körperliche Stärke und ihm wurden Menschenopfer dargebracht. Das Zentrum seiner Verehrung bildete einst die Stadt A'Kr'Urabaal. Für die Leviathanim war er wohl der Hauptgott. Deshalb mein blutrünstiges Verhalten. Ich war wohl einst ein wichtiger Wächter, der vor Borbarads altem Dasein beschützte.

Khadil Okharim verbirgt etwas

Fortsetzung...

Kaldrim sucht den Kopf und wickelt ihn wieder ein. Immer mehr Leute strömen herbei, die ebenfalls die Szene mitbekommen haben. Auch einige Magier erkundigen sich, was passiert ist und Kaldrim zeigt ihnen den Kopf, der umgehend mit zur Akademie genommen wird um ihn näher zu untersuchen. Ragnar folgt ihnen.
Ich ziehe mich mit Isonzo und Kaldrim ins Hotel zurück. Kaldrim lernt zum ersten Mal Saari kennen und die beiden unterhalten sich, während ich nur noch meine Ruhe will und mich in mein Zimmer zurückziehe.

Es klopft und Khadil Okharim beehrt uns. Saari holt mich und wir unterhalten uns ein wenig. Nach einiger Zeit offenbare ich ihm meine Gedanken, die mir schon die ganze Zeit im Kopf umherspuken. Wenn seine Anhänger es schafften, Borbarad zurückzuholen, ist es denn dann nicht möglich auch Rohal den Weisen zurückzuholen? Den scheinbar Einzigen auf Dere, der immer gleichzeitig mit ihm da war und der es schon einmal vermochte ihn aufzuhalten? Khadil scheint ähnliche Gedanken zu haben, doch ehe wir genauer das Thema erläutern können, klopft es erneut und Silberbraue aus Mirham steht mit seiner Begleitung Demelioé aus Brabak vor der Tür. Sie wünscht sich ein Abendessen mit Kaldrim und Khadil möchte gehen, doch ich bitte ihn zu bleiben und dränge Kaldrim mit seinem Besuch nach draußen. Isonzo begleitet ihn und ich bleibe mit Khadil und Saari alleine zurück. Er bestätigt mir, dass solche Überlegungen bereits auch andere hatten, doch er scheint mehr zu wissen, als er mir erzählen will. Ragnar kommt zurück und bespricht sich ebenfalls kurz mit uns, ehe Khadil sich verabschiedet und wir uns zurückziehen. Khadil verbirgt irgendetwas, ich kann es spüren.

Samstag, 21. April 2018

Der außerordentliche Allaventurische Konvent

15. Ingerimm 1020 BF

Am Pentagrammaton angelangt, stellen wir fest, dass hohe Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. Nur geladene Gäste dürfen eintreten und draußen sammelt sich jegliches Gefolge der Magister. Vorm Eingang stehen gut ein dutzend Mitglieder der OdL und einige Bewaffnete. Nachdem man uns einlässt, erfolgt eine zweite Kontrolle der Pfeile des Lichts unter einer Mindorium-Rute, die wohl dämonisches erkennt und mit allerlei Schutz- und Bannzaubern belegt ist. Wir werden einzeln und nacheinander in einen Raum gebeten, in dem wir uns vollständig entkleiden müssen und nach Dämonenmalen überprüft werden. Dies gestaltet sich jedoch bei uns etwas schwierig. Man hört draußen noch Isonzos Widerworte "Ich kann diesen Handschuh nicht aussziehen" , doch kurze Zeit später scheint alles geklärt. Ragnar hält es nicht einmal für nötig in den Raum zu gehen, sondern entkleidet sich bereits im Gang und wird ebenfalls eingelassen. Auch Kaldrims Falke scheint sich ruhig zu verhalten um niemanden zu erschrecken. Bei mir jedoch sieht man deutlich den Schock und die Bewunderung in den Augen der Wachen, doch auch ich werde hineingelassen. Ich halte mich bedeckt, mache mich kleiner als ich eigentlich bin und unscheinbarer. Meine Kleidung verhüllt mich fast vollständig, so dass niemand so recht ahnt, wie schlimm ich tatsächlich gezeichnet bin.

