5. Hesinde 1016 BF
Die Hippogriffe fliegen uns zu der Stelle zurück, von der sie uns fortgebracht haben. Der Blick in den Himmel zeigt uns, dass es kurz vor Neumond ist. Wir waren wohl länger fort als angenommen. Es muss schon der 21. Boron sein. Nach kurzer Inspektion des Kampfplatzes, machen wir uns auf den Weg und erreichen gegen Abend Moosgrund. Wir kehren in der uns bekannten Schänke ein und auf der Suche nach unseren Pferden, erfahren wir, dass sie dem hiesigen Rondratempel zugelaufen sind.
Am nächsten Morgen holen wir unsere Reittiere dankbar ab und machen uns erneut auf den Weg zum Nachtschattenturm. Die Insel hat sich verändert. Fackelschein dringt aus dem Turm und wir erkennen schattenhaft Bewegungen um ihn herum. Plötzlich fliegt etwas großes Finsteres über unsere Köpfe hinweg, scheint etwas auf dem Turm oben abzusetzen und fliegt wieder davon. Ragnars Auge fängt plötzlich an mächtig zu leuchten und als wir uns langsam auf den Weg über die Eisfläche begeben, erkennt er wie etwas auf uns zu gerannt kommt. Ein großes pelziges Etwas springt Ardo an und während ich versuche ihm zu Hilfe zu eilen, breche ich plötzlich ins Eis ein und gehe im eisigen Wasser unter. Als ich prustend wieder an die Oberfläche komme, kann ich gerade noch Ragnars Stab packen und er zieht mich heraus. Ich werfe den schweren, nassen Pelzmantel ab um mich überhaupt bewegen zu können, doch die eisige Kälte scheint mich einfrieren zu wollen. Das pelzige Monster ist besiegt, doch als wir an den Rand der Insel kommen, treten uns vier weitere Gestalten gegenüber. Ardo spricht ein Gebet zu Rondra und wir bemerken, wie die Frau und ein wehrhaft gekleideter Mann zusammenzucken. Ich wende mich mit meinem Khunchomer der Frau zu und meine Schläge zeigen Wirkung. Als ich meiner Wiedergängerin mit einem letzten Hieb den Kopf vom Rumpf trenne und mich umschaue, sehe ich Kaldrim in Bedrängnis und eile ihm zu Hilfe. Doch sein Gegner scheint auf den Khunchomer nicht zu reagieren und ich ziehe den Silberdolch von Waldemar. Dieser zeigt endlich Wirkung und ich kann ihn ebenfalls niederstrecken. Nachdem ich dieses Wesen ebenfalls geköpft habe, schaue ich mich um. Ragnar hat seinen Gegner bereits mit Hilfe von Magie zu Asche verwandelt und ich wende mich Ardo zu. Die Klingen der beiden Kämpfer schlagen heftig aufeinander, der Klang des Metalls klingt laut über den See, sie scheinen sich ebenbürtig zu sein. Ich schlage ebenfalls zu, doch als sich der Kämpfer zu mir wendet, fordert Ardo ihn zum ehrenvollen Zweikampf auf und er gehorcht. Ich hadere, ob ich nun trotzdem eingreifen soll, während Ardo ihn in die Knie zwingt. Ardo hält inne. Zum Kuckuck mit Rondras Ehrengesetzen. Ich hole aus und schlage dem Vampir ebenfalls den Kopf ab. Ich habe es mir geschworen, diese Bestien zu vernichten. Blutüberströmt stehe ich da und der Schweiß rinnt mir vom Gesicht. Wenigstens ist mir nicht mehr kalt. Meine Kleidung klebt kalt und nass auf meiner Haut und ein Schauer läuft mir über den Rücken. Kaldrim liegt ohnmächtig am Boden, offenbar schwer verletzt, doch Ragnar kümmert sich um ihn. Als wir uns wieder gesammelt haben, betreten Ardo und ich den Turm, während Ragnar noch bei Kaldrim bleibt.
Die große Holztür zum unteren Zimmer steht diesmal offen und inmitten eines Kreises aus Praiosgegenständen, steht ein riesiger, bleicher, jedoch sehr eindrucksvoller Ordensritter. Seine Brünne und auch der Rest der Kleidung sind von Ruß geschwärzt. Die Gegenstände sind offensichtlich die gestohlenen Stücke aus dem Tempel aus Anderath. Ardo erkennt ihn sofort als den Ritter der Acheburg. Er erzählt uns, dass Pardona ihn gebannt hat und er uns helfen kann sie zu bekämpfen, wenn wir ihn frei lassen. Ardo glaubt an sein Wort als Ritter und als Ardo den Kreis betritt, greift Walmir ihn sofort an der Kehle und verlangt seine Freiheit. Mir bleibt fast das Herz stehen und eiligst werfe ich die Gegenstände aus dem Kreis, ohne mich von Kaldrim aufhalten zu lassen. Darauf hat Walmir gewartet, er bricht aus dem Kreis aus und jeder Versuch ihn aufzuhalten, endet in einem furchtbaren Angriff seinerseits. Er schleudert uns wie Puppen durch den Raum. Kaldrim bricht er den Arm und auch Ragnar und Ardo können nichts gegen ihn ausrichten. Er kann nach draußen flüchten, verwandelt sich in eine Fledermaus und sucht das Weite.
Irgendetwas bahnt sich über uns an und als wir nach oben kommen, sehen wir inmitten des Tridekagramms einen großen Kessel. Diesmal ist die Einkerbung des Dämonenzeichens mit Blut gefüllt und gegenüber von uns steht Pardona und murmelt mit geschlossenen Augen hochkonzentriert irgendwelche Formeln. Sie registriert uns nicht, doch wir können auch nicht zu ihr gelangen, da eine unsichtbare Barriere zwischen uns steht. Wir sehen wie das Blut auf dem Boden sich sammelt und immer größer werdende Klumpen entstehen. Auch von den Wänden kommt Blut herab, läuft die Kesselwände hinauf und sammelt sich im Inneren. Im Kessel festigt sich das Blut in Klumpen und Gewebe und wir müssen untätig mit ansehen wie eine menschliche Gestalt entsteht. Der Kessel wiederum verläuft in flüssiges Zinn und sammelt sich in den Rinnen des Beschwörungskreises. Als die Verwandlung beendet ist, sehen wir einen vollkommenen Menschen vor uns. Ebenmässige Gesichtzüge und ein perfekter Körper erwachen zum Leben. Borbarad erwacht zum Leben. Er ist zurück. Pardona himmelt ihn an, doch sie wird abwertend von ihm abgewiesen und er verschwindet einfach. Die Barriere ist verschwunden. Jetzt erst bemerkt uns Pardona und sie gibt uns die Schuld an seiner Abweisung. Sie beschwört einen Dämon des Namenlosen und verschwindet ebenfalls. Kaldrim und ich eilen nach unten um uns Gegenstände des Praios zu holen, da wir anderweitig nichts gegen einen Dämon ausrichten können. Doch mit einem mächtigen Flammenstrahl von Ragnar und einem schweren Hieb Ardos ist dieser besiegt ehe wir zurückkehren. Niedergeschlagen machen wir uns auf den Rückweg nach Baliho.
Sofort kehre ich zu unserem Haus zurück um mich wieder aufzuwärmen und mich zu erholen und wieder herzurichten. Nach ein paar Tagen machen wir uns auf nach Trallop um Waldemar Bericht zu erstatten und die geliehenen Dinge zurückzugeben.
Wir werden hoch belohnt und als ich in unser Haus zurückkehre, besorge ich uns erst einmal eine hölzerne Wanne, besorge mir neue Kleidung, Brennmaterial und richte uns verschiedene Strohlager, damit wir mehr als ein Bett haben. Bis der Winter vorüber ist, werde ich hier sicherlich ausharren.
Mein Name ist Yamira saba Shanya al Kira! Mein Leben soll nicht in Vergessenheit geraten, denn ich bin zu Größerem erkoren, sonst säße ich bereits an Rondras Tafel. Doch werde ich erst von Dere gehen, wenn meine Aufgabe erfüllt ist. Somit schreibe ich nieder was mir widerfährt, damit meine Taten weitererzählt werden und ich als Heldin ewig weiterlebe...
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Sonntag, 19. Juli 2015
Die Hochelfe
17. Boron 1016 BF
Nach ca. zwei Tagen landen wir zwischen grünen Blätterdächern in einem Wald. Die Firnelfen führen uns, als wir von anderen Elfen, die aus dem Nichts erschienen, aufgehalten werden. Nach langer Diskussion werden wir von einer Waldelfe weiter in eine Art Dorf gebracht. Es liegt inmitten von verwachsenen Blutulmen, hoch oben in ihren Astgabeln. Alles sieht seltsam natürlich miteinander verwoben aus. Wir bekommen zu Essen und zu Trinken und man versorgt unsere Wunden. Danach falle ich in einen tiefen erholsamen Schlaf. Nachdem man uns sanft geweckt hat, werden wir von der Waldelfe und zwei Firnelfen weiter in den Norden gebracht. Die Blutulmen weichen Nadelgehölz und es wird deutlich kühler. Hier und da liegt Schnee, doch bei weitem nicht so viel wie in Weiden. Wir kommen an eine Lichtung mit einem wunderschönen See, der auf der gegenüberliegenden Seite von einem Wasserfall gespeist wird. Plötzlich vernehme ich eine wohlklingende Stimme auf tulamidisch, die aus dem See zu stammen scheint. Der Blick auf meine Gefährten sagt mir, dass auch sie angesprochen wurden. Eine wunderschöne, schneeweiße Elfe mit silbernen Augen kommt auf uns zu, doch diesmal mache ich mir keine Gedanken. Ihre Augen strahlen uralte ruhige Macht aus.
Ihr Name ist Loriniel. Sie erzählt uns von Pardona, die das Hochelfenvolk des Himmelsturms fast vernichtete mit Nachtalben in ihrem Gefolge. Das waren also die schwarzen Kämpfer, die so underisch erschienen. Alles was sie uns erzählt, wird von der Natur gesprochen. Mal kommt ihre Stimme aus dem Bäumen, mal vom Wasser oder vom Wind. Sie scheint auch jeden in seiner Muttersprache anzusprechen. Diese Hochelfe ist seit 5000 Götterläufen auf Dere und Wächterin eines uralten Artefakts. Einst gab es die Brüder Ometheon und Emetiel, die durch Pardona entzweit wurden. Sie erwähnt, dass es nach ihnen noch weitere Brüder gab, die sich bekämpften, doch eine Prophezeiung sagt: „Wenn die Male vereint sind, dann wird das Gleichgewicht wieder hergestellt“ So hat sie auf uns gewartet, was ich nicht ganz verstehe, doch es sei unsere Aufgabe es herauszufinden. Nun da sie das Zeichen nun weitergeben kann, sei ihre Aufgabe erfüllt und sie wird Dere verlassen!?
Sie geht zu Kaldrim, nimmt seine Hand und offenbart ihm eine Hautzeichnung auf ihrer Schulter. Diese wird plötzlich beweglich und wandert über ihren Arm zu Kaldrim hinüber, verwandelt sich von einem Luchs in einen Falken und wandert ebenfalls unter seine Kleidung. Sprachlos schaue ich zu. Ein leichter Schauer läuft über meinen Rücken. So etwas seltsames habe ich noch nie gesehen. Die Elfe selbst legt sich behutsam in den Schnee und schließt die Augen ohne weitere Erklärungen. Die anderen Elfen setzen sich drum herum und auch ich stehe betroffen an ihrer Seite. Nach einer Weile hört sie einfach auf zu atmen. Sie hat Dere verlassen. Schweigsam und niedergeschlagen bringen uns die Elfen zurück. Als wir den Nadelwald verlassen, überfällt uns eine schwere Müdigkeit. Wir werden zu den Flugtieren gebracht und sie erheben sich erneut in die Lüfte...
Nach ca. zwei Tagen landen wir zwischen grünen Blätterdächern in einem Wald. Die Firnelfen führen uns, als wir von anderen Elfen, die aus dem Nichts erschienen, aufgehalten werden. Nach langer Diskussion werden wir von einer Waldelfe weiter in eine Art Dorf gebracht. Es liegt inmitten von verwachsenen Blutulmen, hoch oben in ihren Astgabeln. Alles sieht seltsam natürlich miteinander verwoben aus. Wir bekommen zu Essen und zu Trinken und man versorgt unsere Wunden. Danach falle ich in einen tiefen erholsamen Schlaf. Nachdem man uns sanft geweckt hat, werden wir von der Waldelfe und zwei Firnelfen weiter in den Norden gebracht. Die Blutulmen weichen Nadelgehölz und es wird deutlich kühler. Hier und da liegt Schnee, doch bei weitem nicht so viel wie in Weiden. Wir kommen an eine Lichtung mit einem wunderschönen See, der auf der gegenüberliegenden Seite von einem Wasserfall gespeist wird. Plötzlich vernehme ich eine wohlklingende Stimme auf tulamidisch, die aus dem See zu stammen scheint. Der Blick auf meine Gefährten sagt mir, dass auch sie angesprochen wurden. Eine wunderschöne, schneeweiße Elfe mit silbernen Augen kommt auf uns zu, doch diesmal mache ich mir keine Gedanken. Ihre Augen strahlen uralte ruhige Macht aus.
Ihr Name ist Loriniel. Sie erzählt uns von Pardona, die das Hochelfenvolk des Himmelsturms fast vernichtete mit Nachtalben in ihrem Gefolge. Das waren also die schwarzen Kämpfer, die so underisch erschienen. Alles was sie uns erzählt, wird von der Natur gesprochen. Mal kommt ihre Stimme aus dem Bäumen, mal vom Wasser oder vom Wind. Sie scheint auch jeden in seiner Muttersprache anzusprechen. Diese Hochelfe ist seit 5000 Götterläufen auf Dere und Wächterin eines uralten Artefakts. Einst gab es die Brüder Ometheon und Emetiel, die durch Pardona entzweit wurden. Sie erwähnt, dass es nach ihnen noch weitere Brüder gab, die sich bekämpften, doch eine Prophezeiung sagt: „Wenn die Male vereint sind, dann wird das Gleichgewicht wieder hergestellt“ So hat sie auf uns gewartet, was ich nicht ganz verstehe, doch es sei unsere Aufgabe es herauszufinden. Nun da sie das Zeichen nun weitergeben kann, sei ihre Aufgabe erfüllt und sie wird Dere verlassen!?
Sie geht zu Kaldrim, nimmt seine Hand und offenbart ihm eine Hautzeichnung auf ihrer Schulter. Diese wird plötzlich beweglich und wandert über ihren Arm zu Kaldrim hinüber, verwandelt sich von einem Luchs in einen Falken und wandert ebenfalls unter seine Kleidung. Sprachlos schaue ich zu. Ein leichter Schauer läuft über meinen Rücken. So etwas seltsames habe ich noch nie gesehen. Die Elfe selbst legt sich behutsam in den Schnee und schließt die Augen ohne weitere Erklärungen. Die anderen Elfen setzen sich drum herum und auch ich stehe betroffen an ihrer Seite. Nach einer Weile hört sie einfach auf zu atmen. Sie hat Dere verlassen. Schweigsam und niedergeschlagen bringen uns die Elfen zurück. Als wir den Nadelwald verlassen, überfällt uns eine schwere Müdigkeit. Wir werden zu den Flugtieren gebracht und sie erheben sich erneut in die Lüfte...
Der Gletscherwurm
14. Boron 1016 BF
Niedergeschlagen machen wir uns auf den Rückweg nach Baliho, als wir ein lautes Rauschen durch den Wald vernehmen, gleich einem Flügelschlagen, und ein großer Schatten fliegt über uns hinweg. Silbrige Schuppen glänzen durch das Blätterdach und ich meine einen Drachen zu erkennen. Nicht weit vor uns scheint er im Wald zu landen und wir reiten schnell in diese Richtung. Wir kommen an eine Lichtung, in deren Mitte der Boden grob aufgewühlt ist und inmitten des Schnees steht eine schneeweiße, splitternackte Elfe. Meinen Begleitern fallen fast die Augen raus und seltsamerweise sind wir ihr alle freundlich gesinnt. Vom Drachen ist keine Spur zu sehen. Sie kommt auf uns zu und Kaldrim reicht ihr sofort seinen Umhang. Sie erzählt uns ihr Name sei Lisira und der Wurm Drasa hätte sie entführt, doch er habe sie hier fallen gelassen und sei weiter geflogen. Doch ich bin skeptisch. Sie versteht jeden von uns in seiner Muttersprache und antwortet immer in Garethi. Ich erinnere mich an Teclador. Auch er war in Menschengestalt unterwegs gewesen und konnte sämtliche Sprachen fließend. Diese Elfe IST der Drache, dafür würde ich meine zweite Hand ins Feuer legen. Während diese sich an Ragnar schmiegt und ihm Honig ums Maul schmiert, spreche ich mit Ardo und wir schauen uns den aufgewühlten Erdboden an, auf dem wir sogar Krallenspuren erkennen. Ardo spricht laut aus, was ich denke und beschuldigt die Elfe geradeheraus als Lügnerin. Sie wird unfreundlicher und ungemütlicher und so langsam offenbahrt sie ihr wahres ich.
Sie wirft einen ihrer zwei Armreife in unsere Richtung und ein heftiger Stoss wirft uns allesamt einige Meter weit nach hinten in den Schnee. Als wir uns aufrappeln und unsere Waffen ziehen, zieht sie sich zurück und murmelt etwas, woraufhin plötzlich vier rabenschwarz gekleidete Gestalten erscheinen, die sich uns entgegen stellen. Sie tragen Rabenschnäbel als Waffen, haben tiefschwarze Augen und spinnenfeines weißes Haar unter ihren schwarzen Kapuzen. Es entbrennt ein harter Kampf. Die Gegner bluten sogar schwarz. Was auch immer diese Dinger sind, sie sind schwer zu bekämpfen. Als nach einer Weile Ardo seinen Widersacher erledigt, wirft die Elfe erzürnt ihren zweiten Armreif in unsere Richtung. Ich spüre von der Seite plötzlich einen starken Windstoß und sehe aus den Augenwinkeln wie der Reif ein wenig abseits von uns zu Boden geht und sich dort plötzlich der Boden schwarz verfärbt, öffnet und eklige Tentakeln nach oben greifen. Den Göttern sei Dank sind wir außerhalb ihrer Reichweite. Unsere Gegner lassen sich kaum bezwingen. Plötzlich spüre ich furchtbare Schmerzen in meinen Gliedern und gehe zu Boden. Gleichzeitig brechen auf einmal die Niederhöllen los. Wir hören Pfeile sirren und sehen wie die schwarzen Unwesen unzählige Male getroffen werden. Die Elfe schreit erbost auf und verwandelt sich plötzlich in einen silbrig schimmernden Drachen zurück und wehrt sich, während wir von Firnelfen weggezerrt werden. Sie reden auf uns ein in ihrer eigenen Sprache, doch wollen sie uns wohl zu verstehen geben, dass wir hier nichts mehr ausrichten können. Sie zerren uns zu geflügelten Tieren, die ich noch nie gesehen habe. Eine Mischung aus Adler und Pferd. Wir werden aufgefordert aufzusteigen und fliegen mit ihnen davon. Scheinbar gen Norden, denn unter uns können wir Trallop, den Neunaugensee und die Salamandersteine erkennen. Verletzt und schwach lasse ich mich dahintreiben in dieser unwirklichen Höhe über den Wolken und versinke immer wieder in Schlaf, während wir immer weiter fliegen.
