28. Peraine 1008 BF
Endlich, wir haben die Hauptstadt erreicht. Es ging durch die Verwundeten etwas langsamer voran aber wir sind angekommen.
Ich verabschiede mich von den Kaufleuten und werde mir ein paar Tage Ruhe gönnen um mir die Stadt anzusehen. Habe schon eine Weile keine seltsamen Träume mehr gehabt. Vielleicht hat sich die Sache mit dieser Burg schon erledigt ?!
Schliesslich kommt man nicht alle Tage in die Hauptstadt des Mittelreichs. Sie ist riesig. Nicht so schön wie Punin, aber dennoch eine immense prunkvolle Stadt. Nicht zu vergleichen mit dem bunten Treiben in Khunchom, wenn man den Leuten Glauben schenkt, doch immerhin ist es die Hauptstadt des Mittelreichs, da reist man nicht einfach nur durch.
Mein Name ist Yamira saba Shanya al Kira! Mein Leben soll nicht in Vergessenheit geraten, denn ich bin zu Größerem erkoren, sonst säße ich bereits an Rondras Tafel. Doch werde ich erst von Dere gehen, wenn meine Aufgabe erfüllt ist. Somit schreibe ich nieder was mir widerfährt, damit meine Taten weitererzählt werden und ich als Heldin ewig weiterlebe...
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Donnerstag, 16. Juli 2015
Reise nach Gareth
25. Peraine 1008 BF
Noch zwei Tage, dann sollten wir Gareth erreichen. Wir haben schwere Schicksale erlitten. Ein Hinterhalt in einem kleinen Wäldchen zwischen Punin und Gareth hat uns 2 Männer, ein Pferd und einiges der Warenladungen gekostet. Mein Seil wurde auch anderweitig gebraucht. Ich muss daran denken mir ein neues zu holen. Nachdem alle wieder versorgt sind und die Wagen repariert können wir morgen wohl wieder aufbrechen.
Noch zwei Tage, dann sollten wir Gareth erreichen. Wir haben schwere Schicksale erlitten. Ein Hinterhalt in einem kleinen Wäldchen zwischen Punin und Gareth hat uns 2 Männer, ein Pferd und einiges der Warenladungen gekostet. Mein Seil wurde auch anderweitig gebraucht. Ich muss daran denken mir ein neues zu holen. Nachdem alle wieder versorgt sind und die Wagen repariert können wir morgen wohl wieder aufbrechen.
Winter in Punin
10. Peraine 1008 BF
Ich habe den Winter über in Punin verbracht. Mit kleineren Arbeiten hab ich mich über Wasser gehalten, man findet in dieser Stadt immer Arbeit, sei es als Stallbursche oder als Kellnerin. Meinen richtigen Namen habe ich hier nicht preisgegeben, sondern bin überall wo man auch Tulamiden oder Aranier findet als Shanya saba Kalimar bekannt. Aber hier wird man auch nicht viel gefragt. Leben und Leben lassen scheint so das Übliche dieser Gegend zu sein. So langsam muss ich mich wieder aufraffen weiterzuziehen. Habe gestern Nacht wieder von dieser Frau geträumt. Mir schien als riefe sie mich zur Eile auf.
Ich habe den Winter über in Punin verbracht. Mit kleineren Arbeiten hab ich mich über Wasser gehalten, man findet in dieser Stadt immer Arbeit, sei es als Stallbursche oder als Kellnerin. Meinen richtigen Namen habe ich hier nicht preisgegeben, sondern bin überall wo man auch Tulamiden oder Aranier findet als Shanya saba Kalimar bekannt. Aber hier wird man auch nicht viel gefragt. Leben und Leben lassen scheint so das Übliche dieser Gegend zu sein. So langsam muss ich mich wieder aufraffen weiterzuziehen. Habe gestern Nacht wieder von dieser Frau geträumt. Mir schien als riefe sie mich zur Eile auf.
Punin
14. Boron 1008 BF
Punin! Welch beeindruckende Stadt. Eine Metropole voller unterschiedlicher Menschen, Kulturen und Rassen. Prächtige Tempel, die Gassen sind voller Leben und trotzt dem herannahenden Winter. Ich verlasse die Kaufleute und suche mir eine nette Unterkunft. Diese Stadt kann und darf ich mir nicht entgehen lassen.
Punin! Welch beeindruckende Stadt. Eine Metropole voller unterschiedlicher Menschen, Kulturen und Rassen. Prächtige Tempel, die Gassen sind voller Leben und trotzt dem herannahenden Winter. Ich verlasse die Kaufleute und suche mir eine nette Unterkunft. Diese Stadt kann und darf ich mir nicht entgehen lassen.
Vinsalt
20. Travia 1008 BF
Eine seltsame Gegend ist das hier. Die Menschen sind seltsam gekleidet und auch ihre Ausdrucksweise klingt sehr hochtrabend.
Man begegnet mir unterschiedlich, aber ich komme mir wie eine Barbarin vor. Ich kann mich erneut einer Händlergruppe anschliessen die nach Punin unterwegs ist. Wir werden die Reichsstrasse langziehen und sollten schnell voran kommen.
Eine seltsame Gegend ist das hier. Die Menschen sind seltsam gekleidet und auch ihre Ausdrucksweise klingt sehr hochtrabend.
Man begegnet mir unterschiedlich, aber ich komme mir wie eine Barbarin vor. Ich kann mich erneut einer Händlergruppe anschliessen die nach Punin unterwegs ist. Wir werden die Reichsstrasse langziehen und sollten schnell voran kommen.
Methumis
6. Travia 1008 BF
Wir sind ohne grosse Zwischenfälle in Methumis angekommen. Die Kaufleute werden nach Westen weiterziehen, während es mich weiter nach Norden ins Mittelreich zieht. Ich habe noch einen weiten Weg vor mir.
Wir sind ohne grosse Zwischenfälle in Methumis angekommen. Die Kaufleute werden nach Westen weiterziehen, während es mich weiter nach Norden ins Mittelreich zieht. Ich habe noch einen weiten Weg vor mir.
Neetha
30. Efferd 1008 BF
Wir sind in Neetha angekommen. Doch wir wurden gestern überfallen. Eine kleine Räuberbande, die wir den Göttern sei Dank in die Flucht schlagen konnten. Somit konnte ich mich unter Beweis stellen und bekomme sogar extra Lohn dafür. Willkommen zurück im Leben. Ich bin wieder da !
Ein Teil der Händler reist weiter nach Methumis. Ich darf sie solange weiter begleiten bis unsere Wege sich trennen.
Wir sind in Neetha angekommen. Doch wir wurden gestern überfallen. Eine kleine Räuberbande, die wir den Göttern sei Dank in die Flucht schlagen konnten. Somit konnte ich mich unter Beweis stellen und bekomme sogar extra Lohn dafür. Willkommen zurück im Leben. Ich bin wieder da !