Magister Sirdun Cosma, der Zeremonienmeister, bittet uns ihm zu folgen und wir kommen in einen wunderschönen Außenbereich, gleich einem Park. Weiße Rohalssiegel blühen dort und ein Blick auf den Bau der Akademie offenbart uns, dass das Gebäude keinerlei Fugen aufzeigt und sicherlich nicht von Menschenhand erbaut wurde.

Wir gelangen an eine kleine Gruppe von drei Magistern. Khadil Okharim, mein alter Lebensretter,
Spektabilität Prysha von Garlischgrötze zu Grango, die Vorsteherin der Grauen Gilde und Rakorium Muntagonus. Als ich Rakorium erkenne, weiche ich in die Büsche aus und höre bereits von Weitem wie er sich erneut über das Üble des Echsischen auslässt. Cosma stellt alle gegenseitig vor und irgendwann verlässt Prysha mit Rakorium die Gruppe und ich komme hervor und begrüße ebenfalls meinen alten Freund, der sichtlich schockiert ist über meine Verwandlung. Wir verabreden uns für den Abend im Yaquirien um in Ruhe unter wenigen Augen zu sprechen.

Wir werden weiter geführt und lernen Rohezal vom Amboss, den verhüllten Meister kennen, ebenso wie Magister Schlangenstab aus Kuslik und Magister Eisenkober aus Angbar, der uns sehr missmutig und abschätzend begutachtet.

Wieder im Gebäude treffen wir auf Salpikon Savertin, Magister Silberbraue und den alten Puschinske aus Lowangen, der uns interessiert anschaut, während Salpikon versucht uns freundlich zu begrüßen und wir ihm mehr als deutlich unsere Abneigung zeigen.

Als wir auf eine weitere Gruppe stoßen, der wir vorstellig werden, möchte Magister Pôlberra Ragnars Auge näher untersuchen und beginnt ganz nebenbei einen Zauber zu wirken, was Ragnar jedoch bemerkt und kurzerhand hat er den alten Magus am Kragen gepackt, leicht in die Höhe gehoben und mit einigen Drohungen wieder abgestellt. Währendessen umgarnt Kaldrim dessen wunderschöne Begleitung aus Brabak. Er ist noch immer ein Charmeur, wie er im Buche steht.

Einige Meter weiter sehen wir Xenos von den Flammen sich mit zwei Hexen unterhalten und auch Tarlisin von Borbra entdecke ich von Weitem. Er sieht erholt aus, auch wenn sein Schatten noch immer fehlt.

Wir kommen in die Konventhalle. Ein großer kreisrunder Saal von gut zwanzig Schritt Durchmesser und einer Höhe von sicherlich doppelt so viel. Eine riesige Kuppel aus dem gleichen grünen Marmor wie der Rest der Akademie, überdacht den Saal und ein großes silbernes Pentagramm ist in die Decke eingelassen.

Eine Glocke ertönt und die Halle füllt sich. Rechts nehmen die Magier der weißen Gilde Platz, in der Mitte die der Grauen und links die Schwarzmagier. Wir bekommen Plätze in der Mitte in der zweiten Reihe zugewiesen. Gut 600 Magier haben sich her versammelt und ich versuche den starken Geruch der versammelten Magie auszublenden, ehe er mir die Sinne raubt.

Spektabilität Prysha von Garlischgrötze zu Grangor eröffnet mit einer Rede den Konvent und ihr folgen zwei weitere Magister, ehe die Veranstaltung offiziell eröffnet ist.
Danach beginnt eine hitzige Debatte, mit vielen abwechselnden Sprechern, da jeder meint erst einmal seine Meinung kund tun zu müssen.