Niedergeschlagen machen wir uns auf den Rückweg nach Baliho, als wir ein lautes Rauschen durch den Wald vernehmen, gleich einem Flügelschlagen, und ein großer Schatten fliegt über uns hinweg. Silbrige Schuppen glänzen durch das Blätterdach und ich meine einen Drachen zu erkennen. Nicht weit vor uns scheint er im Wald zu landen und wir reiten schnell in diese Richtung. Wir kommen an eine Lichtung, in deren Mitte der Boden grob aufgewühlt ist und inmitten des Schnees steht eine schneeweiße, splitternackte Elfe. Meinen Begleitern fallen fast die Augen raus und seltsamerweise sind wir ihr alle freundlich gesinnt. Vom Drachen ist keine Spur zu sehen. Sie kommt auf uns zu und Kaldrim reicht ihr sofort seinen Umhang. Sie erzählt uns ihr Name sei Lisira und der Wurm Drasa hätte sie entführt, doch er habe sie hier fallen gelassen und sei weiter geflogen. Doch ich bin skeptisch. Sie versteht jeden von uns in seiner Muttersprache und antwortet immer in Garethi. Ich erinnere mich an Teclador. Auch er war in Menschengestalt unterwegs gewesen und konnte sämtliche Sprachen fließend. Diese Elfe IST der Drache, dafür würde ich meine zweite Hand ins Feuer legen. Während diese sich an Ragnar schmiegt und ihm Honig ums Maul schmiert, spreche ich mit Ardo und wir schauen uns den aufgewühlten Erdboden an, auf dem wir sogar Krallenspuren erkennen. Ardo spricht laut aus, was ich denke und beschuldigt die Elfe geradeheraus als Lügnerin. Sie wird unfreundlicher und ungemütlicher und so langsam offenbahrt sie ihr wahres ich.
Sie wirft einen ihrer zwei Armreife in unsere Richtung und ein heftiger Stoss wirft uns allesamt einige Meter weit nach hinten in den Schnee. Als wir uns aufrappeln und unsere Waffen ziehen, zieht sie sich zurück und murmelt etwas, woraufhin plötzlich vier rabenschwarz gekleidete Gestalten erscheinen, die sich uns entgegen stellen. Sie tragen Rabenschnäbel als Waffen, haben tiefschwarze Augen und spinnenfeines weißes Haar unter ihren schwarzen Kapuzen. Es entbrennt ein harter Kampf. Die Gegner bluten sogar schwarz. Was auch immer diese Dinger sind, sie sind schwer zu bekämpfen. Als nach einer Weile Ardo seinen Widersacher erledigt, wirft die Elfe erzürnt ihren zweiten Armreif in unsere Richtung. Ich spüre von der Seite plötzlich einen starken Windstoß und sehe aus den Augenwinkeln wie der Reif ein wenig abseits von uns zu Boden geht und sich dort plötzlich der Boden schwarz verfärbt, öffnet und eklige Tentakeln nach oben greifen. Den Göttern sei Dank sind wir außerhalb ihrer Reichweite. Unsere Gegner lassen sich kaum bezwingen. Plötzlich spüre ich furchtbare Schmerzen in meinen Gliedern und gehe zu Boden. Gleichzeitig brechen auf einmal die Niederhöllen los. Wir hören Pfeile sirren und sehen wie die schwarzen Unwesen unzählige Male getroffen werden. Die Elfe schreit erbost auf und verwandelt sich plötzlich in einen silbrig schimmernden Drachen zurück und wehrt sich, während wir von Firnelfen weggezerrt werden. Sie reden auf uns ein in ihrer eigenen Sprache, doch wollen sie uns wohl zu verstehen geben, dass wir hier nichts mehr ausrichten können. Sie zerren uns zu geflügelten Tieren, die ich noch nie gesehen habe. Eine Mischung aus Adler und Pferd. Wir werden aufgefordert aufzusteigen und fliegen mit ihnen davon. Scheinbar gen Norden, denn unter uns können wir Trallop, den Neunaugensee und die Salamandersteine erkennen. Verletzt und schwach lasse ich mich dahintreiben in dieser unwirklichen Höhe über den Wolken und versinke immer wieder in Schlaf, während wir immer weiter fliegen.
Der Nachtschattenturm
13. Boron 1016 BF
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Nachtschattenturm im Südwesten. Nebel kommt auf und wir passieren viele kleine zugefrorene Seen. Gegen Mittag erreichen wir einen großen See mit sicherlich zwei Meilen Durchmesser. Inmitten des Sees, von uns aus sicher noch fünfzig Schritt entfernt, ragt auf einer Insel ein großer quadratischer Turm empor. Auf seinen vier Eckzinnen harren steinerne Gargoyles aus und der Nebel bedeckt den ganzen zugefrorenen See. Wir binden unsere Pferde an und wagen uns vorsichtig auf die Eisfläche. Ardo geht voran, wenn er nicht einbricht, passiert es keinem von uns, so schwer bewaffnet und gekleidet wie er ist. Wir kommen unbeschadet zur Insel. Sie ist nur spärlich bewachsen. Der Turm ist vollständig mit einer purpurnen Kletterpflanze umrankt und auf dem Boden wachsen seltsame Pilze, die mir bekannt vorkommen. Rattenpilze!!! Der Namenlose war oder ist hier am Werk. Vorsichtig gehen wir weiter zum Inneren des Turms. In der Eingangshalle steht eine uralte vermoderte Holztruhe die schon beim Hinsehen zerfallen will. Überall im Turm hängen Pechfackeln, die neueren Ursprungs zu sein scheinen. Eine alte intakte Eichentür auf der rechten Seite lässt sich knarzend öffnen und wir gelangen in einen großen Raum mit einem hohen Deckengewölbe. Auch hier finden sich Gargoyles, die nicht gerade vertrauenserweckend aussehen. Inmitten des Raumes erkennen wir alte dunkle Flecken auf dem Boden. Offensichtlich alte eingetrocknete Blutflecken. Als wir der Treppe folgen, die nach oben führt, gelangen wir in einen weiteren Raum, in dessen Mitte ein seltsames Zeichen im Boden eingelassen ist. Es sieht aus wie ein dreizehn gezackter Stern und Ragnar erkennt es als ein Symbol zur Dämonenbeschwörung. Eine weiter Treppe führt nach oben auf den Wehrgang, jedoch ist die Öffnung dorthin extrem groß, als wäre sie für oder von etwas Großem aufgerissen worden. Bei genauerem Hinsehen, entdecken wir sporadische Schleifspuren im Steinboden, die zur Treppe hin oder weg führen. Als ich Ragnar befrage ob sein Rubinauge etwas sieht, meint er, deutliche Kraftlinien über dem Tridekagramm zu erkennen, die sich dort kreuzen. Als wir uns den Wehrgang genauer anschauen, finden wir an einer Ecke abgebrochene Zinnen und Krallenspuren. Was auch immer hier aus und ein geht, es muss groß sein und riesige Krallen haben. Da wir sonst nix finden können, glaubt Kaldrim an die Tatsache, dass der Turm sich verändert und wir zünden alle Fackeln an, doch nichts passiert. Ratlos stehen wir im Turm und überlegen wie wir weiter vorgehen wollen.
Wir entscheiden uns auf die Nacht zu warten. Während Ragnar und Kaldrim nach oben gehen, fängt Ardo an, mich nach Geron dem Einhändigen abzufragen, doch ich habe alles vergessen, was er mir erzählt hatte. Ardo hat es sich wohl zur Aufgabe gemacht mich zu unterrichten, doch ich scheitere kläglich. Ich muss zugeben, dass ich wohl bei seinem Schwerttanz mehr auf ihn als auf die Geschichte konzentriert war. Ich nehme mir fest vor, ihm besser zuzuhören.
Merke: Rondra schickte ihren Götterboten Mythrael, den Himmelslöwen zu Geron und forderte ihn zum Kampf, bei dem er seine rechte Hand verlor, doch Geron war so stark und mutig, dass er trotzdem nicht unterlag und so offenbarte sich der Bote und gab Geron das Schwert Siebenstreich um zukünftig im Namen Rondras zu kämpfen.
Die Nacht wird immer kälter und wir legen ein paar brennende Fackeln zusammen auf den Boden um uns zu wärmen, aber bis zur Morgendämmerung passiert nichts.
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Nachtschattenturm im Südwesten. Nebel kommt auf und wir passieren viele kleine zugefrorene Seen. Gegen Mittag erreichen wir einen großen See mit sicherlich zwei Meilen Durchmesser. Inmitten des Sees, von uns aus sicher noch fünfzig Schritt entfernt, ragt auf einer Insel ein großer quadratischer Turm empor. Auf seinen vier Eckzinnen harren steinerne Gargoyles aus und der Nebel bedeckt den ganzen zugefrorenen See. Wir binden unsere Pferde an und wagen uns vorsichtig auf die Eisfläche. Ardo geht voran, wenn er nicht einbricht, passiert es keinem von uns, so schwer bewaffnet und gekleidet wie er ist. Wir kommen unbeschadet zur Insel. Sie ist nur spärlich bewachsen. Der Turm ist vollständig mit einer purpurnen Kletterpflanze umrankt und auf dem Boden wachsen seltsame Pilze, die mir bekannt vorkommen. Rattenpilze!!! Der Namenlose war oder ist hier am Werk. Vorsichtig gehen wir weiter zum Inneren des Turms. In der Eingangshalle steht eine uralte vermoderte Holztruhe die schon beim Hinsehen zerfallen will. Überall im Turm hängen Pechfackeln, die neueren Ursprungs zu sein scheinen. Eine alte intakte Eichentür auf der rechten Seite lässt sich knarzend öffnen und wir gelangen in einen großen Raum mit einem hohen Deckengewölbe. Auch hier finden sich Gargoyles, die nicht gerade vertrauenserweckend aussehen. Inmitten des Raumes erkennen wir alte dunkle Flecken auf dem Boden. Offensichtlich alte eingetrocknete Blutflecken. Als wir der Treppe folgen, die nach oben führt, gelangen wir in einen weiteren Raum, in dessen Mitte ein seltsames Zeichen im Boden eingelassen ist. Es sieht aus wie ein dreizehn gezackter Stern und Ragnar erkennt es als ein Symbol zur Dämonenbeschwörung. Eine weiter Treppe führt nach oben auf den Wehrgang, jedoch ist die Öffnung dorthin extrem groß, als wäre sie für oder von etwas Großem aufgerissen worden. Bei genauerem Hinsehen, entdecken wir sporadische Schleifspuren im Steinboden, die zur Treppe hin oder weg führen. Als ich Ragnar befrage ob sein Rubinauge etwas sieht, meint er, deutliche Kraftlinien über dem Tridekagramm zu erkennen, die sich dort kreuzen. Als wir uns den Wehrgang genauer anschauen, finden wir an einer Ecke abgebrochene Zinnen und Krallenspuren. Was auch immer hier aus und ein geht, es muss groß sein und riesige Krallen haben. Da wir sonst nix finden können, glaubt Kaldrim an die Tatsache, dass der Turm sich verändert und wir zünden alle Fackeln an, doch nichts passiert. Ratlos stehen wir im Turm und überlegen wie wir weiter vorgehen wollen.
Wir entscheiden uns auf die Nacht zu warten. Während Ragnar und Kaldrim nach oben gehen, fängt Ardo an, mich nach Geron dem Einhändigen abzufragen, doch ich habe alles vergessen, was er mir erzählt hatte. Ardo hat es sich wohl zur Aufgabe gemacht mich zu unterrichten, doch ich scheitere kläglich. Ich muss zugeben, dass ich wohl bei seinem Schwerttanz mehr auf ihn als auf die Geschichte konzentriert war. Ich nehme mir fest vor, ihm besser zuzuhören.
Merke: Rondra schickte ihren Götterboten Mythrael, den Himmelslöwen zu Geron und forderte ihn zum Kampf, bei dem er seine rechte Hand verlor, doch Geron war so stark und mutig, dass er trotzdem nicht unterlag und so offenbarte sich der Bote und gab Geron das Schwert Siebenstreich um zukünftig im Namen Rondras zu kämpfen.
Die Nacht wird immer kälter und wir legen ein paar brennende Fackeln zusammen auf den Boden um uns zu wärmen, aber bis zur Morgendämmerung passiert nichts.
Der Metzenschnitter
12. Boron 1016 BF
Am nächsten Morgen fällt es mir schwer mich aus dem warmen weichen Bett zu erheben und ein wenig übellaunig gehe ich zum Frühstück. Ardo erwartet uns schon, er hat sicherlich schon längst wieder seine Morgenandacht hinter sich. Draußen hat es wieder zu schneien begonnen. Wir gehen gemeinsam in die Südstadt zum Boronsanger um nach den Auferstandenen zu fragen, doch die Geweihten erzählen uns nur, dass sie am 2. Travia einen Pelzhändler angemessen bestattet haben und dieser am nächsten Tag verschwunden war. Sie haben das Grab wieder zugeschaufelt und es gemeldet, mehr nicht. Als ich nachhake, erhärtet sich der Verdacht, dass die Morde des Metzenschnitters nach dem Verschwinden des Toten begonnen haben. Sie nennen uns seinen Wohnort und wir machen uns auf den Weg zu seinem Haus. Das Haus ist verschlossen, doch Kaldrim kann das Schloss knacken. Im Hausflur ist es dunkel und kalt und es riecht modrig. Ich lasse die Haustür auf, damit Licht ins Haus fällt und wir gehen nach links in einen Wohnraum. Auch hier öffne ich sofort die Fensterläden und lasse Luft und Licht hinein. Als ich nach rechts in das andere Zimmer laufe, finde ich eine Küche und reisse auch hier die Läden auf. Ich entzünde ein Herdfeuer und wir schauen uns weiter um. Während Ardo nach oben geht, finde ich unter der Treppe eine Bodenluke und rufe ihn wieder hinunter. Wir bauen uns Fackeln und entzünden diese am Herdfeuer und bitten um Travias Beistand, ehe wir die Luke öffnen. Der Keller ist dunkel und als ich nach unten leuchte, erkennen wir eine große Truhe inmitten des Raumes. Ich werfe meine Fackel runter und lasse die anderen vorgehen. Da ich mir mit Klettern immer noch schwer tue, lasse ich ihnen gerne den Vortritt und beobachte sie nur von oben. Ardo öffnet mit einem Ruck den Truhendeckel, doch sie ist bis auf ein paar Kleidungsstücke leer. Plötzlich hören wir ein Fauchen und direkt über den anderen hängt der Vampir. Rotglühende Augen und spitze Zähne fordern zum Kampf und er stürzt sich auf sie. Ich renne zurück in die Küche und hole mir wieder einen brennenden Holzscheit aus dem Herd. Als ich zurück komme sehe ich wie der Vampir Richtung Treppe flitzt und geistesgegenwärtig lasse ich meinen Holzscheit auf ihn fallen, schmeiss die Klappe zu und stelle mich drauf, doch im nächsten Moment werde ich mit heftiger Wucht an die Rückwand geschleudert. Er ist einfach durch die Luke geprescht, hat dabei die Luke zertrümmert und hat mich dabei mit wahnsiniger Kraft mit nach hinten geworfen. Womit er allerdings nicht rechnete, war das Tageslicht. Als das Licht ihn erreicht, schreit er fürchterlich auf und fängt an zu qualmen und zu dampfen. Er stürmt aus dem Haus, kreischend, wimmernd, Flammen züngeln ihn zu Tode und die ganze Südstadt bekommt dieses schreckliche Schauspiel mit, bis er nur noch als ein Häufchen Asche zu Boden geht. Die anderen kommen herauf. Ardo und Ragnar sind beide verletzt. Ich denke nur noch, dass wir verschwinden sollten, doch als die anderen keine Anstalten machen wegzulaufen, gehe ich alleine. In dieser Sache möchte ich ungern von den Bütteln befragt werden. Sie würden uns ja doch nicht glauben. So ziehe ich meine Mütze tiefer ins Gesicht und stapfe durch den Schnee und Unrat davon. Nach einer Weile kommt mir der Gedanke mich in der Bibiliothek umzusehen und mache mich auf den Weg dorthin. Viel erfahre ich nicht, das meiste sind irgendwelche Hirngespinste, die ich nicht glaube. Angeblich soll jedoch Knoblauch helfen und ich kaufe mir an einem Stand ein paar Krachwürste, die wirklich lecker sind. Der Nachtschattenturm klingt jedoch interessant, inmitten der Nebelwasser soll er liegen und vor Urzeiten von einem Magus bewohnt worden sein. Man sagt er verändere sein Aussehen. Mal erscheint er als Ruine, mal intakt, mal unsichtbar in den Nebelschleiern. Die Zwerge sollen ihn gebaut haben als Dank für die Tötung eines Riesenlindwurms.
Zur Mittagszeit begebe ich mich zurück ins Hotel und esse zu Mittag, doch keiner der anderen kommt hinzu. Sie werden sie doch nicht festgenommen haben ?! Als am frühen Nachmittag noch immer keiner auftaucht, begebe ich mich in den Rondratempel zum beten. Als ich den Hof betrete, sehe ich Ardo im Schwerttanz versunken. Ich stelle mich an die Wand und beobachte eine Weile seine anmutigen Bewegungen. Er scheint völlig woanders zu sein. Völlig eins mit seinem Schwert und mit seiner Göttin. Er nimmt seine Umgebung überhaupt nicht wahr und nach einiger Zeit reiße ich mich von dem Bild los und betrete das Tempelinnere, knie mich nieder und bete zur Leuin, dass sie mir die Kraft gebe diese Queste durchzustehen.