Ein Teil der Händler reist weiter nach Methumis. Ich darf sie solange weiter begleiten bis unsere Wege sich trennen.
Drôl
23. Efferd 1008 BF
Wir sind in Drol angekommen. Endlich eine grössere Stadt. Duch meine Verdienste kann ich mir endlich wieder ein paar Dinge zulegen.
Ich hab wieder ein Rasiermesser, wieder mal gebadet und ein paar Reisekleinigkeiten, sogar ein Seil konnte ich mir besorgen. Zudem bin ich wieder frisch gewaschen, rasiert und seh wieder aus wie ein Mensch, wenn man meine vielen Narben ignoriert.
Morgen gehts gleich weiter nach Neetha.
Wir sind in Drol angekommen. Endlich eine grössere Stadt. Duch meine Verdienste kann ich mir endlich wieder ein paar Dinge zulegen.
Ich hab wieder ein Rasiermesser, wieder mal gebadet und ein paar Reisekleinigkeiten, sogar ein Seil konnte ich mir besorgen. Zudem bin ich wieder frisch gewaschen, rasiert und seh wieder aus wie ein Mensch, wenn man meine vielen Narben ignoriert.
Morgen gehts gleich weiter nach Neetha.
Söldnerleben
13. Efferd 1008 BF
Nach fast 1 Woche in Port Corrad kann ich endlich weiterreisen.
Wir sind auf dem Weg nach Neetha. Eine Gruppe Kaufleute hat mich angeheuert. So komme ich endlich wieder zu Geld ohne ständig nur in dreckigen Hafenschenken Wettkämpfe auszutragen. Diese Nichtsnutze von Matrosen verscheuern bei solch Kinkerlitzchen gerne ihre Heuer, zu meinem Glück, sonst wäre ich vll. längst verhungert. Es ist unglaublich wie die Leute hier über Frauen denken.
Nach fast 1 Woche in Port Corrad kann ich endlich weiterreisen.
Wir sind auf dem Weg nach Neetha. Eine Gruppe Kaufleute hat mich angeheuert. So komme ich endlich wieder zu Geld ohne ständig nur in dreckigen Hafenschenken Wettkämpfe auszutragen. Diese Nichtsnutze von Matrosen verscheuern bei solch Kinkerlitzchen gerne ihre Heuer, zu meinem Glück, sonst wäre ich vll. längst verhungert. Es ist unglaublich wie die Leute hier über Frauen denken.
Der Weg nach Norden
2. Efferd 1008 BF
Ich habe mich nach Mirham durchgeschlagen. Der Göttin sei dank habe ich immernoch meinen Dolch bei mir.
Doch mehr als meine Waffe und meine zerschlissene Lederrüstung trage ich nichts bei mir.
In Mirham habe ich jedoch am Hafen auf einem Schiff anheuern können, das nach Port Corrad fährt. Sie nehmen mich mit zum Schutze gegen die Piraten. Ich bekomme ein wenig Geld und Essen und Trinken. Immerhin ein Anfang...
Ich habe mich nach Mirham durchgeschlagen. Der Göttin sei dank habe ich immernoch meinen Dolch bei mir.
Doch mehr als meine Waffe und meine zerschlissene Lederrüstung trage ich nichts bei mir.
In Mirham habe ich jedoch am Hafen auf einem Schiff anheuern können, das nach Port Corrad fährt. Sie nehmen mich mit zum Schutze gegen die Piraten. Ich bekomme ein wenig Geld und Essen und Trinken. Immerhin ein Anfang...
Die Flucht
14. Rondra 1008 BF
Es ist Nacht und ich liege wach, die Augen geöffnet starre an die Decke. Gerade habe ich eine karge Mahlzeit eingenommen, zu wenig zum satt sein aber zu viel um zu sterben. Meine Gedanken schweifen durch die Welt. Diese Frau geht mir nicht aus dem Kopf. Was wollte sie? Von was für einer Burg hatte sie geredet und warum träume ich von Dingen die ich eigentlich nicht kenne ?
Da fährt mir ein Schmerz durch den Magen. Gebeugt winde ich mich auf meinem Lager und das Stechen im Bauch wird immer schlimmer. Mein Gesicht ist rot vor Anstrengung und alle meine Glieder krampfen sich zusammen. Mein Blick schweift über den leeren Holzteller … Gift!, aber dann schlagartig ist der Schmerz weg und ich liege regungslos da. Keinen Finger kann ich mehr rühren, nicht mal blinzeln, aber ich bin bei vollem Bewusstsein. Als eine Wache mich nach Stunden entdeckt, wird es hektisch. Viele Männer betreten meine Zelle, ein Gelehrter untersucht mich. Ich kann alles hören, alles sehen doch ich liege da wie tot. Dann schleift man mich aus der Zelle, die Decke gleitet an meinem Blick vorbei. Man legt mich in eine Kammer. Ich kann nicht viel erkennen doch der Geruch verrät mir, dass hier die Toten dieses Tages liegen. Fliegen schwirren durch die Luft und der süßliche Geruch der Leichen steigt mir in die Nase. Panik kommt in mir auf. Werde ich hier bei lebendigem Leib verrotten ?
Dann höre ich ein Geräusch. Es sind vielleicht Ratten und wieder kriecht Angst in mir empor, doch dann werde ich hochgehoben und über eine kräftige Schulter gelegt. Man trägt mich fort nach draußen. Die frische Luft lässt meinen Kopf wieder klarer werden. Man legt mich vorsichtig auf einen Karren und dann werde ich mit einer Decke bedeckt. Das Schütteln und Rumpeln verrät mir, dass der Karren am Fahren ist und nach einer Weile falle ich wieder in einen tiefen Schlaf.
Als ich erwache, merke ich sogleich dass ich mich wieder bewegen kann. Ich springe auf und blicke über die Lichter Al'Anfas. Dann bemerke ich hinter mir einige Gestalten die um ein Feuer sitzen. Ich gehe zu ihnen und erkenne, dass es Mohas sind. Manche von ihnen kann ich als Sklaven erkennen, andere scheinen frei zu sein. Einer der Schwarzhäutigen kann sich verständigen. Mit seinen leuchtenden Augen starrt er mich an.
„Wir unsere Abmachung eingehalten“, spricht er mit kehliger Stimme, Traumbilder uns haben gesagt was wir tun. Wir dich haben geholt und nun wir kehren zurück in Wald. Du müssen gehen, schnell bevor sie bemerken das du nicht tot.“
Mit diesen Worten wenden sich die Mohas ab und verschwinden in der Dunkelheit. Ich blicke nochmal auf diese verfluchte Stadt. Nun vielleicht war es doch kein Traum, und selbst wenn es einer war, muss ich der Sache nachgehen. Ich werde also in das Land im Norden gehen und sehen was es zu tun gibt im Reichsforst und auf dieser ominösen Burg. Aber wenn mein Schicksal es zulässt, dann wird die Zeit der Rache kommen, Rache an allen die mir und meiner Mutter das angetan haben, und meine Rache wird fürchterlich sein ...