Auf einmal steht Kaldrim am Pult und denunziert Salpikon Savertin vor aller Augen, wegen seinem unüberlegten Handeln mit der Bruderschaft. Doch er vergibt ihm in Anbetracht der jetzigen Situation. Es entsteht einiger Tumult daraufhin und als dieser sich langsam wieder legt, übernehme ich das Wort.

Verhüllt und gebeugt stelle ich mich ans Pult und beginne von Anfang an zu berichten, wie Borbarad zurückkam und wann wir bisher auf ihn oder seine Handlanger getroffen  sind. Bevor ich jedoch ende, weise ich auf uns als Gezeichnete hin und gebe ihnen einen schockierenden Einblick, was es bedeutet gezeichnet zu sein. Noch während ich spreche, werfe ich meinen Umhang ab, richte mich zu voller Größe auf und jedermann kann erkennen, wie geschuppt ich mittlerweile bin und meinen linken Echsenarm... zudem ist meine wahre Größe und Muskelkraft gut sichtbar. Doch dies alleine reicht mir nicht. Ich rufe mein N'Churr ab und verwandle mich vor den Augen des Konvents in die Wächterechse, was allgemeines Chaos verursacht. Die Pfeile des Lichts kommen herbeigeeilt, die Magister versuchen untereinander aufgebrachte Kollegen zu beruhigen. Wegen der aufgeheizten Stimmung, stimmt Kaldrim plötzlich das Friedenslied an, doch auch dies ist in gewissem Sinne eine magische Anwendung und kurzerhand wird er aus der Halle entfernt. Rohezal zieht mich von der Bühne in Sicherheit, doch meine Verwandlung ward nur kurz und längst habe ich mich wieder zurück verwandelt und rufe den Bestürzten noch hinzu, ehe ich von der Bühne gehe "Vielleicht versteht ihr jetzt, was es heißt gezeichnet zu sein!" Dann setze mich wieder auf meinen Platz und genieße das aufgebrachte Schauspiel.

Nachdem die Gemüter sich wieder beruhigt haben, fängt Isonzo an zu sprechen. Er ist auf einmal angezogen wie ein Magus und wie ein schlechter Jahrmarktszauberer zaubert er einen Hasen aus dem Hut und macht den Magiern damit deutlich, wie leicht man sich täuschen lassen kann, denn jeder einfache Bauer hätte dies sicherlich als etwas fantastisches erlebt. Täuschung ist nur allzuleicht, man darf sich auf nichts mehr verlassen in diesen Zeiten. Als er endet, kündigt er gleichzeitig Kaldrim an mit allerlei Titeln, die ihm nicht alle wirklich zustehen.

Kaldrim beginnt zu sprechen und das was er sagt, erzürnt mich zutiefst. Er macht den Magistern tatsächlich den Vorschlag mit IHM, dem Dämonenmeister, dem Sphärenschänder, dem schrecklichen Eroberer und vielfach Verfluchten, diplomatisch zu verhandeln um weiteres Blutvergießen aufzuhalten. Ich bin wie vom Schlag getroffen. Mein Gefährte, der dieselbe beschissene Bürde trägt ein Gezeichneter zu sein, dem , wie Ragnar immer sagt, die Sonne aus dem Arsch scheint, der immer positive und an das Gute glaubende.... er muss völlig den Verstand verloren haben.... in den Reihen der schwarzen Gilde ist Zustimmung zu vernehmen, während die weiße immer ungehaltener wird. Was, bei den Zwölfe, denkt er sich dabei!?!?

Rakalla Rabenmund stürmt ans Pult und verlangt uns als Gezeichnete vom Konvent auszuschließen, was wiederrum ungleiche Stimmungen unter den Anwesenden hervorruft.

Prysha beendet schnell für heute den Konvent und ich stürze wutentbrannt aus dem Saal... auf dem Weg zurück und im Hotel beginnt ein festes Streitgespräch mit Kaldrim, bei dem wir ein weiteres Mal nicht alle seiner Meinung sind!

