Posts mit dem Label 15 ZS Yamira-Borbra werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 15 ZS Yamira-Borbra werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 19. Juli 2015

Ardos Ruf

16. Ingerimm 1018 BF

Heute kam ein Bote der Beilunker Reiter nach Borbra. Er trug eine Nachricht von Ardo bei sich. Er ruft uns wieder alle zusammen. In vier Wochen sollen wir uns in Punin treffen. Bin gespannt was uns erwartet. Ich weiß nicht mal wo wir uns treffen, aber ich werde mich in der Akademie einfach nach Ragnar erkundigen. Der wird es hoffentlich wissen. Ist ja nicht so, dass Punin nicht groß wäre. Manchmal frage ich mich echt, ob es normal ist, dass Männer so oberflächlich sind. Er hätte wenigstens einen genaueren Versammlungsort angeben können, aber ich werde sie schon finden. Entweder in der Akademie oder im Rondratempel. Allzu viel Auswahl gibt es bei den beiden ja nicht.
Auch wenn die Umstände sicherlich keine erfreulichen sein werden, so freue ich mich doch alle wiederzusehen. Viel zu schnell sind nun schon wieder fast zwei Jahre vergangen.

Also geht es wieder los, mögen die Götter uns beschützen!
13. Peraine 1018 BF

Der Sommer verging, der Herbst hielt Einzug. Das nächste Tsa-Fest wurde gefeiert. Yamira läuft schon längst und hat mich sehr ins Herz geschlossen. Die Kleine ist sehr hübsch mit großen dunklen Augen und schwarzen lockigen Haaren und wir verbringen viel Zeit miteinander. Sogar geritten sind wir schon zusammen, auch wenn Manila fast einen Herzschlag bekommen hätte als sie uns sah. Doch ich beruhigte sie lachend, dass sie mir vertrauen soll, was das Reiten angeht und ihre Tochter sicherlich mal eine tolle Reiterin sein wird, wenn sie irgendwann üben darf.

Von den anderen habe ich nichts mehr gehört, ausser von Ragnar, von dem ein Brief kam, kurz nach meiner Ankunft in Borbra. Er hält sich sicherlich immernoch in Punin auf. Ich denke, dass es wohl allen gut geht. Keine Nachrichten sind gute Nachrichten. Wer weiß was noch kommen mag. Der Winter zieht schon ins Land und es ist eine ruhige und friedliche Zeit im Süden. Mittlerweile kann ich Kaldrim verstehen, den seine Sehnsucht nach einem friedvollen Leben übermannt hat. Doch wann wird ER sich offenbaren? Wann wird unsere Geschichte weitergehen? Es ist wie eine große Ruhe vor einem Sturm, doch hoffe ich inständig, dass wir dem Sturm, der irgendwann kommen mag, trotzen können und den Menschen, die ich liebe, kein Leid geschieht.

Ritterfestspiele Baburin

14. Rondra 1018 BF

Ich begebe mich abermals nach Baburin um mir die alljährlichen Ritterfestspiele anzuschauen. Mein Geschenk zu meinem 28. Tsafest. Auch wenn ich eigentlich schon langsam auf die 50 zugehe. Irgendwie ein seltsames Gefühl. Ich wüsste derzeit nicht mal was ich antworten soll, wenn mich jemand nach meinem Alter fragen würde.
Ich reite an den Donnersturmfeldern vor der Stadt vorüber und komme ich die heiligste Stadt der tulamidischen Rondrakirche. Die Stadt ist wundervoll. Ich statte ehrfürchtig dem großen Dreitempel der Leuin einen Besuch ab und bin beeindruckt. Das Standbild der sechsarmigen Rondra ist faszinierend, ebenso wie die Schreine von Farmelor und Kor. Ich bete zur Herrin, dass sie weiter ihre schützende Hand über mich hält und was immer auch kommen mag, sie mich leiten möge.

Das Turnier ist großartig. Wenn ich eines schon immer geliebt habe, so ist es den Kämpfern des Landes bei ihren Fähigkeiten zuzusehen. Schwer gerüstete Männer und Frauen von stolzer Statur, mit glänzenden Gestech-Rüstungen und ihren kampferprobten Streitrössern und ihren Knappen. Kämpfer aller Art, seien es Bogenschützen, Schwertträger oder Turnierreiter. Auch Rondra-Geweihte sieht man unter ihnen und ich halte Ausschau nach Ardo oder seinem Vater. Doch sehe ich sie nicht. Selbstverständlich ist das Turnier nur dem Adel vorbehalten und ich mische mich unter das einfache Volk, das nur jubelnd zusieht. Doch das ganze Fest drum herum ist schon eine Augenweide. Ich genieße die paar Tage, ehe ich nach Borbra zurückkehre.