Es ist Nacht und ich liege wach, die Augen geöffnet starre an die Decke. Gerade habe ich eine karge Mahlzeit eingenommen, zu wenig zum satt sein aber zu viel um zu sterben. Meine Gedanken schweifen durch die Welt. Diese Frau geht mir nicht aus dem Kopf. Was wollte sie? Von was für einer Burg hatte sie geredet und warum träume ich von Dingen die ich eigentlich nicht kenne ?
Da fährt mir ein Schmerz durch den Magen. Gebeugt winde ich mich auf meinem Lager und das Stechen im Bauch wird immer schlimmer. Mein Gesicht ist rot vor Anstrengung und alle meine Glieder krampfen sich zusammen. Mein Blick schweift über den leeren Holzteller … Gift!, aber dann schlagartig ist der Schmerz weg und ich liege regungslos da. Keinen Finger kann ich mehr rühren, nicht mal blinzeln, aber ich bin bei vollem Bewusstsein. Als eine Wache mich nach Stunden entdeckt, wird es hektisch. Viele Männer betreten meine Zelle, ein Gelehrter untersucht mich. Ich kann alles hören, alles sehen doch ich liege da wie tot. Dann schleift man mich aus der Zelle, die Decke gleitet an meinem Blick vorbei. Man legt mich in eine Kammer. Ich kann nicht viel erkennen doch der Geruch verrät mir, dass hier die Toten dieses Tages liegen. Fliegen schwirren durch die Luft und der süßliche Geruch der Leichen steigt mir in die Nase. Panik kommt in mir auf. Werde ich hier bei lebendigem Leib verrotten ?
Dann höre ich ein Geräusch. Es sind vielleicht Ratten und wieder kriecht Angst in mir empor, doch dann werde ich hochgehoben und über eine kräftige Schulter gelegt. Man trägt mich fort nach draußen. Die frische Luft lässt meinen Kopf wieder klarer werden. Man legt mich vorsichtig auf einen Karren und dann werde ich mit einer Decke bedeckt. Das Schütteln und Rumpeln verrät mir, dass der Karren am Fahren ist und nach einer Weile falle ich wieder in einen tiefen Schlaf.
Als ich erwache, merke ich sogleich dass ich mich wieder bewegen kann. Ich springe auf und blicke über die Lichter Al'Anfas. Dann bemerke ich hinter mir einige Gestalten die um ein Feuer sitzen. Ich gehe zu ihnen und erkenne, dass es Mohas sind. Manche von ihnen kann ich als Sklaven erkennen, andere scheinen frei zu sein. Einer der Schwarzhäutigen kann sich verständigen. Mit seinen leuchtenden Augen starrt er mich an.
„Wir unsere Abmachung eingehalten“, spricht er mit kehliger Stimme, Traumbilder uns haben gesagt was wir tun. Wir dich haben geholt und nun wir kehren zurück in Wald. Du müssen gehen, schnell bevor sie bemerken das du nicht tot.“
Mit diesen Worten wenden sich die Mohas ab und verschwinden in der Dunkelheit. Ich blicke nochmal auf diese verfluchte Stadt. Nun vielleicht war es doch kein Traum, und selbst wenn es einer war, muss ich der Sache nachgehen. Ich werde also in das Land im Norden gehen und sehen was es zu tun gibt im Reichsforst und auf dieser ominösen Burg. Aber wenn mein Schicksal es zulässt, dann wird die Zeit der Rache kommen, Rache an allen die mir und meiner Mutter das angetan haben, und meine Rache wird fürchterlich sein ...
Der Traum
10. Ingerimm 1007 BF
Ein Besucher kommt. Nicht selten kommen Besucher um mich anzugaffen und das widert mich an. Doch diesmal ist es eine seltsame Person die hier nicht alltäglich ist. Eine junge Frau, schlank und hochgewachsen mit wallnussbraunem Haar und strahlend blauen Augen in dessen ein Alter verborgen liegt, was mich zurückschrecken lässt. Sie ist in einfache Gewänder gehüllt und beobachtet mich mit neugierigem Blick. Ich versuche sie zu ignorieren, doch ihre ruhige, ja fast schon stoische Art macht auch mich neugierig. Dann beginnt sie zu sprechen. Zu meiner Überraschung beherrscht sie ein wenig meine Sprache, allerdings brüchig und mit fürchterlichem Aktzent und dennoch klar wie ein früher Morgen. Sie frägt mich, ob ich frei sein will aber ich glaube sie will mich nur verspotten. Sie redet etwas von einem dunklem Übel das heraufzöge, und ich könne mich gegen das Böse stemmen. Nur eine Kämpferin mit reinem Herzen könne dies tun.
Ich weiß nicht ob ich ihr glauben soll, ob sie mich nur auf den Arm nehmen will oder ob sie einfach nur wirr im Kopfe ist. Doch sie blickt ernst und wartet meine Antwort ab. Ich nicke nur. Ich solle in den Norden gehen, wenn ich frei bin, in den Reichsforst auf Burg Falkenwind wo mein Schicksal warten würde.
Dann wache ich auf. Ich habe geschlafen und liege auf meiner Pritsche. Ich habe nur geträumt, ein unsinniger dummer Traum. Wer solle mich denn befreien, mich die Geächtete.
Ein Besucher kommt. Nicht selten kommen Besucher um mich anzugaffen und das widert mich an. Doch diesmal ist es eine seltsame Person die hier nicht alltäglich ist. Eine junge Frau, schlank und hochgewachsen mit wallnussbraunem Haar und strahlend blauen Augen in dessen ein Alter verborgen liegt, was mich zurückschrecken lässt. Sie ist in einfache Gewänder gehüllt und beobachtet mich mit neugierigem Blick. Ich versuche sie zu ignorieren, doch ihre ruhige, ja fast schon stoische Art macht auch mich neugierig. Dann beginnt sie zu sprechen. Zu meiner Überraschung beherrscht sie ein wenig meine Sprache, allerdings brüchig und mit fürchterlichem Aktzent und dennoch klar wie ein früher Morgen. Sie frägt mich, ob ich frei sein will aber ich glaube sie will mich nur verspotten. Sie redet etwas von einem dunklem Übel das heraufzöge, und ich könne mich gegen das Böse stemmen. Nur eine Kämpferin mit reinem Herzen könne dies tun.
Ich weiß nicht ob ich ihr glauben soll, ob sie mich nur auf den Arm nehmen will oder ob sie einfach nur wirr im Kopfe ist. Doch sie blickt ernst und wartet meine Antwort ab. Ich nicke nur. Ich solle in den Norden gehen, wenn ich frei bin, in den Reichsforst auf Burg Falkenwind wo mein Schicksal warten würde.