Nach einiger Zeit kommt Ardo zu mir und berichtet was geschehen ist, nachdem ich weg war. Uns wurde doch tatsächlich das Haus des Pelzhändlers geschenkt und wir begeben uns zu den anderen zurück in die Sonnengasse. Es ist schon Abend und Kaldrim und Ragnar haben unser neues Heim schon wieder einigermaßen bewohnbar gemacht. Die Öfen sind an, es ist warm und nicht mehr so muffig. Ragnar hat was aus den Vorräten gekocht und ich berichte was ich in der Bibliothek gefunden habe. Nach dem Abendessen hole ich mir ein paar Pelze aus dem Keller, breite sie in der Wohnstube aus und schlafe vor dem warmen Ofen auf dem Boden. Nicht so bequem wie die Federbetten im Hotel, doch wesentlich billiger. Ich lächle, schon im Halbschlaf. Wir haben einfach ein Haus ! Ist ja unglaublich! Von wegen festgenommen, beschenkt hat man sie! Und während ich den Tag nochmal vor meinem inneren Auge Revue passieren lasse, mit Ardos meditativem Schwertkampf als Hauptaugenmerk, schlafe ich seelenruhig ein.
Am nächsten Morgen fällt es mir schwer mich aus dem warmen weichen Bett zu erheben und ein wenig übellaunig gehe ich zum Frühstück. Ardo erwartet uns schon, er hat sicherlich schon längst wieder seine Morgenandacht hinter sich. Draußen hat es wieder zu schneien begonnen. Wir gehen gemeinsam in die Südstadt zum Boronsanger um nach den Auferstandenen zu fragen, doch die Geweihten erzählen uns nur, dass sie am 2. Travia einen Pelzhändler angemessen bestattet haben und dieser am nächsten Tag verschwunden war. Sie haben das Grab wieder zugeschaufelt und es gemeldet, mehr nicht. Als ich nachhake, erhärtet sich der Verdacht, dass die Morde des Metzenschnitters nach dem Verschwinden des Toten begonnen haben. Sie nennen uns seinen Wohnort und wir machen uns auf den Weg zu seinem Haus. Das Haus ist verschlossen, doch Kaldrim kann das Schloss knacken. Im Hausflur ist es dunkel und kalt und es riecht modrig. Ich lasse die Haustür auf, damit Licht ins Haus fällt und wir gehen nach links in einen Wohnraum. Auch hier öffne ich sofort die Fensterläden und lasse Luft und Licht hinein. Als ich nach rechts in das andere Zimmer laufe, finde ich eine Küche und reisse auch hier die Läden auf. Ich entzünde ein Herdfeuer und wir schauen uns weiter um. Während Ardo nach oben geht, finde ich unter der Treppe eine Bodenluke und rufe ihn wieder hinunter. Wir bauen uns Fackeln und entzünden diese am Herdfeuer und bitten um Travias Beistand, ehe wir die Luke öffnen. Der Keller ist dunkel und als ich nach unten leuchte, erkennen wir eine große Truhe inmitten des Raumes. Ich werfe meine Fackel runter und lasse die anderen vorgehen. Da ich mir mit Klettern immer noch schwer tue, lasse ich ihnen gerne den Vortritt und beobachte sie nur von oben. Ardo öffnet mit einem Ruck den Truhendeckel, doch sie ist bis auf ein paar Kleidungsstücke leer. Plötzlich hören wir ein Fauchen und direkt über den anderen hängt der Vampir. Rotglühende Augen und spitze Zähne fordern zum Kampf und er stürzt sich auf sie. Ich renne zurück in die Küche und hole mir wieder einen brennenden Holzscheit aus dem Herd. Als ich zurück komme sehe ich wie der Vampir Richtung Treppe flitzt und geistesgegenwärtig lasse ich meinen Holzscheit auf ihn fallen, schmeiss die Klappe zu und stelle mich drauf, doch im nächsten Moment werde ich mit heftiger Wucht an die Rückwand geschleudert. Er ist einfach durch die Luke geprescht, hat dabei die Luke zertrümmert und hat mich dabei mit wahnsiniger Kraft mit nach hinten geworfen. Womit er allerdings nicht rechnete, war das Tageslicht. Als das Licht ihn erreicht, schreit er fürchterlich auf und fängt an zu qualmen und zu dampfen. Er stürmt aus dem Haus, kreischend, wimmernd, Flammen züngeln ihn zu Tode und die ganze Südstadt bekommt dieses schreckliche Schauspiel mit, bis er nur noch als ein Häufchen Asche zu Boden geht. Die anderen kommen herauf. Ardo und Ragnar sind beide verletzt. Ich denke nur noch, dass wir verschwinden sollten, doch als die anderen keine Anstalten machen wegzulaufen, gehe ich alleine. In dieser Sache möchte ich ungern von den Bütteln befragt werden. Sie würden uns ja doch nicht glauben. So ziehe ich meine Mütze tiefer ins Gesicht und stapfe durch den Schnee und Unrat davon. Nach einer Weile kommt mir der Gedanke mich in der Bibiliothek umzusehen und mache mich auf den Weg dorthin. Viel erfahre ich nicht, das meiste sind irgendwelche Hirngespinste, die ich nicht glaube. Angeblich soll jedoch Knoblauch helfen und ich kaufe mir an einem Stand ein paar Krachwürste, die wirklich lecker sind. Der Nachtschattenturm klingt jedoch interessant, inmitten der Nebelwasser soll er liegen und vor Urzeiten von einem Magus bewohnt worden sein. Man sagt er verändere sein Aussehen. Mal erscheint er als Ruine, mal intakt, mal unsichtbar in den Nebelschleiern. Die Zwerge sollen ihn gebaut haben als Dank für die Tötung eines Riesenlindwurms.
Zur Mittagszeit begebe ich mich zurück ins Hotel und esse zu Mittag, doch keiner der anderen kommt hinzu. Sie werden sie doch nicht festgenommen haben ?! Als am frühen Nachmittag noch immer keiner auftaucht, begebe ich mich in den Rondratempel zum beten. Als ich den Hof betrete, sehe ich Ardo im Schwerttanz versunken. Ich stelle mich an die Wand und beobachte eine Weile seine anmutigen Bewegungen. Er scheint völlig woanders zu sein. Völlig eins mit seinem Schwert und mit seiner Göttin. Er nimmt seine Umgebung überhaupt nicht wahr und nach einiger Zeit reiße ich mich von dem Bild los und betrete das Tempelinnere, knie mich nieder und bete zur Leuin, dass sie mir die Kraft gebe diese Queste durchzustehen.
Nach einiger Zeit kommt Ardo zu mir und berichtet was geschehen ist, nachdem ich weg war. Uns wurde doch tatsächlich das Haus des Pelzhändlers geschenkt und wir begeben uns zu den anderen zurück in die Sonnengasse. Es ist schon Abend und Kaldrim und Ragnar haben unser neues Heim schon wieder einigermaßen bewohnbar gemacht. Die Öfen sind an, es ist warm und nicht mehr so muffig. Ragnar hat was aus den Vorräten gekocht und ich berichte was ich in der Bibliothek gefunden habe. Nach dem Abendessen hole ich mir ein paar Pelze aus dem Keller, breite sie in der Wohnstube aus und schlafe vor dem warmen Ofen auf dem Boden. Nicht so bequem wie die Federbetten im Hotel, doch wesentlich billiger. Ich lächle, schon im Halbschlaf. Wir haben einfach ein Haus ! Ist ja unglaublich! Von wegen festgenommen, beschenkt hat man sie! Und während ich den Tag nochmal vor meinem inneren Auge Revue passieren lasse, mit Ardos meditativem Schwertkampf als Hauptaugenmerk, schlafe ich seelenruhig ein.
Moosgrund
11. Boron 1016 BF
Vier Tage sind wir nun schon unterwegs als wir endlich gegen Abend Moosgrund erreichen. Wir kehren ins Gasthaus "Zum tanzenden Eber" ein und uns begrüßt eine nette Wirtin, deren Wurzeln in Kuslik liegen, ganz zur Freude von Kaldrim, der sofort mit Freuden die junge Frau mit Floskeln überschüttet. Wir bekommen ein anständiges Mahl, endlich mal kein Kraut, sondern leckeren Rinderbraten und langen tüchtig zu. Als wir sie nach besonderen Vorkommnissen befragen, hat sie uns einiges zu erzählen, von Verschwundenen, Verstümmelten und wieder Auferstandenen in den letzten zwei Monden. Hier scheint es heiß herzugehen und als wir uns zur Nachtruhe begeben, versuche ich meine Fensterläden zu verriegeln, finde aber nichts und schließe sie lediglich. Meine Zimmertür lasse ich unverschlossen, doch noch während ich versuche einzuschlafen, höre ich Ardo im Flur. Er scheint zu wachen und ich schlafe beruhigt ein. Als wir schon nach Sonnenaufgang erwachen, ist Ardo nicht da und ich schaue ob er sich in seinem Zimmer befindet. Er scheint tief und fest zu schlafen und ich kehre zu Kaldrim und Ragnar zurück. Als Kaldrim nachfragt, ob er auch nicht geschwächt wurde, bekomme ich einen Schreck und eile nochmals nach oben. Leise schleiche ich mich in Ardos Kammer. Er atmet ruhig und entspannt, ich traue mich kaum ihn zu wecken, doch wie sonst weiß ich ob es ihm gut geht? Ich rüttel ihn leicht an der Schulter und frage nach seinem Befinden. Er hat die ganze Nacht über uns gewacht bis Sonnenaufgang und erleichtert lasse ich ihn weiterschlafen. Als ich zu meinen Gefährten zurückkehre, einigen wir uns, getrennt Nachforschungen anzustellen. Ragnar macht sich auf den Weg zum Rondratempel um dort nach dem Todesfall des Sohnes des Geweihten zu fragen, während Kaldrim sich zum "Durstigen Köter" aufmacht, wo eine Nachbarstochter verschwunden ist. Ich schaue mir derweil den Boronsanger genauer an, doch finde ich keine Anzeichen von aufgebrochenen Gräbern. Als wir uns wieder im Gasthaus treffen, wecken wir Ardo und berichten was wir gefunden haben. Der Wirt des "durstigen Köters" erzählte Kaldrim von einer hübschen drallen Braunhaarigen, mit der der Sohn des Geweihten die Schänke verlasse habe, doch sie sei nicht von hier gewesen. Sie war eine auffällige Person, edel gekleidet mit Lederrüstung und Rüschenbluse. Unsere Nachforschungen ergeben jedoch, dass niemand sonst sie gesehen hat, nicht einmal die Torwachen.
Wir machen uns weiter auf den Weg nach Baliho, mit einem kleinen Umweg zum Gehöft der Bregelsaums, welches ein wenig außerhalb des Dorfes liegt und deren Sohn ebenfalls verschwunden sein soll. Gegen Mittag kommen wir zum Hof und es ist auffällig ruhig. Niemand ist zu sehen, nur ein paar Hühner laufen im Hof herum. Die Haustür steht einen Spalt offen und wir steigen ab und treten vorsichtig näher. Als wir in das Haupthaus kommen, bemerken wir sofort den süßlichen Geruch von Verwesung und ziehen unsere Waffen. In der Küche finden wir die Leichen der Eigentümer. Beide übel zugerichtet. Tiefe Kratzspuren zieren ihre Körper, der Vater hält noch ein großes Messer in der Hand. Die Leichen liegen sicherlich schon zwei Wochen hier. Als wir uns in den anderen Räumen umsehen, finden wir im Wohnraum eine Bodenluke, die zum Keller führt. Kaldrim schürt ein Herdfeuer und nimmt sich einen brennenden Holzscheit ehe wir hinunter gehen. Ardo entzündet eine Öllampe und geht voran. Der Keller umfasst die gesamte Wohnfläche und in einer dunklen Ecke können wir ein Schluchzen und Jammern hören. Ragnar entzündet seinen Stab und als sie der Ecke näher kommen, entdecken wir einen kleinen Jungen von vielleicht sieben Götterläufen, der einem Häufchen Elend gleich in der Ecke sitzt und weint. Als wir ihn ansprechen, wimmert er nur, er wäre eingesperrt worden, von denen die seine Eltern töteten, doch die Luke war nicht verschlossen gewesen. Je näher wir kommen, desto nervöser wird er und er will uns auf Abstand halten. Ich schleiche zurück und hinauf und schaue ob ich das Tageslicht in die Luke spiegeln kann, doch die Sonne steht nicht tief genug und ich finde nichts Spiegelndes, woraufhin ich mir ebenfalls einen Holzscheit am Herdfeuer anzünde und wieder hinunter klettere. Gerade höre ich wie Kaldrim ein Traviagebet spricht, wundere mich aber, dass er die Speisen preist. Der Junge weicht jedoch trotzdem ängstlich vor dem Herdfeuer zurück. Ich spreche laut ein Gebet zu Travia, dass sie das Herdfeuer segnen und uns zur Seite stehen möge, ehe ich ebenfalls den Jungen mit dem Holzscheit in die Ecke dränge. Er wird immer nervöser und fängt an vor Angst zu erzählen. Der Diener wird ihn holen kommen, denn er muss ihr alles geben, ihr, der weißen Frau. Der Diener sei ein schwarzer Mann mit weißen Augen und er würde geflogen kommen und ihn holen und ihn zu ihr bringen, zu einem Turm auf einem See. Er wird immer panischer und als er die Zähne fletscht und uns trotz des Feuers angreift, fängt er an unseren Scheiten Feuer und verbrennt jämmerlich. Ehe ich mir das Geschrei des Jungen und den Gestank noch einmal antue, klettere ich nach oben und verlasse das Haus. Ich dränge die Tränen, die in mir aufsteigen wollen zurück und meine Miene versteinert sich. Wer tut solch kleinen Jungen nur so etwas an. Erst Peldor, nun er. Unschuldige Opfer eines Wahnsinnigen. Er wird dafür in den Niederhöllen schmoren, das verspreche ich!
Ardo begräbt die drei Toten, oder das was von ihnen übrig ist, oberirdisch im Freien mit Erde und Steinen und spricht den Grabsegen ehe wir wieder aufbrechen. Starkes Schneegestöber hat begonnen und wir sehen kaum noch den Weg, der uns in die richtige Richtung führt. Nach einiger Zeit, als wir schon dem Pandlaril folgen, sehen wir jemanden mit dem Gesicht nach unten im Schnee liegen und Ragnar eilt hin, um ihn mit dem Stab umzudrehen. Das Gesicht des Fremden gehört einem Elfen. Er ist ein Firnelf. Seine Augen sind schreckgeweitet und eine große klaffende Wunde ist auf seinem Oberkörper zu sehen. Ein langer schwarzer Pfeil ragt aus seiner Brust und seine Gliedmaßen sind verrenkt wie von einem Sturz aus großer Höhe. Nachdem wir eine Weile überlegen wie wir ihn bestatten, begießt Kaldrim ihn mit Lampenöl und zündet ihn an. Noch während er zu brennen beginnt kommen uns Zweifel über den schwarzen seltsamen Pfeil und Ardo löscht die Leiche wieder mit Schnee und zieht den Pfeil aus dessen Brust. Der Pfeil ist auffällig schwarz. Die Spitze ist aus Endurium und der Schaft aus reinem tiefschwarzem Holz. Wer benutzt solche Pfeile? Kaldrim verbrennt den Elfen erneut und wir machen uns weiter auf den Weg nach Baliho.
Am späten Nachmittag kommen wir in die Stadt und Kaldrim führt uns zu dem ihm bekannten Hotel in der Oberstadt, während Ardo zum Rondratempel reitet. Wir bekommen alle ein Zimmer und ein warmes Bad. Ich schrubbe mir ordentlich den Dreck von der Haut, rasiere mich endlich wieder und genieße das wohltuende Bad. Wir treffen uns frisch hergestellt im Schankraum und bekommen ein deftiges Abendessen. Der Wirt erzählt uns vom Metzenschnitter, der hier umgeht. Er soll seine kaum bekleideten Opfer übel zurichten und ihnen Gänsesymble in die Haut ritzen, offensichtlich Traviasymbole. Vor 8 Tagen erst sei wieder ein Opfer gefunden worden. Was auferstandene Leichen angeht, sollen wir die zwei Borongeweihten auf dem hiesigen Boronsanger befragen. Vom Nachtschattenturm weiß er nur, dass er in den Nebelwassern liegt und dort vor Urzeiten mal ein Magier gehaust haben soll.
Nach dem guten kräftigen Abendmahl und ein wenig Tee und Schnaps begebe ich mich in mein Zimmer und falle erschöpft in die weichen warmen Federbetten und schlafe sofort tief und fest ein, als hätte ich wochenlang nicht geschlafen.
Vier Tage sind wir nun schon unterwegs als wir endlich gegen Abend Moosgrund erreichen. Wir kehren ins Gasthaus "Zum tanzenden Eber" ein und uns begrüßt eine nette Wirtin, deren Wurzeln in Kuslik liegen, ganz zur Freude von Kaldrim, der sofort mit Freuden die junge Frau mit Floskeln überschüttet. Wir bekommen ein anständiges Mahl, endlich mal kein Kraut, sondern leckeren Rinderbraten und langen tüchtig zu. Als wir sie nach besonderen Vorkommnissen befragen, hat sie uns einiges zu erzählen, von Verschwundenen, Verstümmelten und wieder Auferstandenen in den letzten zwei Monden. Hier scheint es heiß herzugehen und als wir uns zur Nachtruhe begeben, versuche ich meine Fensterläden zu verriegeln, finde aber nichts und schließe sie lediglich. Meine Zimmertür lasse ich unverschlossen, doch noch während ich versuche einzuschlafen, höre ich Ardo im Flur. Er scheint zu wachen und ich schlafe beruhigt ein. Als wir schon nach Sonnenaufgang erwachen, ist Ardo nicht da und ich schaue ob er sich in seinem Zimmer befindet. Er scheint tief und fest zu schlafen und ich kehre zu Kaldrim und Ragnar zurück. Als Kaldrim nachfragt, ob er auch nicht geschwächt wurde, bekomme ich einen Schreck und eile nochmals nach oben. Leise schleiche ich mich in Ardos Kammer. Er atmet ruhig und entspannt, ich traue mich kaum ihn zu wecken, doch wie sonst weiß ich ob es ihm gut geht? Ich rüttel ihn leicht an der Schulter und frage nach seinem Befinden. Er hat die ganze Nacht über uns gewacht bis Sonnenaufgang und erleichtert lasse ich ihn weiterschlafen. Als ich zu meinen Gefährten zurückkehre, einigen wir uns, getrennt Nachforschungen anzustellen. Ragnar macht sich auf den Weg zum Rondratempel um dort nach dem Todesfall des Sohnes des Geweihten zu fragen, während Kaldrim sich zum "Durstigen Köter" aufmacht, wo eine Nachbarstochter verschwunden ist. Ich schaue mir derweil den Boronsanger genauer an, doch finde ich keine Anzeichen von aufgebrochenen Gräbern. Als wir uns wieder im Gasthaus treffen, wecken wir Ardo und berichten was wir gefunden haben. Der Wirt des "durstigen Köters" erzählte Kaldrim von einer hübschen drallen Braunhaarigen, mit der der Sohn des Geweihten die Schänke verlasse habe, doch sie sei nicht von hier gewesen. Sie war eine auffällige Person, edel gekleidet mit Lederrüstung und Rüschenbluse. Unsere Nachforschungen ergeben jedoch, dass niemand sonst sie gesehen hat, nicht einmal die Torwachen.