Erfolglose Suche

28. Ingerimm 1017BF

Auf dem Weg nach Norden halte ich Augen und Ohren offen und erkundige mich immer wieder nach Neuigkeiten, ob jemand die Pilger gesehen hat, um ihre Spuren zu verfolgen. Ich kann die Spur einige Zeit in Richtung Rashtulswall verfolgen, doch irgendwann verlieren sich die Hinweise und die Pilgermasse scheint einfach wie vom Erdboden verschluckt.
Ich reise zurück nach Anchopal, erstatte der Rondrakirche Bericht, und nehme meine Nachricht an die Arres‘ zurück und mache mich wieder auf den Weg nach Borbra. Ishar bin ich nicht begegnet und so soll es auch derzeit wohl noch nicht sein.

Exodus von Maraskanern

20. Ingerimm 1017BF

Nachdem ich mich zum Leidwesen Manilas wieder auf den Weg gemacht habe, führt mich meine Neugier erstmal nach Anchopal. In der Stadt, komme ich ins Gespräch mit einem Händler aus Zorgan und er berichtet mir von einem Exodus von Maraskanern, die vor nicht allzu langer Zeit in Zorgan an Land gingen. Ihr Anführer soll behauptet haben, dass sie Nachfahren von Shilas von Zorgan seien und sie nur ins Land ihrer Vormütter zurückkehren wollen. Es sollen an die zweitausend Maraskaner gewesen sein. Doch das verwunderliche sei, dass diese Menschen sich auf eine Pilgerreise nach Baburin begeben haben sollen, doch nie dort ankamen. Ich werde hellhörig. Ich statte dem Rondra-Tempel noch einen Besuch ab, hinterlasse dort eine Nachricht an den Namen Arres, dass ich mich auf die Suche nach den Pilgern begebe, falls mir etwas zustoßen sollte, und mache mich danach auf den Weg nach Barburin. Sollte Ishar meinen Weg kreuzen, so sei es, ich kann schließlich nicht ewig Aranien meiden.

Rastlos

14. Ingerimm 1017 BF

Der Winter ist vorüber und ich werde rastlos. Immer noch nicht viel Neues zu vernehmen aus der Welt. Außer, dass die Amazonenprinzessin Kurkum verlassen haben soll und nicht Nachfolgerin ihrer Mutter werden will. Etwas was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Doch soll es letztes Jahr auch so etwas wie ein Rondrawunder dort gegeben haben, in Form einer sandfarbene Wolke in Form der ruhenden Leuin. Vielleicht hat ihr Entschluss damit zu tun.
Ob ich irgendwohin aufbrechen soll? Mal nach dem Haus in Baliho sehen? Kaldrim nochmals besuchen? Ach Nein, er hat sich ja zu den Elfen aufgemacht. Zu Ragnar ist mir zu weit und was soll ich auch dort. Ardo ist sonstwo und braucht meine Unterstützung nicht. Oder sollte ich einfach abwarten und ausharren. Ich werde einfach ein wenig umherziehen und mich umhören.

Tag der Erneuerung

30. Tsa 1017 BF

Das Tsa-Fest wird jedes Jahr größer und schöner. Borbra ist gewachsen. Der Baum der Tsa ist wunderschön geschmückt und die leuchtend bunten Bänder flattern sanft im Wind. Mit der kleinen Yamira im Arm, genieße ich das ausgelassene Treiben und sehe den anderen beim Tanzen zu. Eine kleine Träne kullert mir aus dem Auge, die ich schnell fort wische. Ich drücke Yamira fester an mich, gebe ihr einen kleinen Kuss auf die Stirn und sage leise zu ihr „Mein Kleines, ich verspreche dir, was auch immer in Zukunft geschehen wird, ich werde tun was in meiner Macht steht, um Schlimmes zu verhindern."

Dank an Tsa

21. Tsa 1017 BF

Am nächsten Tag sitze ich gedankenversunken vor dem mittlerweile groß gewachsenen Steineichenbaum auf den Knien, danke Tsa für meine Namensvetterin und bitte sie das Dorf weiterhin zu schützen. Als ich mich wieder erhebe und mich umdrehe, steht Tarlisin schweigend hinter mir und umarmt mich dann, sichtlich erfreut mich zu sehen. Wir gehen ein Stück zusammen und ich berichte ihm was bisher geschehen ist. Er ist erschüttert, wird sich aber gleich mit seinem Orden zusammentun und seine Augen und Ohren offen halten. Das Stillschweigen, dass ich der Praioskirche versprach habe ich damit gebrochen, doch vertraue ich Tarlisin und wenn ER sich wirklich bald offenbart, sollten wir bereit sein.
Er wird sich nach Punin aufmachen um sich mit dem Rat der Grauen Gilde zusammenzusetzen.