Dann wache ich auf. Ich habe geschlafen und liege auf meiner Pritsche. Ich habe nur geträumt, ein unsinniger dummer Traum. Wer solle mich denn befreien, mich die Geächtete.
Arenen von Al 'Anfa
13. Phex 1007 BF
Vor mir liegt ein Mann. Regungslos, die Arme ausgebreitet bildet sich um seinen Körper herum eine immer größer werdende Blutlache. Der Helm ist geborsten und gibt einen Blick frei auf seine toten Augen, die in Entsetzen weit geöffnet sind. Der Mund ist in einem erstickten Schrei weit aufgerissen und der letzte Hauch des Todes hat ihn bereits verlassen. Ein Krummdolch steckt tief im Herzen des Mannes, der einst ein mächtiger Kämpfer war, ein Gegner den es zu fürchten galt. Unzählige Kämpfe hatte er bestritten, unzählige Leben genommen und sich am Blut seiner Gegner gelabt. Nichts ist mehr davon übrig, nichts mehr als ein lebloser Berg aus Fleisch und Knochen um den sich bereits die Fliegen kümmern.
Ich blicke auf den blutenden Körper und Wut steigt in mir auf. Was für eine Verschwendung. Eine Verschwendung von Kampfkraft und Können. Mein Gegner war ein grandioser Kämpfer gewesen, mir fast ebenbürtig und ein Meister mit dem Dreizack. Wären wir gemeinsam in die Schlacht gezogen, wir hätten gemeinsam blutiges Gericht unter unseren Gegnern gehalten und Welle um Welle unserer Feinde wären verzweifelt an unserem Mut und unserer Stärke.
Aber so hatten wir gekämpft, um den jubelnden Mob zu unterhalten. Zwei Gefangene, aufeinander gehetzt wie Hunde die nur zwei Möglichkeiten hatten. Sterben oder Leben. Meine Wut wird größer, zornig blicke ich empor in die Ränge, in denen es vor Leben nur so wimmelt. Mein wütender Blick stachelt die Menge nur noch weiter an, ich werde bejubelt und beschimpft.
Ich gehe ein paar Schritte nach vorne, immer noch bin ich wie in Trance als ich vor dem leblosen Körper meines Gegners stehe. Ich greife nach meinem Dolch. Er fühlt sich vertraut an, ich besitzt diese Waffe schon lange, sehr lange. Mit einem Ruck ziehe ich den Dolch aus dem Körper des Mannes und ein letzter Blutschwall ergießt sich aus der großen Wunde.
Ich wende mich ab, verlasse die Arena des immerwährenden Kampfes mit langsamen Schritten. Das Kreischen der Menge ist nur noch wie das Rauschen des Meeres in meinen Ohren. Es fühlt sich taub und stumpf an in meinem Herzen. Der Sinn meines Daseins schwindet dahin. Es gibt nur noch mich und die Arena, solange bis ich meine Schuld mit dem Tod bezahle. Solange bis jemand kommt, der endlich stärker ist als ich, jemand der mir die Schmerzen für immer nimmt und dafür sorgt das es still wird um mich herum. Ich denke an meine Mutter und wieder laufen mir Tränen über das Gesicht. Ich war mal glücklich gewesen, aber dies schien vor Ewigkeiten gewesen zu sein. Erinnerungen an ein glückliches Leben, eine stolze Mutter, die erkannte dass in ihrer Tochter der gleiche Kampfesswille empor kam wie bei ihr. Und nun, da sie nicht mehr war, verraten und ermordet, musste ich meine Kunst vorführen. Wie ein Zirkusaffe vor einem lachenden Publikum, eine Kunst die nur wenige beherrschten. Doch wofür das alles ?
Vor mir liegt ein Mann. Regungslos, die Arme ausgebreitet bildet sich um seinen Körper herum eine immer größer werdende Blutlache. Der Helm ist geborsten und gibt einen Blick frei auf seine toten Augen, die in Entsetzen weit geöffnet sind. Der Mund ist in einem erstickten Schrei weit aufgerissen und der letzte Hauch des Todes hat ihn bereits verlassen. Ein Krummdolch steckt tief im Herzen des Mannes, der einst ein mächtiger Kämpfer war, ein Gegner den es zu fürchten galt. Unzählige Kämpfe hatte er bestritten, unzählige Leben genommen und sich am Blut seiner Gegner gelabt. Nichts ist mehr davon übrig, nichts mehr als ein lebloser Berg aus Fleisch und Knochen um den sich bereits die Fliegen kümmern.
Ich blicke auf den blutenden Körper und Wut steigt in mir auf. Was für eine Verschwendung. Eine Verschwendung von Kampfkraft und Können. Mein Gegner war ein grandioser Kämpfer gewesen, mir fast ebenbürtig und ein Meister mit dem Dreizack. Wären wir gemeinsam in die Schlacht gezogen, wir hätten gemeinsam blutiges Gericht unter unseren Gegnern gehalten und Welle um Welle unserer Feinde wären verzweifelt an unserem Mut und unserer Stärke.
Aber so hatten wir gekämpft, um den jubelnden Mob zu unterhalten. Zwei Gefangene, aufeinander gehetzt wie Hunde die nur zwei Möglichkeiten hatten. Sterben oder Leben. Meine Wut wird größer, zornig blicke ich empor in die Ränge, in denen es vor Leben nur so wimmelt. Mein wütender Blick stachelt die Menge nur noch weiter an, ich werde bejubelt und beschimpft.
Ich gehe ein paar Schritte nach vorne, immer noch bin ich wie in Trance als ich vor dem leblosen Körper meines Gegners stehe. Ich greife nach meinem Dolch. Er fühlt sich vertraut an, ich besitzt diese Waffe schon lange, sehr lange. Mit einem Ruck ziehe ich den Dolch aus dem Körper des Mannes und ein letzter Blutschwall ergießt sich aus der großen Wunde.
Ich wende mich ab, verlasse die Arena des immerwährenden Kampfes mit langsamen Schritten. Das Kreischen der Menge ist nur noch wie das Rauschen des Meeres in meinen Ohren. Es fühlt sich taub und stumpf an in meinem Herzen. Der Sinn meines Daseins schwindet dahin. Es gibt nur noch mich und die Arena, solange bis ich meine Schuld mit dem Tod bezahle. Solange bis jemand kommt, der endlich stärker ist als ich, jemand der mir die Schmerzen für immer nimmt und dafür sorgt das es still wird um mich herum. Ich denke an meine Mutter und wieder laufen mir Tränen über das Gesicht. Ich war mal glücklich gewesen, aber dies schien vor Ewigkeiten gewesen zu sein. Erinnerungen an ein glückliches Leben, eine stolze Mutter, die erkannte dass in ihrer Tochter der gleiche Kampfesswille empor kam wie bei ihr. Und nun, da sie nicht mehr war, verraten und ermordet, musste ich meine Kunst vorführen. Wie ein Zirkusaffe vor einem lachenden Publikum, eine Kunst die nur wenige beherrschten. Doch wofür das alles ?