Wir machen uns weiter auf den Weg nach Baliho, mit einem kleinen Umweg zum Gehöft der Bregelsaums, welches ein wenig außerhalb des Dorfes liegt und deren Sohn ebenfalls verschwunden sein soll. Gegen Mittag kommen wir zum Hof und es ist auffällig ruhig. Niemand ist zu sehen, nur ein paar Hühner laufen im Hof herum. Die Haustür steht einen Spalt offen und wir steigen ab und treten vorsichtig näher. Als wir in das Haupthaus kommen, bemerken wir sofort den süßlichen Geruch von Verwesung und ziehen unsere Waffen. In der Küche finden wir die Leichen der Eigentümer. Beide übel zugerichtet. Tiefe Kratzspuren zieren ihre Körper, der Vater hält noch ein großes Messer in der Hand. Die Leichen liegen sicherlich schon zwei Wochen hier. Als wir uns in den anderen Räumen umsehen, finden wir im Wohnraum eine Bodenluke, die zum Keller führt. Kaldrim schürt ein Herdfeuer und nimmt sich einen brennenden Holzscheit ehe wir hinunter gehen. Ardo entzündet eine Öllampe und geht voran. Der Keller umfasst die gesamte Wohnfläche und in einer dunklen Ecke können wir ein Schluchzen und Jammern hören. Ragnar entzündet seinen Stab und als sie der Ecke näher kommen, entdecken wir einen kleinen Jungen von vielleicht sieben Götterläufen, der einem Häufchen Elend gleich in der Ecke sitzt und weint. Als wir ihn ansprechen, wimmert er nur, er wäre eingesperrt worden, von denen die seine Eltern töteten, doch die Luke war nicht verschlossen gewesen. Je näher wir kommen, desto nervöser wird er und er will uns auf Abstand halten. Ich schleiche zurück und hinauf und schaue ob ich das Tageslicht in die Luke spiegeln kann, doch die Sonne steht nicht tief genug und ich finde nichts Spiegelndes, woraufhin ich mir ebenfalls einen Holzscheit am Herdfeuer anzünde und wieder hinunter klettere. Gerade höre ich wie Kaldrim ein Traviagebet spricht, wundere mich aber, dass er die Speisen preist. Der Junge weicht jedoch trotzdem ängstlich vor dem Herdfeuer zurück. Ich spreche laut ein Gebet zu Travia, dass sie das Herdfeuer segnen und uns zur Seite stehen möge, ehe ich ebenfalls den Jungen mit dem Holzscheit in die Ecke dränge. Er wird immer nervöser und fängt an vor Angst zu erzählen. Der Diener wird ihn holen kommen, denn er muss ihr alles geben, ihr, der weißen Frau. Der Diener sei ein schwarzer Mann mit weißen Augen und er würde geflogen kommen und ihn holen und ihn zu ihr bringen, zu einem Turm auf einem See. Er wird immer panischer und als er die Zähne fletscht und uns trotz des Feuers angreift, fängt er an unseren Scheiten Feuer und verbrennt jämmerlich. Ehe ich mir das Geschrei des Jungen und den Gestank noch einmal antue, klettere ich nach oben und verlasse das Haus. Ich dränge die Tränen, die in mir aufsteigen wollen zurück und meine Miene versteinert sich. Wer tut solch kleinen Jungen nur so etwas an. Erst Peldor, nun er. Unschuldige Opfer eines Wahnsinnigen. Er wird dafür in den Niederhöllen schmoren, das verspreche ich!
Ardo begräbt die drei Toten, oder das was von ihnen übrig ist, oberirdisch im Freien mit Erde und Steinen und spricht den Grabsegen ehe wir wieder aufbrechen. Starkes Schneegestöber hat begonnen und wir sehen kaum noch den Weg, der uns in die richtige Richtung führt. Nach einiger Zeit, als wir schon dem Pandlaril folgen, sehen wir jemanden mit dem Gesicht nach unten im Schnee liegen und Ragnar eilt hin, um ihn mit dem Stab umzudrehen. Das Gesicht des Fremden gehört einem Elfen. Er ist ein Firnelf. Seine Augen sind schreckgeweitet und eine große klaffende Wunde ist auf seinem Oberkörper zu sehen. Ein langer schwarzer Pfeil ragt aus seiner Brust und seine Gliedmaßen sind verrenkt wie von einem Sturz aus großer Höhe. Nachdem wir eine Weile überlegen wie wir ihn bestatten, begießt Kaldrim ihn mit Lampenöl und zündet ihn an. Noch während er zu brennen beginnt kommen uns Zweifel über den schwarzen seltsamen Pfeil und Ardo löscht die Leiche wieder mit Schnee und zieht den Pfeil aus dessen Brust. Der Pfeil ist auffällig schwarz. Die Spitze ist aus Endurium und der Schaft aus reinem tiefschwarzem Holz. Wer benutzt solche Pfeile? Kaldrim verbrennt den Elfen erneut und wir machen uns weiter auf den Weg nach Baliho.
Am späten Nachmittag kommen wir in die Stadt und Kaldrim führt uns zu dem ihm bekannten Hotel in der Oberstadt, während Ardo zum Rondratempel reitet. Wir bekommen alle ein Zimmer und ein warmes Bad. Ich schrubbe mir ordentlich den Dreck von der Haut, rasiere mich endlich wieder und genieße das wohltuende Bad. Wir treffen uns frisch hergestellt im Schankraum und bekommen ein deftiges Abendessen. Der Wirt erzählt uns vom Metzenschnitter, der hier umgeht. Er soll seine kaum bekleideten Opfer übel zurichten und ihnen Gänsesymble in die Haut ritzen, offensichtlich Traviasymbole. Vor 8 Tagen erst sei wieder ein Opfer gefunden worden. Was auferstandene Leichen angeht, sollen wir die zwei Borongeweihten auf dem hiesigen Boronsanger befragen. Vom Nachtschattenturm weiß er nur, dass er in den Nebelwassern liegt und dort vor Urzeiten mal ein Magier gehaust haben soll.
Nach dem guten kräftigen Abendmahl und ein wenig Tee und Schnaps begebe ich mich in mein Zimmer und falle erschöpft in die weichen warmen Federbetten und schlafe sofort tief und fest ein, als hätte ich wochenlang nicht geschlafen.
Neue Erkenntnisse
5. Boron 1016 BF
Kaum, dass ich erwache, vom fürchterlichen Lärm einiger Fanfaren, die zum Morgenappell rufen, fliegen Scherben um mich herum und ich werde nass gespritzt. Ein Blick in Ragnars Richtung genügt, um ihm wieder die Hölle heiß zu machen, weil der Idiot aus morgendlichem Frust die Waschschüssel durchs Zimmer gepfeffert hat. Ich zeter noch ein wenig mit ihm rum und verlasse dann beleidigt das Zimmer um zur Morgenandacht zu gehen. Nach dem Frühstück macht sich Ardo auf den Weg in die Archive und Ragnar und ich gehen zu Kaldrim ins Gasthaus. Ein Gespräch über das Feudalsystem der Brillantzwerge von Shatodor entwickelt sich zu einer scharfen Diskussion, in der Ragnar sogar Kaldrim gegenüber handgreiflich wird und ihm gehörig eine schmiert. Der Zwerg stellt sich doch tatsächlich über die Menschen, die als Bauern für die Zwerge arbeiten, angeblich keine Sklaverei und alles freiwillig, aber trotzdem stellt er sich als Zwerg über die Menschen, doch nach einiger Zeit wird deutlich, dass es hier nicht um den Rassenkonflikt an sich geht, sondern einfach nur um die Gesellschaftsstruktur der Brillantzwerge, in denen sie eben über den Bauern stehen, wie fast in jedem anderen Landstrich auch. Doch die Aussage, die er von sich gab, dass sie als Zwerge über den Menschen stehen, brachte das Fass zum überlaufen. Im Grunde genommen keine sinnvolle Diskussion, eher ein Missverständnis, aber immerhin füllte sie unseren gesamten Vormittag aus.
Nach dem Mittagessen verbringen wir weiterhin die Zeit gemeinsam im Gasthaus. Kaldrim hat sich am Vorabend ein wenig umgehört, was unsere Nachforschungen angehen, aber keine Neuigkeiten erfahren. Ragnar und ich kehren zur Abendandacht wieder auf die Burg zurück und treffen beim Abendmahl auf Ardo, der ein paar Dinge erfahren hat, die es gilt gemeinsam zu besprechen. So machen wir uns wieder auf den Weg zu Kaldrim und bereden unser weiteres Vorgehen. Ardo erzählt uns mit was wir es zu tun haben. Diese Unwesen sind tatsächlich Vampire und leben von der Lebenskraft der Lebenden, sei es durch das Aussaugen von Blut oder direkt mental wie bei Kaldrim. Die Vampire sind mehrfach von den Göttern verflucht. Zum einen natürlich von Praios, als Herr der Zwölfe, zum zweiten von dem Gott, an den sie zu Lebzeiten am meisten geglaubt haben und zum dritten von dem, in dessen Mond sie zum Vampir wurden. Ein paar Tagesreisen von hier scheint auch ein Verfluchter gelebt zu haben, allerdings liegt das schon über 700 Götterläufe zurück. Doch alle Fragen, die wir zu dieser Person den Einheimischen hier stellen, werden ängstlich, ja schon fast panisch von den Leuten abgewimmelt. Auch dort verschwanden in den letzten Jahrhunderten Menschen, doch derzeit ist nichts aktuelles bekannt. Nach langer Diskussion einigen wir uns auf die Rückreise nach Baliho und den Aufbruch im Morgengrauen. Draußen wird es immer kälter und kälter, wahrlich unnatürlich kalt zu dieser Jahreszeit und der eisige Wind schneidet in mein Gesicht während wir zurück zur Burg laufen. In dieser Nacht überlässt Ragnar mir das Bett und ich nehme dankend an.
Kaum, dass ich erwache, vom fürchterlichen Lärm einiger Fanfaren, die zum Morgenappell rufen, fliegen Scherben um mich herum und ich werde nass gespritzt. Ein Blick in Ragnars Richtung genügt, um ihm wieder die Hölle heiß zu machen, weil der Idiot aus morgendlichem Frust die Waschschüssel durchs Zimmer gepfeffert hat. Ich zeter noch ein wenig mit ihm rum und verlasse dann beleidigt das Zimmer um zur Morgenandacht zu gehen. Nach dem Frühstück macht sich Ardo auf den Weg in die Archive und Ragnar und ich gehen zu Kaldrim ins Gasthaus. Ein Gespräch über das Feudalsystem der Brillantzwerge von Shatodor entwickelt sich zu einer scharfen Diskussion, in der Ragnar sogar Kaldrim gegenüber handgreiflich wird und ihm gehörig eine schmiert. Der Zwerg stellt sich doch tatsächlich über die Menschen, die als Bauern für die Zwerge arbeiten, angeblich keine Sklaverei und alles freiwillig, aber trotzdem stellt er sich als Zwerg über die Menschen, doch nach einiger Zeit wird deutlich, dass es hier nicht um den Rassenkonflikt an sich geht, sondern einfach nur um die Gesellschaftsstruktur der Brillantzwerge, in denen sie eben über den Bauern stehen, wie fast in jedem anderen Landstrich auch. Doch die Aussage, die er von sich gab, dass sie als Zwerge über den Menschen stehen, brachte das Fass zum überlaufen. Im Grunde genommen keine sinnvolle Diskussion, eher ein Missverständnis, aber immerhin füllte sie unseren gesamten Vormittag aus.
Nach dem Mittagessen verbringen wir weiterhin die Zeit gemeinsam im Gasthaus. Kaldrim hat sich am Vorabend ein wenig umgehört, was unsere Nachforschungen angehen, aber keine Neuigkeiten erfahren. Ragnar und ich kehren zur Abendandacht wieder auf die Burg zurück und treffen beim Abendmahl auf Ardo, der ein paar Dinge erfahren hat, die es gilt gemeinsam zu besprechen. So machen wir uns wieder auf den Weg zu Kaldrim und bereden unser weiteres Vorgehen. Ardo erzählt uns mit was wir es zu tun haben. Diese Unwesen sind tatsächlich Vampire und leben von der Lebenskraft der Lebenden, sei es durch das Aussaugen von Blut oder direkt mental wie bei Kaldrim. Die Vampire sind mehrfach von den Göttern verflucht. Zum einen natürlich von Praios, als Herr der Zwölfe, zum zweiten von dem Gott, an den sie zu Lebzeiten am meisten geglaubt haben und zum dritten von dem, in dessen Mond sie zum Vampir wurden. Ein paar Tagesreisen von hier scheint auch ein Verfluchter gelebt zu haben, allerdings liegt das schon über 700 Götterläufe zurück. Doch alle Fragen, die wir zu dieser Person den Einheimischen hier stellen, werden ängstlich, ja schon fast panisch von den Leuten abgewimmelt. Auch dort verschwanden in den letzten Jahrhunderten Menschen, doch derzeit ist nichts aktuelles bekannt. Nach langer Diskussion einigen wir uns auf die Rückreise nach Baliho und den Aufbruch im Morgengrauen. Draußen wird es immer kälter und kälter, wahrlich unnatürlich kalt zu dieser Jahreszeit und der eisige Wind schneidet in mein Gesicht während wir zurück zur Burg laufen. In dieser Nacht überlässt Ragnar mir das Bett und ich nehme dankend an.
Reise nach Rhodenstein
4. Boron 1016 BF
Am nächsten Abend schlagen wir das Nachtlager in einer etwas windgeschützteren Stelle im Wald auf. Ragnar hat seine Wunde verschlossen, doch ertränkt er seinen Kummer mit Schnaps. Auch ich lange zu meinem Bärentod um mich wenigstens von Innen zu wärmen, während Kaldrim sehr nachdenklich aussieht.
Ardo predigt wieder auf uns ein und es entbrennt ein kurzer Streit zwischen Ardo und mir. Er und sein verdammtes Gottvertrauen...die Götter könnten uns ruhig ein wenig zur Seite stehen, anstatt uns mit solch Unwesen zu konfrontieren, doch diese Gegend hier ist ein götterverlassener Ort. Die Kälte macht mir zu schaffen, ich fühl meine Muskeln kaum noch und bin nur noch am zittern. Nach dem Streit ziehe ich mich zurück und wende mich von der Gruppe ab, jedoch nahe genug am Feuer um nicht zu erfrieren.
Kaldrim steht plötzlich auf und schildert uns seine Gedanken. Und bei den Zwölfen, er könnte recht haben. Was ist, wenn diese Unwesen verschieden verflucht sind. Im Norden wurden Bauern angegriffen, vielleicht ist das Ungeheuer dort Peraine verflucht. Hier im Westen waren es Jäger, könnte also Firun verflucht sein und in Baliho soll ein Metzenschnitter umhergehen, vielleicht Rahja verflucht. Ebenso haben die Übergriffe irgendetwas mit den Mondphasen zu tun. Die Idee ist wirklich gut, wir sollten ihr folgen. Doch nicht mehr heute Nacht.
Die Kälte des Bodens lässt mich erneut erzittern und Ardo bietet mir trotz unseres Streits seine Hängematte an. Nach anfänglichem Zaudern siegt meine Vernunft und ich nehme sie dankend an. Ich schließe die Augen und in Gedanken mustere ich den Geweihten. Trotz seiner Sturheit und seiner ewigen Gottgefälligkeit ist er ein guter Mensch. Nicht nachtragend, immer klug und besonnen, es sei denn es gibt etwas anzugreifen. Irgendwie hat er auch was väterliches an sich. Ich muss im Halbschlaf lächeln, doch habe ich mein Gesicht eh von den anderen abgewandt. Ich bekomme noch mit, wie Ragnar sich ebenfalls mit ihm anlegt und irgendwann falle ich in einen kalten Schlaf.
Am nächsten Morgen machen wir uns weiter auf den Weg und ich befrage Ardo nach Rhodenstein. Er erzählt uns, dass dort sämtliche Aufzeichnungen der Rondrakirche zu finden seien und ich muss an Geron, den Einhändigen denken. Ich hörte zuhause einiges über ihn, doch wird das Meiste davon erfunden sein, so unglaublich klingen die Geschichten. Doch Ardo ist schon fast entsetzt über mein Unwissen und steigt ab um mir Gerons Geschichte zu erläutern. Er zieht seinen Rondrakamm und macht sich daran die Geschichte mit einem Schwertkampf zu erzählen. Bewundernd starre ich ihn an und er versinkt völlig in seinem Tanz, Schweiß rinnt ihm vom Gesicht und er beendet seine Erzählung mit dem einhändigen Halten seines riesigen Zweihänders ohne ein Zittern oder Wanken im Arm. Ich reiche ihm etwas zu trinken, während Kaldrim ihm etwas zum Abtrocknen gibt.
Ich merke wie mir die Röte ins Gesicht schießt, als ich Ardo anspreche. Ich muss meine Gefühle im Griff behalten. Ganz sicher werde ich mich nicht von einem Mann der Kirche abservieren lassen. Ich habe mich damit abgefunden, dass ich alleine bin und auch bleiben werde. Einarmig und gealtert wie ich bin, brauche ich mir da keine falschen Hoffnungen mehr machen. Ich wende mich schleunigst ab und reite weiter. Warum muss ich auch immer gestandene Kämpfer so begehren, Yamira du bist alt und unansehnlich - vergiss es einfach! Nur an Rondras Tafel wirst du noch in Ehren gehalten werden, doch nicht mehr von einem Mann auf Dere. Doch wenn Geron einhändig soviel erreicht hat, so hat vielleicht auch die Göttin ein Einsehen mit mir und steht mir weiterhin zur Seite.
Gegen Abend erreichen wir Rhodenstein. Ardo führt uns an einer vom Blitz gespaltetenen Eiche vorbei und erzählt uns ihre Bewandtnis, wie das Götterwunder die Orks vertrieb, als die Leuin selbst mit Blitz und Donner die Eiche spaltete.