Doch plötzlich hören wir von oben ein markerschütterndes Gekreisch und alle erinnern sich schlagartig - ein Karakil! Wir starren gen Himmel und plötzlich fällt uns ein Sack vor die Füße, ehe das geflügelte Schlangenwesen wieder verschwindet. Ragnar nähert sich dem Beutel vorsichtig und öffnet ihn. Ein abgetrennter Kopf rollt heraus und spricht: "Das Ende eures Zeitalters ist gekommen! Geht zurück ins Licht, Fabelwesen!" Kaum, dass der Kopf endete, kickt Ragnar ihn in hohem Bogen von sich vor lauter Schreck...

Wiedersehen mit Kaldrim

15. Ingerimm 1020 BF

Punin ist völlig überfüllt. Seit Tagen schon wirkt die Stadt wie ein Ameisenhaufen. Nicht nur der allaventurische Konvent hat Menschen in die Stadt gelockt, sondern zeitgleich ist auch der Geweihtenkonvent und das große Wagenrennen. Es herrscht eine ausgelassene, fröhliche Stimmung, doch trotz allem liegt auch ein bedrückendes Gefühl über der Stadt  - eine Mischung zwischen der Heiterkeit des Südens und der Sorge, aufgrund der Geschehnisse im Nordosten.

Wir haben die Königssuite im Hotel Yaquirien bezogen und werden fürstlich bewirtet. Als wir gerade beim Frühstück sitzen, öffnet sich plötzlich die Tür und Kaldrim kommt herein. Fröhlich wie eh und je, excellent gekleidet und mit einem strahlenden Lächeln auf dem Gesicht begrüßt er uns. Isonzo springt freudestrahlend auf und begrüßt seinen alten Freund, während ich mich vor Schreck an meinem Brot verschlucke, dass ich vorerst nichts erwidern kann. Ragnar begrüßt ihn ebenfalls in alter Nordmannmanier.

Einerseits erfreut ihn wiederzusehen, andererseits fast schon schockiert über seine gute Laune, als wenn das letzte Jahr nichts passiert wäre, begrüße ich ihn ebenfalls und kann es nicht unterlassen ihn gleich zu rügen, warum er sich niemals die Mühe gemacht hat, uns über sein Wohlergehen zu informieren. Während wir in den Schlachten gegen Borbarad stand hielten, machte er sich eine schöne Zeit in den Beilunker Bergen. Ich bin schon fast fassungslos über solch eine egoistische Einstellung. Kaum dass der Zwerg noch keine fünf Minuten in unserem Quartier steht, entbrennt ein Streit zwischen Kaldrim und mir, während Ragnar die Augen verdreht und anfängt hartgekochte Eier zu vertilgen.

Kaldrim erzählt uns, dass er beim Raben von Punin war und auf sein ehrenvolles Grab verzichtet. Sollte er je sterben, möchte er nicht über andere gestellt sein, sondern auf normale Weise bestattet werden, wo auch immer es gerade passt.

Während des Frühstücks werden die Nerven des Bediensteten noch ein wenig auf die Probe gestellt, da sowohl mehr Eier, als auch Kokosnüsse gewünscht werden, wie auch Wein, Rum, Früchte und Trüffel. Isonzo bereitet eine Bowle zu, ein Gemisch aus Wein und Rum mit Früchten. Ein interessantes Getränk. Doch bald machen wir uns auf den Weg zum Konvent, während Isonzo schon einen leichten Schwips hat.

Kaldrim lässt sich in einer Sänfte zur Akademie tragen, während Isonzo mit seinem Pferd voraus reitet und ihm Platz verschafft, selbstverständlich mit lautstarker Ankündigung Kaldrims. Ragnar und ich gehen in weitem Abstand hinter dem ganzen Geschehen, damit wir nicht mit ihm in Verbindung gebracht werden. Die Straßen sind realitiv frei und es stellt sich heraus, dass das gesamte Theaterviertel für den Konvent abgeriegelt wurde...