Al Anfa
1. Rondra 1007 BF
Man hat mich an einen Al'Anfanischen Sklavenhändler verkauft. Er weiss meine Kampfkraft jedoch zu schätzen. Wir reisen nach Al´Anfa zu den blutigen Arenen. Vielleicht werde ich dort meinen Tod finden um meiner Mutter an Rondras Tafel zu folgen.
Man hat mich an einen Al'Anfanischen Sklavenhändler verkauft. Er weiss meine Kampfkraft jedoch zu schätzen. Wir reisen nach Al´Anfa zu den blutigen Arenen. Vielleicht werde ich dort meinen Tod finden um meiner Mutter an Rondras Tafel zu folgen.
Die Folgen
17. Praios 1007 BF
Man hat mich festgenommen und zu Sybia al´Nabab, unserer Mondsilbersultana gebracht. Sie hielt unerbittlich Gericht über mich als vermeintliche Verräterin. Mich hätte der Tod erwartet, doch sei ich nicht aktiv am Verrat des Sultanats beteiligt gewesen und wollte nur meine Mutter schützen. Doch ich hatte eine Maga getötet und die brüchigen Beziehungen mit Fasar wären in Gefahr. Sie ließ Gnade walten und noch heute wünschte ich mir, sie hätte mich zum Tode verurteilt. Meine Strafe muss ich als Sklavin verbüßen.
Man hat mich festgenommen und zu Sybia al´Nabab, unserer Mondsilbersultana gebracht. Sie hielt unerbittlich Gericht über mich als vermeintliche Verräterin. Mich hätte der Tod erwartet, doch sei ich nicht aktiv am Verrat des Sultanats beteiligt gewesen und wollte nur meine Mutter schützen. Doch ich hatte eine Maga getötet und die brüchigen Beziehungen mit Fasar wären in Gefahr. Sie ließ Gnade walten und noch heute wünschte ich mir, sie hätte mich zum Tode verurteilt. Meine Strafe muss ich als Sklavin verbüßen.
Wie alles begann
14. Praios 1007 BF
… eine Sonne steht am Himmel und sie heizt die Luft unerträglich auf. Meine Mutter, Shanya al Kira steht im Hof der Garnison von Zorgan, umringt von den Eisernen Tigern. Hier haben unzählige Kämpfer und Kämpferinnen unter Schweiß und Blut die Ehre erhalten, einer der Tiger zu werden, einer Eliteeinheit, dessen Ruhm weit über die Grenzen Araniens bekannt ist. Meine Mutter steht da, wie das Ebenbild einer Kriegsgöttin, gehüllt in einen prächtigen Harnisch, der Blick eisern und stark. Sie ist der Miralay der Eisernen Tiger, ihr Oberhaupt, eine Legende, die den Tod mehr als einmal ins Gesicht gelacht hat. Ihr Harnisch droht zu bersten. Sie droht zu bersten vor lauter Stolz, als sie mir zusieht, wie ich ein ums andere Mal meine Gegner im Training bezwinge.
Sie sieht sich selbst, als sie jung und ungestüm war und sie weiß dass ich eines Tages an ihrem Platz stehen werde. Wenn sie einst vergangen sein wird, werde ich ihr Erbe antreten. Sie verfolgt jede Bewegung meines geschmeidigen Körpers und sie muss ihren Stolz fast schon unterdrücken, denn ich soll nicht bevorzugt werden, ich soll mir meinen Platz erkämpfen wie einst sie es tat.
Ich habe meine Gegner besiegt. Ich blicke in die Augen meiner Mutter, ich sehe ihren Stolz und mein Körper erschauert vor Ehrfurcht und Liebe zu ihr. Diese Frau hat mich großgezogen. Sie hat mir alles gegeben was ich zum Leben brauchte. Die Liebe die ein Mädchen braucht, aber auch die Härte die eine Kriegerin formt. Mein Vater war früh gestorben. Saajd hatte er geheißen und es verging kein Tag, an dem meine Mutter mir nicht von seiner Schönheit und Anmut erzählte. Ihre Liebe war bis über den Tod so stark zu ihrem Gemahl gewesen, dass sie nie wieder einen anderen Mann in ihr Gemach ließ und fortan ihr ganzes Können, ihr ganzes Streben mir zukommen ließ. Wir blicken uns an, Mutter und Tochter vereint und ich kann es kaum abwarten mit ihr in den Kampf zu ziehen. Ich will ihr zeigen das ich bereit bin, bereit um den Feinden den Tod zu bringen und sie zu Ehren.
Da wird das Tor aufgestoßen. Staub und Lärm der Straßen von Zorgan dringen störend herein und ein Trupp Gardisten marschiert in den Hof. Ihre Schritte hallen von den Wänden des Hofes wieder und sie sind schwer bewaffnet. An der Spitze dieses Trupps gehen zwei Frauen, von denen ich nur eine kenne. Ishar saba Karimah, eine Frau, die ich schon gesehen habe. Sie ist meiner Mutter unterstellt, aber ich weiß, dass sie nach mehr strebt. Nach mehr Macht und Ruhm, aber meine Mutter war zu stark für ihr Bestreben sie zu verdrängen.
Die andere kenne ich nicht, aber mir wird flau im Magen, als ich erkenne, dass es eine Magierin ist. Eine Zauberkünstlerin, wie ich sie noch nie gesehen habe. Gehüllt in eine schwarze Kutte, die ihren Körper nur erahnen lässt, das Gesicht schmal und knochig blickt sie ausdruckslos in Richtung meiner Mutter. Ich fürchte mich vor niemanden, doch solch eine Frau erfüllt mich mit Angst. Welche Macht mag in dieser Gestalt innewohnen.
Wir werden umringt und Ishar geht zu meiner Mutter die keinen Schritt weicht und mit misstrauischem Blick auf das wartet was kommen mag. Ishar blickt sie triumphierend an, dann dreht sie sich um und blickt in die Wartenden. Als sie ihren Mund öffnet erfüllen Worte den Raum, die mit solcher Befriedigung gesprochen werden, dass es kaum zu ertragen ist:
„Shanya al kira! Ihr seid hiermit verhaftet wegen Hochverrat am Aranischen Reich! Ihr werdet umgehend fort gebracht um dort von ihrer Erhabenheit Mondsilbersultana Sybia von Zorgan selbst gerichtet zu werden. Mögen die Götter euch beistehen.“
Meine Mutter wirkt gelassen. Sie hat den Blick gesenkt, die Augen sind verschlossen. Ohne ein Zittern in ihrer Stimme, ohne den leisesten Ton der Unruhe spricht sie ihre Worte:
„Ishar saba Karimah, ich weiß nicht welche niederhöllischen Dinge ihr ausheckt, aber im meinem ganzen Leben habe ich noch nie jemanden verraten nicht mal euch, ihr schleimiger Abschaum aus den tiefsten Gefilden der Niederhöllen.“
Die letzten Worte spricht meine Mutter mit so viel Gift in der Stimme, dass ich zusammenzucke. Ich beobachtet sie. Shanya wirkt ruhig, aber ihre Muskeln sind gespannt, wie ein Jaguar kurz vor dem Sprung. Ich erkenne, dass sie bereit ist, bereit sich nicht wie ein gefangenes Tier abführen zu lassen um ihre letzten Tage in Scham zu verbringen.