Ardo führt uns in die Stadt hinein, an den letzten Heerlagern des Orkensturms vorbei Richtung Burg. Das Burgtor ist schon geschlossen, doch die Wachen lassen uns passieren und wir gelangen in den Burghof. Während man Ragnar, Kaldrim und mich in der eisigen Burghalle warten lässt, führt man Ardo zum Burgsaß und nach einer Weile kommt er zurück und berichtet uns, dass er Zugang zu den Archiven erhält und wir ein Quartier bekommen. Ardo selbst bekommt eine eigene Kammer zugewiesen, während wir drei uns ein Zimmer teilen sollen. Ein kurzer Blick genügt Kaldrim um dankend abzulehnen und er macht sich auf den Weg zu einem Gasthaus. So bleiben Ragnar und ich allein zurück und der Hüne beschließt kurzerhand, dass er im Bett schlafen wird, während ich es mir auf dem Boden gemütlich machen kann. Ich füge mich meinem Schicksal, zum einen, weil ich keine Schwäche zeigen will, ich bin schließlich nicht so verweichlicht wie Kaldrim, und zum anderen weil ich es trotz des Bodens im Zimmer warm habe, nicht alleine bin und schließlich in der Burg Rodenstein willkommen geheißen wurde, was fast schon eine Ehre ist. Nach einem kurzen Gespräch mit Ardo, wie nun der weitere Plan sei, machen wir uns frisch für die Abendandacht und das Abendessen, was wiederum zu Streit führt zwischen Ragnar und mir, weil der Thorwaler nichts Besseres zu tun hat, als sich mit dem Waschwasser, was er sich wiederum zuerst unter den Nagel gerissen hat, den Mund auszuspülen und das Restwasser wieder zurück in die Schüssel spuckt, das Schwein. Nichts desto trotz wasche ich mir trotzdem kurz damit den gröbsten Dreck ab und wir gehen zur Andacht. Nach einem kargen, einfachen Abendmahl begeben wir uns zu Bett und trotz des harten Bodens schlafe ich recht schnell erschöpft ein.
Am nächsten Abend schlagen wir das Nachtlager in einer etwas windgeschützteren Stelle im Wald auf. Ragnar hat seine Wunde verschlossen, doch ertränkt er seinen Kummer mit Schnaps. Auch ich lange zu meinem Bärentod um mich wenigstens von Innen zu wärmen, während Kaldrim sehr nachdenklich aussieht.
Ardo predigt wieder auf uns ein und es entbrennt ein kurzer Streit zwischen Ardo und mir. Er und sein verdammtes Gottvertrauen...die Götter könnten uns ruhig ein wenig zur Seite stehen, anstatt uns mit solch Unwesen zu konfrontieren, doch diese Gegend hier ist ein götterverlassener Ort. Die Kälte macht mir zu schaffen, ich fühl meine Muskeln kaum noch und bin nur noch am zittern. Nach dem Streit ziehe ich mich zurück und wende mich von der Gruppe ab, jedoch nahe genug am Feuer um nicht zu erfrieren.
Kaldrim steht plötzlich auf und schildert uns seine Gedanken. Und bei den Zwölfen, er könnte recht haben. Was ist, wenn diese Unwesen verschieden verflucht sind. Im Norden wurden Bauern angegriffen, vielleicht ist das Ungeheuer dort Peraine verflucht. Hier im Westen waren es Jäger, könnte also Firun verflucht sein und in Baliho soll ein Metzenschnitter umhergehen, vielleicht Rahja verflucht. Ebenso haben die Übergriffe irgendetwas mit den Mondphasen zu tun. Die Idee ist wirklich gut, wir sollten ihr folgen. Doch nicht mehr heute Nacht.
Die Kälte des Bodens lässt mich erneut erzittern und Ardo bietet mir trotz unseres Streits seine Hängematte an. Nach anfänglichem Zaudern siegt meine Vernunft und ich nehme sie dankend an. Ich schließe die Augen und in Gedanken mustere ich den Geweihten. Trotz seiner Sturheit und seiner ewigen Gottgefälligkeit ist er ein guter Mensch. Nicht nachtragend, immer klug und besonnen, es sei denn es gibt etwas anzugreifen. Irgendwie hat er auch was väterliches an sich. Ich muss im Halbschlaf lächeln, doch habe ich mein Gesicht eh von den anderen abgewandt. Ich bekomme noch mit, wie Ragnar sich ebenfalls mit ihm anlegt und irgendwann falle ich in einen kalten Schlaf.
Am nächsten Morgen machen wir uns weiter auf den Weg und ich befrage Ardo nach Rhodenstein. Er erzählt uns, dass dort sämtliche Aufzeichnungen der Rondrakirche zu finden seien und ich muss an Geron, den Einhändigen denken. Ich hörte zuhause einiges über ihn, doch wird das Meiste davon erfunden sein, so unglaublich klingen die Geschichten. Doch Ardo ist schon fast entsetzt über mein Unwissen und steigt ab um mir Gerons Geschichte zu erläutern. Er zieht seinen Rondrakamm und macht sich daran die Geschichte mit einem Schwertkampf zu erzählen. Bewundernd starre ich ihn an und er versinkt völlig in seinem Tanz, Schweiß rinnt ihm vom Gesicht und er beendet seine Erzählung mit dem einhändigen Halten seines riesigen Zweihänders ohne ein Zittern oder Wanken im Arm. Ich reiche ihm etwas zu trinken, während Kaldrim ihm etwas zum Abtrocknen gibt.
Ich merke wie mir die Röte ins Gesicht schießt, als ich Ardo anspreche. Ich muss meine Gefühle im Griff behalten. Ganz sicher werde ich mich nicht von einem Mann der Kirche abservieren lassen. Ich habe mich damit abgefunden, dass ich alleine bin und auch bleiben werde. Einarmig und gealtert wie ich bin, brauche ich mir da keine falschen Hoffnungen mehr machen. Ich wende mich schleunigst ab und reite weiter. Warum muss ich auch immer gestandene Kämpfer so begehren, Yamira du bist alt und unansehnlich - vergiss es einfach! Nur an Rondras Tafel wirst du noch in Ehren gehalten werden, doch nicht mehr von einem Mann auf Dere. Doch wenn Geron einhändig soviel erreicht hat, so hat vielleicht auch die Göttin ein Einsehen mit mir und steht mir weiterhin zur Seite.
Gegen Abend erreichen wir Rhodenstein. Ardo führt uns an einer vom Blitz gespaltetenen Eiche vorbei und erzählt uns ihre Bewandtnis, wie das Götterwunder die Orks vertrieb, als die Leuin selbst mit Blitz und Donner die Eiche spaltete.
Ardo führt uns in die Stadt hinein, an den letzten Heerlagern des Orkensturms vorbei Richtung Burg. Das Burgtor ist schon geschlossen, doch die Wachen lassen uns passieren und wir gelangen in den Burghof. Während man Ragnar, Kaldrim und mich in der eisigen Burghalle warten lässt, führt man Ardo zum Burgsaß und nach einer Weile kommt er zurück und berichtet uns, dass er Zugang zu den Archiven erhält und wir ein Quartier bekommen. Ardo selbst bekommt eine eigene Kammer zugewiesen, während wir drei uns ein Zimmer teilen sollen. Ein kurzer Blick genügt Kaldrim um dankend abzulehnen und er macht sich auf den Weg zu einem Gasthaus. So bleiben Ragnar und ich allein zurück und der Hüne beschließt kurzerhand, dass er im Bett schlafen wird, während ich es mir auf dem Boden gemütlich machen kann. Ich füge mich meinem Schicksal, zum einen, weil ich keine Schwäche zeigen will, ich bin schließlich nicht so verweichlicht wie Kaldrim, und zum anderen weil ich es trotz des Bodens im Zimmer warm habe, nicht alleine bin und schließlich in der Burg Rodenstein willkommen geheißen wurde, was fast schon eine Ehre ist. Nach einem kurzen Gespräch mit Ardo, wie nun der weitere Plan sei, machen wir uns frisch für die Abendandacht und das Abendessen, was wiederum zu Streit führt zwischen Ragnar und mir, weil der Thorwaler nichts Besseres zu tun hat, als sich mit dem Waschwasser, was er sich wiederum zuerst unter den Nagel gerissen hat, den Mund auszuspülen und das Restwasser wieder zurück in die Schüssel spuckt, das Schwein. Nichts desto trotz wasche ich mir trotzdem kurz damit den gröbsten Dreck ab und wir gehen zur Andacht. Nach einem kargen, einfachen Abendmahl begeben wir uns zu Bett und trotz des harten Bodens schlafe ich recht schnell erschöpft ein.
Nächtlicher Überfall
2. Boron 1016 BF
Als es Nacht wird richten wir uns ein Nachtlager im Schnee und entzünden ein Feuer. Als ich gerade Wache halte, höre ich ein Knacken im Unterholz und plötzlich ist es totenstill. Gänsehaut überkommt mich und ich wecke leise die anderen. Ragnar starrt in die Dunkelheit und hat seine Augenklappe vom Rubin entfernt. Er flüstert uns zu, dass er etwas rotes schemenhaftes hinter einem Baum sieht als er nur noch aufschreit „Achtung!“ da hören wir alle schon den Pfeil heransirren und werfen uns auf den Boden. Doch Ragnar hat es erwischt. Ein glatter Durchschuss durch die Schulter. Wir schnappen uns einen brennenden Holzscheit und nehmen die Verfolgung auf. Wir versuchen die Frau zu stellen, die uns zähnefletschend anstarrt. Lange spitze Eckzähne blitzen in der Dunkelheit im Fackellicht auf. Ihren Bogen hat sie fallen gelassen, hat nun einen langen Jagdspeer in den Händen und greift uns an. Diese Frau oder was immer es ist, ist furchtbar stark, blitzschnell und jede Wunde, die wir ihr zufügen, schließt sich wieder von selbst. Ardo spricht ein längeres Gebet und eine kleine Flamme züngelt aus seiner Hand. Das Wesen zieht sich von ihm zurück. Ragnar steht ein wenig abseits, lässt sie nicht aus den Augen und konzentriert sich, während Kaldrim versucht sie mit einem brennenden Holzscheit auf Abstand zu halten. Zwischendurch verschwindet sie in den Baumwipfeln und springt behende von einem Ast zum Anderen ehe sie sich wieder fauchend auf uns stürzt. Ihren Speer hat sie mittlerweile auch fallen lassen und ich nehme ihn auf und versuche ihn abwehrend gegen sie zu halten, falls sie wieder versucht mich anzuspringen. Sie versucht an ihren Bogen zu kommen, schießt noch einmal auf Ardo, der ausweichen kann . Doch bevor sie ein weiteres mal zum schießen kommt, erscheint plötzlich eng um sie herum eine Feuerwand, die Ragnar heraufbeschworen hat. Aufschreiend lässt sie den Bogen fallen, zieht die Hand zurück und steht engumschlungen von Flammen mitten im Wald. Als der Körper zu verbrennen beginnt, kreischt sie im Todeskampf solange bis der Körper zerfällt. Ein schauerlicher Anblick und ein ohrenbetäubendes Gekreisch. Mir wird ganz schlecht. Der Geruch von verbranntem Fleisch macht sich breit und zurück bleiben nur noch ein paar Knochen. Ardo spricht noch ein Gebet für ihre arme Seele und wir brechen wieder auf. An Schlaf ist nicht mehr zu denken. Schweigsam reiten wir weiter durch den nächsten Tag. Es schneit noch immer und der eisige Wind schneidet uns bis aufs Mark.
Als es Nacht wird richten wir uns ein Nachtlager im Schnee und entzünden ein Feuer. Als ich gerade Wache halte, höre ich ein Knacken im Unterholz und plötzlich ist es totenstill. Gänsehaut überkommt mich und ich wecke leise die anderen. Ragnar starrt in die Dunkelheit und hat seine Augenklappe vom Rubin entfernt. Er flüstert uns zu, dass er etwas rotes schemenhaftes hinter einem Baum sieht als er nur noch aufschreit „Achtung!“ da hören wir alle schon den Pfeil heransirren und werfen uns auf den Boden. Doch Ragnar hat es erwischt. Ein glatter Durchschuss durch die Schulter. Wir schnappen uns einen brennenden Holzscheit und nehmen die Verfolgung auf. Wir versuchen die Frau zu stellen, die uns zähnefletschend anstarrt. Lange spitze Eckzähne blitzen in der Dunkelheit im Fackellicht auf. Ihren Bogen hat sie fallen gelassen, hat nun einen langen Jagdspeer in den Händen und greift uns an. Diese Frau oder was immer es ist, ist furchtbar stark, blitzschnell und jede Wunde, die wir ihr zufügen, schließt sich wieder von selbst. Ardo spricht ein längeres Gebet und eine kleine Flamme züngelt aus seiner Hand. Das Wesen zieht sich von ihm zurück. Ragnar steht ein wenig abseits, lässt sie nicht aus den Augen und konzentriert sich, während Kaldrim versucht sie mit einem brennenden Holzscheit auf Abstand zu halten. Zwischendurch verschwindet sie in den Baumwipfeln und springt behende von einem Ast zum Anderen ehe sie sich wieder fauchend auf uns stürzt. Ihren Speer hat sie mittlerweile auch fallen lassen und ich nehme ihn auf und versuche ihn abwehrend gegen sie zu halten, falls sie wieder versucht mich anzuspringen. Sie versucht an ihren Bogen zu kommen, schießt noch einmal auf Ardo, der ausweichen kann . Doch bevor sie ein weiteres mal zum schießen kommt, erscheint plötzlich eng um sie herum eine Feuerwand, die Ragnar heraufbeschworen hat. Aufschreiend lässt sie den Bogen fallen, zieht die Hand zurück und steht engumschlungen von Flammen mitten im Wald. Als der Körper zu verbrennen beginnt, kreischt sie im Todeskampf solange bis der Körper zerfällt. Ein schauerlicher Anblick und ein ohrenbetäubendes Gekreisch. Mir wird ganz schlecht. Der Geruch von verbranntem Fleisch macht sich breit und zurück bleiben nur noch ein paar Knochen. Ardo spricht noch ein Gebet für ihre arme Seele und wir brechen wieder auf. An Schlaf ist nicht mehr zu denken. Schweigsam reiten wir weiter durch den nächsten Tag. Es schneit noch immer und der eisige Wind schneidet uns bis aufs Mark.
Donnergrund
1. Boron 1016 BF
Zu fortgeschrittener Nachtstunde gelangen wir an einen kleinen Weiler mit einem Perainetempel und einer Schänke und entscheiden uns die Wirtsleute zu wecken. Eine kleine zierliche Wirtin öffnet uns und gewährt uns im Schankraum ein Nachtlager. Sie kann uns berichten, dass die Leichen von der Jagdgesellschaft des jungen Barons zurück nach Moosgrund gebracht wurden. Nachdem sie uns versorgt hat, schicken wir sie auch wieder schlafen und sie lässt uns allein. Wir legen uns ebenfalls ein paar Stunden schlafen bis zum Sonnenaufgang und die Wirtin weckt uns mit einem einfachen aber guten Frühstück. Wir begutachten den hiesigen Boronsanger, außer Vogelspuren ist jedoch nichts Auffälliges zu finden. Man erzählt uns, dass die Jagdgesellschaft zu viert aufgebrochen sei und nicht wiederkehrte. Als man sie fand, sahen sie aus, als wären sie selbst gejagt worden. Völlig zerfetzt und ausgeweidet. Es wurden Langbogenpfeile gefunden, scheinbar dieselben wie der der Boris tötete. Wir entscheiden weiter nach Rhodenstein zu reisen. Vielleicht hat die Rondrakirche Aufzeichnungen oder Hinweise über diese Wesen, die fähig sind solch unmenschliche Dinge zu tun.
Zu fortgeschrittener Nachtstunde gelangen wir an einen kleinen Weiler mit einem Perainetempel und einer Schänke und entscheiden uns die Wirtsleute zu wecken. Eine kleine zierliche Wirtin öffnet uns und gewährt uns im Schankraum ein Nachtlager. Sie kann uns berichten, dass die Leichen von der Jagdgesellschaft des jungen Barons zurück nach Moosgrund gebracht wurden. Nachdem sie uns versorgt hat, schicken wir sie auch wieder schlafen und sie lässt uns allein. Wir legen uns ebenfalls ein paar Stunden schlafen bis zum Sonnenaufgang und die Wirtin weckt uns mit einem einfachen aber guten Frühstück. Wir begutachten den hiesigen Boronsanger, außer Vogelspuren ist jedoch nichts Auffälliges zu finden. Man erzählt uns, dass die Jagdgesellschaft zu viert aufgebrochen sei und nicht wiederkehrte. Als man sie fand, sahen sie aus, als wären sie selbst gejagt worden. Völlig zerfetzt und ausgeweidet. Es wurden Langbogenpfeile gefunden, scheinbar dieselben wie der der Boris tötete. Wir entscheiden weiter nach Rhodenstein zu reisen. Vielleicht hat die Rondrakirche Aufzeichnungen oder Hinweise über diese Wesen, die fähig sind solch unmenschliche Dinge zu tun.
Nachforschungen
30. Travia 1016 BF
Die Travia-Geweihte nimmt sich Boris an. Vor Ort gibt es einen Boronsanger und sie wird sich um seine Bestattung kümmern. Ebenso wird sie dafür sorgen, dass die Kutsche zurück nach Trallop gebracht wird und Waldemar benachrichtigt wird. Nachdem alle Dinge geregelt sind, machen wir uns weiter auf den Weg nach Schnakenteich. Es ist immer noch nicht Morgen, doch wir klopfen den Wirt aus dem Bett. Der Wirt der Schänke „Brot und Bier“ lässt uns mürrisch hinein und bewirtet uns. Er berichtet uns, auf unsere Bitte hin, dass der Jäger Wilfried und sein Hund südlich von Donnergrund aufgefunden wurden. Am 1. Rondra sei zudem der Jagdaufseher des Herzogs hier übel zugerichtet worden. Er sei nur kurz aus der Schänke um auszutreten und kam nicht wieder, sondern wurde kurze Zeit später mit aufgerissener Kehle gefunden worden. Die Schmiedin Henni machte kurzen Prozess und schlug dem armen Opfer auch noch den Kopf ab bevor er beerdigt wurde. Ebenso sei in Donnergrund der Sohn des Barons von Moosgrund dem Tod zum Opfer gefallen.
Als wir am Morgen die Schmiedin Henni aufsuchen und uns mit ihr unterhalten wollen, antwortet sie nur wortkarg, dass das ja alles nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Es sei kaum Blut an der Leiche gewesen und ihr Vater habe ihr beigebracht, dass man Unheiligen den Kopf abschlägt. Doch vermutet sie die Orkschamanen hinter all dem, da diese ja ihren Opfern das Blut aussaugen. Ich schaue fragend zu Ragnar, doch er schüttelt unmerklich den Kopf.
