Posts mit dem Label 10 ZS Reise werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 10 ZS Reise werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 19. Juli 2015

Die Dracheneiakademie

16. Efferd 1016 BF

Nach langer Reise oft abseits der Wege,auf Ragnars Wunsch, kamen wir in Khunchom an und Khadil Okharim empfing uns herzlich. Wir durften als Gäste in der Akademie wohnen und nachdem wir ihm berichteten was bisher geschehen war, stürzte er sich gleich mit Ragnar in Nachforschungen und Untersuchungen des Auges. Ich besorgte mir im Laufe der Zeit eine neue Tuchrüstung, einen neuen Helm und ließ meinen Khuchomer schleifen, ehe ich Nerida Shirinhas Schule der Fechtkunst einen Besuch abstattete. Schwertmeister Hussein ben Shadi erkannte mich wieder und ließ mich auf meine Bitte hin einen Nachmittag mit seinen Rekruten trainieren. Ardo besuchte den hiesigen Rondratempel, während Kaldrim den Phex-Tempel aufsuchte, ehe er die ganze Stadt durchstöberte nach feinsten Stoffen und Geschmeiden, Duftwässerchen und sonstigen Annehmlichkeiten. Er fühlt sich sichtlich wohl in der schönen weißen Stadt, die viel mehr bietet als Mherwed. Nicht umsonst ist Khunchom die Stadt, die niemals schläft. Ebenso werden wir wohl sicherlich gemeinsam noch den heiligen Quellen der Tsa einen Besuch abstatten.

Während Ragnar sich in seine Studien vertieft, genießen wir die Stadt in all ihrer Pracht, ihren Basaren, ihren Badehäusern und ihrer Gastfreundschaft und warten auf Neuigkeiten. Rakorium Muntagonus beehrt die Akademie ebenfalls, auf der Rückreise aus Maraskan und widmet sich ebenfalls den Studien, doch scheint er verwirrter zu sein als je zuvor, wie uns Ragnar berichtete.

Ragnar hat schon einiges herausgefunden mit Khadil, doch das alles zu verstehen, erscheint mir unmöglich. Das Meiste behält er eh für sich, aber er scheint recht zufrieden zu sein über die neuen Erkenntnisse.

Doch eines Tages erreicht uns alle eine Nachricht aus Weiden. Wir werden zurückgerufen von Waldemar, dem Herzog von Weiden, der uns bis Ende Travia in Trallop erwartet.

So machen wir uns bereit, in den Norden zurückzukehren. Mögen die Zwölfe uns beschützen!

Das Hause Arres

16. Praios 1016 BF

Wir gelangen nach Wehrheim. Das trutzige Städtchen gleicht einer riesigen Kaserne und ist beeindruckend. Ardo führt uns in einen Vorhof mit einem Brunnen und das Eisentor zeigt einen Löwenkopf der brüllend die Zähne bleckt. Das Gebäude zeigt sich wie eine kleine Trutzburg oder eine Kaserne. Feste Mauern und eine schwere Eichentür zeugen von der Einstellung der Arres zum Kampf. In kleinen Beeten wachsen Lilien aller Art.
Egor, der Pferdewirt empfängt unsere Pferde und fragt nach dem Begehr. Ardo antwortet, dass wir Nachricht für den Herren Alrik haben von seinem Sohn Ardo. Der Mann ruft seinen Knecht her, die Tiere zu versorgen. Er selbst meldet unsere Ankunft an.
Einige Zeit später kommt ein älterer Mann mit demselben Waffenrock wie Ardo uns entgegen und fragt nach unseren Nachrichten. Als Ardo darum bittet ihn im Haus alleine zu sprechen, da unsere Mitteilungen nicht für Fremde bestimmt seien, erwidert dieser nur barsch, dass er erstmal unsere Namen erfahren will, bevor er uns Einlaß gewährt. Mir wird klar, dass er seinen Sohn nicht wiedererkennt und Ardo stellt sich nur vorsichtig mit seinem Schwertnamen vor, nicht mit seinem Vornamen und nennt unsere Namen ebenso. Wir andere schauen die Szene schweigend mit an, aber keiner wagt etwas zu erwidern. Wir werden gebeten zu folgen und erst als Ardo schildert, was in Dragenfeld geschehen ist, wird seinem Vater klar wen er vor sich hat. Ich wische mir unauffällig eine Träne weg, denn mir wird erst jetzt deutlich, was es bedeutet zwanzig Jahre seines Lebens verloren zu haben, wenn man Angehörige hat. Als Alrik, Ardos Vater, zum Feiern ausruft und alle mitbekommen, dass der Sohn zurückgekehrt ist, dauert es ein wenig bis seine Mutter sich beruhigt hat, die außer sich vor Kummer ist.