Die Magierin tritt hervor. Nur ihre Bewegungen strömen schon die Macht aus, die von ihr ausgeht, die Luft scheint zu knistern und der Lärm der Straße ist nur noch ein dumpfes Geräusch weit entfernt von diesem Geschehen. Die Stimme der Maga klingt mehr als das Zischen einer Schlange, als das eines Menschen:
„Mein Name ist Zechiban al Fessir, Maga und mächtige der altehrwürdigen Akademie der geistigen Kraft zu Fasar. Ihr werdet euch fügen, denn es gibt unumstößliche Beweise für euer Vergehen.“
Sie blickt zu einer Wache und nickt. Diese geht hinaus und die Spannung während des Wartens steigt ins Unerträgliche. Die Wache schleift einen Mann in den Hof. Er trägt eine Kette um den Hals und einen Fetzen Stoff um die Lende. Sein Körper ist geschunden von brutalen Schlägen, seine Knochen sind gebrochen und sein Gesicht geschwollen so dass man kaum erkennen kann, wer dieser Mann eigentlich ist.
Der Mann wird der Maga vor die Füße geworfen wo er im Staub liegen bleibt. „Steh auf du Wurm oder soll ich dir Beine machen.“, sagt Zechiban mit maßloser Verachtung in ihrer Stimme, “Ist das die Frau die ihr als Spion des Sultans Hasrabal treffen sollt, um für Unruhen im Land zu sorgen?“
Der Geschundene erhebt sich unter Mühen und droht immer wieder zu fallen. Als er steht blickt er in die Richtung meiner Mutter. Sie glaubt, dass er kaum etwas erkennen kann mit seinen zugeschwollenen Augen, doch er nickt und leise, fast flüsternd antwortet er:
„Ja … das ist sie. Diese Frau will euch verraten und das Reich Hasrabals zu einem Sieg über Gorien und Aranien bringen, damit er seine Macht mehrt und sich zum Herrscher aufschwingt über das ganze Tulamidenland. Sie ist gewillt, das ganze Land ins Chaos zu stürzen um Hasrabal zu folgen.“
Die Worte wiegen schwer im Raum und eine erstickende Stille legt sich über alles und jeden. Ich starre meine Mutter an die immer noch scheinbar ruhig da steht und zu Boden blickt. Verrat denkt sie. Verrat an ihr und an alles was sie glaubt. Sie hebt den Kopf, blickt in meine Richtung und ihre Augen erschrecken mich einen Moment. Sie wird nicht gehen, sie wird sich nicht abführen lassen, das sehe ich genau. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals, als ich ihre Muskeln sehe, die kurz davor sind zu explodieren. Ich sehe ihr an, dass Worte hier nicht mehr helfen und ich treffe eine Entscheidung. Ich träumte davon mit ihr in der Schlacht Seite an Seite zu kämpfen und nun war der Moment gekommen. Ich sehe ihr an, dass sie mit dem Tod abgeschlossen hat, dass es keinen Weg mehr gibt, der hinaus führt. Ich werde ruhiger, die Welt liegt klar vor mir und ich analysiere. Ich schätze die Gegner ab, ihre Positionen und wo meine Mutter nach dem ersten Angriff sein wird. Meine Ausbildung lässt mich kalt eine Strategie festlegen und ich weiß genau, wo ich zuerst ansetzen muss, um diesen Kampf überhaupt gewinnen zu können.
Meine Mutter sieht mir immer noch in die Augen. Sie erkennt, dass ich sie begleiten werde bis zum letzten Atemzug und sie richtet sich ein wenig auf. Ihre Tochter … ihr ganzer Stolz.
„Nun was sagt ihr Shanya al kira?“, spricht Ishar voller Hohn.
Ein Moment der Ruhe …
„Was ich sage ?“, spricht meine Mutter mit ruhiger Stimme.
„FAHRT ZUR HÖLLE !“
Dann geht alles sehr schnell. Der Speer meiner Mutter schnellt nach vorne, aber Ishar hat mit dieser Reaktion gerechnet und ihren Schild nur knapp vor dem tödlichen Stoß erheben können. Und doch gleitet ihr Speer am Gesicht Ishars vorbei und zeichnet ihr eine tiefe Wunde auf die Wange die sie ein Leben lang an meine Mutter erinnern wird. Es wird laut, die Wachen, geblendet von dem Verrat an meiner Mutter, stürmen auf sie los. Die Schüler und Schülerinnen stehen fassungslos im Hof, unfähig eine Reaktion zu zeigen. Die Maga erhebt ihre Arme, murmelt Worte der Macht und ich stürme los. Sie wird mein erster Punkt sein wo ich meinen tödlichen Stoß setzen werde. Die Maga beachtet mich nicht, sie ist ganz auf meine Mutter fixiert. Eine Wache stellt sich mir in den Weg, doch mit einer Drehung umgehe ich den Gegner geschmeidig wie eine Katze. Ich habe nur die Maga als Ziel, etwas anderes nehme ich nicht war. Ein zweiter Gegner versucht mich aufzuhalten, doch ich tauche unter seinem Speerstoß weg und steche ihm meinen Dolch direkt in seinen Hals. Als er röchelnd zu Boden geht, bin ich schon weiter, nah dran um meinen Angriff zu beginnen. Aber es werden immer mehr, die Wachen haben mein Ziel erkannt und versuchen nun mich aufzuhalten. Die Maga ist mit ihrem Zauber fast fertig, schon zucken Flammen aus ihren Fingern und da springe ich. Es ist ein hoher Sprung, doch ich kann die Maga so nicht erreichen. Da werfe ich meinen Khunchomer kräftig, voller Zorn und Hass auf diese Frau. Als er meine Hand verlässt stürze ich zu Boden. Der Khunchomer durchteilt sirrend die Luft. Die Maga bemerkt es. Wie in Zeitlupe dreht sie sich um, ihr Zauber ist gestört. Die Flammen an ihren Händen vergehen. Als sie den Kopf in meine Richtung gedreht hat, erkenne ich ihre Überraschung auf ihrem Gesicht. Dann dringt der Khunchomer in ihr Gesicht ein, Blut spritzt als er das knochige Antlitz durchschneidet und die Maga zusammenbricht. Dann werde ich von den Wachen zu Boden gerissen. Ich werde empor gezerrt, unfähig mich zu bewegen. Ich wehre mich und versuche in Richtung meiner Mutter zu blicken.