Ardo spricht derweil mit den Bauern und kann uns eine Schlafstatt besorgen. Wir schlafen wieder bis Sonnenuntergang und kehren nochmals zur Schänke zurück um uns nochmals zu stärken. Endlich gibt es mal etwas anderes als Bierbrot, sondern warmes Kraut.
Als wir aufbrechen, machen wir noch einen kleinen Umweg über die Jagdhütte, doch werden wir dort nicht fündig. Außer einer einfachen leeren Hütte mit vielen eingetrockneten Blutflecken kann uns nichts weiterhelfen und so machen wir uns auf den Weg nach Donnergrund.
Die Travia-Geweihte nimmt sich Boris an. Vor Ort gibt es einen Boronsanger und sie wird sich um seine Bestattung kümmern. Ebenso wird sie dafür sorgen, dass die Kutsche zurück nach Trallop gebracht wird und Waldemar benachrichtigt wird. Nachdem alle Dinge geregelt sind, machen wir uns weiter auf den Weg nach Schnakenteich. Es ist immer noch nicht Morgen, doch wir klopfen den Wirt aus dem Bett. Der Wirt der Schänke „Brot und Bier“ lässt uns mürrisch hinein und bewirtet uns. Er berichtet uns, auf unsere Bitte hin, dass der Jäger Wilfried und sein Hund südlich von Donnergrund aufgefunden wurden. Am 1. Rondra sei zudem der Jagdaufseher des Herzogs hier übel zugerichtet worden. Er sei nur kurz aus der Schänke um auszutreten und kam nicht wieder, sondern wurde kurze Zeit später mit aufgerissener Kehle gefunden worden. Die Schmiedin Henni machte kurzen Prozess und schlug dem armen Opfer auch noch den Kopf ab bevor er beerdigt wurde. Ebenso sei in Donnergrund der Sohn des Barons von Moosgrund dem Tod zum Opfer gefallen.
Als wir am Morgen die Schmiedin Henni aufsuchen und uns mit ihr unterhalten wollen, antwortet sie nur wortkarg, dass das ja alles nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Es sei kaum Blut an der Leiche gewesen und ihr Vater habe ihr beigebracht, dass man Unheiligen den Kopf abschlägt. Doch vermutet sie die Orkschamanen hinter all dem, da diese ja ihren Opfern das Blut aussaugen. Ich schaue fragend zu Ragnar, doch er schüttelt unmerklich den Kopf.
Ardo spricht derweil mit den Bauern und kann uns eine Schlafstatt besorgen. Wir schlafen wieder bis Sonnenuntergang und kehren nochmals zur Schänke zurück um uns nochmals zu stärken. Endlich gibt es mal etwas anderes als Bierbrot, sondern warmes Kraut.
Als wir aufbrechen, machen wir noch einen kleinen Umweg über die Jagdhütte, doch werden wir dort nicht fündig. Außer einer einfachen leeren Hütte mit vielen eingetrockneten Blutflecken kann uns nichts weiterhelfen und so machen wir uns auf den Weg nach Donnergrund.
Nächtlicher Besuch
29. Travia 1016 BF
Mitten in der Nacht werde ich plötzlich von Ragnar geweckt. „Pass auf Walfried auf, rasch“, raunt er mir nur zu und verschwindet. Ich rappel mich auf, gehe in Walfrieds Zimmer und rüste mich Stück für Stück schlaftrunken. Ich höre Kaldrim und Ragnar das Gasthaus verlassen und auch Ardo höre ich kurz danach den Gang hinunterlaufen. Kurze Zeit später kommt Kaldrim angerannt, schnappt seinen Fellumhang und bittet mich ihm zu folgen. Ich vergewissere mich, dass Walfried fest schläft, verriegele das Fenster und renne Kaldrim hinterher, während ich mir auf dem Weg nach unten den Fellumhang umwickele. Was bei den Zwölfen haben die nun schon wieder vor, mitten in der Nacht bei dieser Kälte?! Als ich nach draußen gelange, sehe ich wie Ragnars und Ardos Gestalten gerade im Schneegestöber verschwinden, während ich mit Kaldrim hinterhereile. Als ich ihn befrage, was eigentlich los sei, erzählt er mir, dass eine Gestalt an seinem Fenster gesessen habe, doch als er erwachte, sei es verschwunden und wir versuchen es zu jagen. Wir folgen den Fußspuren der anderen beiden im Schnee, doch Kaldrim stolpert immer wieder und strauchelt. Er sieht noch schlimmer aus als gestern. Dunkle Augenringe haben sich in sein Gesicht gefurcht. Er schnauft atemlos und keucht schon fast. Wir fallen immer weiter zurück. Der Schnee ist tief und seine kurzen Beine kämpfen sich durch den Schnee. Kaldrim bricht zusammen und fällt in das eisige Nass. Ich kann ihn hier unmöglich liegen lassen. Ich zerre ihn hoch und schleife ihn mit mir. Die Spuren der anderen sind deutlich zu erkennen und so schleppen wir uns weiter und weiter. Ich ziehe Kaldrim mehr mit mir, als dass seine Füße ihn selbst zu tragen vermögen. Immer wieder kämpft er sich einige Zeit voran um kurze Zeit später wieder zu straucheln. Unsere Kleidung ist völlig durchnässt. Große Schneeflocken rauben uns die Sicht, doch kämpfen wir uns weiter durch den Schnee. Umzukehren kommt nicht in Frage. Wir werden einfach ihren Spuren folgen. Wir laufen nun schon Stunden.
Plötzlich liegt Feuergeruch in der Luft und wir eilen weiter. Mittlerweile geht die Sonne langsam auf und von Weitem können wir ein Flackern zwischen den Bäumen erkennen und kommen endlich atemlos an ein Gut. Das Haupthaus steht in Flammen und ich erkenne zwei Schatten davor stehen. Den Größen nach zu urteilen sind es, den Göttern sei Dank, Ragnar und Ardo. Ragnar erzählt uns, dass wir auf dem Hof von Peldor sind, der kleine Junge der uns als Räuberhauptmann überfiel, und er sei auch derjenige, den wir verfolgten. Doch sei er nicht mehr er selbst gewesen, sondern habe sie angegriffen. Sein Gesicht war eine Fratze, seine Zähne waren Reißer und sein Fauchen war das eines Tieres. Ragnar nennt das Geschöpf Bloedsugar, eigentlich Gestalten aus Geschichten und Sagen, ob es sie leibhaftig gibt ist in Frage zu stellen. Nur das Licht scheute es, Waffen und Zauber waren nutzlos. Sie haben dieses Etwas ins Morgenlicht getrieben, bei dem es jämmerlich verbrannte.
Im Haupthaus haben sie den leblosen Vater im Bett gefunden und deshalb das Haus angezündet. Die Mutter scheint mit ihrem Schwächeanfall unversehrt in Sicherheit gebracht worden zu sein, doch wenn ich mir Kaldrim so anschaue, so fühlt er sich ebenfalls schwach und Peldor hat vielleicht versucht auch seine Mutter zu töten. Diese Dinger scheinen den Menschen ihre Kraft zu nehmen bis zum Tod. Mich schauderts.
Ardo schickt uns zurück. Er habe hier noch etwas zu erledigen und sein Tonfall duldet keine Widerworte. So machen wir drei uns auf den Weg zurück nach Anderath. Nach wenigen Stunden trägt uns der Wind Ardos Stimme durch den Morgen und er folgt uns strammen Schrittes mit gepredigten Gesängen. Kurze Zeit später hat er uns eingeholt. Enthusiastisch schmettert er die letzten Worte seiner Choräle und begrüßt uns lächelnd.
Als wir am Gasthaus ankommen ist es schon später Vormittag. Wir bekommen noch ein deftiges Frühstück und stärken uns erst einmal. Walfried schläft noch immer seinen Rausch aus.
Als wir die Wirtin befragen, ob sie denn etwas von seltsamen Vorkommnissen weiß, erzählt sie uns von einer Mutter, die mit ihrem Kind südlich von Baliho in Keilersfried in einem See gefunden wurde. Ihre Körper seien völlig zerfetzt gewesen. Ebenso soll in Schnakenteich ein Jäger mit seinem Hund tot aufgefunden worden sein, ebenfalls völlig niedergemetzelt. Als wir nach dem Essen Walfried wecken, kann dieser uns noch berichten, dass der Jäger in seiner Hütte übelst zugerichtet aufgefunden wurde. Wir lassen ihn ziehen, da es uns sicherlich nicht weiter bringt, wenn er uns die Stelle mit dem Ork zeigt, da der Vorfall eh schon viel zu lange her ist. Wir entscheiden uns erst nachts wieder weiter zu reisen, auch wenn mir nicht ganz wohl dabei ist, mich auch noch auf einem Tablett zu servieren, aber ich füge mich. Ardo sucht noch den hiesigen Rondratempel auf, doch keiner kann uns weiterhelfen. Die Geweihten gehen alle von marodierenden Orkbanden aus, die hier ihr Unwesen treiben.
Wir legen uns schlafen und lassen uns von der Wirtin erst bei Sonnenuntergang wieder wecken. Nachdem wir uns nochmal tüchtig satt gegessen und uns reisefertig gemacht haben, brechen wir Richtung Westen auf. Kaldrim und ich sitzen wieder in der Kutsche, als diese auf Ardos Befehl hin plötzlich anhält. Irgendetwas stimmt nicht und ehe wir uns versehen, hören wir nur einen Pfeil sirren und hören noch wie Boris vom Kutschbock kippt. Ich springe heraus, eile hinter die Kutsche, binde Soraya los, rede auf sie ein, damit sie nicht fort läuft und gehe in Deckung. Ardo löst eine Lampe von der Kutsche und reitet in die Richtung aus der der Pfeil kam. Am Waldrand wirft er die Öllampe ins Unterholz und kann gerade noch im Aufflammen des Öls einen flinken menschlichen Schatten erkennen, der aber blitzschnell in der Dunkelheit verschwindet. Wir schauen nach Boris, dessen Schädel von einem Pfeil komplett durchschossen wurde. Der Pfeil ist von einem Langbogen und es ist kein orkischer Pfeil. Wir einigen uns, Boris bis zum nächsten Weiler mitzunehmen um ihn angemessen beerdigen zu lassen und Kaldrim und ich versuchen die Kutsche zu lenken. Nachdem ich kläglich scheitere und die Pferde keine Anstalten machen weiterzugehen, nimmt Kaldrim die Zügel und es klappt. Mitten in der Nacht gelangen wir nach Laienhaus und finden einen Traviatempel. Nach langem eindringlichen Türklopfen gewährt die hiesige Geweihte uns Einlass.
Mitten in der Nacht werde ich plötzlich von Ragnar geweckt. „Pass auf Walfried auf, rasch“, raunt er mir nur zu und verschwindet. Ich rappel mich auf, gehe in Walfrieds Zimmer und rüste mich Stück für Stück schlaftrunken. Ich höre Kaldrim und Ragnar das Gasthaus verlassen und auch Ardo höre ich kurz danach den Gang hinunterlaufen. Kurze Zeit später kommt Kaldrim angerannt, schnappt seinen Fellumhang und bittet mich ihm zu folgen. Ich vergewissere mich, dass Walfried fest schläft, verriegele das Fenster und renne Kaldrim hinterher, während ich mir auf dem Weg nach unten den Fellumhang umwickele. Was bei den Zwölfen haben die nun schon wieder vor, mitten in der Nacht bei dieser Kälte?! Als ich nach draußen gelange, sehe ich wie Ragnars und Ardos Gestalten gerade im Schneegestöber verschwinden, während ich mit Kaldrim hinterhereile. Als ich ihn befrage, was eigentlich los sei, erzählt er mir, dass eine Gestalt an seinem Fenster gesessen habe, doch als er erwachte, sei es verschwunden und wir versuchen es zu jagen. Wir folgen den Fußspuren der anderen beiden im Schnee, doch Kaldrim stolpert immer wieder und strauchelt. Er sieht noch schlimmer aus als gestern. Dunkle Augenringe haben sich in sein Gesicht gefurcht. Er schnauft atemlos und keucht schon fast. Wir fallen immer weiter zurück. Der Schnee ist tief und seine kurzen Beine kämpfen sich durch den Schnee. Kaldrim bricht zusammen und fällt in das eisige Nass. Ich kann ihn hier unmöglich liegen lassen. Ich zerre ihn hoch und schleife ihn mit mir. Die Spuren der anderen sind deutlich zu erkennen und so schleppen wir uns weiter und weiter. Ich ziehe Kaldrim mehr mit mir, als dass seine Füße ihn selbst zu tragen vermögen. Immer wieder kämpft er sich einige Zeit voran um kurze Zeit später wieder zu straucheln. Unsere Kleidung ist völlig durchnässt. Große Schneeflocken rauben uns die Sicht, doch kämpfen wir uns weiter durch den Schnee. Umzukehren kommt nicht in Frage. Wir werden einfach ihren Spuren folgen. Wir laufen nun schon Stunden.
Plötzlich liegt Feuergeruch in der Luft und wir eilen weiter. Mittlerweile geht die Sonne langsam auf und von Weitem können wir ein Flackern zwischen den Bäumen erkennen und kommen endlich atemlos an ein Gut. Das Haupthaus steht in Flammen und ich erkenne zwei Schatten davor stehen. Den Größen nach zu urteilen sind es, den Göttern sei Dank, Ragnar und Ardo. Ragnar erzählt uns, dass wir auf dem Hof von Peldor sind, der kleine Junge der uns als Räuberhauptmann überfiel, und er sei auch derjenige, den wir verfolgten. Doch sei er nicht mehr er selbst gewesen, sondern habe sie angegriffen. Sein Gesicht war eine Fratze, seine Zähne waren Reißer und sein Fauchen war das eines Tieres. Ragnar nennt das Geschöpf Bloedsugar, eigentlich Gestalten aus Geschichten und Sagen, ob es sie leibhaftig gibt ist in Frage zu stellen. Nur das Licht scheute es, Waffen und Zauber waren nutzlos. Sie haben dieses Etwas ins Morgenlicht getrieben, bei dem es jämmerlich verbrannte.
Im Haupthaus haben sie den leblosen Vater im Bett gefunden und deshalb das Haus angezündet. Die Mutter scheint mit ihrem Schwächeanfall unversehrt in Sicherheit gebracht worden zu sein, doch wenn ich mir Kaldrim so anschaue, so fühlt er sich ebenfalls schwach und Peldor hat vielleicht versucht auch seine Mutter zu töten. Diese Dinger scheinen den Menschen ihre Kraft zu nehmen bis zum Tod. Mich schauderts.
Ardo schickt uns zurück. Er habe hier noch etwas zu erledigen und sein Tonfall duldet keine Widerworte. So machen wir drei uns auf den Weg zurück nach Anderath. Nach wenigen Stunden trägt uns der Wind Ardos Stimme durch den Morgen und er folgt uns strammen Schrittes mit gepredigten Gesängen. Kurze Zeit später hat er uns eingeholt. Enthusiastisch schmettert er die letzten Worte seiner Choräle und begrüßt uns lächelnd.
Als wir am Gasthaus ankommen ist es schon später Vormittag. Wir bekommen noch ein deftiges Frühstück und stärken uns erst einmal. Walfried schläft noch immer seinen Rausch aus.
Als wir die Wirtin befragen, ob sie denn etwas von seltsamen Vorkommnissen weiß, erzählt sie uns von einer Mutter, die mit ihrem Kind südlich von Baliho in Keilersfried in einem See gefunden wurde. Ihre Körper seien völlig zerfetzt gewesen. Ebenso soll in Schnakenteich ein Jäger mit seinem Hund tot aufgefunden worden sein, ebenfalls völlig niedergemetzelt. Als wir nach dem Essen Walfried wecken, kann dieser uns noch berichten, dass der Jäger in seiner Hütte übelst zugerichtet aufgefunden wurde. Wir lassen ihn ziehen, da es uns sicherlich nicht weiter bringt, wenn er uns die Stelle mit dem Ork zeigt, da der Vorfall eh schon viel zu lange her ist. Wir entscheiden uns erst nachts wieder weiter zu reisen, auch wenn mir nicht ganz wohl dabei ist, mich auch noch auf einem Tablett zu servieren, aber ich füge mich. Ardo sucht noch den hiesigen Rondratempel auf, doch keiner kann uns weiterhelfen. Die Geweihten gehen alle von marodierenden Orkbanden aus, die hier ihr Unwesen treiben.
Wir legen uns schlafen und lassen uns von der Wirtin erst bei Sonnenuntergang wieder wecken. Nachdem wir uns nochmal tüchtig satt gegessen und uns reisefertig gemacht haben, brechen wir Richtung Westen auf. Kaldrim und ich sitzen wieder in der Kutsche, als diese auf Ardos Befehl hin plötzlich anhält. Irgendetwas stimmt nicht und ehe wir uns versehen, hören wir nur einen Pfeil sirren und hören noch wie Boris vom Kutschbock kippt. Ich springe heraus, eile hinter die Kutsche, binde Soraya los, rede auf sie ein, damit sie nicht fort läuft und gehe in Deckung. Ardo löst eine Lampe von der Kutsche und reitet in die Richtung aus der der Pfeil kam. Am Waldrand wirft er die Öllampe ins Unterholz und kann gerade noch im Aufflammen des Öls einen flinken menschlichen Schatten erkennen, der aber blitzschnell in der Dunkelheit verschwindet. Wir schauen nach Boris, dessen Schädel von einem Pfeil komplett durchschossen wurde. Der Pfeil ist von einem Langbogen und es ist kein orkischer Pfeil. Wir einigen uns, Boris bis zum nächsten Weiler mitzunehmen um ihn angemessen beerdigen zu lassen und Kaldrim und ich versuchen die Kutsche zu lenken. Nachdem ich kläglich scheitere und die Pferde keine Anstalten machen weiterzugehen, nimmt Kaldrim die Zügel und es klappt. Mitten in der Nacht gelangen wir nach Laienhaus und finden einen Traviatempel. Nach langem eindringlichen Türklopfen gewährt die hiesige Geweihte uns Einlass.
Der Büttel Walfried
28. Travia 1016 BF
Als wir am nächsten Morgen uns zum Frühstück treffen, fehlt Kaldrim. Als Ragnar in wecken will, findet er sein Zimmer unverschlossen vor. Das Fenster ist sperrangelweit offen. Es ist eiskalt im Zimmer und Kaldrim liegt tief und fest schlafend im Bett, so dass Ragnar Mühe hat ihn überhaupt wach zu kriegen. Als Ragnar sich umschaut, entdeckt er zwei leichte Vertiefungen auf dem Fenstersims, aber nicht deutlich genug um wirklich etwas zu erkennen. Kaldrim ist müde und schwach als hätte er die ganze Nacht nicht geschlafen. Seine Glieder schmerzen, sind völlig durchgefroren und steif und er ist ein weiteres Mal froh, die Kutsche dabei zu haben. Als wir weiter reisen, mümmelt er sich in Decken und schläft auf der Fahrt weiter. Er sieht furchtbar aus.