Ich muss an meine eigene Mutter denken. Ich bin froh, dass ihr das erspart blieb. Die ganze Sache hier erinnert mich doch sehr an Zorgan. Die Feste, all die Kämpfer um uns herum, die Familienbande aus Rondra-Streitern. Mich wird niemand vermissen, wenn mir etwas zustößt. Einzig und alleine an Rondras Tafel werde ich meine Eltern wiedersehen. Ich bin ihr fast dankbar, dass ich hier niemandem mehr Kummer bereite.

Nach einem ausgelassenen Abend mit gutem Essen, gutem Wein und einer Abendandacht, brechen wir am nächsten Morgen auf nach Khunchom.

Reiseplanungen

12. Praios 1016 BF

Die namenlosen Tage sind vorüber. Nichts geschah. Mein letztes Geld ging für Neuanschaffungen drauf, doch hat Soraya endlich wieder einen Sattel, Zaumzeug und was sie sonst noch braucht. Auch ich habe mich neu eingekleidet und mein Hab und Gut erneuert. Doch für eine Rüstung muss ich irgendwie zu Geld kommen. Wenigstens konnte ich noch ein Tuch erstehen, das ich mir um den Kopf gebunden habe, bis meine Haare wieder einigermaßen nachgewachsen sind. Ich könnte mich den Söldnern anschließen, vorausgesetzt sie nehmen eine alte verkrüppelte Kämpferin mit sich. Ich gebe kein allzu vertrauenserweckendes Bild ab. Ich werde Ardo aufsuchen und schauen was er so treibt, vielleicht hat er eine Queste zu erledigen bei der ich ihn unterstützen kann. Ob ich Kaldrim um Geld bitten soll für wenigstens eine gebrauchte Rüstung ? Ich werde erstmal abwarten. Eigentlich wollte ich ja auch Ragnar im Auge behalten. Der Bursche verkriecht sich recht geschickt.

Als wir uns eines Abend alle zufällig im Nordstern treffen, erfahren wir von Ragnar, dass er vor hat nach Khunchom zu reisen zu Khadil Okharim. Wieso bin ich nicht auf die Idee gekommen? Mein alter Freund wird uns weiterhelfen können. Ihm verdanke ich mein Leben. Er wird uns Glauben schenken und wenn irgendeiner was über das Auge herausfinden kann, dann sicherlich er. Khunchom, die Perle im Süden. Endlich weg von hier und wieder Richtung Heimat. Ardo schlägt uns vor bei seiner Familie in Wehrheim kurz zu verweilen, da sein ehrenwerter Vater bald seinen Tsatag feiert. Eine gute Idee. Von Kaldrim bekomme ich einen Beutel zugeworfen, indem sich noch einige Dukaten befinden vom erbeuteten Räubergeld. Phex sei dank, sonst hätte ich nicht gewusst wie ich eine Reise bezahlen soll!! Ich frische meine Vorräte auf, frisches Wasser, Proviant und auch einen Schlauch Bärentod werde ich diesmal mitnehmen. Das Zeug ist garnicht mal schlecht. Egal für was.

Jeder kümmert sich um seine Reisevorbereitungen und wir treffen uns zum nächsten Sonnenaufgang am Südtor.

So brechen wir erneut gemeinsam auf, unsere Schicksale sind sowieso miteinander verknüpft, dessen bin ich mir sicher. Keiner wird je wieder wie früher sein, zuviel ist schon geschehen, was nicht mehr aufzuhalten ist. So bilden wir die Gemeinschaft, die den Widersacher aufhalten wird, wenn die Götter uns gewogen sind. Mögen uns die Zwölfe beschützen!