Shanya kniet. Um sie herum liegen viele Tote, die ihren Angriff mit dem Leben bezahlt haben, doch ein Speer steckt in ihrem Bauch und aus ihrem Mund fließt Blut. Wir blicken uns an … ein letztes Mal. Hinter meiner Mutter steht, mit blutig, vor Hohn verzerrtem Gesicht Ishar, einen gewaltigen Khunchomer in der Hand. Meine Mutter lächelt mir zu und ihr Mund formt ihre letzten Worte die ich zwar nicht hören kann, die ich aber spüre:
„Ich liebe dich!“
Dann fährt der Khunchomer nieder und trennt den Kopf vom Körper meiner Mutter. Ich schreie auf, dann wird mir schwarz vor Augen und eine tiefe Dunkelheit umgibt meinen Geist.
… eine Sonne steht am Himmel und sie heizt die Luft unerträglich auf. Meine Mutter, Shanya al Kira steht im Hof der Garnison von Zorgan, umringt von den Eisernen Tigern. Hier haben unzählige Kämpfer und Kämpferinnen unter Schweiß und Blut die Ehre erhalten, einer der Tiger zu werden, einer Eliteeinheit, dessen Ruhm weit über die Grenzen Araniens bekannt ist. Meine Mutter steht da, wie das Ebenbild einer Kriegsgöttin, gehüllt in einen prächtigen Harnisch, der Blick eisern und stark. Sie ist der Miralay der Eisernen Tiger, ihr Oberhaupt, eine Legende, die den Tod mehr als einmal ins Gesicht gelacht hat. Ihr Harnisch droht zu bersten. Sie droht zu bersten vor lauter Stolz, als sie mir zusieht, wie ich ein ums andere Mal meine Gegner im Training bezwinge.
Sie sieht sich selbst, als sie jung und ungestüm war und sie weiß dass ich eines Tages an ihrem Platz stehen werde. Wenn sie einst vergangen sein wird, werde ich ihr Erbe antreten. Sie verfolgt jede Bewegung meines geschmeidigen Körpers und sie muss ihren Stolz fast schon unterdrücken, denn ich soll nicht bevorzugt werden, ich soll mir meinen Platz erkämpfen wie einst sie es tat.
Ich habe meine Gegner besiegt. Ich blicke in die Augen meiner Mutter, ich sehe ihren Stolz und mein Körper erschauert vor Ehrfurcht und Liebe zu ihr. Diese Frau hat mich großgezogen. Sie hat mir alles gegeben was ich zum Leben brauchte. Die Liebe die ein Mädchen braucht, aber auch die Härte die eine Kriegerin formt. Mein Vater war früh gestorben. Saajd hatte er geheißen und es verging kein Tag, an dem meine Mutter mir nicht von seiner Schönheit und Anmut erzählte. Ihre Liebe war bis über den Tod so stark zu ihrem Gemahl gewesen, dass sie nie wieder einen anderen Mann in ihr Gemach ließ und fortan ihr ganzes Können, ihr ganzes Streben mir zukommen ließ. Wir blicken uns an, Mutter und Tochter vereint und ich kann es kaum abwarten mit ihr in den Kampf zu ziehen. Ich will ihr zeigen das ich bereit bin, bereit um den Feinden den Tod zu bringen und sie zu Ehren.
Da wird das Tor aufgestoßen. Staub und Lärm der Straßen von Zorgan dringen störend herein und ein Trupp Gardisten marschiert in den Hof. Ihre Schritte hallen von den Wänden des Hofes wieder und sie sind schwer bewaffnet. An der Spitze dieses Trupps gehen zwei Frauen, von denen ich nur eine kenne. Ishar saba Karimah, eine Frau, die ich schon gesehen habe. Sie ist meiner Mutter unterstellt, aber ich weiß, dass sie nach mehr strebt. Nach mehr Macht und Ruhm, aber meine Mutter war zu stark für ihr Bestreben sie zu verdrängen.
Die andere kenne ich nicht, aber mir wird flau im Magen, als ich erkenne, dass es eine Magierin ist. Eine Zauberkünstlerin, wie ich sie noch nie gesehen habe. Gehüllt in eine schwarze Kutte, die ihren Körper nur erahnen lässt, das Gesicht schmal und knochig blickt sie ausdruckslos in Richtung meiner Mutter. Ich fürchte mich vor niemanden, doch solch eine Frau erfüllt mich mit Angst. Welche Macht mag in dieser Gestalt innewohnen.
Wir werden umringt und Ishar geht zu meiner Mutter die keinen Schritt weicht und mit misstrauischem Blick auf das wartet was kommen mag. Ishar blickt sie triumphierend an, dann dreht sie sich um und blickt in die Wartenden. Als sie ihren Mund öffnet erfüllen Worte den Raum, die mit solcher Befriedigung gesprochen werden, dass es kaum zu ertragen ist:
„Shanya al kira! Ihr seid hiermit verhaftet wegen Hochverrat am Aranischen Reich! Ihr werdet umgehend fort gebracht um dort von ihrer Erhabenheit Mondsilbersultana Sybia von Zorgan selbst gerichtet zu werden. Mögen die Götter euch beistehen.“
Meine Mutter wirkt gelassen. Sie hat den Blick gesenkt, die Augen sind verschlossen. Ohne ein Zittern in ihrer Stimme, ohne den leisesten Ton der Unruhe spricht sie ihre Worte:
„Ishar saba Karimah, ich weiß nicht welche niederhöllischen Dinge ihr ausheckt, aber im meinem ganzen Leben habe ich noch nie jemanden verraten nicht mal euch, ihr schleimiger Abschaum aus den tiefsten Gefilden der Niederhöllen.“
Die letzten Worte spricht meine Mutter mit so viel Gift in der Stimme, dass ich zusammenzucke. Ich beobachtet sie. Shanya wirkt ruhig, aber ihre Muskeln sind gespannt, wie ein Jaguar kurz vor dem Sprung. Ich erkenne, dass sie bereit ist, bereit sich nicht wie ein gefangenes Tier abführen zu lassen um ihre letzten Tage in Scham zu verbringen.