Gegen Abend erreichen wir Anderath. Der geschändete Praiostempel wird mittlerweile von einem Bannstrahler bewacht und wir kehren im Wirsthaus „Zum alten Säufer“ ein. Die Schänke gehört wohl einem alten Veteran, der Ausstattung nach zu urteilen. Überall hängen Kriegstrophäen an den Wänden und ein alter Haudegen begrüßt uns in seinem Gasthaus.
Er erzählt uns, dass die Orks den Praiostempel geschändet hätten. Er selbst kenne Büttel Walfried, der einen von ihnen erschossen haben mag. Doch da man die Leiche nicht gefunden hat, hat es den Schützen ein wenig den Verstand gekostet und er ertränke sein Leben nur noch im „alten Sünder“, der anderen Kaschemme dieses Ortes. Ragnar macht sich sogleich zum „alten Sünder“ auf und kommt kurze zeit später mit einem volltrunkenen Mann zurück, der uns die Einzelheiten erzählen kann. Walfried berichtet wie die Orks all die Schätze des Tempels in die Senfte des Praiosgeweihten gepackt hätten und alles mitnahmen was nicht niet- und nagelfest war. Doch habe er selbst einen von ihnen direkt im Hinterkopf mit seiner Armbrust erschossen. Als er jedoch zur Leiche hinrannte als die Orks weg waren, sei nur noch sein Bolzen und eine große Blutlache da gewesen und die Leiche sei einfach verschwunden. Eine Blutspur habe noch Richtung Wald geführt, doch als er ihr folgte, habe er es knurren gehört und er sei angstvoll davon gerannt. Schließlich sind ja auch Wölfe und Bären in den Wäldern.
Ragnar lädt den armen Kerl in das Gasthaus ein, damit wir ihn im Auge behalten können und er verspricht uns am nächsten Morgen die Stelle zu zeigen, an der das alles stattgefunden hat.
So beenden wir unser Nachtmahl und als alle zu Bett gehen, hält Ragnar die erste Wache bei Walfried, während ich mich im Schlafsaal zur Ruhe begebe. Ardo und Kaldrim schlafen in ihren Zimmern.
Als wir am nächsten Morgen uns zum Frühstück treffen, fehlt Kaldrim. Als Ragnar in wecken will, findet er sein Zimmer unverschlossen vor. Das Fenster ist sperrangelweit offen. Es ist eiskalt im Zimmer und Kaldrim liegt tief und fest schlafend im Bett, so dass Ragnar Mühe hat ihn überhaupt wach zu kriegen. Als Ragnar sich umschaut, entdeckt er zwei leichte Vertiefungen auf dem Fenstersims, aber nicht deutlich genug um wirklich etwas zu erkennen. Kaldrim ist müde und schwach als hätte er die ganze Nacht nicht geschlafen. Seine Glieder schmerzen, sind völlig durchgefroren und steif und er ist ein weiteres Mal froh, die Kutsche dabei zu haben. Als wir weiter reisen, mümmelt er sich in Decken und schläft auf der Fahrt weiter. Er sieht furchtbar aus.
Gegen Abend erreichen wir Anderath. Der geschändete Praiostempel wird mittlerweile von einem Bannstrahler bewacht und wir kehren im Wirsthaus „Zum alten Säufer“ ein. Die Schänke gehört wohl einem alten Veteran, der Ausstattung nach zu urteilen. Überall hängen Kriegstrophäen an den Wänden und ein alter Haudegen begrüßt uns in seinem Gasthaus.
Er erzählt uns, dass die Orks den Praiostempel geschändet hätten. Er selbst kenne Büttel Walfried, der einen von ihnen erschossen haben mag. Doch da man die Leiche nicht gefunden hat, hat es den Schützen ein wenig den Verstand gekostet und er ertränke sein Leben nur noch im „alten Sünder“, der anderen Kaschemme dieses Ortes. Ragnar macht sich sogleich zum „alten Sünder“ auf und kommt kurze zeit später mit einem volltrunkenen Mann zurück, der uns die Einzelheiten erzählen kann. Walfried berichtet wie die Orks all die Schätze des Tempels in die Senfte des Praiosgeweihten gepackt hätten und alles mitnahmen was nicht niet- und nagelfest war. Doch habe er selbst einen von ihnen direkt im Hinterkopf mit seiner Armbrust erschossen. Als er jedoch zur Leiche hinrannte als die Orks weg waren, sei nur noch sein Bolzen und eine große Blutlache da gewesen und die Leiche sei einfach verschwunden. Eine Blutspur habe noch Richtung Wald geführt, doch als er ihr folgte, habe er es knurren gehört und er sei angstvoll davon gerannt. Schließlich sind ja auch Wölfe und Bären in den Wäldern.
Ragnar lädt den armen Kerl in das Gasthaus ein, damit wir ihn im Auge behalten können und er verspricht uns am nächsten Morgen die Stelle zu zeigen, an der das alles stattgefunden hat.
So beenden wir unser Nachtmahl und als alle zu Bett gehen, hält Ragnar die erste Wache bei Walfried, während ich mich im Schlafsaal zur Ruhe begebe. Ardo und Kaldrim schlafen in ihren Zimmern.
Isenhöh
27. Travia 1016 BF
Nach dem Frühstück treffen wir wieder auf Kaldrim in seiner Kutsche und reisen weiter nach Süden. Es schneit immer stärker und eisiger Wind schneidet uns ins Gesicht. Trotz meiner dicken Kleidung halte ich es nicht länger aus und binde Soraya ebenfalls hinter die Kutsche und steige zu Kaldrim ins Wageninnere. Es ist nicht wirklich wärmer, aber der eisige Wind ist weg und dick eingewickelt in Decken lässt es sich hier drin aushalten. Am späten Mittag gelangen wir nach Ifirns Kappeln und kehren im „Schwarzen Bären“ ein. Wieder gibt’s es Rinderbrühe und die anderen bestellen sich noch Lowanger Saure Wurst. Klingt nicht gerade köstlich und da ich auf dem Weg einen Praiostempel gesehen habe, mache ich mich nach meiner Suppe auf den Weg dorthin. Ein Novize nimmt mich in Empfang, doch als ich ihn nach den Ereignissen der Umgebung befrage, holt er den Geweihten herbei. Ein alter, tattriger Praiosgeweihter kommt mir entgegen und gibt mir Auskunft, dass im Rondra ein Bauer tot im Bett aufgefunden wurde, ohne ein Anzeichen einer Erkrankung oder Wunde. Nachdem man ihn ordentlich bestattet hatte, mit Grabsegen und allem was dazugehöre, sei sein Grab am nächsten Morgen leer gewesen. Genaueres weiß er nicht zu berichten.
Als ich ins Gasthaus zurückkehre, erzählen mir die anderen dasselbe, was hier mehr als Gerücht kursiert. Wir suchen nach dem Essen noch die Perainegeweihte auf, die den Leichnam des Bauern untersucht haben soll und erfahren, dass das Grab seltsam geöffnet aussah. Der Sarg sei zertrümmert gewesen und das Grab auch nicht ordentlich aufgeschaufelt, sondern als wenn der Tote selbst dem Grab entstiegen sei. Sie habe den Toten selbst untersucht, er war definitiv tot gewesen ohne irgendwelchen Anzeichen für die Ursache. Er war erst um die dreißig Götterläufe alt und gesund. Nun sei der Leichnam seitdem verschwunden.
Wir reisen weiter um gegen Abend noch Isenhöh zu erreichen. Es wird immer kälter und dicke Eiszapfen hängen am Schild des einzigen Wirthauses. Durchgefroren begeben wir uns in die gute Stube, während ein Stallknecht sich um unsere Pferde und die Kutsche kümmert. An einem Tisch sitzen ein Zwerg und eine Travia-Geweihte, zu denen sich Kaldrim gleich hinzugesellt, während wir noch auf unser Essen warten. Sie erzählen uns bereitwillig, dass hier vor drei Monden der junge Gernot Balderfuchs einfach tot auf dem Feld gefunden wurde. Keinerlei Anzeichen von Gewalteinwirkung. Er wurde auf dem hiesigen Boronsanger beerdigt. Des Weiteren sei aus diesem Gasthaus ein Händler einfach verschwunden. Sein Hab und Gut habe er zurückgelassen. Er war am nächsten Morgen einfach weg. Ebenso seien im Rondra vier Ziegen gerissen worden, doch ob es einfach nur Wölfe waren, sei man sich unsicher, so früh im Jahr. Doch in Anbetracht des frühen Winters sei das natürlich auch erklärbar. Im Efferd habe man zu guter Letzt die Frau der Blaufüchsens nach Braunsfurt gebracht, da sie an einem Schwächeanfall litt, obwohl sie eigentlich kerngesund sei.
Kaldrim bittet Ardo, ob es denn möglich sei, das Grab des Jungen genauer zu untersuchen und den Grabsegen danach wieder zu erneuern. Doch Ardo schaut ihn nur scharf an, gibt keine Antwort und trinkt einen großen Schluck. Das ist Antwort genug und Kaldrim verstummt.
Nach dem Essen begeben sich Ragnar und Kaldrim zum Boronsanger und begutachten das zugeschneite Grab des jungen Mannes, der vor kurzem hier verstarb. Als sie zurückkehren erzählen sie nur, dass das Grab unberührt sei und sie nichts Auffälliges fanden.
Während die anderen sich alle ein Zimmer gemietet haben, nächtige ich im Schlaafsaal. Ardo hält im Gang Wache und von Ragnars Zimmer höre ich die Riegel einschnappen.
Nach dem Frühstück treffen wir wieder auf Kaldrim in seiner Kutsche und reisen weiter nach Süden. Es schneit immer stärker und eisiger Wind schneidet uns ins Gesicht. Trotz meiner dicken Kleidung halte ich es nicht länger aus und binde Soraya ebenfalls hinter die Kutsche und steige zu Kaldrim ins Wageninnere. Es ist nicht wirklich wärmer, aber der eisige Wind ist weg und dick eingewickelt in Decken lässt es sich hier drin aushalten. Am späten Mittag gelangen wir nach Ifirns Kappeln und kehren im „Schwarzen Bären“ ein. Wieder gibt’s es Rinderbrühe und die anderen bestellen sich noch Lowanger Saure Wurst. Klingt nicht gerade köstlich und da ich auf dem Weg einen Praiostempel gesehen habe, mache ich mich nach meiner Suppe auf den Weg dorthin. Ein Novize nimmt mich in Empfang, doch als ich ihn nach den Ereignissen der Umgebung befrage, holt er den Geweihten herbei. Ein alter, tattriger Praiosgeweihter kommt mir entgegen und gibt mir Auskunft, dass im Rondra ein Bauer tot im Bett aufgefunden wurde, ohne ein Anzeichen einer Erkrankung oder Wunde. Nachdem man ihn ordentlich bestattet hatte, mit Grabsegen und allem was dazugehöre, sei sein Grab am nächsten Morgen leer gewesen. Genaueres weiß er nicht zu berichten.
Als ich ins Gasthaus zurückkehre, erzählen mir die anderen dasselbe, was hier mehr als Gerücht kursiert. Wir suchen nach dem Essen noch die Perainegeweihte auf, die den Leichnam des Bauern untersucht haben soll und erfahren, dass das Grab seltsam geöffnet aussah. Der Sarg sei zertrümmert gewesen und das Grab auch nicht ordentlich aufgeschaufelt, sondern als wenn der Tote selbst dem Grab entstiegen sei. Sie habe den Toten selbst untersucht, er war definitiv tot gewesen ohne irgendwelchen Anzeichen für die Ursache. Er war erst um die dreißig Götterläufe alt und gesund. Nun sei der Leichnam seitdem verschwunden.
Wir reisen weiter um gegen Abend noch Isenhöh zu erreichen. Es wird immer kälter und dicke Eiszapfen hängen am Schild des einzigen Wirthauses. Durchgefroren begeben wir uns in die gute Stube, während ein Stallknecht sich um unsere Pferde und die Kutsche kümmert. An einem Tisch sitzen ein Zwerg und eine Travia-Geweihte, zu denen sich Kaldrim gleich hinzugesellt, während wir noch auf unser Essen warten. Sie erzählen uns bereitwillig, dass hier vor drei Monden der junge Gernot Balderfuchs einfach tot auf dem Feld gefunden wurde. Keinerlei Anzeichen von Gewalteinwirkung. Er wurde auf dem hiesigen Boronsanger beerdigt. Des Weiteren sei aus diesem Gasthaus ein Händler einfach verschwunden. Sein Hab und Gut habe er zurückgelassen. Er war am nächsten Morgen einfach weg. Ebenso seien im Rondra vier Ziegen gerissen worden, doch ob es einfach nur Wölfe waren, sei man sich unsicher, so früh im Jahr. Doch in Anbetracht des frühen Winters sei das natürlich auch erklärbar. Im Efferd habe man zu guter Letzt die Frau der Blaufüchsens nach Braunsfurt gebracht, da sie an einem Schwächeanfall litt, obwohl sie eigentlich kerngesund sei.
Kaldrim bittet Ardo, ob es denn möglich sei, das Grab des Jungen genauer zu untersuchen und den Grabsegen danach wieder zu erneuern. Doch Ardo schaut ihn nur scharf an, gibt keine Antwort und trinkt einen großen Schluck. Das ist Antwort genug und Kaldrim verstummt.
Nach dem Essen begeben sich Ragnar und Kaldrim zum Boronsanger und begutachten das zugeschneite Grab des jungen Mannes, der vor kurzem hier verstarb. Als sie zurückkehren erzählen sie nur, dass das Grab unberührt sei und sie nichts Auffälliges fanden.
Während die anderen sich alle ein Zimmer gemietet haben, nächtige ich im Schlaafsaal. Ardo hält im Gang Wache und von Ragnars Zimmer höre ich die Riegel einschnappen.
Braunsfurt
26. Travia 1016 BF
Nach dem Frühstück machen wir uns reisefertig und Waldemar führt uns in seine gut gefüllte Waffenkammer. Während Ardo sich ein Weidener Schild aussucht, tausche ich meine Tuchrüstung mit einem wattierten Waffenrock und einen Fellumhang. Waldemar bringt uns noch Winterkleidung, wie Schal, Fellmütze, Fäustlinge, Schneeschuhe und Ohrenwärmer, ebenso wie ein Tiegelchen Talg. Jedem von uns reicht er noch einen versilberten Borndorn der gegen Unheiliges helfen soll, ebenso wie ein Beutelchen mit einem Achat der die Symbole von Hesinde und Boron trägt um uns vor Beherrschungen zu schützen. Ragnar bekommt einen Beutel mit allerlei wundersamen Zeug darin, was uns ebenfalls vor Bösem schützen soll und Ardo nimmt eine Ansammlung von Gebeten entgegen. Waldemar scheint ein sehr abergläubischer Mensch zu sein. Er gibt uns noch einen Siegelring, der uns alle Türen öffnen wird, da der Ring uns solange in den Rang eines Grafen erhebt und deutlich macht, dass wir in seiner Gunst stehen. Unsere Pferde bekommen Schabracken mit dem Wappen des Weidener Reiterregiments und Kaldrim nimmt das Angebot einer Winter-Kutsche gerne an. Boris, ein bornländischer Kutscher, wird uns begleiten. Die Kutsche wurde mit Kufen so umgebaut, so dass sie leicht im Schnee dahingleiten kann. So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich reite selbstverständlich, auch wenn die Kälte fast unerträglich ist.
Ragnar spricht unsere Waffen noch einmal an, da wir schon einmal gegen Unheiliges nichts ausrichten konnten und wir nicht wissen mit was wir es zu tun bekommen. Ardo kann zwar eine Waffenweihe vollziehen, jedoch dauert dies einige Stunden und man muss den Träger vor Rondra als würdig erachten, was er in unserem Fall noch nicht wirklich sieht. Bedauerlich, aber Ardo und Ragnar haben ja heilige bzw. magische Waffen, so werden sie uns zu verteidigen wissen, wie schon das letzte mal.
So gerüstet machen wir uns auf den Weg nach Baliho und kommen gegen Abend nach Braunsfurt. Kaldrim möchte auf der Burg übernachten, schließlich seien wir ja im Auftrag des Herzogs unterwegs, während wir anderen in einem Gasthaus einkehren wollen. Ardo überlässt Kaldrim den Siegelring des Herzogs und dieser macht sich sogleich mit Boris auf den Weg in die Burg. Wir kommen ins Gasthaus „Zum güldenen Horn“ und bekommen ein deftiges Abendessen mit Speck und Saubohnen. Das Gasthaus wirkt recht gemütlich, die Feuerstelle inmitten des Raumes wärmt die Gäste und auch gekocht wird direkt im Gastraum. Als Ragnar einen Gast nach den hiesigen Neuigkeiten befragt, erfahren wir vom „Metzenschnitter“, ein verückter Schlitzer scheint in Baliho Frauen umzubringen, meist leichte Mädchen aus den Gassen. Doch von verschwunden Leuten weiß er nichts.
Ich übernachte im Schlaafsaal, während Ardo und Ragnar sich ein Zimmer gemietet haben.
Nach dem Frühstück machen wir uns reisefertig und Waldemar führt uns in seine gut gefüllte Waffenkammer. Während Ardo sich ein Weidener Schild aussucht, tausche ich meine Tuchrüstung mit einem wattierten Waffenrock und einen Fellumhang. Waldemar bringt uns noch Winterkleidung, wie Schal, Fellmütze, Fäustlinge, Schneeschuhe und Ohrenwärmer, ebenso wie ein Tiegelchen Talg. Jedem von uns reicht er noch einen versilberten Borndorn der gegen Unheiliges helfen soll, ebenso wie ein Beutelchen mit einem Achat der die Symbole von Hesinde und Boron trägt um uns vor Beherrschungen zu schützen. Ragnar bekommt einen Beutel mit allerlei wundersamen Zeug darin, was uns ebenfalls vor Bösem schützen soll und Ardo nimmt eine Ansammlung von Gebeten entgegen. Waldemar scheint ein sehr abergläubischer Mensch zu sein. Er gibt uns noch einen Siegelring, der uns alle Türen öffnen wird, da der Ring uns solange in den Rang eines Grafen erhebt und deutlich macht, dass wir in seiner Gunst stehen. Unsere Pferde bekommen Schabracken mit dem Wappen des Weidener Reiterregiments und Kaldrim nimmt das Angebot einer Winter-Kutsche gerne an. Boris, ein bornländischer Kutscher, wird uns begleiten. Die Kutsche wurde mit Kufen so umgebaut, so dass sie leicht im Schnee dahingleiten kann. So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich reite selbstverständlich, auch wenn die Kälte fast unerträglich ist.