Heimkehr

20. Tsa 1017 BF

Und schon wieder ist ein Jahr vergangen. Wieder reite ich nach Hause. Nach Hause? Ist es denn wirklich mein Zuhause? Nun ich bin lieber hier als im Norden bei dieser Jahreszeit. Die Reise durch den Rashtulswall war schon kalt genug um diese Zeit, doch hier unten ist es wahrlich angenehmer. Doch was zeichnet ein Zuhause wirklich aus? Das Gebäude, in dem man seine Dinge aufbewahrt? Das Land in dem man sich wohl fühlt? Oder die Menschen, die dir dort wichtig sind? Ich vermisse Leonardos Zärtlichkeiten, das Lachen von Kaldrim und auch seinen Onkel, aber auch Ardos Tadeleien fehlen mir fast ein wenig. Er mag engstirnig sein in seinem Glauben, doch er tat nur das was er für richtig hielt und manches hat ja sogar gefruchtet. Längst weine ich nicht mehr der Vergangenheit nach, sondern genieße das jetzt und hier. Meine Güte Ragnar und Ardo hätten mich sehen sollen. Ich auf einem Ball in Kuslik, welch Anblick in diesem traumhaften Kleid. Selbst meine Mutter hätte sich das sicherlich niemals vorstellen können. Ich muss zugeben, dass ich mir gefallen habe. Ich war einen Abend lang etwas ganz Besonderes. Wie beiläufig klopfe ich auf meinen Holzarm und lächle in mich hinein in den Erinnerungen an Kuslik schwelgend.

Ich komme näher an Borba heran und mir wird warm ums Herz. Doch, es ist mein Zuhause. Auch dort leben Freunde und ich habe ein eigenes Heim. Das kleine Haus in Weiden wird sicherlich nie meine Heimat und das Horasreich mag schön sein, doch auf Dauer nicht das was ich eigentlich liebe. Ich freue mich auf Pitta und Dattelwein, auf Arangen und Marzipan und die Menschen, die meine Muttersprache sprechen.

Als ich Borbra erreiche und auf mein Haus zureite, sehe ich hinterm Haus Manila Wäsche aufhängen und es sind Babykleider darunter. Sie ist runder geworden. Ich steige ab und begrüße sie laut schon von weitem um sie nicht zu erschrecken. Sie fällt mir glücklich um den Hals, nimmt meine Hand und bittet mich ihr leise zu folgen. Sie führt mich in ein neues Haus neben meinem und zeigt auf ein kleines Bettchen in einer Ecke in dem ein Baby schläft. „Ihr Name ist Yamira, ich hoffe es macht dir nix aus“ flüstert sie mir zu und Tränen schießen mir in die Augen. Ich falle ihr dankbar um den Hals und einige Zeit sitzen wir einfach nur da und starren das kleine Würmchen rührselig an. Dann setzen wir uns zwischen die beiden Häuser in den Schatten und sie bringt mir ein paar Knabbereien und Dattelwein, den ich dankbar annehme. Sie hat inzwischen den Stallburschen ihres Vaters geheiratet und vor gerade mal einem Monat sei Yamira auf die Welt gekommen. Tarlisin habe sie gleich beim Hausbau unterstützt, in Anbetracht der Lage und ihr Vater sei so ein stolzer Großvater, dass er Malik nun sogar mehr bezahlt. Manila strahlt eine solche Glückseligkeit aus, dass es mich selbst schon fast schmerzt. DAS ist es was ich niemals haben werde, doch freue ich mich sehr für sie. Ich frage nach ob nochmal der Reitertrupp aufgetaucht ist, doch sie verneint es. Ich würde mir niemals verzeihen, wenn Ishar meinetwegen diesem Dorf Leid zufügen würde. Ich erzähle Manila, dass ich den Winter sicher hier verbringen werde, wenn nichts dazwischen kommt und sie freut sich sichtlich. Dann schreit die Kleine plötzlich los und Manila kümmert sich um sie, während ich mich um Soraya und mein Haus kümmere. Ich bin zuhause angekommen!