Die Magierin tritt hervor. Nur ihre Bewegungen strömen schon die Macht aus, die von ihr ausgeht, die Luft scheint zu knistern und der Lärm der Straße ist nur noch ein dumpfes Geräusch weit entfernt von diesem Geschehen. Die Stimme der Maga klingt mehr als das Zischen einer Schlange, als das eines Menschen:
„Mein Name ist Zechiban al Fessir, Maga und mächtige der altehrwürdigen Akademie der geistigen Kraft zu Fasar. Ihr werdet euch fügen, denn es gibt unumstößliche Beweise für euer Vergehen.“
Sie blickt zu einer Wache und nickt. Diese geht hinaus und die Spannung während des Wartens steigt ins Unerträgliche. Die Wache schleift einen Mann in den Hof. Er trägt eine Kette um den Hals und einen Fetzen Stoff um die Lende. Sein Körper ist geschunden von brutalen Schlägen, seine Knochen sind gebrochen und sein Gesicht geschwollen so dass man kaum erkennen kann, wer dieser Mann eigentlich ist.
Der Mann wird der Maga vor die Füße geworfen wo er im Staub liegen bleibt. „Steh auf du Wurm oder soll ich dir Beine machen.“, sagt Zechiban mit maßloser Verachtung in ihrer Stimme, “Ist das die Frau die ihr als Spion des Sultans Hasrabal treffen sollt, um für Unruhen im Land zu sorgen?“
Der Geschundene erhebt sich unter Mühen und droht immer wieder zu fallen. Als er steht blickt er in die Richtung meiner Mutter. Sie glaubt, dass er kaum etwas erkennen kann mit seinen zugeschwollenen Augen, doch er nickt und leise, fast flüsternd antwortet er:
„Ja … das ist sie. Diese Frau will euch verraten und das Reich Hasrabals zu einem Sieg über Gorien und Aranien bringen, damit er seine Macht mehrt und sich zum Herrscher aufschwingt über das ganze Tulamidenland. Sie ist gewillt, das ganze Land ins Chaos zu stürzen um Hasrabal zu folgen.“
Die Worte wiegen schwer im Raum und eine erstickende Stille legt sich über alles und jeden. Ich starre meine Mutter an die immer noch scheinbar ruhig da steht und zu Boden blickt. Verrat denkt sie. Verrat an ihr und an alles was sie glaubt. Sie hebt den Kopf, blickt in meine Richtung und ihre Augen erschrecken mich einen Moment. Sie wird nicht gehen, sie wird sich nicht abführen lassen, das sehe ich genau. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals, als ich ihre Muskeln sehe, die kurz davor sind zu explodieren. Ich sehe ihr an, dass Worte hier nicht mehr helfen und ich treffe eine Entscheidung. Ich träumte davon mit ihr in der Schlacht Seite an Seite zu kämpfen und nun war der Moment gekommen. Ich sehe ihr an, dass sie mit dem Tod abgeschlossen hat, dass es keinen Weg mehr gibt, der hinaus führt. Ich werde ruhiger, die Welt liegt klar vor mir und ich analysiere. Ich schätze die Gegner ab, ihre Positionen und wo meine Mutter nach dem ersten Angriff sein wird. Meine Ausbildung lässt mich kalt eine Strategie festlegen und ich weiß genau, wo ich zuerst ansetzen muss, um diesen Kampf überhaupt gewinnen zu können.
Meine Mutter sieht mir immer noch in die Augen. Sie erkennt, dass ich sie begleiten werde bis zum letzten Atemzug und sie richtet sich ein wenig auf. Ihre Tochter … ihr ganzer Stolz.
„Nun was sagt ihr Shanya al kira?“, spricht Ishar voller Hohn.
Ein Moment der Ruhe …
„Was ich sage ?“, spricht meine Mutter mit ruhiger Stimme.
„FAHRT ZUR HÖLLE !“
Dann geht alles sehr schnell. Der Speer meiner Mutter schnellt nach vorne, aber Ishar hat mit dieser Reaktion gerechnet und ihren Schild nur knapp vor dem tödlichen Stoß erheben können. Und doch gleitet ihr Speer am Gesicht Ishars vorbei und zeichnet ihr eine tiefe Wunde auf die Wange die sie ein Leben lang an meine Mutter erinnern wird. Es wird laut, die Wachen, geblendet von dem Verrat an meiner Mutter, stürmen auf sie los. Die Schüler und Schülerinnen stehen fassungslos im Hof, unfähig eine Reaktion zu zeigen. Die Maga erhebt ihre Arme, murmelt Worte der Macht und ich stürme los. Sie wird mein erster Punkt sein wo ich meinen tödlichen Stoß setzen werde. Die Maga beachtet mich nicht, sie ist ganz auf meine Mutter fixiert. Eine Wache stellt sich mir in den Weg, doch mit einer Drehung umgehe ich den Gegner geschmeidig wie eine Katze. Ich habe nur die Maga als Ziel, etwas anderes nehme ich nicht war. Ein zweiter Gegner versucht mich aufzuhalten, doch ich tauche unter seinem Speerstoß weg und steche ihm meinen Dolch direkt in seinen Hals. Als er röchelnd zu Boden geht, bin ich schon weiter, nah dran um meinen Angriff zu beginnen. Aber es werden immer mehr, die Wachen haben mein Ziel erkannt und versuchen nun mich aufzuhalten. Die Maga ist mit ihrem Zauber fast fertig, schon zucken Flammen aus ihren Fingern und da springe ich. Es ist ein hoher Sprung, doch ich kann die Maga so nicht erreichen. Da werfe ich meinen Khunchomer kräftig, voller Zorn und Hass auf diese Frau. Als er meine Hand verlässt stürze ich zu Boden. Der Khunchomer durchteilt sirrend die Luft. Die Maga bemerkt es. Wie in Zeitlupe dreht sie sich um, ihr Zauber ist gestört. Die Flammen an ihren Händen vergehen. Als sie den Kopf in meine Richtung gedreht hat, erkenne ich ihre Überraschung auf ihrem Gesicht. Dann dringt der Khunchomer in ihr Gesicht ein, Blut spritzt als er das knochige Antlitz durchschneidet und die Maga zusammenbricht. Dann werde ich von den Wachen zu Boden gerissen. Ich werde empor gezerrt, unfähig mich zu bewegen. Ich wehre mich und versuche in Richtung meiner Mutter zu blicken.
Shanya kniet. Um sie herum liegen viele Tote, die ihren Angriff mit dem Leben bezahlt haben, doch ein Speer steckt in ihrem Bauch und aus ihrem Mund fließt Blut. Wir blicken uns an … ein letztes Mal. Hinter meiner Mutter steht, mit blutig, vor Hohn verzerrtem Gesicht Ishar, einen gewaltigen Khunchomer in der Hand. Meine Mutter lächelt mir zu und ihr Mund formt ihre letzten Worte die ich zwar nicht hören kann, die ich aber spüre:
„Ich liebe dich!“
Dann fährt der Khunchomer nieder und trennt den Kopf vom Körper meiner Mutter. Ich schreie auf, dann wird mir schwarz vor Augen und eine tiefe Dunkelheit umgibt meinen Geist.
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