Ragnar spricht unsere Waffen noch einmal an, da wir schon einmal gegen Unheiliges nichts ausrichten konnten und wir nicht wissen mit was wir es zu tun bekommen. Ardo kann zwar eine Waffenweihe vollziehen, jedoch dauert dies einige Stunden und man muss den Träger vor Rondra als würdig erachten, was er in unserem Fall noch nicht wirklich sieht. Bedauerlich, aber Ardo und Ragnar haben ja heilige bzw. magische Waffen, so werden sie uns zu verteidigen wissen, wie schon das letzte mal.
So gerüstet machen wir uns auf den Weg nach Baliho und kommen gegen Abend nach Braunsfurt. Kaldrim möchte auf der Burg übernachten, schließlich seien wir ja im Auftrag des Herzogs unterwegs, während wir anderen in einem Gasthaus einkehren wollen. Ardo überlässt Kaldrim den Siegelring des Herzogs und dieser macht sich sogleich mit Boris auf den Weg in die Burg. Wir kommen ins Gasthaus „Zum güldenen Horn“ und bekommen ein deftiges Abendessen mit Speck und Saubohnen. Das Gasthaus wirkt recht gemütlich, die Feuerstelle inmitten des Raumes wärmt die Gäste und auch gekocht wird direkt im Gastraum. Als Ragnar einen Gast nach den hiesigen Neuigkeiten befragt, erfahren wir vom „Metzenschnitter“, ein verückter Schlitzer scheint in Baliho Frauen umzubringen, meist leichte Mädchen aus den Gassen. Doch von verschwunden Leuten weiß er nichts.
Ich übernachte im Schlaafsaal, während Ardo und Ragnar sich ein Zimmer gemietet haben.
Waldemar, der Bär
25. Travia 1016 BF
Je weiter wir in den Norden kommen umso kälter wird es. Der Winter kommt auffällig früh dieses Jahr nach Weiden, sagen die Dörfler. Der graue Himmel lässt uns Niederschlag erwarten, es ist kalt, Raureif bedeckt die Wiesen, die großen Rinderherden sind verschwunden und der Atem gefriert uns vor den Mündern. Dank der Einladung des Herzogs hatten wir auf der Reise keinerlei Probleme. Es beginnt zu schneien. In weiter Ferne können wir die Salamandersteine erkennen und vor ihnen liegt der Neunaugensee. Als wir nach Trallop kommen, erwartet uns eine ähnliche Stadt wie Wehrheim. Doch nicht so geordnet, sondern vom Pandlaril durchzogen. Mehrere dicke Steinmauern mit vielen Toren schützt die Stadt, die als letzte Grenzfeste das Mittelreich vor Goblins und Orks schützen soll.
Trutzige Burganlagen, tiefe Gräben und Befestigungsanlagen umgeben uns, als wir in die Stadt vorgelassen werden. Es stinkt nach Unrat, Matsch und Schlamm. Massen von Menschen sind auf den Straßen. Viele Flüchtlinge vom Orkensturm suchen nach Schutz. Wir sehen viele Soldaten, wie auch Krüppel, weinende Frauen und bettelnde Kinder. Der Krieg hat seine Spuren hinterlassen.
Wir reiten weiter Richtung Bärenburg. Drohende Wasserspeier schauen vom riesigen Tor auf uns herab und ein Rundhelm fragt nach unserem Begehr. Nachdem wir unsere Einladungen vorgezeigt haben, wird uns das Tor geöffnet und wir gelangen durch mehrere Höfe, ehe wir in den Innenhof gelangen. Einige Rekruten üben mit Holzschwertern und einige Übungsgeräte für berittenen und unberitten Kampf stehen im Hof. Ein Stallknecht nimmt sich unserer Pferde an und wir steigen die mächtige Treppe zum Haupthaus hinauf. Vor einer riesigen doppelflügigen Tür steht ein Kratzeisen, an dem wir unsere Stiefel säubern ehe wir eintreten. Ein Fetttiegel zur Stiefelpflege steht daneben. Wir gelangen in einen Vorraum und eine Magd öffnet mit einem Seilzug eine große Tür die zum Thronsaal führt. Wärme schlägt uns entgegen und wir gehen hinein. Eine große Halle in der fröhlich ein Kamin vor sich hinprasselt, empfängt uns. Ein bollernder Ofen in der Mitte des Raumes strahlt ebenfalls Wärme aus. Eine Dame von Stand sitzt in einer Ecke mit ein paar Mägden an Spinnrädern, während ein junges Paar gemeinsam aus dem Fenster schaut. An einer langen Holztafel sitzt am Kopfende ein recht kräftiger Mann über den Tisch gebeugt. Sein Kopf ist mit einem dicken Tuch bedeckt und er hustet, röchelt und rotzt in die dampfende Schüssel unter ihm.
Während Kaldrim gleich höflich der edlen Dame am Spinnrad seine Aufwartung macht, begebe ich mich extra laut auftretend zur Tafel und räuspere mich lautstark. Das Tuch fliegt weg und ein großer bärtiger Kopf erscheint darunter. Seine rote Nase läuft stetig weiter, während seine rotunterlaufenen Augen tränen, aber er ist sichtlich erfreut uns zu sehen. Der kräftige, bärtige Haudegen macht seinem Beinamen alle Ehren. Waldemar der Bär wird er hierzulande genannt, und nichts beschreibt ihn passender. Nach einer herzlichen Begrüßung mit heftigem Händedruck, lässt er uns Essen reichen. Ein Page bringt ein Tablett mit Brot und Knoblauch. Während ich hungrig mein Brot ohne Knoblauch verschlinge, sehe ich noch wie Waldemar sich den Knoblauch aufs das Brot reibt und nur kurz abbeißt um es dann wieder zurückzulegen. Er fordert uns auf, uns erstmal mit einer warmen Mahlzeit zu stärken, ehe er uns auf die Zimmer bringen lässt. Gegen Abend werden wir dann zum Abendmahl erwartet und alles Weitere soll erst dann besprochen werden. Dann verlässt er uns und wir bekommen eine starke Rinderbrühe, Brot und Bier serviert. Der Truchsess beehrt uns und gibt jedem von uns die versprochenen Reiseunkosten von zehn Dukaten, die jeder von uns eifrig einsteckt, bis auf Ardo, der den Truchsess bittet, die Hälfte davon dem hiesigen Rondratempel zu stiften. Nach dem Essen betritt Hofmarschall Dankwart von Weisenstein den Saal und lässt uns von Mägden auf unsere Zimmer geleiten.
Als ich das Zimmer betrete, fühle ich mich fast schon unwohl, so edel sieht hier alles aus. Ein gut beheizter Raum empfängt mich. Ein Kohlebecken steht in einer Ecke, daneben liegen einige Tannenzapfen und eine saubere Waschschüssel steht auf einem Tisch. Das Bett ist mit feinem Linnen bezogen. Als ich mitbekomme wie ein großer Badezuber in Kaldrims Zimmer gebracht wird, bitte ich ebenfalls darum und einige Zeit später sitze ich in dampfendem Wasser und merke wie die Wärme in meine durchgefrorenen Glieder zurückkehrt. Nach dem angenehmen Bad, ruhe ich mich noch ein wenig aus, mache mich zurecht und kehre pünktlich zum Abendmahl in die Halle zurück.
Diese hat sich verändert. Weitere Tische sind hinzugekommen. Die Halle ist festlich erleuchtet und auf den Bänken sitzt die Weidener Ritterschaft. Wir werden zum Tisch des Herzogs geführt und nehmen direkt an seinem Tisch Platz. Ein wahres Festmahl wird aufgetischt. Wildbret, allerlei Geflügel und sonstiges an Gaumenschmaus wird serviert und der Herzog, wie auch wir, langen kräftig zu. Ab und an kommt ein Ritter an unseren Tisch, schnuppert an unserem Essen und wünscht uns freudig einen guten Appetit. Ich bin etwas verwundert, warum ein Fremder an meinem Essen schnüffelt, frage Ardo ob das hier Sitte sei und er bestätigt es. Ich beobachte ein wenig und tatsächlich macht man das hier wohl gegenseitig um dem anderen Respekt zu zollen, dass man ihm etwas Gutes zu essen wünscht. Seltsame Sitte. Kaldrim wagt es sogar am Essen des Herzogs zu riechen und ihm einen guten Hunger zu wünschen, worauf dieser ihm nur freundlich dankt. Welch Dreistigkeit.
Herzog Waldemar stellt uns seine Familie vor und erwartet danach unsere Vorstellung, der wir natürlich nachkommen. Nach dem Essen, als die Ritterschaft den Saal verlässt, werden auch alle Mägde verscheucht. Man stellt uns bequeme Sessel an den Kamin und während die Herzogin sich ans Spinnrad zurückzieht, setzt sich Waldemar zu uns in seinem Thron. Gespannt warten wir darauf, dass er uns sagt, warum wir eigentlich hier sind.
Er hat uns rufen lassen, weil er von unserer Arbeit in Dragenfeld gehört hat und da wir uns mit solchen Dingen ja auskennen, sollen wir uns nun der Sache annehmen. Erleichtert sinkt er zurück, in der Annahme sein Problem nun losgeworden zu sein. Wir alle schauen ihn verwundert an. Welche Sache !? Um was geht es überhaupt? Waldemar ist ebenfalls verwundert, ihm war nicht klar, daß wir nicht wissen um was es geht und er berichtet uns von den Beschwerden seiner Landsleute, dass um die Gegend von Baliho seit einiger Zeit Leute verschwinden, es seltsame Todesfälle gab oder gar Tote aus ihren Gräbern verschwunden sind. Da er niemanden hat, der sich dieser Sache annehmen kann, bittet er uns darum Nachforschungen anzustellen. Er würde uns selbstverständlich großzügig ausstatten und uns reichlich belohnen. Wir sagen selbstverständlich zu und nach einem gemütlichen, feuchtfröhlichen Abend vorm Kamin begeben wir uns alle zu Bett. Ich werfe noch einige der Tannenzapfen in das Kohlebecken und knisternd breitet sich ein wohliger Geruch im Zimmer aus und ich schlafe so gut wie schon lange nicht mehr.
Je weiter wir in den Norden kommen umso kälter wird es. Der Winter kommt auffällig früh dieses Jahr nach Weiden, sagen die Dörfler. Der graue Himmel lässt uns Niederschlag erwarten, es ist kalt, Raureif bedeckt die Wiesen, die großen Rinderherden sind verschwunden und der Atem gefriert uns vor den Mündern. Dank der Einladung des Herzogs hatten wir auf der Reise keinerlei Probleme. Es beginnt zu schneien. In weiter Ferne können wir die Salamandersteine erkennen und vor ihnen liegt der Neunaugensee. Als wir nach Trallop kommen, erwartet uns eine ähnliche Stadt wie Wehrheim. Doch nicht so geordnet, sondern vom Pandlaril durchzogen. Mehrere dicke Steinmauern mit vielen Toren schützt die Stadt, die als letzte Grenzfeste das Mittelreich vor Goblins und Orks schützen soll.
Trutzige Burganlagen, tiefe Gräben und Befestigungsanlagen umgeben uns, als wir in die Stadt vorgelassen werden. Es stinkt nach Unrat, Matsch und Schlamm. Massen von Menschen sind auf den Straßen. Viele Flüchtlinge vom Orkensturm suchen nach Schutz. Wir sehen viele Soldaten, wie auch Krüppel, weinende Frauen und bettelnde Kinder. Der Krieg hat seine Spuren hinterlassen.
Wir reiten weiter Richtung Bärenburg. Drohende Wasserspeier schauen vom riesigen Tor auf uns herab und ein Rundhelm fragt nach unserem Begehr. Nachdem wir unsere Einladungen vorgezeigt haben, wird uns das Tor geöffnet und wir gelangen durch mehrere Höfe, ehe wir in den Innenhof gelangen. Einige Rekruten üben mit Holzschwertern und einige Übungsgeräte für berittenen und unberitten Kampf stehen im Hof. Ein Stallknecht nimmt sich unserer Pferde an und wir steigen die mächtige Treppe zum Haupthaus hinauf. Vor einer riesigen doppelflügigen Tür steht ein Kratzeisen, an dem wir unsere Stiefel säubern ehe wir eintreten. Ein Fetttiegel zur Stiefelpflege steht daneben. Wir gelangen in einen Vorraum und eine Magd öffnet mit einem Seilzug eine große Tür die zum Thronsaal führt. Wärme schlägt uns entgegen und wir gehen hinein. Eine große Halle in der fröhlich ein Kamin vor sich hinprasselt, empfängt uns. Ein bollernder Ofen in der Mitte des Raumes strahlt ebenfalls Wärme aus. Eine Dame von Stand sitzt in einer Ecke mit ein paar Mägden an Spinnrädern, während ein junges Paar gemeinsam aus dem Fenster schaut. An einer langen Holztafel sitzt am Kopfende ein recht kräftiger Mann über den Tisch gebeugt. Sein Kopf ist mit einem dicken Tuch bedeckt und er hustet, röchelt und rotzt in die dampfende Schüssel unter ihm.
Während Kaldrim gleich höflich der edlen Dame am Spinnrad seine Aufwartung macht, begebe ich mich extra laut auftretend zur Tafel und räuspere mich lautstark. Das Tuch fliegt weg und ein großer bärtiger Kopf erscheint darunter. Seine rote Nase läuft stetig weiter, während seine rotunterlaufenen Augen tränen, aber er ist sichtlich erfreut uns zu sehen. Der kräftige, bärtige Haudegen macht seinem Beinamen alle Ehren. Waldemar der Bär wird er hierzulande genannt, und nichts beschreibt ihn passender. Nach einer herzlichen Begrüßung mit heftigem Händedruck, lässt er uns Essen reichen. Ein Page bringt ein Tablett mit Brot und Knoblauch. Während ich hungrig mein Brot ohne Knoblauch verschlinge, sehe ich noch wie Waldemar sich den Knoblauch aufs das Brot reibt und nur kurz abbeißt um es dann wieder zurückzulegen. Er fordert uns auf, uns erstmal mit einer warmen Mahlzeit zu stärken, ehe er uns auf die Zimmer bringen lässt. Gegen Abend werden wir dann zum Abendmahl erwartet und alles Weitere soll erst dann besprochen werden. Dann verlässt er uns und wir bekommen eine starke Rinderbrühe, Brot und Bier serviert. Der Truchsess beehrt uns und gibt jedem von uns die versprochenen Reiseunkosten von zehn Dukaten, die jeder von uns eifrig einsteckt, bis auf Ardo, der den Truchsess bittet, die Hälfte davon dem hiesigen Rondratempel zu stiften. Nach dem Essen betritt Hofmarschall Dankwart von Weisenstein den Saal und lässt uns von Mägden auf unsere Zimmer geleiten.
Als ich das Zimmer betrete, fühle ich mich fast schon unwohl, so edel sieht hier alles aus. Ein gut beheizter Raum empfängt mich. Ein Kohlebecken steht in einer Ecke, daneben liegen einige Tannenzapfen und eine saubere Waschschüssel steht auf einem Tisch. Das Bett ist mit feinem Linnen bezogen. Als ich mitbekomme wie ein großer Badezuber in Kaldrims Zimmer gebracht wird, bitte ich ebenfalls darum und einige Zeit später sitze ich in dampfendem Wasser und merke wie die Wärme in meine durchgefrorenen Glieder zurückkehrt. Nach dem angenehmen Bad, ruhe ich mich noch ein wenig aus, mache mich zurecht und kehre pünktlich zum Abendmahl in die Halle zurück.
Diese hat sich verändert. Weitere Tische sind hinzugekommen. Die Halle ist festlich erleuchtet und auf den Bänken sitzt die Weidener Ritterschaft. Wir werden zum Tisch des Herzogs geführt und nehmen direkt an seinem Tisch Platz. Ein wahres Festmahl wird aufgetischt. Wildbret, allerlei Geflügel und sonstiges an Gaumenschmaus wird serviert und der Herzog, wie auch wir, langen kräftig zu. Ab und an kommt ein Ritter an unseren Tisch, schnuppert an unserem Essen und wünscht uns freudig einen guten Appetit. Ich bin etwas verwundert, warum ein Fremder an meinem Essen schnüffelt, frage Ardo ob das hier Sitte sei und er bestätigt es. Ich beobachte ein wenig und tatsächlich macht man das hier wohl gegenseitig um dem anderen Respekt zu zollen, dass man ihm etwas Gutes zu essen wünscht. Seltsame Sitte. Kaldrim wagt es sogar am Essen des Herzogs zu riechen und ihm einen guten Hunger zu wünschen, worauf dieser ihm nur freundlich dankt. Welch Dreistigkeit.
Herzog Waldemar stellt uns seine Familie vor und erwartet danach unsere Vorstellung, der wir natürlich nachkommen. Nach dem Essen, als die Ritterschaft den Saal verlässt, werden auch alle Mägde verscheucht. Man stellt uns bequeme Sessel an den Kamin und während die Herzogin sich ans Spinnrad zurückzieht, setzt sich Waldemar zu uns in seinem Thron. Gespannt warten wir darauf, dass er uns sagt, warum wir eigentlich hier sind.
Er hat uns rufen lassen, weil er von unserer Arbeit in Dragenfeld gehört hat und da wir uns mit solchen Dingen ja auskennen, sollen wir uns nun der Sache annehmen. Erleichtert sinkt er zurück, in der Annahme sein Problem nun losgeworden zu sein. Wir alle schauen ihn verwundert an. Welche Sache !? Um was geht es überhaupt? Waldemar ist ebenfalls verwundert, ihm war nicht klar, daß wir nicht wissen um was es geht und er berichtet uns von den Beschwerden seiner Landsleute, dass um die Gegend von Baliho seit einiger Zeit Leute verschwinden, es seltsame Todesfälle gab oder gar Tote aus ihren Gräbern verschwunden sind. Da er niemanden hat, der sich dieser Sache annehmen kann, bittet er uns darum Nachforschungen anzustellen. Er würde uns selbstverständlich großzügig ausstatten und uns reichlich belohnen. Wir sagen selbstverständlich zu und nach einem gemütlichen, feuchtfröhlichen Abend vorm Kamin begeben wir uns alle zu Bett. Ich werfe noch einige der Tannenzapfen in das Kohlebecken und knisternd breitet sich ein wohliger Geruch im Zimmer aus und ich schlafe so gut wie schon lange nicht mehr.
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